Prince of Persia: Die vergessene Zeit
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Pünktlich zum Kinostart von Jerry Bruckheimers Filmumsetzung von "Prince of Persia" veröffentlicht Ubisoft wiederum einen neuen Ableger der interaktiven Mär von 1.001 Tod. Der heißt zwar auf jedem System "Die vergessene Zeit" und setzt konsequent auf die Kombination Kraxeln, Kämpfen und Knobeln, doch die Unterschiede zwischen den einzelnen Versionen sind gewaltig .
Die identischen Xbox-360- und PS3-Fassungen sind zwischen den Vorgängern "Warrior Within" und "The Two Thrones" angesiedelt. Der namenlose Prinz soll bei seinem älteren Bruder Malik in die Lehre gehen. Doch anstatt eines warmen Willkommens in dessen Wüstenreich hagelt's Geschosse: Die Mauern der prächtigen Stadt werden von einer wilden Horde erstürmt!
Höchste Zeit für den Monarchen-Spross, einmal mehr sein in den Vorgängern der "Sands of Time"-Trilogie zelebriertes, akrobatisches Talent unter Beweis zu stellen: Mit einem gewaltigen Sprung setzt der Prinz vom einem Gebirgsplateau direkt auf die Palastdächer, um sich von dort aus auf die Suche nach seinem Bruder zu machen. Und tatsächlich: Malik kämpft sich mit seiner persönlichen Garde durch die belagerte Stadt, um sich ins Zentrum der Anlage zurückzuziehen. Sein Ziel: Er will in den Verliesen unter der Metropole die sagenumwobene Armee des König Salomon heraufbeschwören, um mit ihrer Hilfe die Invasoren zurückzuschlagen.
Leider wurde die Legende falsch interpretiert: Was er bekommt, sind Heerscharen aus Untoten und Dämonen. Die schlagen zwar tatsächlich die Eroberer zurück, wollen dafür aber auch die restliche Welt verwüsten. Zu allem Überfluss lässt sich Malik vom Bösen verführen, sodass es nun an seinem jüngeren Bruder liegt, die teuflischen Mächte im Schach zu halten.
Zum Glück ist Prinz Pluderhose bei seinem Feldzug gegen das Böse, der Akrobatik und Action zu einer ausgewogenen Mixtur vereint, nicht ganz allein: Ein weiblicher Dschinn namens Razia, der der "Prince of Persia"-Darstellerin Gemma Arterton zum Verwechseln ähnlich sieht, verleiht dem Prinzen alle paar Kapitel neue Kräfte. So geht der springfidele Adelsspross nicht nur wie in früheren Teilen der Serie die Wände hoch, schlägt Purzelbäume, kraxelt Eichhörnchen-gleich Säulen empor und lässt sich mit dem Schwert an Stoffbannern wie ein Pirat in die Tiefe gleiten. Obendrein hat er nun Macht über die Elemente. So darf er etwa in der zweiten Spielhälfte Wasserfontänen- und Kaskaden erstarren lassen, um sie für seine akrobatischen Kunststücke zu entfremden.
Tatsächlich nutzen die Ubisoft-Designer dieses Element für einige ebenso geniale wie vertrackte Sprung- und Schwung-Strecken, in deren Verlauf der Spieler das Wasser abwechselnd gefrieren und wieder entfrieren muss, während er sich noch in der Luft befindet. Hier ist Timing Trumpf - und Frust vorprogrammiert.
Altbekannt ist dagegen die allseits beliebte und rettende "Rückspulfunktion": Genügend magische Energie vorausgesetzt, darf jeder verbockte Sprung, jeder verlorene Kampf und jedes Ableben ungeschehen gemacht werden, indem man die Uhr einfach ein paar Sekunden zurückdreht.
Neu sind die Gegner-Massen: Wo man in den ersten drei Teilen der Serie eher kleinen Gruppen von Sand-Zombies gegenüberstand, sich mit einzelnen Wächtern duellierte oder die Opfer hinterrücks meuchelte, da stehen im neuen "Prince of Persia" Gefechte gegen ganze Horden auf dem Programm. Bis zu 50 Skelette und Dämonen gleichzeitig wollen dem Helden ans Leder. Aber der weiß sich gut zu wehren: Ein stattliches Repertoire aus wuchtigen Schwerthieben, Tritten und Magieattacken erlaubt es dem Spieler, die hungrige Meute in den Griff zu bekommen. "Crowd Control" ist der Fachbegriff, mit dem die Entwickler ein System beschreiben, das nicht nur dafür sorgt, dass sich der Mob natürlich verhält, sondern auch dafür verantwortlich ist, dass gefällte Gegner ihre umstehenden Kompagnons mit umreißen.
Ein wenig anders sieht's dagegen in der Wii-Version aus, die zwar denselben Untertitel trägt wie das "große" "Prince of Persia" für Xbox 360 und PS3, aber ansonsten ein völlig eigenständiges Abenteuer birgt: Hier begleitet man denselben Charakter auf seiner Reise in ein versunkenes Königreich, das von einer dämonischen, dornenbewehrten Monsterpflanze umschlungen wird. Auch hier wird üppig gesprungen und geklettert, aber die magischen Kunststücke des Prinzen unterscheiden sich ebenso von der Xbox-360- und PS3-Fassung wie die Gestaltung des großzügig angelegten Kletter- und Hüpf-Parcours. Gekämpft wird durch Schwingen der Wii-Fernbedienung und gegen gerade einmal eine Hand voller Gegner auf einmal. Dafür gibt's deutlich mehr Puzzles als in der anderen "Prince of Persia"-Version.
Wer die komplette Geschichte erfahren will, der darf gerne beide Ausführungen von "Die vergessene Zeit" in den Einkaufswagen legen, aber das pompösere Abenteuer erlebt ganz klar, wer den Xbox-360- oder PS3-Controller bedient: Hier vereint Ubisoft Montreal die Vorzüge der ersten drei Episoden mit den Massengefechten eines "God of War" und gehobenen, wenngleich nicht berauschenden Grafik-Kapazitäten. Dieselbe Engine, die bereits in "Assassin's Creed" den alten Orient und das italienische Mittelalter zum Leben erweckte, wird hier eingesetzt, um eine schöne Märchenwelt zu inszenieren. Allerdings sind die Animationen des Prinzen alles andere als flüssig, und auch die Kameraperspektive ist nicht immer optimal.
© Teleschau - der mediendienst
Spiele-Fakten | ||
| Veröffentlichungsdatum | 20.05.2010 | |
| FSK | ab 12 | |
| Systeme | PC, Nintendo DS, PSP, PlayStation3, Wii, Xbox 360 | |
| Hersteller / Vertrieb | Ubisoft | |
| Multiplayer | nein | |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene | |
| Preis | ||
Bewertung | ||
| Grafik | 8 (von 10 Punkten) | |
| Sound | 8 (von 10 Punkten) | |
| Steuerung | 8 (von 10 Punkten) | |
| Spielspass | 8 (von 10 Punkten) | |
| Gesamt | 8 (von 10 Punkten) | |
Nützliche Links zum Spiel
Homepage Ubisoft
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Homepage des Spiels
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