Cooler MP3-Player: Apple Ipod Mini (4 GByte)

von A. Schmoll-Trautmann und Eliot Van Buskirk am , 13:47 Uhr

Pro
  • Design und Benutzeroberfläche
  • in fünf Farben erhältlich
  • hervorragende Wiedergabefunktionen
  • sauberer, konfigurierbarer Klang
  • nahtlose Synchronisation
  • verwaltet Adressen
  • enthält Spiele
  • als externes Laufwerk einsetzbar
Con
  • weder UKW-Radio noch Aufnahmemöglichkeiten
  • Akku kann nicht vom Nutzer gewechselt werden
Hersteller: Apple Listenpreis: 249 Euro
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 8,7 von 10 Punkte
Fazit:

Apple hat mit dem iPod Mini erneut ein nahezu perfektes MP3-Abspielgerät geschaffen.

Ipod ist inzwischen ein Synonym für hervorragende tragbare Audioabspielgeräte und Apples Ipod Mini mit 4 GByte setzt mit seinem modischen und intelligenten Design diese Tradition fort.

Die Marke iPod ist inzwischen ein Synonym für hervorragende tragbare Audioabspielgeräte, und Apples mit 4 GByte ausgestatteter iPod Mini setzt mit seinem modischen und intelligenten Design diese Tradition fort. Auf seiner Festplatte finden etwa 74 Stunden Musik Platz, und er teilt die beeindruckende grafische Benutzeroberfläche wie auch die Klangqualitäten mit seinem größeren Bruder, dem weißen iPod.

Inzwischen wurden am wichtigsten Designmerkmal des älteren Gerätes – dem Auswahlrad – Verbesserungen vorgenommen, die dem Nutzer helfen, sich noch leichter auch mit nur einer Hand durch Menüs und Musiktitel zu bewegen. Es bleibt einzig die Frage offen, ob diese Art von Gerät den richtigen Punkt auf der Linie zwischen Flash- und Festplatten-Playern trifft. Mit zirka 250 Euro ist der iPod Mini (in verschiedenen Farben) teurer als einige Abspielgeräte mit Festplatten, die größere Kapazitäten aufweisen. Aber schon die Möglichkeit, mit dem Gerät anzugeben, könnte diesen Preis wert sein.

Design

Obwohl es kaum möglich erscheint, übertrifft das Design des iPod Mini sogar das seines fotogenen älteren Bruders. Das elegante Gehäuse aus eloxiertem Aluminium ist derart stabil, dass man den Eindruck hat, man könnte sich auf das Gerät stellen, ohne dass es ihm etwas ausmachte. Das Gehäuse wird von Apple [1] durch Aushöhlen von Aluminiumrohren in Form des Mini gefertigt, so dass es keine Nähte gibt. Die Farbe wird dann während des Eloxierungsprozesses aufgebracht und kann dadurch nicht abscheuern.

Test
Der iPod Mini im Gürtelclip: Musik zum Mitnehmen.

Test
Im separat erhältlichen Dock steht der iPod Mini in eleganter Schräglage.

Auf den ersten Blick ergibt sich der Eindruck, dass der längliche iPod Mini (9,1 mal 5,1 mal 1,3 Zentimeter) größer als der quadratische Creative Nomad MuVo² ist, aber der neue Player nimmt weniger Raum ein als jeder andere, der mit der neuen 4 GByte großen 1-Zoll-Festplatte von Hitachi ausgestattet ist. Mit 103 Gramm ist er ein wenig schwerer als der MuVo², trotzdem liegt er nicht schwer in der Tasche. Der Bildschirm des iPod Mini ist mit einer Diagonalen von 1,7 Zoll kleiner als der des weißen iPod, aber die klaren Bilder, die sich durch die höhere Punktdichte ergeben, entschädigen für den geringeren Sichtbereich (obwohl im Browse-Modus nur Songtitel und Interpret angezeigt werden und keine Informationen zum Album).

Der Design-Highlight ist das überarbeitete Scroll-Rad. Die Funktionen Wiedergabe, Menü/Zurück, schneller Vorlauf und Zurückspulen, die beim weißen iPod über vier Sensortasten bedient wurden befinden sich jetzt auf dem Scroll-Rad (oder vielmehr dem Klick-Rad). Diese Herangehensweise bietet den Vorteil, dass man spüren kann, wenn eine Funktion betätigt wird. Abgesehen von dieser neuen Funktion kann man mit dem berührungsempfindlichen Klick-Rad auch weiterhin hervorragend schnell und präzise lange Titellisten durchgehen. Wie beim weißen iPod dient die unbezeichnete Taste in der Mitte des Klick-Rads zur Funktionsauswahl. Der oben angebrachte Schieber, mit dem man alle Funktionen arretiert, ist das einzige weitere Bedienungselement.

