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23. Mai 2012
22. Juli 2010 | 15:07 Uhr

Videoschnitt im Browser: So funktioniert der YouTube-Video-Editor

von Stefan Möllenhoff, Josh Lowensohn
Videoschnitt im Browser: So funktioniert der YouTube-Video-Editor

Lange musste die Funvideo- und Hobbyfilmer-Gemeinschaft darauf warten, letzten Monat war es soweit: YouTube hat eine browserbasierte Videoschnittsoftware vorgestellt. Es sind - abgesehen von Adobe Flash - keine zusätzlichen Plug-ins oder Programme erforderlich. Wir haben uns angesehen, wie sich das kostenlose Bearbeitungstool in der Praxis schlägt.

Klar, ein Arbeiten mit mehreren Videospuren, Spezialeffekten, Überschriften und dergleichen darf man nicht erwarten. Aber hey, dafür übernimmt YouTubes Serverfarm die gesamte Verarbeitung der Videos. Damit funktioniert das Tool auch auf Uralt-Rechnern, die ansonsten schon bei der Bildbearbeitung ins Straucheln kommen. Selbst HD-Videos lassen sich zusammenschnippeln.

Auf der Internet-Seite des YouTube-Editors gibt es zwar auch eine Kurzanleitung. Aber wir probieren den Dienst lieber selbst aus. Also: Welche Schritte sind durchzumachen, von den Videos auf der Festplatte bis hin zum fertigen YouTube-Kunstwerk?

Hochladen

Nachdem die komplette Videobearbeitung auf den Servern von YouTube abläuft, müssen die Clips als erstes einmal dorthin gelangen. Der Upload ist leider nicht über das Editor-Tool selbst möglich, sondern muss auf dem Standardweg erfolgen. Ganz oben auf der YouTube-Startseite gibt es dafür einen Link Video hochladen

Achja: Sollen die Ausgangsvideos für das Meisterwerk nicht auf YouTube erscheinen, setzt man im Upload-Dialog ein Häkchen bei Nicht gelistet.

Anordnen

Jetzt geht's zum YouTube-Editor. Er ist wahlweise über den direkten Link (YouTube.com/editor) zu erreichen oder über TestTube, dem YouTube-Ideenpool mit haufenweise interessanten Projekten. Im Videoschnitt-Tool tauchen alle Videos in chronologischer Reihenfolge auf. Für unseren Beispielfilm wählen wir die drei neuesten Clips in der ersten Reihe aus.

Die Videos lassen sich einfach per Drag and Drop in die Zeitleiste hineinkopieren. Um verschiedene Schnipsel aus einem Clip zu verwenden, kann man ihn einfach mehrmals herüberziehen.
Die Videos lassen sich einfach per Drag and Drop in die Zeitleiste hineinkopieren. Um verschiedene Schnipsel aus einem Clip zu verwenden, kann man ihn einfach mehrmals herüberziehen.

Um einen Clip zum Film hinzuzufügen, zieht man ihn wahlweise in den Zeitstrahl hinein oder klickt auf das kleine Plus-Symbol in der oberen rechten Ecke der Filmchen. Wenn man sich über den Inhalt des Videos im Unklaren ist, drückt man einfach auf das Play-Icon, und der Clip spielt ab, ohne die Seite neu zu laden.

Ein paar Mausklicks später sind die Videos in der Zeitleiste angekommen.
Ein paar Mausklicks später sind die Videos in der Zeitleiste angekommen.

Schneiden

Wenn keine weiteren Bearbeitungen vonnöten sind, verpasst man dem Werk einfach einen Titel und klickt auf Veröffentlichen. Aber wo bliebe da der Spaß? Um den Editor auszuprobieren, stutzen wir unsere Clips ein wenig zurecht.

Leider passen nur sieben Clips in die Zeitleiste. Wer große Pläne hat, sollte diese Einschränkung bei der Aufnahme des Materials bedenken oder einfach eine andere Schnittsoftware verwenden. Alternativ ließen sich auch sieben Videos zu einem Film zusammenschneiden und dieser sich dann in einem neuen Anlauf mit wiederum bis zu sechs weiteren Videos weiterverarbeiten.

