Optimaler Geschäftspartner: Nokia 6600

von Stefan Gneiting am , 00:00 Uhr

Pro
  • großes Display
  • großer Funktionsumfang
  • MMC-Slot zur Speichererweiterung
  • integrierte Hilfefunktion
Con
  • Mobiltelefon benötigt nach dem Einschalten etwa 40 Sekunden bis zur Betriebsbereitschaft
  • keine serielle- oder USB-Schnittstelle zur drahtgebundenen Anbindung an einen PC
  • Individualisierung der Menüstruktur nicht konsequent programmiert
Hersteller: Nokia Listenpreis: 589 Euro ohne Vertrag
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,7 von 10 Punkte
Fazit:

Das Nokia 6600 bietet fast alles, was man von einem Handy dieser gehobenen Klasse erwarten darf. Nur der Verzicht auf eine drahtgebundene Anbindung an PC oder Notebook ist nicht ganz verständlich. Die Gratwanderung zwischen Funktionsvielfalt und trotzdem übersichtlicher Bedienung ist zwar nicht ganz gelungen, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase findet der Nutzer aber alle Optionen und Menüpunkte des 6600. Das Kamerahandy mit umfangreichen Datenfunktionen, dem großen Speicher und den softwaregestützten Erweiterungsmöglichkeiten erfüllt die gehobenen Ansprüche für berufliche und private Zwecke.

GPRS, HSCSD, Digitalkamera, E-Mail-Client, Internetbrowser, Bluetooth, Adressverwaltung, Kalender, großes Display und MMC-Kartenslot: Schon der kleine Ausschnitt des Ausstattungsumfangs zeigt, dass das Nokia 6600 ein Mobiltelefon ist, das einen PDA schon fast ersetzen kann.

Etwas breiter als die meisten Telefone, dafür aber ausgestattet mit einem großen, das Design dominierenden Farbdisplay. Das neue Nokia 6600 wartet mit vielen Funktionen auf, die das Telefon zu einem echten Allrounder machen: Neben den Telefonanwendungen besitzt das 6600 Internetbrowser, E-Mail-Client, Organizer-Funktionen, Digitalkamera und einen Einschub für eine Multimediacard MMC.

Aber nicht nur wegen des großen Funktionsumfangs schaltet man das Nokia 6600 nur ungern aus. Das erneute Einschalten ist nämlich ziemlich zeitaufwändig. Erst nach 30 Sekunden fordert das 6600 zur Eingabe der PIN auf und benötigt dann weitere 10 Sekunden bis das Menü erscheint. Hierbei meldet es sich mit einem Jingle – vielleicht weil die Entwickler befürchteten, dass viele Nutzer sonst bereits wieder vergessen haben, dass sie das Telefon einschalteten.

Bedienung

Die Funktionsvielfalt beschert neben den vielen erfreulichen Aspekten auch einen unerfreulichen: Je mehr Anwendungen und Optionen ein Telefon bietet, umso unübersichtlicher wird die Bedienung. Hiervor ist auch das Nokia-Gerät nicht gefeit. So ist es anfangs teilweise nicht einsichtig, unter welchem Menüpunkt man eine gesuchte Option findet. Wer sucht schon die Einstellungen unter „Tools“? Die Optionen für die Speicherkarte finden sich dagegen unter „Extras“. Dem Wirrwarr suchten die Nokia-Entwickler mit einem Schnellzugriff auf oft benötigte Funktionen unter dem Punkt Favoriten Herr zu werden. Allerdings lassen sich nicht alle Funktionen dort unterbringen. So verpufft die eigentlich gut gemeinte und notwendige Option nahezu ohne Wirkung.

Deshalb bleibt einem nichts anderes übrig, als sich durch das umfangreiche Menü zu arbeiten, das man durch eine am linken Rand des Telefons angebrachte Taste erreicht. Drückt man die Menütaste länger, dann erscheinen alle momentan geöffnete Programme – doch auch hier wurde nicht ganz zu Ende gedacht: Ist beispielsweise Bluetooth aktiviert, erscheint diese Anwendung nicht in dem erwähnten Menü. Zum Abschalten muss man wieder durch das Menü klicken.

