Business-PDA: HP Ipaq Pocket PC hx4700

von Bonnie Cha am , 09:35 Uhr

Pro
  • flotter 624-MHz-Prozessor
  • 4-Zoll-VGA-Display
  • integrierte WiFi- und Bluetooth-Funktion
  • austauschbarer Akku
Con
  • sperrig
  • Touchpad nicht intuitiv und wenig reaktionsfreudig
  • unterdurchschnittliche Video-Performance
Hersteller: Hewlett Packard Listenpreis: 699 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Der hx4700 bietet leistungsfähige Funktionen und eine solide Performance für Profis, die viel unterwegs sind. Das hat aber auch seinen Preis.

Der hx4700 bietet leistungsfähige Funktionen und eine solide Performance für Profis, die viel unterwegs sind. Das hat aber auch seinen Preis.

Die Herstellung von Business-orientierten Handhelds ist nichts Neues für HP, aber mit dem hx4700 als aktuellsten Ipaq für Geschäftsleute wartet das Unternehmen in diesem Gebiet doch mit einigen Neuerungen auf. Da finden sich mit Windows Mobile 2003 SE nicht nur das aktuellste Betriebssystem und Intels Hochgeschwindigkeitsprozessor, sondern auch ein innovatives Touchpad zur Navigation sowie ein scharfes VGA-Display.

Vor allem professionelle Anwender, die viel unterwegs sind, werden sich über die integrierten Wi-Fi- und Bluetooth-Funktionen freuen. Diese Ausstattung hat jedoch mit 699 Euro ihren stolzen Preis. Wer nicht bereit ist, für einen Handheld so viel auszugeben, und auch ohne das hoch auflösende Display auskommt, für den bietet das High-End-Modell von Dell, der Axim X30, viele derselben Features und eine solide Performance, aber zum halben Preis.

Design

HP hat das Design des Ipaq hx4700 einer gründlichen Überholung unterzogen, so dass dieser eine Reihe neuer Gestaltungsmerkmale mitbringt. Der hx4700 kommt nicht im traditionell silbernen HP-Gewand daher, sondern in einem anthrazitfarbenen Gehäuse mit ein paar schwarzen Akzenten. Sicherlich ist die Farbe eine Frage des individuellen Geschmacks, aber insgesamt sieht das Gerät recht ansprechend aus. Leider ist dieser PDA nicht besonders kompakt. Obwohl er im Vergleich zu seinem Vorgänger etwas leichter ausfällt (187 g gegenüber 207 g), gehört der hx4700 mit 131 mal 77 mal 15 mm immer noch zu den großen Handhelds. Damit ähnelt er von den Abmessungen dem Toshiba e805 und dem Asus Mypal A716. Der hx4700 fühlt sich durchaus solide an, aber man schleppt doch einiges mehr mit sich herum.

Das hervorragende vier Zoll große VGA-TFT-Farbdisplay des hx4700 fällt sofort ins Auge. Es unterstützt 65.000 Farben bei einer Auflösung von bis zu 640 x 480 Pixel. Was bedeutet das für den Benutzer? Scharfe und klare Bilder mit lebhaften Farben. Auf der linken Seite findet sich zum Schutz eine Kunststoffabdeckung, die man abnehmen kann, indem man sie nach oben schiebt und dann aus dem Scharnier hebt. Die Abdeckung ist zwar transparent, aber man wird sie doch eher nicht verwenden, denn sie zieht jede Menge Schmutz an.

Direkt unterhalb des Displays befindet sich das Navigationsfeld. Die üblichen Shortcut-Tasten und eine Tastatur fehlen allerdings, denn HP hat sie durch ein trapezförmiges Touchpad ersetzt, bei dem die Navpoint-Technologie von Synaptics zum Einsatz kommt (derselben Firma, die auch die Schnittstelle für Apples Ipod liefert). Die vier programmierbaren Shortcut-Tasten befinden sich in den vier Ecken des Touchpads. Zur Auswahl einer Anwendung reicht ein Druck auf die kleine Erhebung unterhalb der Icons. Die Steuerelemente des Navigations-Touchpads belegen dessen Mitte, wobei kleine punktförmige Erhebungen die Richtungen auf, ab, links und rechts markieren.

Das Touchpad ist eine nette Idee, aber nicht unbedingt die intuitivste Methode zum Scrollen durch Menüs und Seiten. Es dauerte schon ein paar Minuten, ehe die Tester herausgefunden hatten, dass man die kleinen Punkte drücken muss, um sich in die entsprechende Richtung zu bewegen, und ein Druck auf die Mitte des Pads zum Auswählen dient. Ein Besuch auf der Website von Synaptics sorgte für eine kurze Einführung in die Navpoint-Technologie. Nach ein paar Versuchen hat man den Bogen raus, aber etwas gewöhnungsbedürftig ist die Bedienung dennoch. Man kann auch in den Cursor-Modus wechseln, der den Mauszeiger bei PCs und Notebooks nachahmt (über die Menüs „Einstellungen“ oder „Programm“).

