2. September 2010
3. April 2009 | 16:38 Uhr

Die beste DVB-T-Antenne der Welt: Multi-Doppelquad im Eigenbau

von Pascal Poschenrieder
Die beste DVB-T-Antenne der Welt: Multi-Doppelquad im Eigenbau

Das Antennenfernsehen DVB-T ist eigentlich eine geniale Erfindung. Eigentlich, denn viele haben Empfangsprobleme. Besonders bei großen Entfernungen zum Sendemast treten Störungen auf. Mit Zimmerantennen finden viele Fernseher überhaupt keinen Sender. Wir haben in der Vergangenheit bereits Antennen zum Selberbauen beschrieben, die für ein besseres Signal sorgen. Trotzdem gab es bei einigen unserer Leser noch Probleme. Deshalb erklären wir jetzt, wie der Eigenbau einer Antenne funktioniert, die den Empfang unter allen Umständen gewährleistet.

Wenn der Empfang von Antennenfernsehen früher nicht gut war, sahen Zuschauer das TV-Programm halt etwas verrauscht. Das analoge Signal sorgte aber trotzdem für ein Bild. Seit der Umstellung auf DVB-T ist das anders. Bei unzureichender Signalstärke bleibt der Bildschirm komplett dunkel. Erst ab rund 50 Prozent Signal funktioniert das Dekodieren des Videomaterials. Genau hier liegt das Problem vieler Haushalte. Besonders bei großen Entfernungen zum nächstgelegenen Sendemast reicht der Empfang mit Kaufantennen nicht aus. Der Grund: Die DVB-T-Frequenzen liegen teilweise sehr weit auseinander, wodurch völlig unterschiedliche Antennenlängen vonnöten wären.

Deshalb haben wir in der Vergangenheit den Bau einer Stab- und einer Doppelquad-Antenne beschrieben. Beide Varianten sind einfach mit Material für rund 5 Euro umzusetzen und sorgen bei vielen unserer Leser für hervorragenden Empfang. Allerdings haben einige andere immer noch Probleme. Nun haben wir eine Antenne gebaut, die für noch besseren Empfang sorgt. In unseren Tests liegt die Signalstärke auch bei Montage im Zimmer immer bei hundert Prozent. Sogar bei einem Test im Keller laufen noch alle Sender ruckel- und störungsfrei.

Das große DVB-T-Problem

Die deutschen Fernsehanstalten strahlen ihr TV-Programm auf den unterschiedlichsten Frequenzen aus. Die unterste, 177,5 MHz, und die oberste, 858 MHz, liegen dabei so weit auseinander, dass bei einer Lambda-Halbe-Stabantenne Längen von 8,5 bis 82 Zentimetern nötig wären. Dabei ist es nicht nur so, dass die Frequenzen je nach Region sehr weit verteilt sind - auch regional sind die Differenzen sehr groß. So beträgt die niedrigste Frequenz in Bayern beispielsweise 212,5 MHz, wobei die höchste bei satten 834 MHz liegt. Kaufantennen bieten immer einen landesweiten Kompromiss für die verschiedenen Frequenzen. Deshalb funktionieren sie in den meisten Regionen schlecht bis überhaupt nicht. Wir haben das Frequenzproblem in der Vergangenheit mit einem Mittel der regionalen Frequenzen gelöst. Allerdings ist eine so berechnete Antenne für keine der unterschiedlichen Sendefrequenzen ideal. Dadurch kommt es trotz angepasster Antennelänge bei einigen noch zu Problemen. Die löst unsere neue Eigenbau-Antenne. Sie besteht aus mehreren Doppelquad-Antennen. Dabei ist jedes Doppelquad genau auf eine Frequenz abgestimmt.


Die Multi-Doppelquad-Antenne löst die Empfangsprobleme. Sie bringt für jede Frequenz ein passendes Doppelquad mit.

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Leserkommentare (231)

 
von Uli
am 5. April 2009, 11:42 Uhr
DVB-T Antenne Eigenbau

Anleitung zum Bau

 
von Stefan
am 6. April 2009, 15:09 Uhr
Wird heute getestet!

