Ultrakompakte 3,2-Megapixel-Kamera: Casio Exilim EX-S3

von A. Schmoll-Trautmann und David D. Busch am , 11:31 Uhr

Pro
  • sehr kompakt
  • modisches Design und solide Verarbeitung
  • fast keine Auslöseverzögerung
  • lange Akku-Lebensdauer
  • USB-Cradle wird mitgeliefert
Con
  • Fixfokus-Objektiv mit fester Brennweite und ohne Makro-Funktion
  • die Handhabung dürfte nicht jedermanns Sache sein
Hersteller: Casio Listenpreis: 349 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die ultrakompakte 3,2-Megapixelkamera Casio Exilim EX-S3 präsentiert sich zwar als Leichtgewicht, aber das kleine Fixfokus-Objektiv beschränkt die Möglichkeiten und liefert nur durchschnittliche Bildqualität.

Die ultrakompakte 3,2-Megapixelkamera Casio Exilim EX-S3 präsentiert sich zwar als Leichtgewicht, aber das kleine Fixfokus-Objektiv beschränkt die Möglichkeiten und liefert nur durchschnittliche Bildqualität.

Eine einmalige Aufnahme verpassen, weil man seine Digitalkamera nicht dabei hat? Nun gibt es keine Entschuldigung mehr dafür, nicht wenigstens drei Megapixel in der Tasche zu haben. Das Gehäuse der Exilim EX-S3 von Casio lädt dazu ein, überall hin mitgenommen zu werden: Es besteht aus einer Magnesium-Legierung und nimmt nicht mehr Raum als ein Stapel aus 14 Kreditkarten ein.

Die kaum merkliche Auslöseverzögerung, ein helles 2-Zoll-LCD und eine lange Akkulebensdauer machen diese ultrakompakte Kamera noch attraktiver. Allerdings musste Casio einige Kompromisse eingehen, um die Kamera in ein derart winziges Gehäuse zu pferchen. Das Fixfokus-Objektiv, die feste Brennweite und die nur durchschnittliche Bildqualität der S3 sowie Probleme bei der Handhabung könnten ihre Attraktivität selbst für Gelegenheitsfotografen mit Hang zu leichtem Gepäck schmälern.

Trotz ihrer Lilliput-Abmessungen von 89,5 x 57 x 11,7 Millimetern und einem Gewicht von nur rund 91 Gramm inklusive Akku und Speichermedium ist die S3 überall dort klein, wo es darauf ankommt, und bietet trotzdem Bedienelemente in brauchbarer Größe sowie ein großzügiges 2-Zoll-LCD.

Das solide Gehäuse aus gebürstetem Metall verleiht der Kamera ein ansprechendes Äußeres und eine eingebaute Abdeckung bewahrt das Objektiv vor Schaden, wenn die Kamera sich in der Tasche befindet. Diese Exilim-Kamera hat ihren Grundaufbau und viele ihrer Funktionen mit dem preisgünstigeren, abgespeckten Schwestermodell, der 2-Megapixel-Kamera EX-S20U, gemeinsam.

Test
Casio hat den Ein- und Ausschaltknopf ein wenig tiefer in das Gehäuse eingelassen als den Auslöser, damit man die Kamera nicht versehentlich abschaltet. Dennoch kann der geringe Abstand der beiden Knöpfe zu Missgeschicken führen.

Test
Die Vierwegetaste kann so programmiert werden, dass man zwischen zwei häufig verwendeten Einstellungen wechseln kann. Die „Display“-Taste aktiviert ein dynamisches Histogramm als Hilfe für eine ausgewogene Belichtung.

Die S3 zeigt sich bedienerfreundlich, da nicht viele Einstellungen vorgenommen werden müssen (und können). Der Anwender wird daher nur selten einen anderen Knopf als den Auslöser drücken. Die Tastenkombinationen oben/unten und links/rechts auf der Vierwegetaste können so konfiguriert werden, dass sie jeweils eine häufig verwendete Funktion steuern, zum Beispiel den 4fach-Digital-Zoom, die Aufnahme- und Blitz-Modi, die Belichtungskorrektur, den Weißabgleich, die Lichtempfindlichkeit und den Selbstauslöser.

