Panasonic Lumix DMC-LC50

von A. Schmoll-Trautmann, Aimee Baldridge und David Busch am , 10:29 Uhr

Pro
  • gute Bildqualität
  • gute Makro-Funktionen
  • schneller Serienbild-Modus aus fünf Aufnahmen
  • leichte Bedienung
  • durchdachte Energiesparmöglichkeiten
Con
  • keine manuellen Belichtungseinstellungen
  • kleiner LCD-Monitor (1,5 Zoll)
  • erhebliche Verschlussverzögerung
  • Video-Modus mit niedriger Auflösung ohne Ton
Hersteller: Panasonic Listenpreis: ca. 199 Euro (Straßenpreis)
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Die für diese Klasse von Digitalkameras sehr gute Bildqualität und der vielseitige Automatikbetrieb werden qualitätsbewussten Schnappschussfotografen zusagen. Von ihrer Leistung her ist diese Lumix jedoch nur Mittelmaß und außerdem für eine 3,2-Megapixel-Kamera ein wenig zu sperrig.

Die für diese Klasse sehr gute Bildqualität und der vielseitige Automatikbetrieb werden qualitätsbewussten Schnappschussfotografen zusagen, von ihrer Leistung her ist diese Lumix jedoch nur Mittelmaß.

Mit einer für diese Klasse von Digitalkameras exzellenten Bildqualität, hervorragenden Nahaufnahme-Optionen, einem Serienbild-Modus, mit dem innerhalb von zwei Sekunden fünf Bilder aufgenommen werden können, und weiteren vielfältigen Funktionen einschließlich einer Stromspareinstellung und einem äußerst vereinfachten Modus ist die Panasonic Lumix DMC-LC50 die richtige Wahl für Schnappschussfotografen, die Qualität und Benutzerfreundlichkeit in einem kompakten Gehäuse suchen. Die erhebliche Verschlussverzögerung, die nur im Mittelfeld rangierende Leistung sowie fehlende manuelle Einstellmöglichkeiten werden jedoch auch manch anderen Interessenten abschrecken.

Design

Die Panasonic Lumix DMC-LC50 ist zwar nicht das kompakteste Modell unter den 3,2-Megapixel-Digitalkameras, sie findet jedoch immer noch bequem in einer Jackentasche Platz und weist mit ihrem silberfarbenen Kunststoffgehäuse und einem Gewicht von 159 Gramm ein ansprechendes Design auf. An der Oberseite der Kamera befindet sich ein Zoom-Hebel, der die Auslösetaste umgibt, so dass beide mit dem Zeigefinger bedient werden können. Ansonsten befindet sich an der Kameraoberseite nur noch der Ein-/Ausschalter. Sogar die Stromversorgungsanzeige wurde auf die gut konzipierte Rückseite der Kamera verbannt, auf der ein Minimum an Tasten und Schaltern für weitere Funktionen untergebracht ist.

Panasonic Lumix DMC-LC50
Der Ein-/Ausschalter, der Auslöser und der Zoom-Hebel sind die einzigen Bedienelemente an der Oberseite der Kamera.

Das durchdachte Design kommt mit nur drei Tasten, einem Einstellrad für den Aufnahme-Modus und einem Bedienfeld mit vier Cursortasten aus. Unterhalb des 1,5-Zoll-LCD-Monitors befinden sich drei Tasten: eine Löschtaste, eine Display-Taste, mit welcher der LCD-Monitor ein- und ausgeschaltet beziehungsweise ein nach dem Prinzip des goldenen Schnitts aufgebautes Raster aktiviert werden kann, sowie eine Menü-Taste, die Zugriff auf die leicht zu navigierenden Menüs für Aufnahme, Einstellungen und Wiedergabe bietet.

Panasonic Lumix DMC-LC50
Die Tasten für Löschfunktion, Anzeige und Menüs befinden sich unterhalb des LCD-Monitors. Die mittlere Taste lässt sich dank einer kleinen Erhebung leicht ertasten.

Rechts auf der Kamerarückseite befinden sich ein geriffeltes Einstellrad mit neun verschiedenen Aufnahme- und Wiedergabemodi und einer Serienbild-Modus-Taste in der Mitte sowie ein Bedienfeld mit vier Cursortasten zum Aktivieren von jeweils zwei bis drei zugeordneten Funktionen. Zum Beispiel kann durch Drücken des Aufwärtspfeils zwischen dem Belichtungsausgleich, einer Belichtungsreihenautomatik für drei Bilder und dem Weißabgleich gewechselt werden. Wenn das gewünschte Bedienelement auf dem LCD-Monitor erscheint, kann man über die Links- und Rechtspfeile die entsprechende Einstellung vornehmen. Drückt man direkt auf den Linkspfeil, kann damit der Selbstauslöser auf 2 oder 10 Sekunden eingestellt werden, während über den Rechtspfeil der Blitzlicht-Modus ausgewählt werden kann. Durch Drücken auf den Abwärtspfeil wird der Review-Modus aktiviert.