Der Rest des hx4700 entspricht im Wesentlichen dem Standard. Vervollständigt wird die Vorderseite des Geräts durch einen Lautsprecher und drei kleine LEDs, die orange leuchten, wenn das Gerät geladen wird, blau bei Wireless-Betrieb und grün für Alarmmeldungen. Oben am Gerät befinden sich der Halter für den Stylus, der Einschalter, ein Standard-Kopfhöreranschluss sowie ein Erweiterungssteckplatz für SDIO-, MMC- und Compact Flash-Karten. Unten am PDA gibt es einen Infrarot-Anschluss, eine Reset-Taste sowie den Knopf zum Sichern und Entsichern des Akkus. An der linken Seite des hx4700 ist außerdem eine Taste für Sprachaufzeichnungen vorhanden.

Das mitgelieferte Zubehör ist nicht besonders umfangreich, enthält aber das Wichtigste: ein Netzteil, eine USB-Dockingstation sowie ein schützendes Etui.

Der HP Ipaq hx4700 ist als PDA für Business-Anwender gedacht. So verwundert es kaum, dass er einige leistungsfähige Funktionen mitbringt. Wie beim Dell Axim X30 erledigt auch beim hx4700 Intels 624 MHz Xscale PXA270 Prozessor die Hauptarbeit. Dieser sorgt nicht nur für hohe Geschwindigkeiten, der Chip nutzt zudem zwei Technologien namens Speed Step und Wireless MMX, die Akku-Laufzeit und Multimedia-Performance optimieren. Ebenfalls erfreulich ist ein vom Benutzer auswechselbarer Lithium-Ionen-Akku mit hoher Kapazität von 1.800 mAh, was der doppelten Kapazität des Axim X30 entspricht, sowie eine interne Backup-Batterie. HP bietet darüber hinaus einen Lithium-Ionen-Akku mit 3.600 mAh an.

Der hx4700 bietet eine Menge Speicherkapazität: 128 MByte ROM und 64 MByte RAM, von denen der Anwender insgesamt 135 MByte nutzen kann. Die mitgelieferte Anwendung Ipaq File Store stellt nichtflüchtigen Speicher bereit und ermöglicht die Speicherung von bis zu 80 MByte wichtiger Daten. Der Rest des verfügbaren Speichers (55 MByte) ist RAM. Hinzu kommt ein Erweiterungssteckplatz, der eine Vielzahl von Karten akzeptiert: SDIO, MMC und Compact Flash.

Wireless-Konnektivität bietet der hx4700 in Form von WiFi und Bluetooth. Praktischer Weise lassen sich beide Empfänger gleichzeitig nutzen, anders als beim Asus My Pal A716. Ein weiterer Pluspunkt ist das Ipaq Wireless-Utility, mit dem man die Funkverbindungen mit einem Klick aktivieren und die Einstellungen für WiFi und Bluetooth vornehmen kann.

Windows Mobile 2003 Second Edition (SE) bietet neben einigen kleineren Updates auch einen Querformat-Modus. Außerdem gibt es die Standardanwendungen Pocket Outlook, Word, Excel und Internet Explorer. HP liefert zwar eine ganze Reihe eigener Utilities mit (Backup, Image Zone zum Betrachten von Bildern und Erstellen von Dia-Shows und Task Switcher), ansonsten ist das Softwareangebot aber eher mager.

Insgesamt kann sich die Leistung des HP Ipaq hx4700 durchaus sehen lassen, aber eigentlich hätte man von diesem Pocket PC mehr erwartet. Obwohl er mit demselben 624 MHz Intel Prozessor ausgestattet ist wie der Dell Axim X30, lieferte der hx4700 schlechtere Werte bei den Benchmark-Tests als der Axim. Dies lag vor allem an den schlechteren Werten bei der Video-Performance, so dass Spieler vom hx4700 eher nicht begeistert sein werden. Sonst ist der PDA allerdings sehr schnell, und alle Anwendungen reagierten prompt, selbst wenn mehrere Programme im Hintergrund laufen.

Was dem hx4700 an Video-Performance fehlt, macht er an Qualität mehr als wett. Das vier Zoll VGA-Display ist äußerst hell wie auch scharf und unterstützt hervorragend die 3D-Schnittstelle von Windows CE 4.21. Das Betrachten von Fotos macht auf dem klaren, auch bei Tageslicht gut lesbaren Display ebenfalls Spaß. In Sachen Display-Qualität hat der Ipaq gegenüber dem X30 eindeutig die Nase vorn.

Die Wireless-Verbindungen mit dem hx4700 waren hervorragend. Es gelang in wenigen Sekunden, das Gerät mit einem Access-Point und dem Internet zu verbinden, und auch die Reichweite überzeugte. Sowohl Wi-Fi als auch Bluetooth funktionierten bei den Tests tadellos und können auch gleichzeitig genutzt werden. Allerdings geht dies deutlich schneller zu Lasten der Akku-Leistung als der Normalbetrieb. Dennoch war die Akku-Laufzeit des hx4700 sehr gut.

Bei den entsprechenden Tests, bei dem das Gerät in einer Endlosschleife einen Video-Clip wiedergeben musste, wobei alle Funktechniken abgeschaltet, Lautstärke und Hintergrundbeleuchtung aber voll aufgedreht waren, schaffte der HP 5 Stunden, 25 Minuten – fast eine Stunde mehr als der Dell Axim. Da der Test den Akku möglichst schnell entleeren soll, dürfte unter realen Bedingungen die Laufzeit des hx4700 eher das Zwei- bis Dreifache betragen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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