3. September 2010

TVG Rad-Routenplaner 6.0

SEHR GUT

6,7

von 10 Punkten

6,7 stars
In Version 6.0 enthält der Routenplaner für Rennradfahrer erstmals auch Kartenmaterial von zwei großen Radsportnationen: Italien und Spanien. Er eignet sich sowohl für den Ausdruck von Abbiegezetteln als auch für das Zusammenspiel mit Outdoor-Navigationsgeräten.
  • In Version 6.0 enthält der Routenplaner für Rennradfahrer erstmals auch Kartenmaterial von zwei großen Radsportnationen: Italien und Spanien. Er eignet sich sowohl für den Ausdruck von Abbiegezetteln als auch für das Zusammenspiel mit Outdoor-Navigationsgeräten.
  • Der Rad-Routenplaner 6.0 zeigt in der linken Bildschirmhälfte standardmäßig eine Abbiegebeschreibung und ein Höhenprofil.
  • Rechts wird auf einer Karte der vorgeschlagene Weg als ein manchmal allzu dickes blaues Band dargestellt.
  • Von Version zu Version des Rad-Routenplaners nimmt die Zahl der Points of Interest zu. Sie werden jeweils mit Entfernung zur Route als Liste angezeigt, finden sich aber auch - wie hier - auf dem Plan. Sogar die Telefonnummer wird angegeben - kein Wunder, erscheinen die Telekom-Telefonbücher doch im gleichen Verlag.
  • Unter Extras verbergen sich bloß ein paar PDFs aus einer Rennradzeitschrift. An integrierter Werbung hat der Verlag leider nicht gespart.
Hersteller: TVG Verlag
Preis: 29,95
+

Was uns gefällt

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kennt auch für Kfz gesperrte Strecken

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neun Länder inklusive

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Was uns nicht gefällt

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Routing in Städten oft auf Hauptstraßen

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keine Unterscheidung nach begleitenden Radwegen oder Verkehrsaufkommen

+

Import von Track-Aufzeichnungen funktioniert nicht

Wir meinen:

Der Rad-Routenplaner orientiert sich in seiner sechsten Auflage stark an Garmins beliebten Navigationsgeräten. Er leistet zwar längst nicht so viel wie Garmin-Software, kostet aber auch weit weniger. Seine Stärken spielt er bei ländlichen Routen aus, die in neun Ländern erstellt werden können.
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15. Mai 2008 | 00:00 Uhr

Streckenfindung für Rennradfahrer: Rad-Routenplaner 6.0

von Florian Kalenda

Schwächen

So gute Strecken der Planer im ländlichen Bereich teils findet - in Städten und in Stadtnähe hat er es schwer. Besonders fällt auf, dass er Routen nicht an der Großstadtperipherie entlangführt, wenn er es könnte, sondern in die Stadt hinein und wieder hinaus steuert. Klar - die meisten Wege führen in Richtung Zentrum. Aber ein erfahrener Radfahrer aus der Gegend weiß halt doch viel besser, wie er sich von Vorstadt zu Vorstadt hangeln kann - wesentlich autofreier und ruhiger, aber trotzdem kürzer und schneller.

Die Kfz-Belastung von Straßen scheint der Planer allgemein nicht zu kennen. Eigentlich schade - der ADAC bietet gedruckte Radkarten mit der Auslastung entsprechenden Kennzeichnungen an, allerdings auf Basis veralteten Datenmaterials. Wenn man so etwas in die Routenplanung einbezöge, kämen häufiger hilfreiche Strecken heraus.

Und eine weitere Information scheint dem Routenplaner zu fehlen - zumindest haben wir keine Markierung dafür gefunden: die Existenz von fahrbahnbegleitenden Radwegen. Nie weiß man, ob die Bundesstraße vielleicht durch einen breiten Radweg ganz angenehm fahrbar ist - oder in der scheinbar ruhigen Seitenstraße vielleicht ein lästiger, benutzungspflichtiger Radweg nervt, der zu langsamer Fahrt wegen querstehenden Autos und unachtsamen Spaziergängern zwingt.

Und auch in Parks kennt sich der Routenplaner nicht aus. Für solche kleinen Wege scheint es noch kaum Daten auf dem Markt zu geben, sonst würden wir sicher mehr Navi-Systeme damit sehen. Eine Option erlaubt es zwar, "Waldwege" zu berücksichtigen, aber soweit wir sie im Test aufspüren konnten, handelte es sich bestenfalls um kleinere, eventuell geschotterte Landstraßen, die für Kfz gesperrt sind.

Immerhin, es gibt einen Assistenten, um das Kartenmaterial selbst zu ergänzen. Aber warum sollte man das tun? Kennt man die Strecke schon, braucht man selbst eine solche Ergänzung nicht. Möchte man den Routenhinweis anderen zur Verfügung stellen, eignen sich Online-Dienste wie GPSies.com oder bikemap.net, bei denen man Tracks einstellen kann, weit besser.

