Layout für Experten: Adobe InDesign CS

von Daniel Drew Turner am , 10:07 Uhr

Pro
  • Verschachtelte Formate und XML-Unterstützung
  • neuer Texteditor
  • bessere Vorschau für die Separation und neue Vorschau für die Transparenzreduzierung
  • verbesserte Performance
  • neue Tools und Paletten
Con
  • InDesign CS-Dateien sind nicht mit InDesign 2.0 kompatibel
  • Plug-ins für frühere Versionen funktionieren nicht
Hersteller: Adobe Listenpreis: 1310 Euro, Upgrade 289 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Während QuarkXPress allmählich überlastet wirkt, wartet InDesign CS mit neuen Funktionen und Optionen auf, die es zur ersten Wahl in puncto Layout-Software machen.

Während QuarkXPress allmählich überlastet wirkt, wartet InDesign CS mit neuen Funktionen und Optionen auf, die es zur ersten Wahl in punkto Layout-Software machen.

Im Laufe der Jahre hat sich Indesign von Adobe eine kleine Fangemeinde unter den Desktop-Publishern erworben. Doch es hat lange gedauert, bis Adobe den Konkurrenten QuarkXPress übertrumpfen konnte. Mit Indesign CS, einem Mitglied der neuen Creative Suite von Adobe, ist es jetzt endlich soweit. Dank neuer Tools und einer verbesserten Performance lohnt sich nun der Wechsel. Allerdings bringt auch Indesign CS gewisse Probleme mit sich. So beinhalten die meisten Veröffentlichungen und Druckprojekte unzählige ältere Dateien und Vorlagen, die nicht in transparenter Weise mit Indesign CS kompatibel sind (QuarkXPress 6.0 kommt allerdings mit alten Dokumentversionen auch nicht besonders gut zurecht). Dennoch sind die optimierte Workflow-Integration von Indesign CS sowie seine besseren Text-, Layout- und Bearbeitungsfunktionen Grund genug, um endgültig die Finger von QuarkXPress zu lassen.

Setup & Benutzeroberfläche

Das jüngste Mitglied der Adobe Creative Suite, Indesign CS, ähnelt zwar den anderen Adobe-Programmen Illustrator CS, GoLive CS und Photoshop CS, doch enthält es auch einige Elemente aus QuarkXPress in seiner Benutzeroberfläche sowie eine Reihe zusätzlicher Funktionen. Die neue Oberfläche ist platzsparend aufgeteilt, so dass der Bildschirm weniger überfüllt ist, was besonders Benutzer, die täglich mit dem Programm arbeiten, zu schätzen wissen dürften.

Indesign CS bietet unzählige Paletten für jede nur erdenkliche Funktion, von Text-Einstellungen bis hin zu einer Ausgabevorschau. Wenn man doppelseitige Layouts erstellt, kann die Oberfläche zwar recht voll werden, doch kann man in diesem Fall die Paletten verkleinern. Wenn man eine Palette an den rechten oder linken Bildschirmrand zieht, wird diese dort eingefügt. In Gruppen angeordnete Paletten können über ihre Titelleiste als Ganzes verschoben werden.

Indesign CS ermöglicht außerdem das Speichern von Arbeitsumgebungen mit bestimmten Fenstereinstellungen und Palettenanordnungen als einzelne Dateien für zukünftige Projekte. Diese Dateien können dann für andere Benutzer von Indesign CS auf andere Rechner kopiert werden.

Die neue Kontrollpalette wird QuarkXPress-Benutzern bekannt vorkommen, allerdings bietet Adobe hier eine praktische Verbesserung: Die kontextsensitive Palette zeigt wichtige Informationen und Einstellungen für ausgewählte Elemente an. So können gängige Aufgaben wie das Formatieren von Text, die Größenanpassung von Objekten, die Anordnung von Elementen und das Ändern von Tabellen alle von einem zentralen Punkt aus erledigt werden. Tatsächlich lassen sich manche Projekte allein mithilfe der Kontrollpalette durchführen.

