Ein Arsenal an Verbesserungen: Microsoft Office 2004 für Mac

von Ben Patterson am , 11:33 Uhr

Pro
  • die neuen Kompatibilitätsberichte
  • deutlich verbesserte Verfolgung von Dokument-Änderungen Audio-Notizen in Word möglich
  • Excel-Tabellen jetzt im Seitenlayout-Modus editierbar
  • Präsentationen können mit neuem Tool schnell geändert werden
  • besserer Spam-Filter in Entourage
Con
  • neues Project-Center bietet kaum Zusatzfunktionen für Entourage oder Office
  • Web-Ansicht des Kalenders fehlerbehaftet
Hersteller: Microsoft Listenpreis: 499 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das Update ist sein Geld wert, weil Word, Excel und Powerpoint deutlich verbessert wurden. Das neue Project Center dagegen muss noch einmal überarbeitet werden.

Ein Update auf Office 2004 für Mac ist sein Geld wert, weil Word, Excel und Powerpoint deutlich verbessert wurden. Das neue Project Center dagegen muss noch einmal überarbeitet werden.

Obwohl das Debüt der neuen Version von Microsoft [1] Office für Mac nach all dem Wirbel um Office X keine große Sache mehr schien, kann Office 2004 für Mac dennoch angenehm überraschen. Die neuen Versionen von Word, Excel, PowerPoint und Entourage bieten jeweils mindestens ein neues Feature, das man nicht mehr missen möchte.

Lohnt sich ein Upgrade? Wenn man noch Office 2001 verwendet, lautet die Antwort ja. Schon allein die Verbesserungen bei Word und Excel sind das rund 300 Euro teure Upgrade wert und die neuen Office-Kompatibilitätsberichte (Compatibility Reports, siehe Funktionen) stellen sicher, dass auch ältere Dokumente noch verwendet werden können. Wer mit Office X arbeitet, wird sicherlich die verbesserte Stabilität in der 2004er Version zu schätzen wissen, während für Word-Intensivnutzer vor allem die neue Funktion zur Änderungsverfolgung angenehm ist.

Setup und Benutzerfreundlichkeit

Die Installation des neuen Office für Mac ist unkompliziert. Mit dem Installations-Assistenten kann man zwischen Standard-, Komplett- oder benutzerdefinierter Installation wählen. Zählt man zur Gruppe der Poweruser – oder will man sich nicht mit dem Installations-Assistent abgeben –, kann Office 2004 einfach per Drag-and-Drop auf die Festplatte kopiert werden. Im Gegensatz zur Windows-Version von Office erfordert Office 2004 keine Produktaktivierung.

Office 2004 benötigt Mac OS 10.2.8 oder höher. Die volle (Drag-and-Drop)-Installation beansprucht mindestens 525 MB Festplattenspeicher, obwohl Microsoft einen freien Speicherplatz von 630 MB empfiehlt.

Nur begrenzt erfolgreich ist das Project Center, die in Office 2004 enthaltene große Neuerung für die Zusammenarbeit. Es ist Teil von Entourage und bündelt alle für ein bestimmtes Projekt relevanten Dateien, E-Mails, Ereignisse, Aufgaben und Termine. Wird Office im Netzwerk verwendet, kann man Projekte für andere Anwender freigeben, so dass diese die neuesten Elemente und Termine einsehen können. Project Center kann außerdem alle mit einem Projekt verbundenen Elemente auf einen Schlag sichern – eine Option, die sich bei einem Serverabsturz als sehr praktisch erweisen könnte.

Das Konzept, alle Dateien, E-Mail-Nachrichten und Aufgaben in einem Projekt zusammenzufassen, ist zwar interessant, doch wird das Project Center für Projektmanager in einer anspruchsvolleren Büroumgebung nicht ausreichen. So lässt sich einem Projekt zwar ein Fälligkeitsdatum zuordnen, doch können keine Zwischentermine definiert werden. Theoretisch könnte man hierzu mehrere Fälligkeitstermine als Ereignisse im Kalender eintragen, doch dafür braucht man kein Project Center.

Projektbezogene E-Mails können nach Betreff gruppiert werden; warum ist dies aber nicht gleich in Entourage möglich? In der jetzigen Fassung ist das Project Center weder leistungsfähig noch vielseitig genug, um mit Microsoft Project konkurrieren zu können. Gelegentliche Projektmanager können genauso gut bei den normalen Entourage-Tools und einem organisierten Dateiverzeichnis bleiben.

