Handy mit Windows Mobile OS: Motorola MPx200

von Joni Blecher am , 00:00 Uhr

Pro
  • preisgünstig
  • Synchronisation mit Microsoft Outlook
  • unterstützt MP3
  • Erweiterungssteckplatz
  • klares Farbdisplay
  • eingebaute Freisprecheinrichtung
Con
  • kein Bluetooth
  • Betriebssystem von 2002
  • der SD-Erweiterungseinschub ist nicht SDIO-kompatibel
  • nur mittelmäßige Akkulebensdauer
Hersteller: Motorola Listenpreis: 579 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das preiswerte Motorola MPx200 ist, was Smartphones ohne eingebaute Tastatur angeht, eine attraktive Wahl.

Das preiswerte Motorola MPx200 ist, was Smartphones ohne eingebaute Tastatur angeht, eine attraktive Wahl.

Es werden zwar mehrere Windows Mobile-Geräte auf dem Markt erwartet, aber derzeit ist das MPx200 von Motorola eines der preisgünstigeren Modelle. Dieses Smartphone [1] beeindruckt durch seine Verbindung von Design, Ausstattung und Funktionalität; es wird mit dem Windows Mobile Smartphone OS von Microsoft [2] betrieben und ist ideal für alle, die ihr Smartphone mit Outlook auf ihrem PC synchronisieren wollen. Da es nicht über eine eingebaute Tastatur verfügt, ist sein Nutzen beim drahtlosen Versand von E-Mails eingeschränkt, aber anders als das SPH-i500 von Samsung [3] hat es einen Erweiterungssteckplatz für SD/MMC-Medien.

Design

Anders als Smartphones mit Palm OS, wie zum Beispiel das Samsung 1500, hat das MPx200 keinen Touchscreen. Microsoft hat sein Windows Mobile OS vielmehr auf einhändiges Navigieren hin angelegt. Besonders überzeugend am Klapp-Design des MPx200 ist die Tatsache, dass es zuallererst als Telefon konzipiert wurde. Das in Schwarz und Königsblau gehaltene Gerät ist entschieden attraktiver und kompakter (8,9 x 4,8 x 2,3 cm; 108 g) als viele der anderen derzeit erhältlichen Smartphones. Wie viele Telefone mit Klapp-Design verfügt auch das MPx200 über ein externes, dreizeiliges LCD-Display, auf dem Uhrzeit, Datum, Signalstärke, Ladestand des Akkus und, sofern vorhanden, der Name des Anrufers angezeigt werden.

Motorola MPx200
Kompaktes Smartphone: Das Handy von Motorola beult weder Hand- noch Jackentaschen aus.

An der linken Seite befindet sich ein Scrollrad, mit dem man sich entweder durch die Menüs des MPx200 bewegen oder während eines Gesprächs die Lautstärke regeln kann. Ebenfalls links befinden sich eine Ein- und Ausschalttaste und ein IR-Anschluss. Rechts sind der erwähnte SD/MMC-Erweiterungssteckplatz (leider ohne SDIO-Unterstützung) und ein Kopfhöreranschluss angebracht. Dem Telefon liegt keine Karte bei, es empfiehlt sich aber, eine mit mindestens 128 MByte Speicherkapazität zu erwerben.

Die großzügige, 12-zeilige Anzeige, die man nach dem Aufklappen des MPx200 erblickt, kann 65.000 Farben darstellen und ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch ablesbar. Außer dem leicht gängigen Zahlenblock gibt es noch einen Vier-Wege-Schalter, in dessen Mitte sich eine blaue Taste befindet, die als Eingabetaste dient. Um diesen Navigationsschalter herum sind sechs weitere Tasten angeordnet: zwei Mehrzwecktasten, die üblichen Tasten zum Annehmen und Beenden von Gesprächen, eine mit der Abbildung eines Hauses und eine mit einem rückwärts weisenden Pfeil. Wie unschwer zu erraten ist, bringt die Taste mit dem Haus den Benutzer zurück auf den Hauptbildschirm. Im Test wurde sie häufig verwendet, da man die einzelnen Anwendungen nicht über die Taste zum Beenden verlassen kann.

Obwohl es auch einen Infrarotanschluss gibt, über den sich Daten drahtlos übertragen und synchronisieren lassen (Bluetooth gibt es leider nicht), werden die meisten Benutzer zur Synchronisation ihrer Daten mit Outlook auf dem PC wohl auf das mitgelieferte USB-Kabel zurückgreifen. Mitgeliefert wird auch eine Cradle, wobei Benutzer, die viel auf Reisen sind, sicher zu schätzen wissen, dass man das Telefon auch über die mit dem USB-Anschluss des PCs verbundene Cradle aufladen kann, wenn man den Netzadapter nicht dabei hat. Darüber hinaus gehören zum Lieferumfang ein Gürtel-Clip und ein Paar Stereo-Ohrhörer, mit denen man Musik hören oder Anrufe entgegennehmen kann.