Ihr seid wirklich unglaublich! Seitdem ich von Frankfurt nach Darmstadt gezogen bin kämpfe ich mit unglaublich schlechtem bis gar keinen Empfang.

Ich habe bereits beide anderen Antennen gebaut, welche den Empfang deutlich verbesserten (außen montiert).

Ich werde mich heute noch an dieser Antenne versuchen und bin mir sicher, dass sie alles toppen wird. Sehr gute Anleitung, super verständlich, weiter so!

Werde berichten wie erfolgreich der Versuch verlaufen wird.

Gruß Stefan

 
von K.-H.Becker El.Ing.grad.
am 6. April 2009, 20:52 Uhr
DVB-T-Antenne - einfachst!

Hallo Antennenspezis!

Heute habe ich Euch gefunden, gelesen, kapiert und konnte es kaum glauben,

wie einfach, preiswert und erfolgreich eine DVB-T-Antenne zu "bauen" ist.

Ergo nahm ich einen Meter Antennenleitung und bastelte mal schnell die einfachste

Antenne - diesen "abgeschälten Antennenrest". Der Empfang war gleichwertig und z.T. beseer als jener mit der Antenne von Kathrein (ca.40€). Nun werde ich einen Multi-Doppelquad fertigen. Bereits als Lehrling in den Jahren 1965-1968 bauten wir Elektriker Fensehantennen aus "Nidax-Schienen" und "NYRUZY-Leitungen" nach Maßtabellen. Die starren alublechummantelten Kabel waren genial und fest genug dafür. Auch diese Antennen funktionierten einwandfrei - aber sie waren größer entsprechend der niedrigeren Frequenzen. Hut ab vor diesen Bauanleitungen hier

und Berechnungshilfen! Ein versierter Laie kann es leicht erfolgreich nachbauen.

Beste Grüße.....

K.-H.Becker El.Ing.grad.

 
von Henrik
am 16. April 2009, 14:23 Uhr
Anordnung

Hallo,

Ich habe schon die einfache Doppelquad gebaut und muss sagen, dass diese um Längen besser ist, als jede mitgelieferte Stabantenne.

Jetzt möchte ich den Empfang der Randfrequenzen verbessern, indem ich zwei Doppelquads zusammenschalte. Also nicht mit einer Antenne pro Frequenz, aber immerhin schon besser als nur eine.

Die Frage ist, ob es einen großen Unterschied macht, ob die beiden Antennen wie hier nebeneinander angeordnet werden, oder ob sie voreinander (mit 1-2cm Abstand) aufgebaut werden.

 
von Henrik
am 19. April 2009, 22:03 Uhr
Ausrichtung bzgl. Polarisation

Hab irgendwo in der allwissenden Müllhalde (Wikipedia) gesehen, dass die Ausrichtung der Doppelquad, also ob die beiden Quadrate nebeneinander oder übereinander liegen sollen, sich nach der Polarisation des Senders richtet. Kann das ein nachrichtentechnisch Erleuchteter bestätigen?

Und spielt Polarisation eine Rolle bei einer Zimmerantenne, die ihr Signal vermutlich nicht direkt vom Sender sondern ueber ein paar Reflektionen bekommt?

 
von Rainer
am 21. April 2009, 15:20 Uhr
Anschluß Multiswitch

Hallo,

ich hab die Antenne schon vor einer Woche gebaut und sie direkt an einen DVB-T Receiver angeschlossen, und was soll ich sagen, ich war restloooos begeistert. Ich wohne zwar relativ nah an Österreich, aber in einem Tal, wo ich mir sagen hab lassen ORF Empfang ist unmöglich. Tja, das gilt wohl nicht für diese Antenne. Nun will ich die Antenne an einem Multiswitch von der Satanlage anschließen, und schon ist alles vorbei mit der Herrlichkeit. Bei einer Dose ist überhaupt kein Empfang mehr möglich, bei einer zweiten nur teilweise. Vielleicht kann einer meine Frage beantworten, ob dass möglicherweise an der schlechten Schirmung der teilweise etwa 10 Jahre alten Koaxkabel liegen kann.

 
von Rainer2
am 22. April 2009, 10:54 Uhr
Anschluß Multiswitch

@Rainer:

Die meisten Multiswitches dämpfen das Signal des terrestrischen Eingangs nicht unerheblich. Schau mal, ob auf dem Switch eine Angabe wie z. B. Terr -15db draufsteht. Dann brauchst Du einen Verstärker, der Dein DVBT-Signal vor Einspeisung in den MS um mindestens diese Dämpfung verstärkt.

