Alte Ports – neue Chips: Fujitsu Siemens E8010

von Florian Kalenda am , 12:45 Uhr

Pro
  • viele Anschlüsse
  • sehr gute Leistung
  • ergonomisches Design
Con
  • unterdurchschnittliche Akkulaufzeit
  • kein DVI
Hersteller: Fujitsu Siemens Computers Listenpreis: 2999 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Wer serielle und parallele Schnittstelle am Notebook benötigt, auch ohne Docking-Station, wird kaum eine Alternative zum E8010 finden. Ergonomisch und an der Leistung gibt es nichts zu mäkeln.

Beim Lifebook E8010 hat Fujitsu Siemens den Begriff „Desktop Replacement“ wörtlich genommen – und Ports, die sogar bei PCs aussterben, mit aktuellen Notebook-Komponenten kombiniert.

Die Lifebook E-Serie von Fujitsu Siemens charakterisiert der Hersteller mit dem Motto: „Performance trifft Mobilität“. Verbaut werden aktuelle Highend-Komponenten, nämlich die schnellsten Pentium-M-Prozessoren (im Test Modell 755 mit 2,0 GHz) und ATI-Grafikchipsätze. Gleichzeitig soll das Gerät tragbar bleiben, wofür unter anderem die Beschränkung auf einen 15-Zoll-Bildschirm sorgt.

Das Lifebook E8010 ist in zwei Varianten angekündigt, als Mainstream- und als Supreme-Edition. Einziger Unterschied ist der Grafik-Chipsatz: Das Mainstream-Notebook [1] verwendet die Intel Extrem Graphics 2 des 855GME-Chipsatzes mit Shared Memory, das vom Hauptspeicher abgeknapst wird, die Supreme-Variante dagegen besitzt einen ATI Mobility Radeon 9700-Chip mit 64 MByte eigenem Speicher. Unabhängig davon kann man den Prozessor (Banias mit 1,6 oder Dothan mit bis zu 2,0 GHz), Speicher (bis 1024 MByte) oder optisches Laufwerk frei wählen. Das Testgerät entspricht der Supreme-Edition, mit Pentium M-755 und Radeon 9700, 1024 MByte RAM und 80 GByte Festplatte.

Allerdings handelt es sich um ein Vorserienmodell, das laut Presseabteilung des Herstellers noch 300 Gramm schwerer ist, als es das endgültige Modell sein wird. Das Gewicht beträgt 3,6 Kilo, während die Ankündigung auf der Website von Fujitsu Siemens sogar von 3,0 Kilo spricht (allerdings ohne optisches Laufwerk). Es unterscheidet sich außerdem in der Ausstattung von den bei Online-Shops verfügbaren Standard-Konfigurationen.

Das Testgerät ist wie die Highend-Variante der Standard-Konfigurationen mit Pentium M 755 (2,0 Ghz) und ATI Radeon Mobility 9700 plus 64 MByte Grafikspeicher ausgestattet. Der Hauptspeicher beträgt abweichend 1024 MByte, dafür ist das von Fujitsu Siemens angekündigte Bluetooth nicht an Bord, wohl aber eine Intel-WLAN-Karte 2200BG (für IEEE 802.11g mit 54 MBit/s maximalem Durchsatz).

Die Hitachi-Festplatte im Inneren speichert bis zu 80 GByte an Daten des Nutzers. Zum Export oder als Archiv kann der Multiformat-DVD-Brenner verwendet werden, der auch CD-R(W) beschreibt.

Das mächtige Gehäuse mit seinem 15,1-Zoll-Bildschirm (1400 mal 1080 Pixel) ist im typischen Fujitsu Siemens-Stil gehalten, angefangen beim leicht bläulichen Metallic-Farbton außen bis zur weißen Tastatur. Diese bietet ein leicht verbessertes Tippgefühl. Als zusätzlichen Bonus hat das E8010 neben einem Touchpad auch einen Trackstick – für alle, die diesen Mausersatz vorziehen, weil sie vielleicht die schnellere Erreichbarkeit inmitten der Tastatur schätzen. Linke und rechte Maustaste sowie Scrolltasten sind unter dem Touchpad angebracht. Ein besonderer Höhepunkt ist aber, dass sich das Touchpad abschaltet, sobald eine externe Maus im Einsatz ist.

Das erwähnte optische Laufwerk ist ungewöhnlicher Weise links angebracht – für Rechtshänder, die eine externe Maus benutzen, immerhin ein kleiner Vorteil. Es kann trotz Slimline-Größe modular gegen andere Laufwerke oder Zubehör ausgetauscht werden. Ebenfalls links sitzen der Firewire-Miniport, S-Video-Ausgang etwa für den Fernseher, einer von vier USBs und der Stromstecker. Drei weitere USBs hat Fujitsu Siemens an der Rückseite horizontal aneinander gereiht – in vertikaler Ausrichtung. So können etwa USB-Sticks nicht nebeneinander gesteckt werden – ein Problem, das durch den einen linksseitigen Anschluss aber entzerrt wird.

