Kompakt und gut: Canon Digital Ixus IIs

von A. Schmoll-Trautmann, Aimee Baldridge und David Busch am , 16:29 Uhr

Pro
  • einfach zu bedienen
  • solide Bildqualität
  • extrem kompakt
  • beeindruckende Akku-Lebensdauer
  • geringe Auslöseverzögerung
Con
  • wenige manuelle Einstellmöglichkeiten
  • keine Motivprogramme
  • ungenauer Sucher ohne Dioptrienausgleich
  • Autofokus bei schlechten Lichtverhältnissen langsam
Hersteller: Canon Listenpreis: 349 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Wer mit einem 2-fach-Zoom und einer Auflösung von 3,2 Megapixel leben kann, erhält mit dieser Schnappschuss-Kamera anständige Aufnahmen und gute Leistungen in einer extrem kompakten Verpackung.

Wer mit einem 2fach-Zoom und einer Auflösung von 3,2 Megapixel leben kann, erhält mit dieser Schnappschuss-Kamera anständige Aufnahmen und gute Leistungen in einer extrem kompakten Verpackung.

Das Edelstahlgehäuse der Canon Digital Ixus IIs hat die Westentaschenmaße von 85 mal 56 mal 24 Milimeter und wiegt inklusive Akku und SD/MMC-Medien etwa 184 Gramm. Selbst ein absoluter Neuling sollte mit den gut ausgewiesenen, wenngleich etwas eigenen Steuerelementen innerhalb von Minuten klar kommen.

Caono Ixus IIs
Sowohl der Auslöser als auch der Einschaltknopf und der Kipphebel für den Zoom sind oben auf der Kamera.

An der Oberseite befindet sich ein großer Auslöseschalter, um den herum die Bedienung für den Zoom, ein Kontrolllämpchen und ein leicht eingelassener Einschaltknopf angeordnet sind. Der Auslöser legt sich fast von selbst unter den Zeigefinger, während der Daumen auf dem Auswahlrad an der Rückseite ruht.

Caono Ixus IIs
Mit dem Schalter auf der Rückseite der Digital Ixus IIs kann man zwischen Wiedergabe, vollautomatischer Aufnahme und Videoaufnahme wählen. Im manuellen Betrieb hat man Zugriff auf eine Handvoll Bildeinstellungen, kann aber die Belichtung nicht manuell steuern.

Die Aufteilung der Rückseite ist ein wenig ungewöhnlich, es gibt aber nur unwesentliche Beanstandungen. Der Kippschalter, mit dem man sich durch die Menüs bewegt und die grundlegenden Aufnahmeeinstellungen vornimmt, hat in seiner Mitte keine Auswahltaste. Diese befindet sich stattdessen links außen am Gerät unter dem 1,5-Zoll LCD.

Caono Ixus IIs
Mit der Auswahltaste (Set) bestätigt man die Auswahl einer Menüoption, während mit den Tasten „Menu“ und „Function“ jeweils unterschiedliche Menüsysteme aktiviert werden: eines für die Einrichtung der Kamera und das andere für häufiger verwendete Funktionen. Mit der Taste „Display“ kann man die Einstellungen auf dem LCD anzeigen lassen.

Das Menü für die Einrichtung der Kamera und das für die Aufnahmeeinstellungen werden über separate Tasten aufgerufen. Über die Taste „Function“ erhält man Zugriff auf die Belichtungskompensation, den Weißabgleich, ISO, Farbeffekte, Komprimierungsniveau und Auflösung. Über die Taste „Menu“ kann man drei Seiten mit weiteren Aufnahme- und Einstellungs-Optionen aufrufen, wenn die Kamera sich im Aufnahme-Modus befindet. Im Vorschau-Modus bietet sich eine andere Auswahl, um einen Schreibschutz für einzelne Dateien zu aktivieren, Bilder zu drehen, Dia-Shows ablaufen zu lassen und Druckaufträge zu geben. Mit der Display-Taste wird das LCD ein- und ausgeschaltet, oder die aktuellen Aufnahmeeinstellungen werden angezeigt. Im Wiedergabe-Modus erscheinen dann ausführliche Informationen zum aktuellen Bild, einschließlich eines nützlichen Histogramms.

Caono Ixus IIs
Mit der Vier-Wege-Taste werden Fokussierung, Messfunktion und Blitzfunktion ausgewählt, darüber hinaus die Serienbildfunktion und der Selbstauslöser. Zudem dient sie zur Navigation in den Menüs. Mit nur einem Druck auf die Print/Share-Taste lassen sich auf kompatiblen Druckern Bilder direkt ausdrucken.

Die Ausstattung der Canon Digital Ixus IIs ist ein wenig spartanisch. Der schwachbrüstige Zoombereich des 35 – 70 mm Objektivs (entsprechend Kleinbildkamera) eignet sich am besten für kleinere Korrekturen am Bildausschnitt, und die Optik lässt einen im Makro-Modus nicht näher als 10 Zentimeter an das Motiv heran. Mit Ausnahme der bei wenig Licht einsetzbaren Langzeitbelichtung von 1 bis 15 Sekunden gibt es keine Motivprogramme wie etwa Sport. Ebenso fehlen Zeit- und Blendenautomatik, man kann die Belichtung nicht einstellen und auch nicht von Hand scharf stellen. Eine Belichtungskompensation (plus oder minus 2EV in 1/3-EV-Schritten) ist über das LCD-Menü wählbar – ebenso die ISO-Einstellungen (50 bis 400), die Optionen für den Weißabgleich, die Blitz-Langzeitsynchronisation für Nachtaufnahmen und die Panoramaunterstützung. Es gibt nur wenige Spezialeffekte, darunter „Vivid Color“ mit erhöhtem Sättigungsgrad, „Neutral“ mit Kontrastreduktion und Farbsättigung, „Low Sharpening“, „Sepia“ und „Black And White“.

