3. September 2010
25. September 2009 | 17:40 Uhr

DVB-T-Antennen im Eigenbau: bester Empfang dank Reflektor

von Pascal Poschenrieder

Wir haben alle drei Lösungen mittlerweile ausgiebig in der Praxis getestet. Zudem berichten viele Leser ihre Bastelergebnisse. Als beste Lösung hat sich so für die meisten die einfache Doppelquad-Antenne erwiesen. Lediglich einige wenige hatten mit der Multi-Doppelquad-Lösung besseren Empfang. Das liegt daran, dass beim Verbinden der einzelnen Elemente der Mulitquad-Lösung Störungen entstehen. Daher ist ihr Empfang nur in Regionen besser, in denen die einzelnen Kanäle sehr weit auseinander liegen, sodass eine Antenne für den Durchschnittswert einen zu großen Bereich abdecken müsste.


Mit Reflektor erreicht die Doppelquad-Antenne eine Verstärkungsleistung von etwa 12 dB.

Da der einfach Doppelquad-Empfänger nicht nur sehr simpel und preiswert zu fertigen ist, sondern auch noch besten Empfang liefert, haben wir die Antenne noch weiter verfeinert. So erreicht sie nun mit Hilfe eines Reflektors satte Verstärkungen von bis zu 12 dB. Damit ist selbst der Empfang von mehreren hundert Kilometer entfernten Sendern noch möglich.

Bau der verbesserten Doppelquad-Antenne mit Reflektor

Wer bereits eine Doppelquad-Antenne nach unserer Anleitung gefertigt hat, kann sie weiter verwenden und lediglich den unten beschriebenen Reflektor hinzufügen. Alle anderen beginnen mit der Berechnung ihrer Antenne.

Antennenberechnung

Zunächst ist es nötig die Sendefrequenzen der eigenen Region zu ermitteln. Die Website ueberallfernsehen.de bietet eine Liste mit diesen Frequenzen an. Dort sucht man den nächstgelegenen Sender und liest die niedrigste und höchste Frequenz in MHz ab. Für den Standort München / Olympiaturm sind das beispielsweise 578 und 834 MHz. Das folgende Tool übernimmt nach der Eingabe der beiden Werte die Berechnung sämtlicher notwendiger Längen.

niedrigste Frequenz (in MHz)
höchste Frequenz (in MHz)
Quadrat-Kantenlänge (in cm)
Antennenbreite (in cm)
Antennenhöhe (in cm)
Gesamtlänge Draht (in cm)
Abstand zwischen Antenne und Reflektor (in cm)
Minimalhöhe Alublech (in cm)
Minimalbreite Alublech (in cm)

Notwendiges Baumaterial

Nach dem Ermitteln der Werte geht es an den Bau der Antenne. Dazu sind neben einigen Bauteile aus dem Baumarkt ein Lötkolben, Lötzinn sowie Zange, Säge und ein Messer erforderlich. Bastler kaufen sich im Baumarkt einen massiven Kupferdraht (keine Litze) mit etwas mehr als der vorher berechneten Länge und einem Querschitt von 2,5 Quadratmillimetern. Sollte der Baumarkt diesen nicht explizit führen, findet er sich bestimmt in einem Stromkabel für die Unterputzverlegung. Dieses ist dann abzuisolieren.

Zusätzlich zum Draht ist ein Aluminiumblech mit 0,5 oder 0,8 Millimetern Dicke von Nöten. Seine Größe sollte mindestens den oben berechneten Minimalmaßen entsprechen, sodass es größer ist als die gefertigte Antenne.

Zusätzlich ist ein Antennenkabel für den Fernsehempfang sowie einen Rundholzstab mit einem Durchmesser von etwa 3 Zentimetern Durchmesser nötig.

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Leserkommentare (281)

 
von Alois
am 26. September 2009, 14:30 Uhr
Antennenverstärker Kondensator

Hallo,

muss der Kondensator beim Einsatz eines Antennenverstärkers parallel oder in Reihe mit dem Innenleiter geschaltet werden?

 
von Pascal Poschenrieder
am 28. September 2009, 10:53 Uhr
Re: Antennenverstärker Kondensator

Hallo Alois,

der Kondensator muss in Reihe geschaltet werden. Er soll die Leitung elektrisch trennen um einen Kurzschluss zu verhindern.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Ralf
am 6. Oktober 2009, 12:15 Uhr
Ausrichtung

Liebes CNET.de-Team,

ich hätte eine Frage zur Ausrichtung der Antenne. im Artikel steht: "Die Antenne sollte immer in Richtung des Senders zeigen", wie ist das gemeint?

Soll die "Fläche" der zwei Quadrate oder eine Spitze oder die Seite (zwei Spitzen) in Richtung des Sendemasten zeigen?