Gruß Rainer2

 
von Rainer
am 28. April 2009, 08:50 Uhr
Anschluß Multiswitch

Hallo,

erstmal Danke für die schnelle Antwort an Rainer2, hat ein bißchen gedauert, weil ich einiges ausprobieren wollte. Benutze einen Kathrein EXR 156 Multiswitch, der als Terrestrische Anschlußdämpfung 4-0 db angegeben hat. Nun habe ich einen 16 db Antennenverstärker vor den Switcher gehängt, und es kommt gar nichts mehr an. Wie gesagt, schließt man den Receiver direkt an der Antenne an, bekomme ich so ziemlich alle Programme rein. Über den Switcher und ca. 25-30 m Koax und Dose nur 8 Programme. Wenigstens sind die wichtigen (ORF) dabei. Ist nur schade, da mein DVB-T Rec. eine PVR Funktion hat, und ich so paralell zum DVB-S aufzeichnen könnte.

Gruß Rainer

 
von Martin
am 29. April 2009, 19:07 Uhr
Montage der Doppelquads

Erstmal ein großes Lob für den tollen Artikel! Diese Antenne werde ich mir gleich dieses verlängerte Wochende mal bauen.

Aber eine Frage habe ich:

Müssen die Doppelquads immer nebeneinander montiert werden? Wenn ich die sechs Doppelquads für den Sender Olympiaturm München auf einer Platte montiere, dann bräuchte ich nur noch eine Platte mit etwa 50cm Kantenlänge. Geht das nicht auch? Oder geht die Platte schon deshalb nicht, weil die Spitzen der Doppelquads über das im Beitrag genannte Brett hinausragen müssen? Dann könnte man ja eine Art Holzgitter bauen?

Viele Grüße,

Martin

 
von yakumo
am 2. Mai 2009, 16:36 Uhr
ORF

Hey

also wohne auch nicht weit von der österreich grenze entfernt und habe nun so eine antenne für die freuquenz 698.000 MHZ gebastelt aber ich bekomm leider nur die deutschen programme die auch schon mit dem abisolierten draht empfangen hab.

DVBT Frequenzen www.helmuthzeitler.de/...

kann es sein dass ich die antenne erst aufn dach montieren muss damti sie funktioniert? hatte sie sonst immer nur auf der terasse getestet.

greetz

 
von Klife
am 2. Mai 2009, 22:39 Uhr
Form

Erstmal Danke für diese tolle Anleitung,

hab nur noch eine Verständnisfrage:

Diese Raute-form ist die wichtig? Wenn ja warum?

Könnte man nicht einfach ein gerades kuperkabel mit der entsprechenden Länge nehmen?

Danke.

 
von florian
am 3. Mai 2009, 22:36 Uhr
Doppelquad-Antenne kaufen?

Hi,

das ist ja mal ne gute Idee!

Warum kann man solche Antennen nicht auch kaufen,

sondern nur so Mittelmaß-Dinger?

Grüße

Florian

 
von Pascal Poschenrieder
am 4. Mai 2009, 10:24 Uhr
Re: Montage der Doppelquads

Hallo Martin,

das Holz hat keinen Einfluss auf den Empfang. Du kannst die Doppelquads auch auf eine Platte montieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Pascal Poschenrieder
am 4. Mai 2009, 10:26 Uhr
Re: ORF

Hallo yakumo,

probier es am besten zuerst auf der Terasse. Hauswände schirmen das Signal unter umständen stark ab. Es kann also sein, dass du mit der Antenne auf der Terasse bereits Empfang hast. Falls nicht, musst du sie aufs Dach montieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Pascal Poschenrieder
am 4. Mai 2009, 10:27 Uhr
Re: Form

Hallo Klife,

Die Form ist wichtig. Allerdings kannst du auch eine Mehrfach-Stabantenne bauen. Diese wird jedoch nicht so einen guten Empfang haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Pascal Poschenrieder
am 4. Mai 2009, 10:28 Uhr
Re: Doppelquad-Antenne kaufen