Caono Ixus IIs
Die Digital Ixus IIs arbeitet mit SD/MMC-Speicherkarten.

Die Digital Ixus IIs hat einen 9-Punkt-Autofokus mit Hilfslicht, der viel Spaß macht. Das System versucht in jedem Motiv den Schwerpunkt des Interesses zu bestimmen. Wenn man den Auslöser nur teilweise niederdrückt, erscheinen auf dem LCD einer oder mehrere grüne Kästen, die den Bereich anzeigen, auf den scharfgestellt wird. Es kann auch automatisch auf die Bildmitte scharfgestellt werden.

Ebenfalls interessant ist der Orientierungssensor, der registriert, ob ein Bild im Hoch- oder im Querformat aufgenommen wurde, und das Bild während der Wiedergabe in die richtige Lage bringt. Ton und Bewegung können in bis zu 30 Sekunden langen AVI-Videoclips mit einer Auflösung von 640 mal 480 Pixel oder drei Minuten langen Clips mit einer Auflösung von 320 mal 240 oder 160 mal 120 festgehalten werden. Zu jedem Bild lässt sich außerdem eine Sprachnotiz von bis zu einer Minute Länge aufzeichnen. Drei JPEG-Komprimierungsstufen stehen zur Auswahl, ein eigenes Format für Standbilder jedoch nicht.

Wer hauptsächlich Schnappschüsse macht, wird mit der Gesamtleistung der Canon Digital Ixus IIs zufrieden sein. Bis man nach dem Einschalten das erste Bild aufnehmen kann, vergehen etwa 3,7 Sekunden, was akzeptabel ist, und weitere Bilder konnten in Intervallen von 1,6 Sekunden geschossen werden (4,96 Sekunden mit Blitz).

Caono Ixus IIs
Der Lithium-Ionen-Akku der Digital Ixus IIs schaffte mit einer Ladung 482 Aufnahmen – eine gute Leistung für eine so kleine Stromquelle.

Bei Motiven mit hohen Kontrastwerten stellte die Kamera recht schnell scharf, so dass die Auslöseverzögerung bei ordentlichen 0,8 Sekunden lag. Bei Motiven mit geringen Kontrasten dehnte sich die Verzögerung auch bei Zuhilfenahme des Autofokus-Hilfslichtes auf etwa 1,9 Sekunden aus. Wie ihre Geschwister hat auch diese Ixus einen Schnellaufnahme-Modus, bei dem das LCD eingefroren wird und sich die Auslöseverzögerung so auf 0,4 Sekunden reduziert. Mit der Serienbildfunktion schaffte sie bei voller Auflösung 8 Aufnahmen in 4,24 Sekunden und bei einer Auflösung von 640 mal 480 107 Aufnahmen in etwa 60 Sekunden.

Das 1,5-Zoll-LCD zeigt den gesamten Bildausschnitt, seine Helligkeit kann reguliert werden und ist auch bei Sonnenlicht einsetzbar. Insgesamt ist es damit dem optischen Sucher vorzuziehen, der einen Teil des Bildausschnitts abschneidet und keine Dioptrienanpassung hat.

Die Lebensdauer der Akkus war gut, eine Ladung reichte im Rahmen eines Testgangs inklusive Zoombetrieb, Fotovorschau auf dem LCD und anderen energieintensiven Funktionen für 482 Bilder, wovon die Hälfte mit Blitz geschossen wurde. Reiselustigen dürfte das 7 mal 5,1 mal 2,5 cm kleine Ladegerät mit dem ausklappbaren Wechselstromstecker gefallen, für das man kein sperriges Kabel benötigt. Die Reichweite des Blitzgeräts erstreckt sich von etwa einem halben bis drei Meter im Weitwinkelmodus oder zwei Meter im Tele-Modus. Im Makrobereich ist sie auf 28 bis 45 Zentimeter begrenzt.

Bildqualität

Die Qualität der Bilder fiel gut aus. Die automatisch gewählten Aufnahmeeinstellungen waren hervorragend und zeigten sowohl in den hellen als auch in den dunklen Bereichen viele Details und volle, gesättigte Farben. Die Bilder der Canon Digital Ixus IIs hielten dem Vergleich mit denen ihrer 4-Megapixel-Schwester, der Ixus 40, insgesamt gut stand. Allerdings wiesen die aufgenommenen Bilder schwächere Kontraste auf und tendierten unter hartem Licht zu deutlichen violetten Rändern. Hauttöne wurden häufig ein wenig gelblich abgebildet. Bildrauschen kam erst bei höheren ISO-Einstellungen (ISO 200 und 400) auf, und die Digital Ixus IIs hat ein automatisches Rauschunterdrückungssystem für Belichtungszeiten ab 1,3 Sekunden.

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