Über einen Steckplatz an der Unterseite kann der iPod Mini entweder an ein Firewire oder USB1.1/2.0-Kabel (beide im Lieferumfang enthalten) oder an das separat erhältliche Dock (39 Euro) angeschlossen werden und lässt sich so mit dem Netzadapter, einem Firewire/USB-Port oder direkt mit dem Ausgang einer Stereoanlage verbinden. Unterwegs bringt man den Mini mit einem Klick in einem weißen Gürtelclip unter, den Apple mitliefert. Für sportliche Aktivitäten bietet der Hersteller auch ein separat erhältliches Armband (etwa 29 Dollar) mit demselben Klickmechanismus. Allerdings ist der iPod Mini wie alle MP3-Abspielgeräte mit Festplatte nicht unbedingt für hohe sportliche Belastungen geeignet. Die ebenfalls separat erhältliche Kabelfernbedienung (rund 39 Euro) ist dieselbe, die auch einigen Modellen des weißen iPod beiliegt.

Außer dem Voice Recorder und dem Flash-Adapter von Belkin funktionieren die meisten von Drittanbietern für die neuesten weißen iPod-Modelle angebotenen Zusatzgeräte auch am Mini.

Alle Wiedergabefunktionen des iPod Mini sind über das Hauptmenü zugänglich und programmierbar. Man kann nach Titel, Interpret, Album, Genre, Playlist oder Komponist sortieren. Mit der „On the Go“-Funktion lässt sich auch ohne Computer eine neue Playlist zusammenstellen. Wenn man das Gerät später mit iTunes 4.2 oder einer späteren Version des Programms abgleicht, wird die neue Playlist auf den Mac oder den PC geladen und kann nach Wunsch später automatisch wieder auf den Mini geladen werden.

Noch eine neue Funktion: Im Autosync-Modus misst iTunes den noch verfügbaren Speicherplatz des iPod Mini und erstellt aus Titeln, die in iTunes hoch bewertet oder häufig gehört wurden, eine Playlist, die diesen perfekt ausfüllt. Dies ist eine entscheidende Funktion, denn 4 GByte Speicherplatz (von denen Apple behauptet, dass sie für 1000 Titel ausreichen) sind für die meisten ernst zu nehmenden digitalen Musiksammlungen nicht genug. Wenn man auf seinem Mac oder PC bereits iTunes zum Anhören von Musikstücken verwendet hat, sorgt die Funktion dafür, dass der Speicher des iPod Mini automatisch bis an den Rand seiner Kapazität mit den dort gespeicherten Lieblingstiteln gefüllt wird, sobald man das Gerät zum ersten Mal anschließt.

Test
Die Kabelfernbedienung für die anderen iPods kann auch am iPod Mini verwendet werden. Man muss sie aber separat erwerben.

Mit einer Playlist-Funktion bewertet man die Musiktitel während des Abspiels auf einer Skala von eins bis fünf. Je höher die Wertung eines Titels ist, desto häufiger wird er im Shuffle-Modus abgespielt (Titel können auch in iTunes bewertet werden). Der Abgleich von Musikbibliothek und Gerät ist wie gehabt elegant. Wenn man den Mini anschließt oder ins separat erhältliche Dock stellt, fährt iTunes hoch und gleicht automatisch die Musiksammlung oder ausgewählte Playlists ab. Mit iTunes kann man auch den Inhalt seiner CDs in MP3- und ACC-Dateien umwandeln. Der iPod Mini geht mit AAC-Dateien genauso um wie mit MP3-Dateien, aber AAC klingt bei gleicher Bitrate besser. Das Abspielgerät unterstützt außerdem WAF/AIFF-Dateien und Audible-Dateien mit gesprochenen Texten, die jetzt im iTunes Music Store angeboten werden. Über die Software kann man Titel auch mit anderer Bitrate neu sampeln, die Lautstärke anpassen (auch als Normalisieren bezeichnet) und Titel während der Übertragung digital aufbereiten.

Zu den weiteren beachtenswerten Extras gehören: eine Weckerfunktion, die sich mit einem Alarmton oder einem zuvor ausgewählten Musiktitel über die Stereoanlage bemerkbar macht; drei Spiele (Brick, Parachute und Solitaire); Music Quiz, ein Programm das misst, wie lange man braucht, um Titel aus seiner Musiksammlung zu erkennen; eine Adressenliste und ein mit Outlook abgleichbarer Kalender; ein Bereich, in dem man Textnotizen lesen kann, und die Möglichkeit, Titel von der Festplatte des iPod abzuspielen, während dieser an den Computer angeschlossen ist.

