Nur begrenzt erfolgreich ist das Project Center, die in Office 2004 enthaltene große Neuerung für die Zusammenarbeit. Es ist Teil von Entourage und bündelt alle für ein bestimmtes Projekt relevanten Dateien, E-Mails, Ereignisse, Aufgaben und Termine. Wird Office im Netzwerk verwendet, kann man Projekte für andere Anwender freigeben, so dass diese die neuesten Elemente und Termine einsehen können. Project Center kann außerdem alle mit einem Projekt verbundenen Elemente auf einen Schlag sichern – eine Option, die sich bei einem Serverabsturz als sehr praktisch erweisen könnte.

Das Konzept, alle Dateien, E-Mail-Nachrichten und Aufgaben in einem Projekt zusammenzufassen, ist zwar interessant, doch wird das Project Center für Projektmanager in einer anspruchsvolleren Büroumgebung nicht ausreichen. So lässt sich einem Projekt zwar ein Fälligkeitsdatum zuordnen, doch können keine Zwischentermine definiert werden. Theoretisch könnte man hierzu mehrere Fälligkeitstermine als Ereignisse im Kalender eintragen, doch dafür braucht man kein Project Center.

Projektbezogene E-Mails können nach Betreff gruppiert werden; warum ist dies aber nicht gleich in Entourage möglich? In der jetzigen Fassung ist das Project Center weder leistungsfähig noch vielseitig genug, um mit Microsoft Project konkurrieren zu können. Gelegentliche Projektmanager können genauso gut bei den normalen Entourage-Tools und einem organisierten Dateiverzeichnis bleiben.

Funktionen

Die auffälligste Änderung bei Entourage, der PIM-Anwendung dieser Suite, ist ihre neue dreispaltige Ansicht: E-Mail-Ordner befinden sich in der linken Spalte, die Liste der Nachrichten in der Mitte, und der Lesebereich ist rechts angeordnet. Die neue Aufmachung spart jedoch nicht viel Platz ein, und sobald der Reiz des Neuen vorbei ist, werden viele Anwender wohl wieder zum Lesebereich unter der E-Mail-Liste zurückkehren.

Erfreulich ist das verbesserte E-Mail-Handling bei Entourage: Nun können E-Mails nach Datum, Betreff, Absender, Größe usw. gruppiert und ausgeblendet werden – besonders praktisch, wenn man die E-Mails von einem ganzen Jahr durchforsten muss. Auch am Junk-Mail-Filter von Entourage hat Microsoft Verbesserungen vorgenommen. Im Test fängt der Filter rund 90 Prozent der ankommenden Spam-Nachrichten ein (einschließlich der Spams, die Apple Mail auch noch nach monatelangem sorgfältigen Training entgehen).

Ein Problem von Entourage X war, dass E-Mails oder Kontakte von Apples E-Mail- oder Adressbuchanwendungen nahezu überhaupt nicht importiert werden konnten. Das neue Entourage saugt dagegen alle E-Mail- und Adressbuchdaten wie ein Schwamm auf. So lassen sich sogar die Kontakte aus dem Adressbuch direkt per Drag-and-Drop in Entourage kopieren (auch wenn im Adressbuch enthaltene Bilder während der Übersetzung verloren gehen). Bei der erstmaligen Einrichtung von E-Mail-Konten, die einen bekannten ISP verwenden, fügt Entourage 2004 die jeweiligen Einstellungen automatisch ein. Im Test kommt Entourage mit den gegebenen POP-Konten mühelos klar, und so können schon nach kurzer Zeit Nachrichten reibungslos verschickt und empfangen werden.

Die Kalenderdruckoptionen in Entourage 2004 sind wesentlich besser als die der X-Version. Der Kalender kann nun in verschiedenen Timesystem-Formaten wie Day Time, Day Runner oder Franklin Covey ausgedruckt werden, außerdem lässt sich der Ausdruck der Aufgaben anpassen.

Der Online-Kalender bereitet dagegen Probleme. Ereignisse lassen sich nicht von einem Zeitabschnitt zu einem anderen ziehen, so dass Termine immer wieder in den falschen Stundenabschnitt fallen. Außerdem wäre eine farbliche Kennzeichnung der Termine je nach Status wünschenswert, wie dies in Outlook der Fall ist (beschäftigt, außer Haus, verfügbar). Zwar können Ereignisse mit E-Mail-Beschriftungen wie „Geschäftlich“ und „Privat“ farblich markiert werden, doch ist das nicht das Gleiche.

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