Für ein Telefon verfügt das MPx200 über einen beeindruckenden Funktionsumfang. Dazu gehören Konferenzschaltungen, eine eingebaute Freisprecheinrichtung, ein Telefonbuch (dessen Umfang nur durch den verfügbaren Speicher begrenzt ist – mehr dazu später), ein Kalender, ein Wecker, eine Anruferliste, SMS und Instant Messaging über MSN Messenger. Außerdem kann man Profile für die Tonausgabe des Geräts einrichten. Zum Beispiel schaltet das Profil „Meeting“ automatisch jedes Mal für die Dauer des Termins das Telefon automatisch auf Vibrationsalarm um. Über das GPRS-Netzwerk erhält man drahtlos Zugang zum Internet und kann mit dem Pocket Internet Explorer oder dem mMode-Dienst von AT&T XML-, HTML-, cHTML- und WAP-Sites besuchen. Mann kann natürlich auch Klingeltöne aus dem Netz laden und sogar WMA-Dateien zu Klingeltönen machen.

Windows Mobile 2002 von Microsoft ist in Aussehen und Handhabung dem Pocket PC-Betriebssystem sehr ähnlich. Einer der Hauptvorteile ist selbstverständlich seine Integration mit Outlook – das Betriebssystem ist darauf ausgelegt, eine problemlose Synchronisation von Adressen, Kalender und E-Mail auf dem PC zu gewährleisten, eine Unterstützung für Macintosh-Rechner gibt es allerdings nicht. Man lädt einfach das Programm ActiveSync 3.7.1 von der Microsoft-Website herunter, installiert es und synchronisiert dann die Daten.

Motorola MPx200
Einfacher Zugriff: Das Betriebssystem hat keinerlei Probleme beim Auffinden von Daten auf SD/MMC-Medien.

Das Telefon verfügt über 32 MByte SDRAM und 32 MByte ROM, von denen 16 MByte Flash ROM sind, so dass keine Daten verloren gehen, wenn die Energiereserven des MPx200 erschöpft sind. Wenn sich auf einer SD-Karte MP3-, WMV- oder JPEG-Dateien befinden, findet das Gerät diese automatisch, sobald die entsprechende Anwendung aufgerufen wird (z. B. der Windows Media Player im Falle von MP3s und JPEGs). Leider gehören Pocket Word und Excel nicht zum Windows Mobile OS-Paket, man kann also zunächst keine Dateianhänge in diesen Formaten auf dem Telefon betrachten, die entsprechenden Reader können aber von Handango heruntergeladen werden.

Wie steht es mit drahtlosen E-Mails? Man kann das Telefon so einrichten, dass es über ein IMAP- oder POP3-Konto E-Mails senden und empfangen kann (mit Windows Mobile OS 2003 können mehrere Konten verwendet werden). Bei einigen Anbietern, wie zum Beispiel EarthLink, muss man beim Unternehmen die korrekte Mailserver-Adresse erfragen, um die Einrichtung abschließen zu können. Was unternehmensinterne E-Mail-Netze betrifft, kann man mit ein wenig Hilfe von einem IT-Experten drahtlos und in Echtzeit Nachrichten versenden und empfangen, wenn das Unternehmen Microsoft Exchange Server 2003 oder Mobile Information Server in Verbindung mit einer älteren Version von Exchange verwendet.

Eine weitere Möglichkeit zum Einsatz im Unternehmensnetzwerk besteht darin, eine Weiterleitung über das Desktop zu schalten. Man stellt das Telefon so ein, dass es in Abständen von 15, 30, 60 Minuten oder länger das E-Mail-Postfach abfragt. Der PC im Büro muss dabei eingeschaltet bleiben.

Herzstück des MPx200 ist ein mit 130 MHz getakteter ARM OMAP710-Prozessor von Texas Instruments, der damit nicht ganz so schnell ist, wie die Prozessoren in neueren Pocket PCs. Im Test liefen WMV-Clips aber in passabler Qualität und die MP3- und WMA-Musikdateien klangen wie auf einem handelsüblichen tragbaren MP3-Abspielgerät.

Motorola MPx200
Problemlose Synchronisation: Das im Lieferumfang enthaltene Zubehör fand Anklang – darunter eine zusammenlegbare Cradle und mehrere Möglichkeiten zum Aufladen des Akkus.

Auch einige Spiele wurden getestet. Wichtig ist dabei zu wissen, dass das MPx200, wie auch andere Telefone mit Windows Mobile, keine Pocket PC-Spiele annimmt; man braucht Smartphone-Spiele. Im Test wurden mehrere Smartphone-Spiele von Hexacto gespielt, darunter Tennis Addict und Bounty Hunter Pinball, die beide gut wiedergegeben wurden und sich problemlos spielen ließen, auch wenn der Bildschirm kleiner ist als der eines Pocket PC.

Noch eine kritische Bemerkung: Die Lebensdauer des Akkus war eher unbefriedigend. Statt der angegebenen 316 Minuten Gesprächszeit ließen sich nur 210 Minuten erreichen. Außerdem betrug die Standby-Zeit im Test nur 72 Stunden und nicht 112 Stunden, wie vom Unternehmen behauptet. Man sollte also an das Ladegerät denken, wenn man auf Reisen geht.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[2] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[3] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/