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23. Mai 2012
8. April 2011 | 17:40 Uhr
Helmpflicht beim virtuellen Geschwindigkeitsrausch

Need For Speed: Shift 2 - Unleashed

GENRE:: Rennspiel
PLATTFORM: PC, PlayStation3, Xbox 360

Nicht weniger als das "intensivste Rennspiel aller Zeiten" wollten Publisher EA und das Studio Slightly Mad Studios mit "Shift 2 Unleashed" entwickeln. Der simulierte Geschwindigkeitsrausch, die knallharten Konkurrenten und nicht zuletzt eine besondere Kopfwackelperspektive erfüllen dieses Versprechen zwar. Allerdings lässt sich der authentische PC- und Konsolentitel nur erfahrenen Rasern mit einer gewissen Frustresistenz ans Herz legen.

Ein enger Kurs, ein giftiger Nissan GTR, nur wenige Fahrhilfen - so beginnt "Shift 2", das die Zugehörigkeit zur eher spaßorientierten "Need for Speed"-Reihe nur noch im Kleingedruckten preisgibt. Die Einführungsrunde ist nur ein Vorgeschmack auf das spätere Spiel und gleichzeitig ein Barometer für den empfohlenen Schwierigkeitsgrad der Karriere. Die ist das Herzstück des Spiels und kommt Gottlob gänzlich ohne Geschichte aus. Da sind nur der Spieler und eine Vielzahl von unterschiedlichsten Veranstaltungen und Meisterschaften, die auf dem Weg in die FIA GT1-Serie bewältigt werden müssen.

Deren Bandbreite reicht von normalen Rennen über knifflige Drift-Wettbewerbe und direkten Duellen bis hin zu Langzeitrennen oder kurzweiligen Eliminator-Events, bei denen am Ende einer Runde immer der letztplatzierte Fahrer ausscheidet. Je erfolgreicher man ist, desto mehr Geld gibt es. Die Siegprämien lassen sich wahlweise in unglaublich viele Tuning-Teile und Leistungs-Upgrades für die eigene Kiste oder gleich in einen Neuwagen investieren.

Fast 125 lizenzierte Fahrzeuge von 40 Herstellern stehen zur Auswahl - neben "Normalos" wie einem Golf GTI auch Oldtimer, Muscle Cars und Supersportler von McLaren und Porsche. Umso schmerzvoller ist das ausgefeilte Schadensmodell, das nicht nur optischer Natur sein kann und sich auf Wunsch auch aufs Fahrverhalten auswirkt. Kapitale Crashs quittiert "Shift 2" übrigens nicht nur mit akuter Beulenpest an den Boliden, sondern auch mit einem hübschen Benommenheitseffekt: Das Bild wird farblos und verwaschen, der Fahrer keucht, sein Herz schlägt wie wild. Es dauert ein paar Sekunden, ehe das virtuelle Schleudertrauma verdaut ist.

Spätestens hier sollte man erwähnen, dass "Shift 2" ein Titel ist, der trotz übersichtlicherer Alternativen in der Cockpit- oder - besser noch - in der neuen Helmperspektive gespielt werden will. Nicht nur, weil sich die Macher bei der Gestaltung der Interieurs große Mühe gegeben haben, sondern auch weil das Fahrgefühl intensiver kaum sein könnte. Fliehkräfte zerren am Nacken des Piloten und verschieben in jeder Kurve, bei jedem Bremsvorgang und jeder Beschleunigung leicht sein Sichtfeld. Schaltvorgänge wurden animiert, und bei langen Geraden simuliert ein schicker Unschärfeeffekt den Tunnelblick. Die "Grüne Hölle" auf dem Nürburgring, eine von 72 über den ganzen Globus angesiedelten Strecken, wird so zum echten Erlebnis - auch wenn sie wie etwa zwei Drittel der übrigen Kurse aus dem Vorgänger stammt.

Auch die Grafikengine wurde vom rund zwei Jahre alten "Shift" übernommen und ein wenig aufgebohrt. Die Boliden glänzen vor Detailreichtum und Lichtreflexionen, können aber mit dem Edelfuhrpark von Sonys "Gran Turismo 5" (PS3) nicht ganz mithalten. Immerhin: Es gibt nun auch einen Tag- und Nachtwechsel, sodass man auch im Dunkeln oder in der Abenddämmerung rasen kann. Erstklassig: die Sounduntermalung. Die Motoren röhren, fauchen, brummen druckvoll aus den Boxen, bei Unfällen scheppert's gewaltig.

Der Titel wurde "von Rennfahrern für Rennfahrer" entwickelt, erklärt EA. Und auch wenn sich dank diverser Schwierigkeitsgrade und Fahrhilfen die PS-Monster auch von weniger geübten Rasern im Zaum halten lassen, ist "Shift 2" ein überaus fordernders, manchmal frustierend schweres Spiel. Das liegt einerseits an den unausgewogenenen Meisterschaften, andererseits an den bis zu 15 äußerst aggressiven Computerfahrern, die einen immer wieder von der Strecke drängen oder für Dreher sorgen. Hartgesottene verzichten dagegen nicht nur auf ABS, ESP, Traktionskontrolle und Co., sondern blenden im "Elite"-Modus auch noch sämtliche Bildschirmanzeigen wie Minikarte, Platzierung und Geschwindigkeit aus. Was bleibt, sind die Instrumente im Cockpit und das Gefühl für den Wagen ...

Fazit: "Shift 2 Unleashed" ist dank der dynamischen Helmperspektive ein packendes Rennsporterlebnis mit toller Technik unter der Haube. Nur Genre-Einsteiger dürften mit einem Kauf nicht glücklich werden ...

© Teleschau - der mediendienst

Spiele-Fakten

Veröffentlichungsdatum   31.03.2011
FSK   ab 6 Jahren
Systeme   PC, PlayStation3, Xbox 360
Hersteller / Vertrieb   Slightly Mad Studios / EA
Multiplayer   2-12 (WWW)
Schwierigkeit   Für Fortgeschrittene und Profis
Preis  

Bewertung

Grafik   10 (von 10 Punkten)
Sound   10 (von 10 Punkten)
Steuerung   10 (von 10 Punkten)
Spielspass   8 (von 10 Punkten)
Gesamt   10 (von 10 Punkten)
 

Leserkommentare

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