Tastatur-König: Nokia 6820

von Bonnie Cha am , 09:51 Uhr

Pro
  • QWERTY-Tastatur
  • schlankeres, attraktiveres Design
  • integrierte Kamera
  • Aufnehmen und Abspielen von Videos
  • Bluetooth
  • EDGE-Unterstützung
  • beeindruckende Gesprächsqualität
Con
  • blasser Bildschirm
  • keine feste Kamera-Taste
  • Design der Freisprechanlage nicht intuitiv
Hersteller: Nokia Listenpreis: 339 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das vollständig ausgestattete Nokia 6820 ist ein solides Telefon und wird sich bei den Freunden von Textnachrichten garantiert großer Beliebtheit erfreuen.

Das gut ausgestattete Nokia 6820 ist ein solides Telefon und wird sich dank der Tastatur bei den Freunden von Textnachrichten garantiert großer Beliebtheit erfreuen.

Das Nokia 6820 baut auf den Erfolg seines Vorgängers, des 6800, und bietet ein schlankeres und attraktiveres Design sowie nützliche neue Funktionen, wie eine integrierte Kamera und die Möglichkeit zur Aufnahme von Videos. Die Hauptattraktion dieses Handys bleibt jedoch seine eingebaute QWERTY-Tastatur, die das Herz eines jeden SMS- und E-Mail-Fanatikers höher schlagen lässt. Mit 339 Euro ist das 6820 nicht gerade billig, mit Vertragsbindung es allerdings auch preiswerter über den Ladentisch.

Design

Auf den ersten Blick sieht das Nokia 6820 wie ein typisches Mobiltelefon im Schokoriegel-Format aus. Es hat ein auffälliges, in Hellblau und Silber gehaltenes Gehäuse und mit 106 mal 46 mal 22 mm dieselben Abmessungen wie sein Vorgänger, das 6800. Im Vergleich zu diesem hat es jedoch an Gewicht verloren und wiegt statt 125 nur 102 Gramm. Das Gerät ist kompakt gebaut und passt in fast jede Tasche. Außerdem liegt es komfortabel in der Hand und fühlt sich solide an.

Der 1,5-Zoll-Bildschirm mit seinen 4.095 Farben enttäuscht etwas im Vergleich zu den neuesten Displays mit 65.000 Farben. Bilder und Fotos erscheinen manchmal gerastert und verwaschen, besonders im Außenbereich. Text ist dennoch deutlich zu lesen und der Bildschirm vor Schmierflecken geschützt. Unterhalb des Displays befindet sich, flankiert von zwei Multifunktionstasten, ein beleuchteter Fünf-Wege-Joystick, mit dem man sich durch die grafisch gestalteten, benutzerfreundlichen Menüs arbeiten kann. Die numerische Tastatur schließt glatt mit der Oberfläche des Telefons ab und ist, wie auch der Joystick, attraktiver gestaltet als beim Nokia 6800. Alle Tasten haben einen ausreichenden Abstand zueinander, der Druckpunkt ist jedoch nicht leicht zu erspüren. Auch ist der Joystick kleiner, als er sein sollte. Positiv fielen dagegen die beiden rückseitig beleuchteten Streifen auf, durch die die Zahlenreihen getrennt werden; sie sorgen dafür, dass man auch bei schlechten Lichtverhältnissen problemlos wählen kann. Über die Steuerungstasten erhält man mit einem Tastendruck Zugriff auf zahlreiche Funktionen – man sollte daran denken, sie zu deaktivieren, wenn man das Telefon in einer Jacken-, Hosen- oder Handtasche trägt.

Sesam öffne dich! Der verlockendste und nützlichste Teil der Ausstattung des 6820 kommt zutage, wenn man seine Klappe öffnet: eine vollständige QWERTY-Tastatur inklusive Verbindungs- und Gesprächsende-Tasten. Die in Blau und Silber gehaltenen Tasten haben eine ausreichende Entfernung voneinander, sind aber aufgrund der zweigeteilten Abstandstaste dennoch etwas gewöhnungsbedürftig. Beherrscht man sie jedoch, kann man unterwegs blitzschnell E-Mails und SMS schreiben und wundert sich wahrscheinlich, wie man je ohne dieses Gerät ausgekommen ist. Wer größere Finger hat, sollte die Tastatur aber erst einmal ausprobieren. Auch die Tastatur hat eine Hintergrundbeleuchtung, aber sie muss manuell mit der dafür vorgesehenen Taste in der linken oberen Ecke eingeschaltet werden. Erfreulich ist, dass sich die Bildschirmdarstellung automatisch der horizontalen Lage anpasst, sobald man die Tastatur aufklappt, und eine Taste oben rechts am Telefon als dritte Multifunktionstaste genutzt werden kann. Das Scharnier an der Klappe wirkt unglaublich stabil, man braucht allerdings zwei Hände, um es zu öffnen.

Zur weiteren Ausstattung des Telefons zählen eine Infrarot-Schnittstelle rechts am Gehäuse, eine Kamera an der Rückseite und eine feste Taste zum Ein- und Ausschalten oben rechts am Gehäuse. Es gibt keine feste Taste zum Aktivieren der Kamera, hierzu muss man das Menü verwenden. Eigenartigerweise hat Nokia die Tasten zur Regelung der Lautstärke weggelassen, die sich beim 6800 an der linken Seite des Gehäuses befanden. Stattdessen wird die Lautstärke nun geregelt, indem man den Joystick nach rechts oder links bewegt, was etwas unbequem ist.