Man kann mit dem iPod Mini auch Musik zwischen verschiedenen Computern austauschen. Einfach ist dies jedoch nicht, da das Gerät nur mit einer Version von iTunes zusammenarbeitet. Es gibt jedoch eine Alternative: Wenn man unter Windows die Option „Versteckte Dateien und Ordner anzeigen“ verwendet und über „Arbeitsplatz“ die internen Dateien des Mini durchsucht, bis man die Musiktitel findet, kann man MP3-Dateien von dort auf die Festplatte eines anderen Computers kopieren. Unter Mac OS X ist dies ebenfalls möglich, wenn man zuvor Tinkertool installiert.

Bei Verwendung der Funktion „Enable Disk Use“ gibt es beim iPod Mini keinerlei Kompatibilitätsprobleme bezüglich der Übertragung von Dateien von einem Computer auf den anderen (Mac oder PC). Musikdateien werden hier allerdings nicht angezeigt, wenn man nicht den oben beschriebenen Weg einschlägt.

Die für die Klangwiedergabe zuständigen Schaltkreise des iPod Mini sind identisch mit denen des iPod, ebenso steht es folglich mit der beeindruckenden Tonqualität und der hohen Wiedergabeleistung (maximal 30 mW pro Kanal). Die mitgelieferten Ohrhörer klingen gut, aber der im Test verwendete E3c-Kopfhörer von Shure ließ den Klang noch strahlender werden.

Test
Apple liefert den Mini mit Sennheiser-Ohrhörern, die mit oder ohne Schaumstoffpolster getragen werden können.

Test
Durch Verwendung des separat erhältlichen Armbands wird der Körper des Trägers als Stoßdämpfer eingesetzt. Dies reicht aber nicht unbedingt aus, um die Festplatte des iPod Mini vor den Langzeit-Effekten des Joggens zu schützen.

Apple gibt an, dass der eingebaute Akku innerhalb von drei Stunden geladen sei und mit einer Ladung acht Stunden lang auskomme. Im Test wurden diese Werte in den meisten Fällen um etwa eine Stunde überboten. Der Akku kann nicht selbst ausgetauscht werden. Wenn man aber nach ein paar Jahren mit der Leistung unzufrieden ist, setzt Apple für etwa 99 Euro einen neuen ein.
Der Mini ist sowohl mit Firewire als auch mit USB 1.1/2.0-Schnittstellen ausgestattet. Über Firewire wurden die Musiktitel im Test mit einer Rate von 2,6 MByte pro Sekunde übertragen. Bei USB 2.0 ging der Abgleich mit 3,18 MByte pro Sekunde schneller vonstatten.

Laut Apple werden durch einen Flash-Pufferspeicher von 32 MByte bis zu 25 Minuten Skip-Protection erreicht. Im Test gab es keine Ausfälle. Als MP3-Abspielgerät mit Festplatte ist auch der iPod Mini nicht so gut für intensive körperliche Tätigkeiten geeignet wie Flash-Abspielgeräte, die keine beweglichen Teile enthalten. Dennoch dürfte das Gerät auch im Fitnesstudio gut funktionieren (und aussehen), besonders in Verbindung mit dem separat erhältlichen Armband.

Datentransfer-Raten   
(Je länger der Balken, desto besser die Leistung)

MByte pro Sekunde   

Akku-Leistung   
(Je länger der Balken, desto besser die Leistung)

Akku-Lebensdauer in Stunden   

Überblick
Pro Bestnoten für Design und Benutzeroberfläche; in fünf Farben erhältlich; hervorragende Wiedergabefunktionen; sauberer, konfigurierbarer Klang; nahtlose Synchronisation; verwaltet Adressen; enthält Spiele; als externes Laufwerk einsetzbar
Contra Weder UKW-Radio noch Aufnahmemöglichkeiten; Akku kann nicht vom Nutzer gewechselt werden
Einsatzgebiete Mitnahme von 74 Stunden Musik in einem winzigen, attraktiven Abspielgerät
Nutzerkreis Modebewusste, Design-Freaks, Musikliebhaber im Allgemeinen
Fazit Apple hat erneut ein nahezu perfektes MP3-Abspielgerät geschaffen

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[2] Apple iPod Mini (4 GByte)-USB2.0: https://www.cnet.de/Apple_iPod_Mini__4GB__Green_/4505-6490_7-30657036.html?tag=pc

[3] Creative Nomad MuVo2 (4 GByte)-USB2.0: https://www.cnet.de/Creative_Nomad_MuVo2__4GB_/4505-6490_7-30708279.html?tag=pc

[4] Philips HDD060 (1.5 GByte)-USB: https://www.cnet.de/Philips_HDD060/4505-6490_7-30842853.html?tag=pc