Bewegt man den Mauszeiger auf eines der Videos in der Zeitleiste, erscheint ein Scheren-Icon. Ein Klick darauf öffnet das Schnittfenster, in dem der Nutzer das Video mit Hilfe zweier Schieberegler zurechtstutzen kann.

Um ein Video zurechtzustutzen, klickt man einfach auf das Scheren-Symbol.
Um ein Video zurechtzustutzen, klickt man einfach auf das Scheren-Symbol.

Ein Klick auf das Play-Icon gibt den ausgewählten Bereich wieder. So lässt sich überprüfen, ob die Szene komplett ist. Passt alles, übernimmt ein Klick auf Save die Änderungen.

Die Rechts- und Linkspfeile an der rechten und linken Grenze des Videos dienen zum Feintuning. Ein Klick verschiebt die Auswahl um 1/15 Sekunde.
Die Rechts- und Linkspfeile an der rechten und linken Grenze des Videos dienen zum Feintuning. Ein Klick verschiebt die Auswahl um 1/15 Sekunde.

Ton

Die Lautstärke vom Sound lässt sich nicht anpassen. Ebensowenig ist es möglich, ein beliebiges Audiofile hochzuladen. Stattdessen bietet YouTube eine ganze Reihe von Titeln für die musikalische Untermalung an. Greift man allerdings auf eine Tonspur von YouTube zurück, wird der Klang aus den einzelnen Clips entfernt. Außerdem lässt sich nur ein einziges Lied zum gesamten Film hinzufügen.

Wer bei seinem Video eine Audiospur von YouTube einsetzen möchte, sollte sein Projekt erst mit dem Originalsound fertigstellen und anschließend das AudioSwap-Feature von YouTube benutzen. Es bietet eine komfortablere Bedienung.

Veröffentlichen

Jetzt braucht das fertige Meisterwerk nur noch einen Titel, und schon kann es mit der Weltöffentlichkeit geteilt werden. Um unser knapp zwei Minuten langes Video zu verarbeiten, braucht YouTube etwa 15 Minuten. Wer längere Filme zusammenschustert, muss sich auf mehr Wartezeit einstellen.

Achja: Hier ist unser Werk zu sehen. So sehen das CNET-Büro in San Francisco und der Waffelwagen davor aus. Die Kamera-Führung mit dem iPhone üben wir nochmal für's nächste Mal, versprochen.

Anmerkungen

Ein paar Kleinigkeiten gibt es noch, die uns aufgefallen sind:

  • Es ist nicht möglich, die Videos aus dem Editor selbst abzuspeichern. Hat YouTube die Filme gerendert, kann man sie per Mausklick herunterladen.
  • Sind die Videos in HD-Auflösung aufgezeichnet, muss man warten, bis YouTube die Clips verarbeitet hat, um eine entsprechend große Vorschau im Editor sehen zu können.
  • Es ist erfreulicherweise möglich, HD- und SD-Videos zu einem Film zusammenzuschneiden.
  • Ist unter dem Ausgangsmaterial ein HD-Clip, so rendert YouTube das fertige Video in HD-Auflösung heraus.
  • Man kann die einzelnen Clips später löschen, ohne, dass das fertige Video verschwindet.

Fazit

Um mal schnell ein Filmchen vom Lieblingswaffelwagen, von der Mentos-Cola-Rakete oder der kämpfenden Katze zusammenzuschnippeln, eignet sich der YouTube-Video-Editor einwandfrei. Nachdem die YouTube-Server die Rechenarbeit übernehmen, funktioniert die Browser-Schnittsoftware auch auf altersschwachen Rechnern. Für anspruchsvolle Projekte führt aber nach wie vor kein Weg an einem ordentlichen Desktop-PC und einer ausgewachsenen Videoschnittsoftware vorbei.

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