Immer noch Nummer eins: Adobe Photoshop CS

von Lori Grunin am , 10:56 Uhr

Pro
  • verschachtelte Ebenen-Sets
  • editierbarer Text kann auf Pfaden erstellt werden
  • jede Menge Farbkorrekturmöglichkeiten
  • verbesserte 16-Bit-Bearbeitung
Con
  • Filtergalerie funktioniert nicht im 16-Bit-Modus bzw. mit allen Filtern
  • XML zu arbeitsaufwändig
Hersteller: Adobe Listenpreis: 1228 Euro, Upgrade 289 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Für die professionelle Bildbearbeitung ist Photoshop CS nach wie vor die beste Wahl. Ein Upgrade lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn die Umsetzung von manchen neuen Funktionen nicht optimal ist.

Für die professionelle Bildbearbeitung ist Photoshop CS nach wie vor die beste Wahl. Ein Upgrade lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn die Umsetzung von manchen neuen Funktionen nicht optimal ist.

Dank Adobes ständiger Weiterentwicklung von Photoshop sichert sich dieses Programm als Bestandteil der Adobe Creative Suite weiterhin seinen Platz als unentbehrliches Werkzeug für Kreativprofis. Die neuen Funktionen von Photoshop CS können zwar fast an einer Hand abgezählt werden, doch sind sie dafür umso bedeutender: erweiterte Unterstützung für 16-Bit-Farbbilder, bessere Farbkorrektur- und Bildeinstellungstools, verschachtelte Ebenen-Sets, die Fähigkeit, editierbaren Text auf einen Pfad zu setzen, Vorschau nicht-quadratischer Pixel, SWF-Export sowie Variablen für dynamische Inhalte.

Für die meisten ernsthaften Anwender dürfte zumindest eine Funktion dabei sein, die das Upgrade trotz seines stolzen Preises rechtfertigt. Die richtige Verwendung dieser Tools erfordert aber noch immer ein gewisses Maß an Kunstfertigkeit. Betreibt man die Bildbearbeitung nur als Hobby und ist daher weniger an hochqualitativem Output oder Geld interessiert, ist man mit einer der wesentlich günstigeren Alternativen wie zum Beispiel Jasc PaintShop Pro, Ulead PhotoImpact oder Photoshop Elements besser bedient, deren Preis bei etwa 100 Euro liegt.

Setup und Benutzeroberfläche

Der Installationsvorgang von Photoshop CS lässt sich am besten als reine Routine beschreiben. Jeder in Bezug auf Upgrades leidgeprüfte Anwender wird beruhigt sein zu wissen, dass Photoshop CS in den ZDNet-Tests sowohl mit Version 7.0 als auch mit älteren Versionen anderer Adobe-Anwendungen reibungslos lief. Auch andere Hilfsdateien wie zum Beispiel nutzerspezifische Aktionen konnten problemlos geladen werden. Inzwischen verlangt Adobe, dass Photoshop CS innerhalb von 30 Tagen nach der Installation aktiviert wird, ein relativ schmerzloser Vorgang. Natürlich weiß man erst nach mehrfachen Upgrades der Festplatten wirklich, wie umständlich der Aktivierungsprozess eines Produkts ist.

Abgesehen von einem neuen Startbildschirm, der einen guten Ausgangspunkt für neue oder leicht überwältigte Anwender bietet, hat sich nur wenig am Aussehen und an der Bedienung von Photoshop geändert. Es gibt nun mehr Dialogboxen, mit denen man zwischen kompakten und erweiterten Ansichten wechseln kann, wodurch Photoshop für manche Anwender wohl etwas überschaubarer wird. Viele der neuen Funktionen erscheinen jedoch an Stellen, die Technikern sinnvoller erscheinen als Kreativprofis: „Ebenen in Dateien exportieren“ zum Beispiel wird unter „Skripts“ im Dateimenü angezeigt anstelle unter „Exportieren“ oder auf der Ebenenpalette. Berücksichtigt man diese verwirrende Anordnung gemeinsam mit den Ärgernissen aus früheren Versionen – wie etwa die Platzierung von „Extrahieren“ im Filter- anstelle im Bildmenü – zusätzlich zu der an sich schon komplexen Natur dieses Programms, dann ist die Lernkurve für Photoshop noch immer sehr steil. Weiterhin verbesserte Adobe die Integration von Photoshop CS und ImageReady CS, einer Anwendung zur Erstellung von Webgrafiken. ImageReady CS ist aber noch immer ein eigenständiges Programm, was sich nicht gerade positiv auf die Produktivität auswirkt.


