Zoomstarke 6-Megapixel-Digicam: Fujifilm FinePix S7000

von Anja Schmoll-Trautmann und Eamon Hickey am , 08:30 Uhr

Pro
  • leistungsfähiges 6fach-Zoom-Objektiv
  • umfassende Belichtungskontrollen
  • zwei Speichersteckplätze
  • meist gute Videoqualität
Con
  • sehr großer Haltegriff und weit auseinanderliegende Bedienelemente
  • braucht lange fünf Sekunden zum Hochfahren
  • schlecht umgesetzte RAW-Aufnahme
  • Live-Histogramm gibt die vorgenommenen Belichtungseinstellungen nicht wieder
Hersteller: Fujifilm Listenpreis: 899 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Ernsthaft Fotobegeisterte, die sich nicht vom Gewicht dieser FinePix abschrecken lassen, bekommen ein starkes Zoom-Objektiv, viele Funktionen und gute Bilder.

Ernsthaft Fotobegeisterte, die sich nicht vom Gewicht dieser FinePix abschrecken lassen, bekommen ein starkes Zoom-Objektiv, viele Funktionen und gute Bilder.

Fast alle Megazoom-Kameras wirken groß und klobig, so dass auch die schwarze FinePix S7000 hier trotz einiger geschwungener Kanten nicht wirklich eine Ausnahme macht. Immerhin ist die 6-Megapixel-Kamera kompakter als eine digitale Spiegelreflexkamera und ihr Kunststoffgehäuse bietet mit 590 Gramm inklusive Akku und Speichermedien ein noch relativ komfortables Gewicht. Die S7000 macht einen stabilen Eindruck und die Tasten und Stellräder arbeiten sauber. Menschen mit kleineren Händen könnten allerdings Probleme mit der rechten Seite der Kamera haben, die einen ungewöhnlich großen Haltegriff und weiter als gewöhnlich voneinander entfernte Bedienelemente aufweist.

Test
Belichtung und Blitzkompensation sind über Tasten am Haltegriff leicht zu erreichen. Der Auslöser ist mit einem Gewinde für einen Drahtauslöser versehen.

Test
Nahe der oberen rechten Ecke des Bildschirms befinden sich zwei Tasten: eine zum Umschalten zwischen dem elektronischen Sucher und dem LCD und eine zum Umschalten zwischen Informations- und Rasteransicht. Über die F-Taste und die Menu-Taste lassen sich unterschiedliche Menüs ansteuern. Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, wird die Bedienung dadurch effizienter.

In die mit treffenden Bezeichnungen versehenen und logisch aufgebauten Menüs gelangt man über zwei Aktivierungstasten, was zunächst verwirrend ist, sich schließlich aber als weitgehend effizient erweist. Ein Vier-Wege-Schalter auf der Rückseite der Kamera dient der Navigation. Erfreulich sind die separaten Bedienelemente für Belichtungskompensation, Messwertspeicherung, Schärfe-, Blitz- und Antriebsmodus und Makro-Aufnahmen. Die praktische Shift-Taste zur Linken des Objektivs bietet relativ direkten Zugriff auf die ausgewählten Funktionen, einschließlich des Weißabgleichs. Aber wie bereits bei anderen FinePix-Modellen ist es beklagenswert, wie man bei Fujifilm die RAW-Einstellung in den Einstellungs-Menüs versteckt hat. Sie wäre besser im Menü Bildqualität aufgehoben, wo sie schnell erreichbar wäre.

Test
Das Zoom wird über diesen Kippschalter oder (wenn man nicht von Hand scharf stellt) über den Scharfstellring am Objektiv bedient.

Test
Ein Druck auf die Shift-Taste aktiviert die Zweitfunktionen der anderen Tasten, so dass man auch ohne die Menüs zu verwenden mehr Funktionen zur Verfügung hat. Zuvor vorgenommene Einstellungen können mit der Info-Taste angezeigt werden, und die Taste darunter aktiviert den einmaligen Autofokus, den kontinuierlichen Autofokus oder das manuelle Scharfstellen.

Die Ausstattung der Fujifilm FinePix S7000 wendet sich an ambitionierte Fotografen, den krönende Höhepunkt bildet hier das 6fach-Zoom-Objektiv. In Weitwinkelstellung liegt die maximale Blendenöffnung bei eher durchschnittlichen f/2,8, beim Zoom in den Telebereich verkleinert sich die Blendenöffnung aber nur wenig, auf f/3,1. Die Brennweite liegt zwischen 35 und 210 Millimetern(entsprechend 35-mm-Kleinbildformat). Die S7000 lässt dem Fotografen die Wahl zwischen manueller Scharfstellung mit dem servogesteuerten Ring am Objektiv oder dem flexiblen Autofokus-System. Dessen Zieleinrichtung kann auf Zentralmodus, Mehrfeldmodus oder manuelle Einstellung gesetzt werden, außerdem steht ein Dauermodus zum Verfolgen beweglicher Motive zur Verfügung. Über einen als Zubehör erhältlichen Schraubadapter können Weitwinkel- und Teleobjektive sowie Filter eingesetzt werden. Über den Standard-Steckschuh können auch externe Blitzgeräte angeschlossen werden, die bis auf 1/1000 Sekunde genau synchron ausgelöst werden.