Das Nokia 6820 bietet eine Vielzahl von Funktionen. Das interne Telefonbuch kann bis zu 500 Einträge mit je bis zu 5 Telefonnummern, einer E-Mail- und einer Web-Adresse sowie der Anschrift speichern. Außerdem kann man bis zu fünf Anrufergruppen einrichten und zur Identifikation von Anrufern (soweit diese verfügbar ist) den Nummern ein Bild oder einen von 44 polyphonen Klingeltönen zuordnen. Ein Vibrationsmodus ist ebenfalls vorhanden. Darüber hinaus bietet das Mobiltelefon eine Sprachsteuerung und Sprachanwahl für bis zu 10 Nummern, eine Weckfunktion, einen Taschenrechner, einen Kalender, eine Umrechnungsfunktion für Maße und Währungen und eine Agenda.

Besonders Geschäftsleute werden über die Bluetooth-Schnittstelle des 6820, die Möglichkeit, Visitenkarten-Informationen über die IR-Schnittstelle auszutauschen, und den WAP 2.0 Web-Browser erfreut sein, die sich gut in Verbindung mit der durch das Telefon unterstützen EDGE-Hochgeschwindigkeits-Technologie nutzen lassen. Auch eine Freisprechfunktion gibt es, diese sollte allerdings überarbeitet werden. Man kann sie durch das Öffnen der Tastatur automatisch aktivieren, aber wie beim Motorola A630 schaltet sie sich nicht wieder ab, wenn man die Abdeckung schließt. Ansonsten kann man die Freisprechfunktion aktivieren, indem man bei geschlossener Klappe die rechte Auswahltaste drückt, sobald eine Verbindung zustande gekommen ist. Wenn man dann aber die Tastatur öffnet und wieder schließt, wird die Freisprechfunktion automatisch ausgeschaltet.

Die eingebaute CIF-Kamera des 6820 kann mit ihrem 2fach-Zoom Bilder in drei Auflösungen schießen: Basic (160 mal 120 Pixel), Normal (320 mal 240 Pixel) und Hoch (640 mal 480 Pixel). Darüber hinaus kann man Bilder im Standard- Porträt- oder Nacht-Modus aufnehmen. Leider gibt es keinen Spiegel für Selbstporträts, keine Einstellung für Weißabgleich oder Kontrast und auch keine Spezialeffekte, allerdings können die Aufnahmen als Bildschirmhintergrund verwendet werden.

Glück hat, wer sich Steven Spielberg nahe fühlt: Die Kamera des 6820 kann 10 Sekunden lange Video-Clips im QCIF-Format aufnehmen, die über 3GPP wiedergegeben werden können. Die Qualität der Fotos und Videos ist ziemlich schlecht, jedoch ausreichend für einen schnellen Schnappschuss, den man per E-Mail oder Multimedia-Message (MMS) verschickt. Es können so viele Fotos und Videos gespeichert werden, wie der 3,5 MByte große Speicher des Telefons aufnehmen kann.

Ohne Text- und E-Mail-Optionen wäre die integrierte QWERTY-Tastatur fast nutzlos, das 6820 bietet jedoch zahlreiche Möglichkeiten, die Daumen zu trainieren. Das Telefon unterstützt SMS (bis zu 160 Zeichen) und MMS. Beide Funktionen arbeiteten im Test hervorragend und das Senden und Empfangen von Nachrichten ging schnell und reibungslos vonstatten. Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass MMS-Nachrichten, die größer als 100K sind, nicht durchkommen. Das 6820 unterstützt auch POP3-, IMAP4- und SMTP-Mailkonten und die Instant Messaging-Clients von MSN, Yahoo, AOL und ICQ. Mobile Profi-Nutzer können die PC-Suite für das 6820 von der Nokia-Website herunterladen. Diese ermöglicht es, das Telefon mit einem PC, einem Laptop oder einem anderen Mobilgerät abzugleichen.

Man kann das 6820 durch die Auswahl von Bildschirmhintergrund, farblicher Gestaltung der Anzeige und Bildschirmschonern individuell anpassen. Weitere Gestaltungselemente und Klingeltöne sowie Java(J2ME)-Spiele können aus dem Netz heruntergeladen werden. Fünf Spiele werden bereits mitgeliefert: Backgammon, Water Rapids, Chess Puzzle, Bounce und Bowling.

Leistung

Das Triband-Handy Nokia 6820 wurde in San Francisco getestet, wobei der Empfang insgesamt gut war. Die Anrufe waren klar verständlich, es gab nur wenige statische Störgeräusche und die Wiedergabe war laut. Die angerufenen Teilnehmer bemerkten nicht, dass sie von einem Mobiltelefon aus angerufen wurden. Die Freisprecheinrichtung funktionierte im Test gut.

Die Akkulebensdauer war ebenfalls gut. Das Nokia 6820 erreichte die angegebenen 5 Stunden Gesprächszeit und auch die versprochene Standby-Zeit von 10 Tagen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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