Manche der neuen Funktionen in Photoshop werden sicherlich jeden Anwender fröhlich stimmen. Obwohl das Programm hauptsächlich für Grafiker ausgelegt ist, können die meisten Anwender mit etwas Fantasie einen Nutzen aus der Ebenenkomposition ziehen, mit der Ebenen-Sets zum einfachen Vergleich von Versionen erstellt werden können. Zudem ist die Möglichkeit, diese Ebenen-Sets zu erstellen, dann ziemlich praktisch, wenn man regelmäßig mit komplexen Dateien arbeitet – unabhängig von der Art des Inhalts. In Photoshop CS integriert ist die Text-Engine von InDesign, wodurch die Handhabung und Qualität der Schriften im Programm drastisch verbessert werden und Text auf einer Kurve angebracht werden kann. Positiv zu werten ist auch die Fähigkeit, mit der Filtergalerie verschiedene Filtereffekte übereinander zu lagern, zu steuern und in der Vorschau zu betrachten.

Screenshot Filtergalerie
In der neuen Filtergalerie von Photoshop kann man erproben, wie verschiedene Filtereffekte zusammenwirken.

Der leicht aufpolierte Dateibrowser agiert eher wie eine Leuchtplatte und ermöglicht dem Nutzer, Thumbnails zu verschieben. Eine Vielzahl von Menüoptionen bietet schnelleren Zugriff auf häufige dateibezogene Aufgaben. Zudem können nun Tastaturbefehle nutzerspezifisch angepasst werden. Adobe verbesserte auch das Importieren und Exportieren aus beziehungsweise in PDF-Dateien innerhalb von Photoshop.

Fotografen und Videoproduzenten werden wohl schon allein wegen der erweiterten 16-Bit-Farbunterstützung von Photoshop CS upgraden: Mit Photoshop CS ist es nun möglich, Dateien im 16-Bit-Format von der Eingabe über die Tonwert- und Farbkorrektur bis hin zur Ausgabe zu bearbeiten. Adobe hat das sehr nützliche Plug-in für RAW-Dateien von Digitalkameras aktualisiert und integriert. Das neue Korrekturtool „Tiefen/Lichter“ bietet eine unkomplizierte aber leistungsfähige Methode, Belichtungsprobleme zu korrigieren. Die Vorschau von Dokumenten mit nicht-quadratischen Pixeln sowie voreingestellte Hilfslinien sind weitere Pluspunkte, die Adobe Videoproduzenten und DVD-Autoren anbietet.

Leider wirken manche neuen Aspekte der Software noch etwas unausgegoren. Mit der zugrunde liegenden XML-Architektur bieten sich zwar beachtliche Möglichkeiten, doch benötigt man im Moment noch zu viel Zeit für die einfache Erstellung von Schlüsselwörtern und die Dateiverwaltung. Und die Tools von ImageReady – einer eigenständigen Anwendung, die mit Photoshop geliefert wird – sollten inzwischen eigentlich auch in Photoshop integriert sein. Da dies aber nicht der Fall ist, entstehen alle möglichen Ärgernisse und Unregelmäßigkeiten. Beispielsweise bietet ImageReady nun „Bedingte Aktionen“ an: Der Nutzer kann eine einfache Logik in die Makros einfügen für einfache Fälle wie „Wenn die Bildbreite größer als x ist, dann y ausführen.“ Das kann äußerst effektiv sein, steht aber in Photoshop nicht zur Verfügung. ImageReady unterstützt außerdem SWF-Export – um aber mit den Ergebnissen in Flash arbeiten zu können, muss jedes gewünschte Objekt in eine separate Datei exportiert werden. Leider funktioniert die JavaScript-Unterstützung, die diesen Vorgang wunderbar vereinfachen würde (Exportieren von Ebenenkompositionen an Dateien), nur in Photoshop.

Was Geschwindigkeit betrifft, darf man von Photoshop CS keine Verbesserung gegenüber der Version 7.0 erwarten. Der übliche Test, ein Skript aus gängigen Workflow-Aufgaben, wurde auf einem Power Mac G5 mit zwei 2 GHz Prozessoren, 2 GByte RAM und einem 2,2 GHz Athlon 65 FX51 mit 1 GByte RAM in einem Verzeichnis mit 25 mittelgroßen TIFF-Dateien und einem Verzeichnis mit 16 kleineren JPEG-Dateien ausgeführt. Der TIFF-Test dauerte mit Photoshop CS länger als mit Version 7.01, und zwar auf beiden Plattformen. Auf dem Mac betrug der Unterschied zwischen den Versionen sogar bis zu 16 Prozent. In Windows war CS bei den JPEG-Dateien um 20 Prozent schneller als Version 7.01, auf dem Mac dagegen um 6 Prozent langsamer.

Service und Support

Adobe stellt für Installationsfragen und Produktfehler einen fast kostenlosen technischen Support zur Verfügung. Es fallen lediglich die Telefonkosten an.

Es gibt aber auch jede Menge kostenlose Online-Hilfe für Photoshop-Anwender. Zusätzlich zur Adobe Studio-Website (Deutsch), auf der man Tipps, Lernprogramme und Tools finden kann, werden Adobes Benutzer-Foren von kompetenten Supportmitarbeitern unterstützt und bieten vielfach Hilfestellung. Adobes Knowledge Base hat noch selten enttäuscht.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Software
  • Kommunikation - keine

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39120441/immer-noch-nummer-eins-adobe-photoshop-cs/