Hallo florian,

die Antennenhersteller bieten solche Antennen deshalb nicht an, da sie dann für jede Region angepasste fertigen müssten. Das ist wohl zu viel Aufwand.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Helmut Rieke
am 9. Mai 2009, 15:04 Uhr
dvb-t in Berlin

ich bin dvb-t - anfänger, wohne im Berliner Süden. Empfang mit käuflicher Antenne in 1-Fam-Haus-Gegend, Südzimmer, Sender aber im Norden, absoluter Mist.

Versuchweise doppelquad zusammengebraten, einer mit 7 cm Kantenlänge für 500 Mhz und einer mit 19 cm für 190 Mhz. Klasse Empfang! Egal, ob waagerecht oder senkrecht.

Einzelne Sender kriege ich nicht - brauche ich auch nicht.

Meine Empfehlung: Nicht gleich ALLE Doppelquads bauen. Erstmal nur einen großen und einen kleinen, ausprobieren welche Sender kommen, und erst dann bei Bedarf ergänzen. Ich habe übrigens keine fette Lüsterklemme zum Verbinden der Antennenkabel benutzt, sondern gelötet.

Beim Biegen der Quads kommt es offensichtlich nicht auf einen Millimeter an. Also macht Euch nicht ins Hemd mit der Genauigkeit.

 
von Christoph Fiegler
am 12. Mai 2009, 11:29 Uhr
Welchen Lambdawert für die Multi-Doppelquad-Antenne?

Die Anleitung finde ich super!

Eine Verständnisfrage eines Laien habe ich noch:

Die Anleitung beschreibt eine Multi-Doppelquad-Antenne - was genau ist bautechnisch der Unterschied zur Lambda Achtel Antenne?

Ist die Multi-Doppelquad-Antenne eine Lambda Viertel Antenne?

Wenn mir jemand die Frage bitte kurz beantworten könnte - dann weiß ich ob ich Lambda/4-oder Lambda/8-Werte aus dem Berechnungstool verwenden kann.

Grüße

Christoph

 
von Pascal Poschenrieder
am 12. Mai 2009, 13:04 Uhr
Re: Welchen Lambdawert für die Multi-Doppelquad-Antenne?

Hallo Herr Fiegler,

grundsätzlich haben Lambda-Viertel-Antenne durch ihre Größe immer besseren Empfang als Lambda-Achtel-Antennen. Allerdings sind die Lambda-Viertel-Doppelquads für bestimmte Frequenzen (niedrige Frequenzen) sehr groß und unhandlich. Deshalb empfiehlt es sich, bei Frequenzen unter 300 MHz eine Lambda-Achtel- anstatt einer Lambda-Viertel-Antenne zu bauen.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Joe Herrmann
am 13. Mai 2009, 10:29 Uhr
DVB-T Antenne

Die Idee ist gut, aber leider sind bei mir alle Versuche kläglich gescheitert. Hier haben wir 2 Frequenzen: 482 Mhz und 530 Mhz , also Kantenlänge 15.1cm und Kantenlänge 13.7 cm. Allerdings ist unser Haus mittlerweile recht "gut" von anderen höheren Häusern umbaut.

Allerdings habe ich die 2 Antennen nicht auf ein Holzbrett angebracht , sondern habe 2 x 20cm langen Kunststoffrohr mit 15mm Durchmesser jeweils an einer Seite mit ca. 5cm langen Schlitzen versehn und dort die Antenne eingezogen, so das die Mitte mit den Anschlüssen geschützt im Rohr liegt. Das Kabel kommt am anderen Ende Rohres heraus. Habe beide Rohre dann mit einem T-Stück verbunden und danach beide Kabel, wie bei Ihnen beschrieben "fusioniert" und in das eigentliche Antennenkabel eingespeist. Sieht in etwa so aus :

X------T-------X

          I

Ich habe mit einer Antenne (530 Mhz) alleine einmal auf dem Balkon mal kurz ein Signal vom Receiver angezeigt gehabt, aber es war nicht genug.

Gruss, Joe

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