Viel Leistung, hoher Stromverbrauch: FSC Scaleo 800 mit Prescott

von Florian Edlbauer am , 16:12 Uhr

Pro
  • Highend-Ausstattung
  • sehr performant
Con
  • gewaltiger Stromverbrauch
Hersteller: Fujitsu Siemens Computers Listenpreis: 1599 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,9 von 10 Punkte
Fazit:

Auch wenn der Prescott mit seinem enormen Verbrauch nicht so recht zu Fujitsu Siemens' Bemühen um Energie-Ersparnis passen will, schafft das System mit gigantischer Ausstattung sehr gute Leistung.

Die Scaleo-800-Reihe von Fujitsu Siemens hat ein neues Spitzenmodell, was die Intel-Plattform anbelangt. Der Prescott-Rechner wird durch eine Röhre aufwändig gekühlt.

Intels Prescott-CPU gilt als nicht unbedingt schneller als gewöhnliche Pentium-4-Prozessoren, was zu Kritik an Intels Politik geführt hat. Unbestreitbar erlaubt der Prescott aber Intel, Chips mit höheren Taktraten herzustellen – der 3,2-GHz-Chip im hier getesteten Scaleo 800 ist da wohl erst der Anfang. Wenn man, wie Fujitsu Siemens im Testmodell, 1 GByte Speicher und eine Radeon 9800 XT-Grafikkarte einbaut, sind hohe Benchmarkergebnisse schon vorab sicher.

Ausstattung

Grundlage ist bei Fujitsu Siemens ein hauseigenes Board mit Intels Springdale-Chipsatz 865PE. Das ist etwas überraschend – wer Wert auf den schnellstmöglichen Prozessor liegt, wird wohl auch den etwas schnelleren Canterwood-Chipsatz vorziehen? Auf den Einsatz des etwas schnelleren 875P-Boards D1687 hat Fujitsu-Siemens jedenfalls verzichtet. Hier wird ein wenig Performance verschenkt.

Die Hitze der CPU wird über eine große blaue Röhre abgeführt, die im Gehäuselüfter endet. Weitere Belüftung ist durch den Netzteillüfter und Löcher an der Rückseite sowie an den Seiten gegeben. So kann Fujitsu Siemens den Geräuschpegel relativ niedrig halten – oder zumindest die Lärmbelästigung. Man hört zwar konstant den Lüfter drehen, aber gleichmäßig und selten besonders schnell – ein Geräusch, das man schon nach kurzem kaum noch wahrnimmt.

Der Rechner, von Fujitsu Siemens als Spitzenmodell für 1599 Euro zusammengebaut, verfügt über ein DVD+-RW-Laufwerk, das ND-2100B von NEC, das sowohl DVD-R als auch DVD+R in achtfacher Standard-Geschwindigkeit beschreibt. Dazu hat Fujitsu Siemens ein DVD-Leselaufwerk von Hitachi eingebaut. Ein dritter 5,25-Zoll-Laufwerksschacht steht sogar noch frei.

Ansonsten bietet die Frontseite USB, Firewire- und Audio-Anschlüsse hinter schwarzen Blenden, die man abnehmen (aber nicht aufklappen) kann, ein Standard-Floppy-Laufwerk sowie einen Multiformat-Kartenleser (von Microdrive bis MMC).

Das Board bietet vier Speicherbänke und fünf PCI-Steckplätze. Zwei Speichermodule (PC3200) zu je 512 KByte sind die Grundausstattung; ein PCI-Steckplatz ist durch eine Modemkarte belegt; der Rest kann frei zum Aufrüsten verwendet werden.

Als internes Speichermedium verbaut FSC schließlich eine Western Digital Caviar SATA-Platte mit 250 GByte Speicher, die schnell und auch leise ist.

Die Leistung des Rechners ist, wie angesichts der Ausstattung kaum anders zu vermuten, wirklich erstklassig. Den wohl besten und interessantesten Vergleich bietet der Fujitsu Siemens Scaleo 600 mit Athlon 64, der mit einem Listenpreis von 1799 ähnlich teuer wie auch gut ausgestattet ist. Im Office-Test Business Winstone 2002 etwa liegt der Athlon-Rechner mit 44,6 Punkten vor dem Prescott-System mit 41,2. Umgekehrt im Multimedia-Test Content Creation Winstone 2003, das den Athlon, Rechner mit 52,0 Punkten etwas hinter dem Intel-System mit 56,3 Punkten sieht.