Test
Die S7000 akzeptiert CompactFlash-, Microdrive- und xD-Picture Card-Medien.

Zu den Belichtungsoptionen gehören eine Vollautomatik, die standardmäßige Blenden- oder Zeitautomatik sowie manuelle Modi, vier Motiv-Modi, Belichtungsreihenfunktion, Mehrfeldmessung, Spotmessung und mittenbetonte Integralmessung, Belichtungskorrektur um bis zu ± 2 EV und bei Blitzaufnahmen um bis zu ± 0,6 EV. Die manuelle Einstellung der Belichtung gestaltet sich mit einer nützlichen Belichtungsmesseranzeige relativ effizient. In jedem Aufnahmemodus kann die S7000 ein dynamisches Histogramm anzeigen, das allerdings leider die vorgenommenen Änderungen an den Belichtungseinstellungen nicht berücksichtigt. Für den Weißabgleich gibt es sechs Voreinstellungen, zwei manuelle Einstellungen und eine Automatik. Man kann den Grad der kamerainternen Scharfstellung anpassen oder den ‘Chrome’-Look verwenden, bei dem Kontraste und Farbsättigung verstärkt werden. Die S7000 bietet keine fortgeschrittenen Optionen zur Farbverwaltung an, etwa vordefinierbare Farbräume, wie sie bei semiprofessionellen Kameras anderer Hersteller jetzt bereits gelegentlich zu finden sind.

Aufgrund der ungewöhnlichen mathematischen Grundlagen der Super CCD HR-Technologie von Fujifilm erzeugt der 6-Megapixel-Sensor der S7000 12-Megapixel-Aufnahmen. Die Kamera ist jedoch in der Lage, JPEG-Aufnahmen auch in vier geringeren Auflösungen zu speichern. Die höchste Bildqualität erhält man, wenn man unkomprimierte 12 MByte große RAW-Dateien aufnimmt, die auf dem heimischen Computer über ein mitgeliefertes Programm, den sehr spartanischen RAW File Converter von Fujifilm, in RBG-TIFF-Dateien konvertiert werden können.

Zwar kann er nicht mit MiniDV-Camcordern mithalten, dennoch ist der Video-Modus der S7000 beeindruckend. Die Kamera nimmt bei einer Auflösung von 640×480 Pixeln und einer Bildfrequenz von 30 Bildern pro Sekunde MJPEG-Videos mit Mono-Ton auf. Die Länge der Clips richtet sich nach der Kapazität der eingelegten Speicherkarte. Wie alle Kameras von Fujifilm lässt sich die S7000 auch als Webcam einsetzen.

Die Leistung der Fujifilm FinePix S7000 ist gut, jedoch nicht überragend. Das Objektiv bietet zwei Zoom-Geschwindigkeiten, ist geräuscharm und lässt sich leicht und präzise einstellen. Der Autofokus arbeitet bei normalen Lichtverhältnissen im Innen- und Außenbereich recht schnell und sicher, da aber keine AF-Hilfsbeleuchtung vorhanden ist, gibt die Kamera bei sehr schlechten Lichtverhältnissen häufig auf. Das Scharfstellen von Hand geht recht gut vonstatten. Der Einstellring arbeitet geschmeidig und ziemlich präzise. Darüber hinaus kann sowohl im elektronischen Sucher als auch auf dem LCD das Zentrum des Bildausschnitts vergrößert dargestellt werden, was beim Scharfstellen eindeutig eine Hilfe ist.

Test
Nickel-Metall-Hybrid-Akkus der Größe AA und ein Ladegerät muss man sich gesondert zulegen, aber sie sind ihr Geld wert. Im Test ließen sich mit einer Ladung der vier 1.850-mAh-Zellen 740 Aufnahmen schießen, davon die Hälfte mit Blitz. Die kamerainterne Entladeeinrichtung von Fujifilm hilft dabei, die Leistungsfähigkeit der Akkus zu erhalten.

Der elektronische Sucher gehört zu den eher besseren seiner Spezies. Er bietet ein scharfes, gleichmäßiges und farbiges Bild. Das 1,8-Zoll-LCD bietet ebenfalls eine scharfe Darstellung und lässt sich auch bei Tageslicht gut verwenden. Beide Suchereinrichtungen zeigen fast 100 Prozent des Motivs.