Es gibt nur drei weitere Bedienelemente. Mit der „Menu“-Taste werden logisch angelegte Menüs zur Anpassung der Einstellungen aufgerufen. Die „Display“-Taste schaltet das LCD und seine verschiedenen Anzeigen an und aus. Mit dem „Play/Record“-Schalter kann man zwischen Aufnahme und Wiedergabe wechseln.

Obwohl die Bedienelemente und das Design der S3 einfach angelegt sind, weisen sie dennoch auch einige Schwachstellen auf. Wenn man die Kamera mit zwei Händen hält, verdeckt man mit dem Finger leicht das Objektiv, das sich links oben in der Ecke befindet. Wenn man die Kamera für einen Schnappschuss hochhebt, dass man statt des Auslösers den Ausschaltknopf drückt – die beiden sind nur wenige Millimeter voreinander entfernt. Je nach Größe der Hand findet sich der rechte Daumen möglicherweise häufiger auf dem Display als auf der Vierwegetaste wieder. Wenn man stattdessen den Daumen an der Unterseite der Kamera platziert, wo er auf der auswechselbaren SD-Speicherkarte zu liegen kommt, kann es passieren, dass man beim Auslösen gleichzeitig das Speichermedium auswirft.

Die Grundfunktionen der S3 sind so einfach gehalten wie ihre Bedienelemente, aber alles, was man für einen Schnappschuss braucht, ist vorhanden. Das 35-Millimeter-Fixfokus-Objektiv (Kleinbildkamera-Äquivalent) ist konstant auf eine relativ große Blende von 4,2 eingestellt und bildet Motive ab einer Distanz von 80 Zentimetern scharf ab.

Manuelle Schärfeeinstellung oder ein Makro-Modus werden nicht angeboten. Man kann jedoch eine Lichtempfindlichkeit zwischen ISO 80 und ISO 640 einstellen, zwischen manuellem und voreingestelltem Weißabgleich wählen, eine Rote-Augen-Reduktion für den Blitz zuschalten und mit Selbstauslöser fotografieren. Außerdem kann man bis zu dreißig Sekunden AVI-Video mit Ton in einer Auflösung von 320 x 240 Pixel aufzeichnen.

Test
Die integrierten 10 MByte Speicher wird man sicher SD/MMC-Medien erweitern wollen.

Test
Die S3 wird inklusive einer USB-Cradle geliefert, mit der man bequem Bilder hochladen und den Akku laden kann. Wenn man auf die „Photo“-Taste drückt, zeigt die Kamera die aufgenommenen Bilder in Form einer Dia-Schau.

Die einzige Belichtungsoption, die zur Verfügung steht, ist die Programmautomatik, die allerdings um je zwei Belichtungsstufen nach oben oder unten angepasst werden kann. Die Verschlussgeschwindigkeit wird automatisch auf einen Wert zwischen einer und einer 1/6.400 Sekunde eingestellt. Die S3 bietet 15 so genannte „Best Shots“, also vorprogrammierte Motiveinstellungen, bei denen Farbsättigung, Kontrast und Belichtungszeit für bestimmte Motive optimiert sind, etwa für Portraits, Feuerwerk, Sonnenuntergänge und Haustiere. Im Pre-Shot-Modus kann man einen selbst ausgesuchten Hintergrund fotografieren, der dann auf dem Display verbleibt, so dass eine weitere Person einen vor diesem Hintergrund ablichten kann. Bei der Einstellung „Coupling“ wird ein Motiv in zwei Bereiche unterteilt, die einzeln aufgenommen werden. So können sich zum Beispiel Paare in den Flitterwochen auf einem Bild verewigen, ohne auf die Hilfe einer dritten Person angewiesen zu sein. Man kann auch ein bereits aufgenommenes Bild aussuchen und dessen Einstellungen als „Best Shot“-Vorlage speichern.