In meinem Fall steht bei der Ausrichtung der Antenne (lt. www.dvb-t.at/...) noch "Horizontal", worauf muss ich da achten?

 
von Pascal Poschenrieder
am 7. Oktober 2009, 10:54 Uhr
Re: Ausrichtung

Hallo Ralf,

in diesem Fall sollte der Sender die Antenne folgendermaßen sehen:

Sie sollte also liegend mit der Fläche der Quadrate zum Sender hin montiert werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Martin
am 1. Juli 2010, 03:34 Uhr
AW: Re: Ausrichtung

Für mich ist "liegend" und mit der "Fläche der Quadrate" ein Widerspruch. Wäre vielleicht eine Zeichnung möglich ?

Danke Martin

 
von Pascal Poschenrieder
am 1. Juli 2010, 12:55 Uhr
AW: AW: Re: Ausrichtung

Hallo Martin,

das folgende Bild, zeigt die korrekte Ausrichtung: www.cnet.de/...

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Ringie
am 10. Oktober 2009, 14:58 Uhr
ohne löten

hi,

da ich keinen lötkolben habe, hab ichs einfach ohne gemacht. Habe also die Drähte verwickelt. Habe nun auf den meistens frequenzen 80-100% und die anderen kann ich auch noch fehlerfrei gucken außer WDR :) Dabei habe ich die antenne unterm Tisch versteckt.

 
von wolfgang
am 10. Oktober 2009, 20:44 Uhr
Kondensator

liebes Cnet.de Team,

mein LCD Fernseher hat schon einen integrierten dvb-t Empfänger. Brauche ich den Kondensator in der Antenne ?

Grüße, Wolfgang

 
von Peter
am 12. Oktober 2009, 07:15 Uhr
Reflektorgröße

Moin Pascal,

bin begeistert. Hatte mich mit Antennentechnik noch nicht weiter beschäftigt.

Kann ich die Quads denn auch übereinander positionieren, um die Größe des Reflektors zu verkleinern? Ich bin dabei eine Multiquad zu bauen. In Dresden wird allerdings nur öffentl.-rechtl. gesendet, da wollte ich versuchen Berlin zu empfangen. Das ist ca. 170 km Luftlinie, allerdings manche Frequenzen nur mit 20 kw Leistung.

PS: vielleicht könnte man die Bauanleitung noch verfeinern, Beispielbilder für die Positionierung (vert.-horiz.), die Montage des Kondensators. Habe bei anderen Kommentaren bemerkt, dass da viele Probleme haben.

Wenn ich fertig bin (kann aber etwas dauern) melde ich mich wieder ob es funktioniert hat, bei Bedarf kann ich ja noch Bilder schicken.

Danke für die gute Anleitung (und eine Antwort).

Viele Grüße Peter

(09629)

 
von Pascal Poschenrieder
am 12. Oktober 2009, 10:46 Uhr
Re: Kondensator

Hallo Wolfgang,

das hängt davon ab, ob der Fernseher einen integrierten Antennenverstärker besitzt. Ich würde sicherheitshalber einen Kondensator einbauen. Er schadet nicht und schützt die Elektronik des TVs.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Pascal Poschenrieder
am 12. Oktober 2009, 10:49 Uhr
Re: Reflektorgröße

Hallo Peter,

es ist möglich, die Quads übereinander zu positionieren. Allerdings muss bei jedem Quad der Abstand zum Reflektor exakt stimmen.

Wir planen bereits eine weitere Anleitung zum Bau eines Antennenverstärkers. Dort werden wir näher auf Dinge wie den Kondensator und die Ausrichtung eingehen.

Über Bilder ihres Baus würden wir uns sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Peter
am 12. Oktober 2009, 11:35 Uhr
Kondensator

Hallo Wolfgang,

ich habe ebenfalls den Empfänger integriert (Samsung LE 40A 789). Konnte nirgends nachlesen ob der Receiver / Tuner ein aktiver ist. Also habe ich ein Antennenkabel am Fernseher eingesteckt und am anderen Ende mit einem Messgerät die Spannung gemessen. Die war Null, also ist das ein Passiver. Ich denke, dass die Spannung 5 V sein müsste. Die sollte es dann doch anzeigen.

Ohne Gewähr,

Grüße Peter

 
von Thomas Ott
am 13. Oktober 2009, 10:50 Uhr
Reflektormaterial

Ist es auch möglich die günstigere Alufolie als Reflektor zu nehmen

Gruß

Tom

 
von Pascal Poschenrieder
am 13. Oktober 2009, 14:31 Uhr
Re: Reflektormaterial

Hallo Thomas,

das ist auch möglich. Allerdings wird die Konstruktion so schnell instabil.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Cord
am 13. Oktober 2009, 21:56 Uhr
Welcher Sender

Hallo, VIELEN DANK für diese Anleitung!