Insgesamt ist also traditionsgemäß der Athlon bei der reinen Rechenleistung, wie sie Office-Programme fordern, vorn, während der Intel-Prozessor Vorteile bei Multimedia hat, obwohl auch der Athlon mittlerweile SSE und SSE2 unterstützt. Der Abstand fällt so gering aus, weil der Prescott-Rechner ja eine schnelle SATA-Platte besitzt, die FSC in das Athlon-Modell noch nicht integriert hatte und die sich positiv auf die Office-Performance auswirkt. Außerdem ist die Grafik des Prescott-Systems leistungssstärker. (Freilich hat der Athlon-Rechner den zusätzlichen Vorteil, eines Tages unter der 64-Bit-Windows-Version zu laufen, der jetzt aber noch nicht abgeschätzt werden kann.)

Auch bei 3D-Grafik ist der Scaleo 800 mit Prescott-CPU zu allem fähig, was vor allem der ATI Radeon 9800 XT zu danken ist. Dies belegt ein Wert von 17714 Punkten im 3DMark 2001 SE.

Die Schattenseite des Prescott zeigen dann die Messungen der Stromaufnahme. Bei ‚ausgeschaltetem‘ Rechner konsumiert er 5,5 Watt, was noch nicht weiter auffällig ist, sondern vielmehr ein typischer Wert. Bei laufendem Betriebssystem, aber minimaler CPU-Last sind 150,8 schon ein Rekordwert, der nicht allein dem Prescott, sondern auch der Grafikkarte und den übrigen Komponenten geschuldet wird. Unter Last erreicht der Rechner Spitzenwerte bis zu 249,0 Watt. Tests von ZDNet hatten erwiesen, dass der Pentium-4-Vorgänger Northwood weit weniger Strom als der Prescott verbraucht.

Der Rechner ist als Heimanwender-System mit Windows XP Home bespielt. Zum Lieferumfang gehören auch WinDVD, Adobe Photoshop Elements 2.0 und Album 2.0, Pinnacle Studio 8 SE, Pinnacle Instant Copy 8, Nero Express 6 und die Works Suite von Microsoft [1], die Word, Encarta, Autoroute, Picture it sowie das namensgebende Works beinhaltet. Excel gehört nicht zum Lieferumfang.

Auch bei der mitgelieferten Hardware ist Fujitsu Siemens nicht kleinlich, was bei einem Preis von 1600 Euro auch verfehlt wäre: Eine optische Maus, eine gute Tastatur, S-Video-Konverter, Modemkabel und DVI-VGA-Konverter liegen bei. Statt einem ordentlichen Handbuch gibt es leider nur ein paar Broschüren – wahrscheinlich passt sich FSC hier dem abnehmenden Lesebedürfnis der bundesrepublikanischen Bevölkerung an. Immerhin werden wichtige Punkte wie Fehlersuche und Kontaktaufnahme mit dem Support klar verständlich geschildert.

Die Garantie umfasst zwei Jahre; der Nutzer muss den Rechner einschicken oder beim Service-Center abliefern („Bring-In“). Der Telefonservice zum Ortstarif ist Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr, am Wochenende von 10 bis 16 Uhr erreichbar. Nach Ablauf der Garantie kann er über eine andere Servicenummer mit 1,24 Euro Gebühren pro Minute weiter genutzt werden.

Fazit

Mit der 1599-Euro-Konfiguration des Scaleo 800 hat FSC wieder einen luxuriös ausgestatteten Rechner zum Test gestellt. Im Vergleich mit einem Athlon-System aus gleichem Hause erzielt der Prescott-Rechner eine ähnliche Leistung. Die Preise dürften sich entsprechen, da das (damals teurere) Athlon-System mittlerweile mehr als vier Monate lieferbar ist. Gerade in der Kombination mit der Radeon 9800 XT-Karte ist der PC eine gute Lösung für Multimedia-User und 3D-Spieler; durch die SATA-Platte kann er gute Office-Leistung vorweisen.

Obwohl die Lautstärke im Betrieb nicht spektakulär hoch ist, verbietet sich ein Office-Einsatz des Scaleo 800 schon aufgrund der drastisch über dem Durchschnitt liegenden Stromkosten.

Spezifikationen

  • 3G - nein
  • WLAN - nein
  • Betriebssystem - Windows XP
  • Touchscreen - nein
  • Multitouch - nein
  • Computer-Typ - Desktop-PC
  • Prozessor - Intel Pentium 4E (Prescott) 3.2 GHz
  • Grafik - ATI Radeon 9800 XT
  • optisches Laufwerk - DVD; DVD-Brenner
  • Bluetooth - nein
  • Spiegeldisplay - nein

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39120318/viel-leistung-hoher-stromverbrauch-fsc-scaleo-800-mit-prescott/

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[1] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/