Eine Reihe von Neuheiten macht die Kamera noch interessanter. So kann man beispielsweise direkt in der Kamera ein HTML-Album anlegen. Man sucht die Bilder aus, wählt unter den zehn Layouts und gibt an, ob das Album offline, als Ausdruck oder im Web zu sehen sein soll. Wenn man die S3 über die mitgelieferte USB-Cradle an den Computer anschließt, kann man über einen Web-Browser das Album auf dem Monitor durchblättern. Darüber hinaus gibt es einen eingebauten Kalender, einen Wecker und eine Weltzeit-Funktion – ein nützliches Detail für Reisende.
Die S3 speichert ausschließlich im JPEG-Format ab, wobei drei Kompressions-Einstellungen zur Verfügung stehen. Man kann außerdem die volle Auflösung von 2.041 x 1.536 auf 1.600 x 1.200, 1.280 x 960 oder 640 x 480 Pixel reduzieren.

Die Kamera ist zwar schnell aufnahmebereit, braucht dafür jedoch zwischen zwei Aufnahmen ein wenig länger. Im Test konnte das erste Foto bereits 2,5 Sekunden nach dem Einschalten der Kamera geschossen werden, aber danach dauerte es durchschnittlich drei Sekunden, bis die Kamera wieder aufnahmebereit war, dreieinhalb bei Verwendung des Blitzes.

Es gibt keinen Serienbildmodus, mit dem diese Verzögerung verkürzt werden könnte. Auf der anderen Seite war die Auslöseverzögerung hervorragend: Sie war so geringfügig, dass sie nur unter größten Schwierigkeiten zu messen war. Da sie nicht fokussieren muss, nimmt die S3 nur 0,1 Sekunde nach Druck auf den Auslöser auf.

Test
Die Lebensdauer des Akkus war hervorragend. Bevor der Lithium-Ionen-Akku aufgab, konnten mehr als 500 Aufnahmen geschossen werden, die Hälfte davon mit Blitz.

Test
Der winzige optische Sucher zeigt einen verzerrten 85prozentigen Ausschnitt des Motivs mit scharf vignettierten Kanten und ohne Hinweis auf die Einstellung des digitalen Zooms.

Das 2-Zoll-LCD macht einen hervorragenden Eindruck, es entstehen lediglich minimale Schatten, wenn sich Motiv oder Kamera bewegen. Das Display ist auch bei hellem Sonnenlicht oder in schlecht beleuchteten Innenräumen gut zu erkennen. Die 0,8 bis 2 Meter Reichweite des kleinen Blitzgerätes begrenzen die Möglichkeiten für Gruppenaufnahmen mit Blitz, es ließen sich aber noch bis 3,70 Meter akzeptable Ergebnisse erzielen.

Für eine Kamera mit einer Auflösung von 3,2 Megapixel erzielte dieses Casio-Modell zwar nur mittelmäßige Ergebnisse, für eine derart kleine Kamera mit einem fixierten Objektiv sind die Bilder dennoch ziemlich gut. Wer Fotos ins Internet stellen und kleine Ausdrucke von Schnappschüssen machen möchte wird wahrscheinlich zufrieden sein.

Die Farben waren im Test gedämpft und wiesen einen etwas geringen Kontrast auf, obwohl der Weißabgleich gut funktionierte. Schärfe und Detailtreue waren für 3-Megapixel-Aufnahmen unterdurchschnittlich – wie man es von einer Kamera mit einer so kleinen Linse wie der der S3 erwartet. Einige Bilder sahen aufgrund einer tonnenförmigen Verzeichnung an den Kanten leicht gewölbt aus.

Test
Speziell bei Nahaufnahmen, die mit der S3 geschossen werden, sind tonnenförmige Verzeichnungen zu erkennen.

Test
Im Test sahen die Blitzaufnahmen ein wenig hart und unregelmäßig ausgeleuchtet aus.

Das Bildrauschen war bei Lichtempfindlichkeiten unter 320 ISO angenehm gering, bei ISO 640 war das Rauschen allerdings intensiv genug, um als Spezialeffekt durchzugehen. Außerdem traten Zackenbildung, überstrahlte Lichter und leichte Kompressionsartefakte auf. Doch wenn man die Bildgröße beim Ausdruck klein hält, sind diese störenden Effekte nicht mehr zu erkennen.

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