Es wäre schön, wenn die S7000 weniger als fünf Sekunden bräuchte, bis sie betriebsbereit ist, in anderer Hinsicht zeigt sich die Kamera aber durchaus schnell. Die Auslöseverzögerung ist mit etwas unter einer Sekunde einschließlich Autofokus durchaus annehmbar. Die zwischen zwei Aufnahmen benötige Zeit liegt bei JPEG- und RAW-Dateien bei etwa 1,5 Sekunden, bei Aufnahmen mit Blitz bei etwa 5,5 Sekunden. Im Top 5-Serienbildmodus nimmt die Kamera fünf Bilder mit etwa 3,3 Aufnahmen pro Sekunde auf. Im Final 5-Serienbildmodus nimmt die Kamera bis zu 40 Bilder mit zwei Bildern pro Sekunde auf und speichert die letzten fünf sobald man den Finger vom Auslöser nimmt. Mit der Langzeit-Serienbildfunktion kann man mit einer Geschwindigkeit von einem Bild pro Sekunde bis zu 40 Bilder mit einer Auflösung von drei Megapixeln schießen.

Fujifilm gibt die maximale Reichweite des Blitzgeräts mit 8,50 Metern bei ISO 800 an. Das ergäbe etwa 4,30 m bei der minimalen Empfindlichkeitseinstellung von ISO 200, was wiederum etwa dem Durchschnitt entspricht.

Das Super CCD HR der Fujifilm FinePix S7000 liefert physisch effektive 6,3 Millionen Pixel. Deren einzigartige Form und Anordnung bieten aber die größte Bildqualität bei einer interpolierten Auflösung von 12 Megapixel. Das ist ein wenig verwirrend, aber unter dem Strich schneidet die Kamera beim Vergleich mit anderen Kameras im 6-Megapixel-Bereich am besten ab.

Die Testaufnahmen zeugten von guter Qualität mit nur einer Handvoll kleinerer Mängel. Im Allgemeinen fielen die Aufnahmen mit Blitz und bei natürlicher Beleuchtung sehr schön aus und die Farben präsentierten sich leuchtend, gleichmäßig und gefällig. Mit Ausnahme von ein oder zwei durch Zufall etwas rot geratenen Gesichtern wurden Hauttöne natürlich dargestellt. Der automatische Weißabgleich arbeitete nicht so zuverlässig wie bei anderen Kameras, insbesondere bei bedecktem Himmel. Hier musste gelegentlich in Photoshop nachgebessert werden, es handelte sich allerdings um eine recht leichte Korrektur. In den tieferen Schatten waren leichte Spuren von Magenta auszumachen. Dieses Problem ist ebenfalls lösbar, jedoch irritierend.

Schärfe und Detailtreue präesentierten sich gut, wurden jedoch durch Artefakte beeinträchtigt, und das sogar bei Aufnahmen im RAW-Format. Bei ISO 200 fiel das Bildrauschen gering aus, aber es kann keine Empfindlichkeit unter diesem Wert eingestellt werden. Die Aufnahmen, die mit der S7000 bei ISO 400 geschossen wurden, zeigten ein leichtes Rauschen, jedoch weniger als einige der Konkurrenzmodelle. Bei ISO 800 konnten nur Fotos mit einer Auflösung von drei Megapixeln erstellt werden. Diese wiesen definitiv mehr Rauschen auf als Fotos, die mitels digitaler Spiegelreflexkameras mit großen Sensoren aufgenommen wurden. Dennoch waren die Bilder für kleinere Abzüge durchaus brauchbar. Zusammenfassend heißt dies, dass die mögliche Größe von Abzügen in bester Qualität geringer ausfällt, als es die Auflösung von 12 Megapixel vermuten lässt.

Das Objektiv der S7000 legte leider an den Seiten eine überdurchschnittliche chromatische Aberration an den Tag, die sich in grünlichen und magentafarbenen Säumen niederschlug, die zum Bildrand hin ausgeprägter wurden. Die problematischen Punkte waren auf 28×36 cm-Abzügen nur schwer zu erkennen, bei näherem Hinsehen aber durchaus auszumachen. Leichte violettfarbene Säume waren auf Abzügen etwas deutlicher erkennbar.

Die Fujifilm FinePix S7000 kombiniert einen semiprofessionellen Funktionsumfang mit einem 6-Megapixel Super CCD HR-Sensor und einem 6fach-Zoom-Objektiv. Diese Kamera passt nicht in die Tasche und wird sicherlich auch keine Schönheitswettbewerbe gewinnen. Darüber hinaus fehlen ihr noch einige der fortgeschritteneren Funktionen zum Steuern der Bildqualität. Dennoch werden Foto-Enthusiasten die Vielseitigkeit und die gute Aufnahmequalität der S7000 zu schätzen wissen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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