Auch frei von Bugs ist die Software nicht. So lässt sich ein frisch gefahrener Track im GPX-Format nicht importieren, obwohl dieses unterstützt wird. Vermutlich liegt das Problem darin, dass es sich um reine Track-Informationen ohne Route handelt, während der Rad-Routenplaner immer von einem doppelten Set mit Route und Track ausgeht.

Und dann nervt die Präsenz von reichlich Werbung auf der Oberfläche des Rad-Routenplaners. Es handelt sich weniger um Anzeigen und vielmehr um Links und Angebote, etwa zum Produktportfolio von DeTeMedien, oder einen scheinbaren Service in Form von Grundlagen-Artikeln aus einer Radzeitschrift. Solche Links stören nur die Übersicht.

  • Unter Extras verbergen sich bloß ein paar PDFs aus einer Rennradzeitschrift. An integrierter Werbung hat der Verlag leider nicht gespart.
  • Hier haben wir das PDF aufgerufen, konnten aber darin nichts lesen, was wir nicht aus zahlreichen Büchern und leidvoller Erfahrung schon gewusst hätten - allerdings zugegebenermaßen komplizierter ausgedrückt.
  • Der Rad-Routenplaner kann auch Tourenvorschläge auf Basis eines Startorts erstellen. Dazu sucht er einige Zwischenstationen heraus, die zur gewünschten Distanz passen (mit Ziffern markiert). Die konkrete Route berechnet er erst dann, wenn der Anwender den Vorschlag für gut befunden hat. Das System erinnert an Garmins Unterscheidung von Routen (Wegpunkten) und Tracks.
  • Und so sieht die erstellte Route als Folge von Abbiegeanweisungen aus. Wir könnten sie in dieser Form jetzt ausdrucken und in die Trikottasche stecken.
  • Diese Route in der fränkischen Schweiz haben wir nicht selbst angeregt, sondern aus der Liste der empfohlenen Touren ausgewählt. Das Prinzip ist identisch mit dem des Tourengenerators.
  • Der Export zu Garmins Programm MapSource erfolgt auf Knopfdruck. Hier sieht man, dass sowohl die Route (Start- und Endpunkt sowie Zwischenstationen, jeweils als schwarze Kästchen) als auch der errechnete Track (in Gelb) übermittelt werden. Wer eine routingfähige Software auf dem GPS hat, also etwa City Navigator NT, kann sich auf die Zwischenstationen beschränken und die exakte Navigation dazwischen dem Gerät überlassen.
  • Die Optionen könnten zahlreicher sein. Wer möchte, kann sich alle Entfernungen auch in Meilen angeben lassen. Eine Möglichkeit, die Breite des blauen Bandes für die Routendarstellung zu verändern, fehlt beispielsweise.

Fazit

Wenn dieser Routenplaner auf der Verpackung "für ambitionierte Rennradfahrer" empfohlen wird, so liegt das sicher nicht am guten und sauberen Ruf des Rennradsports. Auch dass es ein schönes und umweltfreundliches Hobby ist, könnte eine untergeordnete Rolle spielen. Vielmehr gilt: Für den Freizeit- und Familienradler taugliche Wegdaten gibt es nach wie vor nicht. Wer meint, mit dieser oder einer ähnlichen Software auf Nebenstraßen und in Parks Städte durchqueren zu können, wird enttäuscht. Aber wer im ländlichen Raum zügig auf gewöhnlichen Straßen unterwegs sein möchte und landschaftliche wie topografische Details (Pässe etwa) mitnehmen möchte, der bekommt mit dem Rad-Routenplaner eine gute Grundlage.

Der Export und sogar die Datenstruktur verweisen deutlich auf Garmin-Geräte. Die Nutzer von Outdoor-Navis des Marktführers und anderer Hersteller hat TVG offenbar als Zielgruppe identifiziert. Im Vergleich zu Garmins City Navigator NT Europa für 150 Euro bietet der Rad-Routenplaner 6.0 deutlich weniger Länder und etwas schlechteres Routing. Auch kann man die Karten natürlich nicht auf dem Navi anzeigen, und auch ein Routing oder Re-Routing auf dem Navi selbst ist nicht möglich.

Doch der Preis zeigt schon, dass der Vergleich gar nicht wirklich angebracht ist: Für 30 Euro bietet der Rad-Routenplaner aus dem TVG-Verlag solide Ergebnisse und sehr viel Material, was Karten, Adressen und POIs angeht. Ob man ihn nutzen möchte oder seine Anregungen und Routen lieber im Web von anderen Usern holt, ist eine separate Frage, die sich jeder selbst beantworten muss. Weniger zeitaufwändig ist sicher die Nutzung dieser Software.

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