Panasonic Lumix DMC-LC50
Mit dem Einstellrad auf der Kamerarückseite kann bequem zwischen Aufnahme- und Wiedergabeoptionen gewechselt werden. Über die Taste in der Mitte werden die Serienbild-Modi aktiviert.

Panasonic Lumix DMC-LC50
Jede der Cursortasten auf dem Vierwege-Bedienfeld ist mehrfach belegt, um die Handhabung effektiver zu gestalten.

Im auf dem Einstellrad durch ein Herz symbolisierten vereinfachten Modus bietet das Cursortasten-Bedienfeld nur eingeschränkte Möglichkeiten: Einstellung des Gegenlichtausgleichs, Selbstauslöser mit 10 Sekunden, Ein- und Ausschalten von elektronischem Blitzlicht und Rote-Augen-Entfernung sowie ein vereinfachter Review-Modus. Auch das Menüsystem ist im vereinfachten Modus spielend leicht zu beherrschen. So werden beispielsweise Angaben zur Auflösung statt in Zahlen lediglich als Bildmodi ENLARGE, 4 mal 6, E-MAIL und so weiter angezeigt und komplexere Einstellungsoptionen werden gänzlich ausgeblendet. Der vereinfachte Modus ist besonders für Einsteiger sehr praktisch oder wenn man Dritte bittet, ein Bild aufzunehmen, ohne dass zuvor viel erklärt werden muss.

Obwohl die Panasonic Lumix DMC-LC50 dem Benutzer die meisten Entscheidungen beim Fotografieren abnimmt, umfasst sie auch Optionen für eine Vielzahl von Aufnahmesituationen. Beispielsweise bietet das Einstellrad Modi für normale und vereinfachte Bedienung, Makro-Aufnahmen, Portrait- und Landschaftsbilder, bei denen die Feldtiefe verringert beziehungsweise vergrößert wird, und Portraitaufnahmen bei Nacht, mit einer relativ langen Belichtungszeit, damit auch bei Verwendung des Blitzlichts Details im Hintergrund zu sehen sind. Darüber hinaus gibt es einen zweistufigen Stromsparmodus, in dem der LCD-Monitor abgedunkelt wird oder sich ganz ausschaltet, wenn die Kamera 5 beziehungsweise 15 Sekunden lang nicht betätigt wird.

Panasonic Lumix DMC-LC50
Die Lumix DMC-LC50 speichert Bilder auf SD-Speicherkarten oder MultiMediCards.

Weitere kleine Raffinessen sorgen dafür, dass diese Kamera einfach Spaß macht. So verfügt etwa die Auto-Review-Funktion zur automatischen Bildwiedergabe über eine optionale Einstellung, bei der jedes Bild direkt nach der Aufnahme eine Sekunde lang in Normalgröße und anschließend eine weitere Sekunde lang in 4facher Vergrößerung angezeigt wird, um die Bildschärfe überprüfen zu können. Bei der normalen Wiedergabe kann das Bild mit Hilfe des Zoom-Hebels um das 2-, 4-, 8- oder 16fache vergrößert werden und im LCD-Monitor wird darüber hinaus ein kleines Navigationsfenster angezeigt, das den vollständigen Bildbereich zusammen mit dem jeweiligen vergrößerten Bildausschnitt darstellt, wobei dieser beliebig verschoben werden kann.

Das Objektiv, ein Modell Leica DC Vario-Elmarit mit 3fachem Optikzoom, bietet ein Sehfeld, das dem eines 35- bis 105-mm-Objektivs einer Kamera für 35-mm-Filme entspricht. Seine Makro-Fähigkeiten sind mit einer Scharfstellung per Autofokus (einen manuellen Fokus gibt es nicht) bis auf 10 Zentimeter Entfernung erstklassig. Für die Nahaufnahmen kann sogar der Blitz verwendet werden. Das eingebaute Blitzgerät funktionierte im Test im Bereich von etwa 30 Zentimeter bis 4,60 Meter für die Einstellung Weitwinkel und von etwa 50 Zentimeter bis 2,8 Meter für die Einstellung Tele äußerst präzise.

Die Belichtungszeiten von 8 Sekunden bis zu 1/2000 Sekunde werden von der Belichtungsautomatik automatisch eingestellt, wobei zwischen Mehrbereichs- und Spotmessung umgeschaltet werden kann. Bei der Spotmessung erfolgt die Berechnung von Belichtung und Fokus von der Bildmitte ausgehend. Eine manuelle Einstellung von Belichtungszeit oder Verschlussöffnung ist bei dieser Kamera nicht vorgesehen. Außerdem gibt es leider keinen Sport-Modus, obwohl der schnelle Serienbild-Modus der Lumix fünf vollauflösende Bilder in weniger als 2 Sekunden aufnehmen kann. Die weiteren Einstellungen beschränken sich auf Belichtungsausgleich (-2EV bis +2EV in Schritten von 1/3EV), Weißabgleich und Lichtempfindlichkeit (ISO 50 bis ISO 400).