Ich möchte mir gern eine Doppelquad mit Reflektor bauen, da in Aachen kein privater Sender zu empfangen ist. Sollte ich den etwas näheren Sender in Köln mit 20kW anpeilen oder besser Düsseldorf, der 10-20 km weiter ist, dafür aber stärker sendet mit 50kW?

Vielen Dank für die Antwort

Gruß

Cord

 
von Pascal Poschenrieder
am 14. Oktober 2009, 10:41 Uhr
Re: Welcher Sender

Hallo Cord,

das ist eine schwierige Frage. Es hängt stark davon ab, ob Häuser, Berge oder ähnliche Hindernisse zwischen Ihrem Empfangsort und dem Sender liegen. Wenn die Sicht auf Düsseldorf frei ist, würde ich diesen stärkeren Sender anpeilen. Beide sind ja in etwa gleich weit von Ihrem Standort entfernt.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Erich
am 14. Oktober 2009, 10:48 Uhr
Kondensator

Hallo Herr Poschenrieder,

habe handwerklich kein Problem, bin aber kein Elektroniker. Wäre eine Skizze möglich wie der Kondensator angelötet werden muß?

habe an meiner alten Dachantenne 4 Fernseher angeschlossen. Kann ich beim Eingang meiner alten Antenne die selbst gebaute Antenne vor dem Verstärker anschließen?

Besten Dank und Gruß

Erich Lotz

 
von Cord
am 14. Oktober 2009, 15:19 Uhr
Nochmal Vielen Dank! ;)

So, meine Frage hat sich erübrigt, denn ich war zu gespannt auf das Ergebnis und einfach mal drauflosgebaut. Antenne hängt am Dach mit 25 Meter Kabel und ich bekomme nun 80 Sender statt der zehn zuvor.

Nochmals herzlichen Dank für diese super Anleitung!

Grüße

Cord

 
von Thomas
am 15. Oktober 2009, 14:51 Uhr
Kondensator + Blech

Hallo,

erstmal vielen Dank für die bisherigen Anleitungen!

Nachdem ich nun jede Version der Antenne gebaut habe wollte ich mich heute auch mal an die Über-Version der Antenne begeben. Da bei uns in der nähe keine Alubleche in solch kleinen Maßen zu bekommen sind, wollte ich nachfragen, ob es explizit Alu sein muss oder ob auch ein anderes Blech (bspw. aus einem PC-Gehäuse) mit der geforderten Dicke sein kann? Ferner würde mich interessieren, ob es ein Keramikkondensator oder auch eine Alternative (einfache Folienkondensator, etc.) sein kann?

Vielen Dank,

Thomas

 
von Horst LOTTERHOß
am 15. Oktober 2009, 20:37 Uhr
Antenne für Funkmikrofone

Hallo,

kann ich die Antenne auch für einen Funkmikrofonempfänger zB Sennheiser ew 100

im D-Band 786000 - 822000 MHz verwenden?

Grüße

 
von Pascal Poschenrieder
am 16. Oktober 2009, 11:04 Uhr
Re: Antenne für Funkmikrofone

Hallo Horst,

sie können die Antenne verwenden, müssen sie allerdings auf die Frequenzen des Sennheiser EW100 anpassen. Diese liegen übrigens nicht im D-Band (110–170 GHz), sondern im UHF-Band. Der Bereich Ihres Geräts liegt nicht zwischen 786000 und 822000 MHz, sondern zwischen 786000 und 822000 Hz, also 768 und 822 MHz (siehe www.sennheiser.com/...). Geben Sie diese Frequenzen einfach in das Rechentool ein, und Sie erhalten die Daten für ihre Antenne.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von Pascal Poschenrieder
am 16. Oktober 2009, 11:09 Uhr
Re: Kondensator + Blech

Hallo Thomas,

Sie können auch ein anderes Blech verwenden. Falls die Antenne dann aus irgend einem Grund nicht so gut funktionieren sollte, können Sie es ja immer noch austauschen. Der Kondensator muss ein Keramikkondensator sein, dass dieser im Gegensatz zu Folienkondensatoren (Elkos) keine Polung besitzt. Somit ist dann auch ein Verpolen nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

 
von pupi
am 5. Juli 2010, 12:42 Uhr
AW: Re: Kondensator + Blech

das ist leider keine antwort

aberne frage welche bvb-t fryquenz ist in lauchhammer

 
von Pascal Poschenrieder
am 5. Juli 2010, 16:33 Uhr
AW: AW: Re: Kondensator + Blech

Hallo,

habe ich etwa einen Aspekt vergessen? Ich würde mich um Klärung freuen.

Die DVB-T-Frequenzen finden Sie in der Frequenzlist von ueberallfernsehen.de: ueberallfernsehen.de/...

Mit freundlichen Grüßen,

Pascal Poschenrieder, CNET.de

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