Die Navigation durch die Menüpunkte erfolgt über den gut zu bedienenden 5-Wege-Joystick. Er lässt sich präzise steuern. Hilfreich ist die integrierte Hilfefunktion, die sich bei allen Programmen unter Optionen befindet. Die Tasten haben auch für Leute mit großen Fingern eine gute Größe und weisen einen angenehmen Druckpunkt auf.

Die Telefonfunktionen umfassen neben den Optionen Anruflisten, Kurzwahlen, Makeln und Konferenzschaltung auch einen Freisprechmodus.

Auf der Rückseite des 6600 sitzt das Objektiv der integrierten Digitalkamera. Sie schießt Bilder mit einer Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten. Für die Ablage der Fotos stehen entweder der interne Speicher mit einer maximalen Kapazität von 6 MByte (für alle Anwendungen, Nachrichten, Daten) oder die externe Speichererweiterung auf der MMC (Multimedia Card) zur Verfügung. Kapazitätsprobleme sollten so eigentlich ausgeschlossen sein.

Die Bilder kann man per MMS (Multimedia Messaging Service) oder E-Mail verschicken. Zum Versand über das Mobilfunknetz stehen drei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Per GSM mit maximal 14,4 kBit/s, per HSCDS (High Speed Circuit Switched Data) mit höchstens 28,8 kBit/s oder per GPRS (General Packet Radio Service) mit maximal 26,6 kBit/s.

Für den Empfang von Daten, also auch für den Download aus dem Internet, stellt HSCSD drei Kanäle bereit, also maximal 43,2 kBit/s. Etwas weniger schafft das Klasse-6-Handy bei GPRS: Hier bündelt es bis zu drei Zeitschlitze und kommt so bestenfalls auf 40 kBit/s.

Für die Kommunikation mit einem Notebook [1] nutzt das Nokia 6600 entweder Infrarot oder Bluetooth. Eine drahtgebundene Option zur Verknüpfung von Notebook oder PC und Handy fehlt.

Business-Tools

Auf einer im Lieferumfang enthaltenen CD-ROM befindet sich die Software PC-Suite. Dateitransfer, Synchronisation zwischen PC und Handy sowie Datensicherung sind die Hauptaufgaben des Verbindungsprogramms. Es weist eine intuitiv zu bedienende Oberfläche auf. Darüber hinaus hilft PC Suite beim Einrichten von Verbindungen. Die Synchronisation mit Outlook machte keine Probleme. Außerdem arbeitet die Software und das Handy auch mit Lotus Notes zusammen.

Serienmäßig verfügt das 6600 über einen Kalender mit Erinnerungsfunktion, der die Termine pro Tag, pro Woche oder pro Monat darstellt. Die Kontaktverwaltung bietet Platz für alle relevanten Daten.

Wem diese Ausstattung nicht genügt, der kann sich unter www.nokia. com/support/phones/6600 [2] weitere Software von verschiedenen Anbietern aus dem Internet herunterladen. Die große Speicherkapazität des 6600 setzt dabei kaum Grenzen.

Das Nokia 6600 ist ein gut ausgestattetes Mobiltelefon, das lediglich eine USB-Schnittstelle vermissen lässt. Das Handy erfüllt alle Ansprüche: Spaß-orientierte Nutzer kommen mit der Digitalkamera, die auch kurze Videosequenzen aufzeichnet, und mit der Java-Engine für Spiele auf ihre Kosten. Für Nutzer, die das Handy beruflich benötigen ist ebenfalls gesorgt: Die umfangreiche Software-Ausstattung sowie die Datenschnittstellen zu GPRS, HSCSD aber auch Bluetooth sorgen für eine große Funktionsvielfalt.

Anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig ist die Bedienung des 6600. Aber nach einer kurzen Phase findet man zuverlässig alle Funktionen. Nur die lange Zeitspanne bis das Telefon nach dem Einschalten einsatzbereit ist und die manchmal etwas träge Reaktion auf den Aufruf von Programmen ist etwas störend.

Für professionelle Nutzer ist das Nokia 6600 ein lohnendes Mobiltelefon. Für den Privatanwender zwar auch, aber mit einem Listenpreis von 590 Euro sicherlich etwas teuer.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39118755/optimaler-geschaeftspartner-nokia-6600/

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[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[2] www.nokia. com/support/phones/6600: http://www.nokia. com/support/phones/6600