Neben einer Option für Tastatur-Shortcuts, wie sie auch in QuarkXPress vorhanden sind, bietet Indesign CS auch eine Option zur Auswahl der Anzeigequalität, die in den Stufen Optimized, Typical oder High-Quality verfügbar ist. Die Stufe Optimized wird am schnellsten dargestellt und zeigt eine Raster- oder Vektorgrafik in einem grauen Feld an, während High-Quality alle Bilder mit maximaler Auflösung anzeigt.

Indesign CS umfasst eine Reihe bedeutender Neuerungen (wenn auch weniger als in Photoshop CS), darunter verschachtelte Formate und die Infopalette, sowie zahlreiche Überarbeitungen vorhandener Funktionen, die ein Upgrade wirklich lohnenswert machen.

Indesign CS ist wie alle Produkte der Creative Suite mit Adobe Version Cue zur Verwaltung von Dateiversionen ausgestattet. Mit dieser Funktion kann man zahlreiche Dateien in einer einzelnen Arbeitsumgebung speichern, so dass diese für alle Beteiligten eines Projekts verfügbar sind und durchsucht, verwaltet und gemeinsam genutzt werden können. Version Cue kann zwar bestehende spezifische Verwaltungslösungen professioneller Designfirmen nicht ersetzen, doch stellt es eine praktische Option dar, die lediglich ein wenig zusätzlichen RAM-Speicher benötigt.

Mithilfe der verschachtelten Formate können die Designer ein Zeichenformat definieren und anwenden, das dann mit einem Absatzformat verschachtelt wird. Zum Beispiel kann man als erstes Zeichen eines Absatzes ein Dingbat festlegen, während die folgenden drei Zeilen fett gedruckt werden usw. Auf diese Weise lässt sich die Erstellung von Inhalten erheblich beschleunigen. Außerdem kann man dank der XML-Unterstützung von Indesign CS XML-Formate auf Zeichenformate übertragen, so dass einheitlicherer Stil über verschiedene Medien hinweg möglich wird.

In früheren Versionen von Indesign war die Bearbeitung bereits gesetzter Texte sehr kompliziert. Nun genügt ein Klick mit der rechten Maustaste (oder ein Klick bei gedrückter Umschalttaste) auf dem Text um den Texteditor aufzurufen, der allerdings nicht den gesamten Funktionsumfang eines echten Texteditors besitzt. So fehlen ihm Optionen für Rechtschreibprüfung, Gliederung oder Tabellen, doch ermöglicht er immerhin die Live-Bearbeitung von Inhalten und Formaten.

Ebenfalls neu in Indesign CS sind die Vorschau für Transparenzreduzierung (Flattening) und Separation, die Infopalette zur Anzeige von Text- und Bilddaten wie Bildauflösung und Zeilenzählung, die Unterstützung von OpenType, PDF-X und Layered PDF, programminterne Bildbearbeitung mit Photoshop sowie die neuen Tools Pathfinder, Eyedropper und Measure.

Doch auch Indesign CS hat seine Schwächen. So funktionieren in dieser Version Plug-ins für frühere Versionen nicht und sie kann Dateien nicht zur Nutzung in Indesign 2.0 oder früher speichern. Man kann zwar in Indesign CS erstellte Dokumente mit den QuarkXPress-Versionen 3.3 bis 4.x öffnen (was allerdings gewisse Schwierigkeiten bei der Textdarstellung mit sich bringt), doch kann man keine Indesign-Dateien im QuarkXPress-Format speichern.

Indesign CS wurde auf einem 700-MHz-iBook und einem Dual-2-GHz-Power Mac G5 getestet. Auf dem iBook wurde Indesign CS zwar ausgeführt, doch dauerte das Öffnen komplexer Seiten eine ganze Weile. Auf dem Power Mac kam Indesign CS dagegen mit allen Aufgaben mühelos zurecht.

Service & Support

Der technische Support ist ausreichend und es stehen jede Menge Informationen zur Verfügung. Diese werden von kompetenten Support-Mitarbeitern geleitet und bieten eine gute Übersicht über bereits behandelte Themen. Vor allem sind sie jedoch schnell und kostenlos. Eine weitere kostenfreie Ressource ist die technische Dokumentation von Adobe, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels auf dem neuesten Stand war.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Software
  • Kommunikation - keine

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39120168/layout-fuer-experten-adobe-indesign-cs/