An der Rückseite finden sich außerdem die so genannten Legacy-Ports: parallele und serielle Schnittstelle, die nur noch selten gebraucht werden – aber wenn doch, so findet man kaum Notebooks, die mit ihnen ausgestattet sind. Auch Modem- und Ethernet-Anschluss, eine (ebenfalls rare) PS/2-Schnittstelle für Tastatur oder Maus und den VGA-Port kann man an der Gehäuserückseite nutzen. Rechts muss entsprechend der Akku untergebracht werden, neben dem aber Platz für einen PC-Card-Slot vom Typ III (oder zweimal Typ II) bleibt.

Und schließlich sind an der Frontblende Klinkenstecker für Mikrofon und Kopfhörer sowie ein Infrarot-Anschluss mit praktischem Ein- und Ausschalter angebracht. Wem das nicht genügt, der kann den E8010 mit einer Docking-Station um zusätzliche Anschlüsse und Aufrüstmöglichkeiten erweitern. Seine Stärke liegt aber letztlich in der hohen Anschlusskompatibilität und Aufrüstbarkeit auch ohne Docking-Station. Lediglich ein wichtiger Anschluss fehlt am Notebook selbst: ein DVI für digitale Displays. Diesen bietet der optionale Port-Replikator.

Hat Fujitsu Siemens die Bezeichnung Desktop-Ersatz-Notebook schon bei Ausstattung und Anschluss mehr als wörtlich genommen, so sorgt der Hersteller auch für hohe Performance: Der derzeit schnellste Pentium M mit Modellnummer 755, 2048 KByte Cache und 2,0 GHz Takt macht den Dampf in der Kiste. Sowohl die 41,0 Punkte im Business Winstone 2002 als auch 56,8 Punkte im Multimedia Content Creation Winstone 2003 könnten auch von einem Desktop stammen (wenn auch natürlich nicht der 3000-Euro-Preisklasse).

Im Grafik-Test erzielt der auch als M11 bezeichnete Radeon Mobility 9700 von ATI 9860 Punkte – wo doch schon ein Radeon 9600 (M10) über 9000 Punkte erzielen kann. Grund ist der hier auf 64 MByte beschränkte Speicher. Für eine hohe 3D-Leistung könnte Fujitsu Siemens hier noch etliche Punkte herausholen – aber wer 3D-Performance etwa für CAD-Anwendungen benötigt, kann ja gleich zur angekündigten Version des E8010 mit ATIs Profi-Grafik FireGL greifen.

Etwas enttäuschend ist im Vergleich eine Akku-Laufzeit von 184 Minuten – enttäuschend allerdings nur im Vergleich der Centrino-Systeme. Selbst das Acer [2] TM8006LMi, ebenfalls mit Dothan-Chip, übersteht die Dauerbelastung durch das Testprogramm 218 Minuten lang – und kann doch nicht mit der Banias-Generation des Intel-Mobilchips konkurrieren. Allerdings wurde wie immer ohne Optimierungen und Stromspar-Mechanismen für Notebooks wie herabgesetzte Helligkeit oder Spar-Modus des Prozessors getestet, und die reale Arbeitszeit dürfte um ein Viertel bis ein Drittel höher sein. Außerdem ist es denkbar, dass Fujitsu Siemens gegenüber dem Vorserienmodell noch zu einigen Verbesserungen in der Lage ist. Und drittens kann man einen optionalen zweiten Akku für den Multifunktionsschacht des Geräts erwerben, wenn man das Schwergewicht tatsächlich extensiv auf Geschäftsreisen nutzen möchte.

Fazit

Fujitsu Siemens hat beim E8010 das Wort vom Desktop-Ersatz erstaunlich wörtlich genommen. Das Notebooks verfügt über Anschlusstypen wie seriellen Port, die langsam sogar bei Desktop-PCs aussterben. Auch parallele (Drucker-)Schnittstelle und ein PS/2-Anschluss sind direkt am Gerät (und nicht nur an der Docking-Station) vorhanden. Unternehmen, die aufgrund ihrer Peripherie-Ausstattung diese Ports unbedingt benötigen, werden schon deshalb kaum am E8010 vorbeikommen.

Im Inneren hat Fujitsu Siemens aber nicht etwa auf Desktop-Komponenten und einen ebensolchen Prozessor gesetzt, sondern aktuelle Highend-Notebook-Bestandteile eingesetzt. So ist hervorragende Leistung möglich – bei einer Akkulaufzeit, die immerhin noch knapp über 3 Stunden beträgt.

Der auf den ersten Blick hohe Preis von 2999 Euro gilt für die Highend-Konfiguration mit Multiformat-DVD-Brenner und Pentium M 755 – wer stattdessen das Modell mit Pentium M 735 (1,7 GHz), 40 GByte-Platte, 256 MByte Speicher, integrierter Grafik und CD-Brenner/DVD-ROM-Kombination wählt, zahlt um 2000 Euro.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[2] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/