Diese Kamera ist für Filmfans kaum geeignet, es sei denn, es handelt sich um Stummfilmliebhaber. So besitzt die Lumix DMC-LC50 kein Mikrofon für Tonaufnahmen und kann nur Videoclips mit relativ niedriger Auflösung (320 mal 240 Pixel) bei einer Bildrate von 10 fps oder 30 fps aufnehmen.

Die Panasonic Lumix DMC-LC50 hat sich besonders im Serienbild-Modus bewährt. Bei niedriger Serienbild-Geschwindigkeit kann sie 5 Vollbilder in 2 Sekunden aufnehmen und bei hoher Serienbild-Geschwindigkeit und einer Auflösung von 640 mal 480 liefert sie sogar 10 Bilder in circa 2,5 Sekunden.

Panasonic Lumix DMC-LC50
Die Lumix DMC-LC50 benötigt zwei AA-Batterien.

Die schlechteste Note bekam die Kamera für ihre lange Verschlussverzögerung, die auf das extrem langsame Autofokussystem zurückzuführen ist. Bei kontrastreichen Lichtverhältnissen betrug die Verzögerung mittelmäßige 1,1 Sekunden. Bei kontrastarmen Lichtverhältnissen schnitt die Kamera sogar noch schlechter ab: In diesem Fall schien der nicht lichtunterstützte Fokussierungsmechanismus völlig überfordert zu sein. Die Verzögerung lag hier bei katastrophalen 1,9 Sekunden. Die Kamera ist erst 4,49 Sekunden nach dem Einschalten betriebsbereit und die Verzögerung zwischen den Aufnahmen betrug ganze 3,3 Sekunden ohne Blitz und 4,3 Sekunden mit aktiviertem Blitz.

Der optische Sucher bietet zwar eine angemessene Größe und Helligkeit, allerdings fehlt ein Dioptrienausgleich für Brillenträger. Die Ansicht ist leicht verzerrt und ein Teil des Aufnahmebereichs ist im Sucher nicht sichtbar. Der recht kleine 1,5-Zoll-LCD-Monitor zeigt zwar nahezu 100 Prozent des Aufnahmebereichs an, ist aber bei hellem Licht nur schwer zu erkennen. Seine bis zu 16fache Vergrößerung bei der Bildwiedergabe ist jedoch für die Beurteilung der Bilder direkt nach dem Aufnehmen sehr hilfreich.

Bildqualität

Die Panasonic Lumix DMC-LC50 lieferte im Test Bilder, die in ihrer Schärfe den Erwartungen an eine 3,2-Megapixel-Digitalkamera entsprachen. Die Kamera erzielte hervorragende Belichtungsleistungen sowohl bei Aufnahmen mit Blitz als auch bei Tageslicht und elektrischer Beleuchtung. Sie ermöglichte sogar bei sehr dunklen Schattenbereichen überraschend detailgetreue Aufnahmen, weshalb ihr Kontrastumfang als hervorragend bewertet wurde. Der automatische Weißabgleich kam mit unterschiedlichsten Farbtemperaturen sowohl in Innenräumen als auch im Freien gut zurecht. Die Farben wirkten auch bei bewölktem und trübem Wetter angenehm kräftig, mitunter sogar fast übersättigt. Auch die Aufnahmen von Personen sahen gut aus, mit natürlicher Wiedergabe der Hautfarbe, obwohl das System zur Reduzierung des Rote-Augen-Effekts keine große Wirkung erzielte. Das Bildrauschen war außer bei ISO 400 recht gering. In kontrastreichen Umgebungen waren überdurchschnittlich starke Farbsäume zu erkennen. Bei eher kleinformatigen Ausdrucken dürfte dieser Mangel jedoch nicht allzu sehr ins Gewicht fallen.

Überblick
Pro gute Bildqualität; gute Makro-Funktionen; schneller Serienbild-Modus aus fünf Aufnahmen; leichte Bedienung; durchdachte Energiesparmöglichkeiten
Contra keine manuellen Belichtungseinstellungen; kleiner LCD-Monitor (1,5 Zoll); erhebliche Verschlussverzögerung; Video-Modus mit niedriger Auflösung ohne Ton
Einsatzbereich: Aufnahme von Bildern zum Ausdruck im Format von max. 5 x 7 sowie von Videoclips ohne Ton mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixel
Zielgruppe Schnappschussfotografen
Wichtige Extras Zwei wiederaufladbare Nickel-Metallhydrid-Batterien und ein Ladegerät; eine SD-Speicherkarte oder MultiMediaCard mit mindestens 64 MB Speicherplatz
Fazit Die für diese Klasse sehr gute Bildqualität und der vielseitige Automatikbetrieb werden qualitätsbewussten Schnappschussfotografen zusagen, von ihrer Leistung her ist diese Lumix jedoch nur Mittelmaß und außerdem für eine 3,2-Megapixel-Kamera ein wenig zu sperrig

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