Funktionen

Die auffälligste Änderung bei Entourage, der PIM-Anwendung dieser Suite, ist ihre neue dreispaltige Ansicht: E-Mail-Ordner befinden sich in der linken Spalte, die Liste der Nachrichten in der Mitte, und der Lesebereich ist rechts angeordnet. Die neue Aufmachung spart jedoch nicht viel Platz ein, und sobald der Reiz des Neuen vorbei ist, werden viele Anwender wohl wieder zum Lesebereich unter der E-Mail-Liste zurückkehren.

Erfreulich ist das verbesserte E-Mail-Handling bei Entourage: Nun können E-Mails nach Datum, Betreff, Absender, Größe usw. gruppiert und ausgeblendet werden – besonders praktisch, wenn man die E-Mails von einem ganzen Jahr durchforsten muss. Auch am Junk-Mail-Filter von Entourage hat Microsoft Verbesserungen vorgenommen. Im Test fängt der Filter rund 90 Prozent der ankommenden Spam-Nachrichten ein (einschließlich der Spams, die Apple [2] Mail auch noch nach monatelangem sorgfältigen Training entgehen).

Ein Problem von Entourage X war, dass E-Mails oder Kontakte von Apples E-Mail- oder Adressbuchanwendungen nahezu überhaupt nicht importiert werden konnten. Das neue Entourage saugt dagegen alle E-Mail- und Adressbuchdaten wie ein Schwamm auf. So lassen sich sogar die Kontakte aus dem Adressbuch direkt per Drag-and-Drop in Entourage kopieren (auch wenn im Adressbuch enthaltene Bilder während der Übersetzung verloren gehen). Bei der erstmaligen Einrichtung von E-Mail-Konten, die einen bekannten ISP verwenden, fügt Entourage 2004 die jeweiligen Einstellungen automatisch ein. Im Test kommt Entourage mit den gegebenen POP-Konten mühelos klar, und so können schon nach kurzer Zeit Nachrichten reibungslos verschickt und empfangen werden.

Die Kalenderdruckoptionen in Entourage 2004 sind wesentlich besser als die der X-Version. Der Kalender kann nun in verschiedenen Timesystem-Formaten wie Day Time, Day Runner oder Franklin Covey ausgedruckt werden, außerdem lässt sich der Ausdruck der Aufgaben anpassen.

Der Online-Kalender bereitet dagegen Probleme. Ereignisse lassen sich nicht von einem Zeitabschnitt zu einem anderen ziehen, so dass Termine immer wieder in den falschen Stundenabschnitt fallen. Außerdem wäre eine farbliche Kennzeichnung der Termine je nach Status wünschenswert, wie dies in Outlook der Fall ist (beschäftigt, außer Haus, verfügbar). Zwar können Ereignisse mit E-Mail-Beschriftungen wie „Geschäftlich“ und „Privat“ farblich markiert werden, doch ist das nicht das Gleiche.

Die Schwergewichtler von Office 2004 (Word, Excel und Powerpoint) warten mit einem beeindruckenden Arsenal an Verbesserungen auf. Eine offensichtliche und allen drei großen Produktivitätsanwendungen gemeinsame Veränderung besteht aus den frei beweglichen Paletten, die nun transparent werden, wenn man sie nicht benutzt: eine angenehme, letztendlich aber doch sinnlose Funktion. Bedeutsamer ist da die neue Office Toolbox, die rot blinkt, wenn sie Kompatibilitätsprobleme zwischen dem vorliegenden Dokument und anderen Office-Versionen entdeckt (eine dringend benötigte Neuerung).

Im Test sind Mac- und Windows-Plattformen fast uneingeschränkt kompatibel. Die einzigen Kompatibilitätsprobleme treten bei Office 2004-spezifischen Features auf. So gibt etwa die Toolbox in der Notizbuchansicht an, dass auf die Audioaufzeichnung nicht mit früheren Versionen von Word zugegriffen werden könne. Weitere Toolbox-Funktionen umfassen die Möglichkeit, Clipboard-Elemente in einem neuen Scrapbook-Tool zu sammeln, Wörter im Wörterbuch, Thesaurus oder Lexikon nachzuschlagen (nur in Word) oder das neue Project Center zu öffnen.

Mit der verbesserten Änderungsverfolgung, die farblich gekennzeichnete Anmerkungen zu Kommentaren und Löschungen am rechten Rand der Seite hinzufügt, ist Word 2004 auf dem richtigen Weg. Dies stellt zwar eine gewaltige Verbesserung im Vergleich zur X-Version dar, doch weshalb werden nicht alle erfassten Änderungen in den Kommentarblasen detailliert – statt nur der Löschungen?

