Ausgefeiltes Handy im Dreh-Design: Motorola V80

von Lee Chee Wee am , 10:11 Uhr

Pro
  • einzigartiges Dreh-Design
  • scharfes TFT-Display
  • luxuriöses Äußeres
  • Bluetooth
  • MP3-Klingeltöne
  • eingebaute Lichtorgel
  • Panorama-Aufnahmen
Con
  • vertrackte Message-Engine
  • kein Infrarot
  • keine Video-Aufzeichnung
Hersteller: Motorola Listenpreis: 499 Euro ohne Vertrag
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das Aufsehen erregende V80 von Motorola bietet die richtige Mischung aus Gestaltung, Stil und Technik.

Als das V70 von Motorola vor zwei Jahren auf den Markt kam, erregte es mit seinem revolutionären Design viel Aufmerksamkeit. Es wird die Fans des Handys mit dem drehbaren Tastenfeld freuen, dass das Nachfolgemodell V80 mit einem neuen modischen Aussehen und aktualisierter Technik ausgestattet ist.

Wildfremde Menschen können ihre Augen und Freunde ihre Hände nicht davon lassen. Das Motorola V80 ist zweifellos ein geborener Star. Das für eine modebewusste Zielgruppe entwickelte Telefon besticht durch sein faszinierendes Äußeres. Ganz in Schwarz gehüllt, bietet es mit seinen silbernen Kanten ein sehenswertes Spektakel, wenn es mit vielfarbigen Lichtern verschiedene Ereignisse signalisiert.

Das vom einst populären V70 übernommene unorthodoxe Dreh-Design ist jetzt um einen Federmechanismus ergänzt. Daher kann man das Telefon mit einem kleinen Stups in Bereitschaftsposition bringen – das Tastenfeld kommt zum Vorschein, und das gestochen scharfe TFT-Display mit seinen 65.000 Farben wird aktiviert. Während die Bedienung relativ einfach ist, werden sich die Linkshänder unter den Nutzern möglicherweise erst an das Gerät gewöhnen müssen, da es sich nur im Uhrzeigersinn öffnen lässt.

Denjenigen, die auf ihrem Telefon oft Textnachrichten verfassen, bietet das Tastenfeld eher durchwachsenen Komfort. Obwohl der Abstand der Tasten voneinander ausreichend ist, sind sie nicht erhaben genug, um schnell damit zu schreiben. Zudem sind die etwas entfernt platzierten drei Multifunktionstasten und der Joystick nur schwer zu erreichen.

Motorola hat den Drehmechanismus sinnvoll eingesetzt. Um Gespräche anzunehmen, dreht man den oberen Teil des Handys um 180 Grad, und zur Aktivierung der Kamera-Funktion dreht man ihn um 90 Grad. Hier besteht dann die Wahl zwischen einer Portrait- und einer Landschafts-Einstellung. Allerdings befindet sich der Auslöser zu nahe an der Linse, so dass man bei Schnappschüssen oft das Objektiv blockiert. Obwohl dieses Mobiltelefon Videos abspielen kann, sind die Aufnahmemöglichkeiten der Kamera auf VGA-Standbilder beschränkt.

Noch vor kurzem mussten Besitzer, die ihr Telefon zur individuellen Gestaltung mit LEDs versehen wollten, auf ihre Garantie verzichten. Motorola geht diesmal über einfache LEDs hinaus und hat das V80 mit einer durch Geräusche aktivierten Beleuchtung bestückt, die den Namen Rhythm Lights trägt. Man wählt einfach seine Lieblingseinstellung und schaut zu, wie das musikalische V80 im Rhythmus blinkt. Wie schon erwähnt, signalisiert das Telefon verschiedene Ereignisse, indem es in unterschiedlichen Farben leuchtet. So leuchtet es blau, wenn eine aktive Bluetooth-Verbindung vorliegt, und violett beim Eingang von Nachrichten.

Wer hofft, dass dieses Telefon das Multimedia-Erlebnis mit einer Abspielmöglichkeit für MP3s abrundet, sollte sich auf eine Enttäuschung gefasst machen. Ein kleiner Trost sind hier das eingebaute Kompositionsprogramm, die 22-stimmige Tonwiedergabe und die MP3-Klingeltöne.

Was die Verbindungsoptionen angeht, ist das mit Bluetooth ausgestattete V80 hervorragend. Es gibt keinerlei Probleme dabei, das Telefon zusammen mit anderen Geräten, zum Beispiel Bluetooth-Kopfhörern, einzusetzen. Es ist problemlos möglich, über die GPRS-Verbindung des Geräts auf einem Pocket PC im Internet zu surfen. Motorola legt dem Telefon ein USB-Datenkabel bei, so dass man das Gerät mittels eines Desktop-Rechners individuell konfigurieren kann. Unangenehm bemerkbar machen sich lediglich das Fehlen einer Infrarot-Schnittstelle und die Tatsache, dass der Austausch der Medien nicht ganz nahtlos verläuft.

Wie die meisten Geräte von Motorola läuft auch das V80 mit einem hauseigenen Betriebssystem. Dieses legt beim Versenden von Nachrichten eine Langsamkeit an den Tag, die auch bei anderen Motorola-Handys zu beobachten ist. Verfasser von Textnachrichten werden sich ärgern, wenn das V80 nicht mit ihren flinken Fingern mithalten kann. Dass die Empfänger von Nachrichten diese doppelt erhalten, wenn man die Klappe des Geräts schließt, bevor die Nachricht vollständig versandt ist, verschlimmert die Lage noch.

Während der zwei Wochen langen Testphase traten keine Probleme bezüglich des Empfangs oder der Verständlichkeit auf. Die Freisprechfunktion leistete in ruhigeren Umgebungen wie etwa einem Büro gute Dienste, erwies sich aber unter geräuschvolleren Bedingungen als etwas leise. Ein vollständig geladener Akku hielt bei mäßigem Gebrauch im Allgemeinen drei Tage.

Der höchste Wert für die spezifische Absorptionsrate (SAR) lag bei 0,54 W/kg, womit dieses Gerät die internationalen Anforderungen bezüglich der Strahlenbelastung erfüllt.

Fazit

Gegenüber anderen derzeit erhältlichen Design-Telefonen spielt das V80 dank seiner einzigartigen Dreh-Funktion und der reichhaltigen Funktionsausstattung in einer anderen Liga. Mit einem Preis von 499 Euro ohne Vertrag ist dieses Modell von Motorola nicht gerade billig. Modebewussten Mitmenschen dürfte es aber vermutlich nichts ausmachen, ein paar Euro mehr für dieses Schmuckstück hinzulegen, das eine ausgezeichnete Balance zwischen Aussehen und Technik bietet.

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