Da MSN Messenger für Mac nun in Word integriert ist, kann man eine Sofortnachricht an Kollegen schicken, sollte man Fragen zu von diesen eingefügten Kommentaren haben. Praktisch sind auch die neuen Smart Buttons, eine von Office XP entliehene Funktion, die es unter anderem ermöglicht, die Quellenformatierung eingefügter Texte beizubehalten oder an das Format des aktuellen Dokuments anzupassen.

Der Navigationsbereich war schon lange überfällig und zeigt in einer links angeordneten Spalte Miniaturansichten der Seiten an (ähnlich wie in Adobe Acrobat). Die neue Notizbuchansicht ermöglicht Notizen in einem linierten Notizbuch einschließlich ausblendbarer Gliederungsüberschriften und der Fähigkeit, Audioclips aufzuzeichnen und in die Notizen einzubetten, was in einer Konferenz oder bei einem Interview sehr praktisch sein kann. Audioaufzeichnungen sind sogar während einer Präsentation möglich, wobei sie zum raschen Wiederfinden mit einem Zeitstempel versehen werden können.

Auch wenn Excel 2004 nicht so drastisch überarbeitet wurde wie Word, weist dieses Arbeitspferd unter den Tabellenkalkulationsprogrammen immerhin eine neue Seitenlayout-Ansicht auf. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um einen Vorschaumodus, in dem Objekte ausgehend von ihrer Darstellung auf der gedruckten Seite geändert und bearbeitet werden können (einschließlich Kopf- und Fußzeilen). Wie Word setzt auch Excel ausgiebig auf Smart Buttons. Sie eignen sich beispielsweise hervorragend zur Reparatur defekter Formeln oder zum Festlegen der Reihenfolge für eine Reihe von Zellen.

Powerpoint bringt eine attraktive neue Funktion für den Konferenzraum mit: die Presenter Tools (Referententools) zur Inszenierung von Präsentationen – vor allem dann praktisch, wenn man zwei Bildschirme zur Verfügung hat. Auf dem einen Schirm sieht das Publikum die normale Powerpoint-Präsentation und auf dem anderen sind die aktuelle Folie, ein kleines Fenster mit der nächsten Folie, Miniaturansichten aller in der Präsentation enthaltenen Folien (durch Klicken auf eine Miniaturansicht springt die Präsentation zu dieser Folie) und ein Bereich für Notizen angezeigt, die man andernfalls auf Notizzettel kritzeln würde. Abgesehen von den Referententools wartet Powerpoint mit keinen bemerkenswerten Neuerungen auf. Es gibt lediglich mehrere neue Übergänge (manche weniger gewöhnungsbedürftig als andere), Animationseffekte (die nun in Basic, Subtle, Moderate und Exciting untergliedert sind) und über 200 Vorlagen wie Geschäftsformulare, Aufkleber und Newsletter.

Microsoft Office 2004 für Mac wird mit einer Fülle von Hilfedateien geliefert, die dafür sorgen dürften, dass die Anwender mit den vielen Funktionen zurechtkommen. Sollten dennoch Probleme auftreten, wird man sich wohl telefonisch oder per E-Mail an Microsoft wenden müssen, was mitunter recht teuer werden kann.

Am günstigsten erhält man bei den verschiedenen Microsoft Office-Newsgroups Rat, auf die man über die Support-Site von Microsoft zugreifen kann. Bei den Userforen muss man allerdings viel Glück haben. So erhält man vielleicht eine schnelle und hilfreiche Antwort von einem anderen Anwender oder man muss sich mit sarkastischen Kommentaren begnügen. Mit anderen Worten: Man ist dort sich selbst überlassen.

Zieht man eine direkt von Microsoft stammende Hilfe vor, kann man sich entweder telefonisch oder per E-Mail an das Unternehmen wenden. Die ersten beiden Anrufe bzw. E-Mail-Anfragen sind kostenfrei (mit Ausnahme der Telefonkosten), danach fallen jedoch pro Vorfall Gebühren zwischen 40 und 70 Euro an. Im Übrigen ist der Support für installationsbedingte Fragen kostenfrei und zeitlich unbegrenzt. Der telefonische Support ist montags bis freitags von 8 Uhr bis 18 Uhr zu erreichen.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Software
  • Kommunikation - keine

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