Voll ausgestatteter PDA: Fujitsu Siemens Pocket Loox 720

von Sandra Vogel am , 09:39 Uhr

Pro
  • Bluetooth und WiFi eingebaut
  • Einschübe für Compact Flash- und SD-Karten, 520 MHz CPU und 128 MByte RAM
  • 1,3-Megapixel-Kamera
Con
  • geringe Akku-Lebensdauer
Hersteller: Fujitsu Siemens Computers Listenpreis: 757 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,3 von 10 Punkte
Fazit:

Der letzte hier getestete Pocket PC von Fujitsu Siemens, der preisgünstige Pocket LOOX 420, erhielt die beachtliche Redaktionswertung von 8,0. Noch beeindruckender ist der voll ausgestattete und etwas teurere Pocket LOOX 720.

Der letzte hier getestete Pocket PC von Fujitsu Siemens, der preisgünstige Pocket LOOX 420, erhielt die beachtliche Redaktionswertung von 8,0. Noch beeindruckender ist der voll ausgestattete und etwas teurere Pocket LOOX 720.

Das Gehäuse des Pocket LOOX 720 ist in attraktivem Blaugrau gehalten, und an seiner Frontseite befinden sich vier rechteckige Tasten (wie schon beim LOOX 420). Die Unterkante ist abgerundet und verleiht dem Gerät ein markantes Äußeres. Die Maße des Pocket LOOX 720 bewegen sich mit 7,2 mal 12,2 mal 1,5 Zentimeter im für Pocket PCs üblichen Bereich. Mit 170 Gramm ist das Gerät zwar recht schwer, aber seine Einschübe sowohl für Compact Flash- als auch für SD-Karten sind ein seltenes und höchst willkommenes Ausstattungsmerkmal.

An der Vorderseite befinden sich vier Direktwahltasten für Anwendungen und eine Navigationstaste mit eingebetteter Auswahltaste. An der linken Seite sind die Kamerataste und ein Auswahlrad untergebracht, an der rechten aktiviert man die Sprachaufzeichnung. Die Einschalttaste ist oben rechts an der Vorderseite des Geräts, daneben zwei LEDs: eine zeigt den Ladestand des Akkus und Benachrichtigungen an, die andere blinkt blau und grün, um Bluetooth- beziehungsweise WiFi-Aktivität zu signalisieren.

Der Kopfhöreranschluss befindet sich genau da, wo er sein sollte: oben auf dem Gehäuse. Zudem handelt es sich dabei um den empfehlenswerten 3,5 mm-Typ. Der Griffel, ein dünnes und sehr kurzes Ding, hat seinen Platz rechts an der Rückseite. Ebenfalls hinten sind das Objektiv, der Spiegel und das LED-Blitzgerät der eingebauten Digitalkamera untergebracht. Ein großer Teil der Rückseite wird von der Abdeckung des auswechselbaren Akkus in Anspruch genommen. In diese eingelassen ist ein Gummistreifen, der effektiv verhindert, dass das Gerät ins Rutschen kommt, wenn man es auf den Tisch legt.

Die 700er Serie von Fujitsu Siemens verfügt noch über ein weiteres Modell: den Pocket LOOX 710, der weniger üppig ausgestattet (langsamerer Prozessor, weniger Speicher, geringere Display-Auflösung, keine Kamera) dafür aber auch billiger ist.

Eines der wichtigsten Ausstattungsmerkmale des Pocket LOOX 720 ist sein 640-mal-480-Pixel-Bildschirm (VGA-Auflösung). Diese Funktion ist unter Windows Mobile Pocket PC 2003 Second Edition neu hinzugekommen – zuvor lag die höchste unterstützte Auflösung bei 320 mal 240.

Die höhere Auflösung macht einen wirklichen Unterschied in der Nutzbarkeit, insbesondere beim Betrachten komplexer Informationen auf dem Schirm, da Text klarer und schärfer wiedergegeben wird. Der 3,6-Zoll-Bildschirm hat einen weiten Betrachtungswinkel und stellt die Bilder scharf und hell dar.

Das Herz des Pocket LOOX 720 ist der PXA272-Prozessor von Intel, der mit 520 MHz getaktet ist. Aus Energiespargründen hat die CPU vier Einstellungen – Turbo, Standard, Power-Saving und Automatic. Bei der letztgenannten wird die Prozessorgeschwindigkeit dynamisch der Arbeitslast angepasst. Turbo bietet die höchste Prozessorleistung, dies aber zu Lasten des Akkus.

Es gibt 128 MByte RAM, von denen beim ersten Einschalten 123,23 MByte frei sind. Darüber hinaus steht ein 27,53 MByte großer „Looxstore“ Flash-Speicher zur Verfügung, um Daten wie zum Beispiel Backups abzulegen.

Erweiterungen sind über Compact Flash- und (SDIO-kompatible) SD-Einschübe möglich. Zudem lassen sich Peripheriegeräte über USB anschließen. Bluetooth und Wi-Fi (802.11b) werden getrennt gesteuert und haben jeweils ein eigenes Icon auf der Today-Oberfläche. In beiden Fällen sind diese mit Ein-/Aus-Schaltern und Einstellungs-Bildschirmen verknüpft. Außerdem ist einer der Schnellwahlschalter für Anwendungen fest mit einem im ROM befindlichen Verbindungsmanager verknüpft, der drahtlose Verbindungen automatisch herstellt. Natürlich ist auch ein Infrarot-Anschluss vorhanden und zwar in Form der Consumer Infra Red Norm. Dies ist nicht die schnellste Anwendung, allerdings gestattet sie die Fernbedienung von Haushaltsgeräten wie DVD-Abspielgeräten.

Die integrierte 1,3-Megapixel-Kamera ist recht vielseitig. Sie unterstützt Fotos in den Größen 120 x 160, 240 x 320, 480 x 640 und 960 x 1.280 in den Formaten JPG oder BMP. Es gibt Einstellungen für Tageslicht, Glühlampen, Neonlicht und Nachtaufnahmen. Über Filter lassen sich Graustufen-, Sepia-, und Negativeffekte erzielen oder auch eine Bildwiedergabe in Blautönen. Videos können in den Formaten Motion JPEG, AVI oder MPEG4 in den Größen 96 x 128, 144 x 176 und 288 x 352 aufgenommen werden, wobei dieselben Belichtungseinstellungen und Filter zum Einsatz kommen wie bei Fotos. Der Blitz arbeitet nur im Foto-Modus und ist wie bei dieser Geräteklasse üblich nur für Nahaufnahmen geeignet.

Die Kamera aktiviert man entweder durch einen Druck auf den Today-Bildschirm oder über die Taste an der linken Seite des Geräts. Diese Taste kann, ebenso wie die vier unter dem Display und die auf der rechten Seite, eine zweite Funktion aufrufen, wenn man sie kurz gedrückt hält. Diese Zweitfunktionen sind nicht alle zugewiesen, lassen sich aber über die Settings-/Personal-/Buttons-Bildschirme leicht einstellen.

Im Falle der Kamera-Taste ruft ein längerer Druck das FSC Speed Menu auf, eine der im ROM befindlichen Software-Anwendungen. Man erhält so über ein Scrollrad Zugriff auf den Windows Mobile File Explorer, die Liste der laufenden Programme und FSC Keylock, eine weitere im ROM residierende Anwendung, mit der die Möglichkeit, den Pocket LOOX 720 mit einem Tastendruck einzuschalten, aktiviert und deaktiviert werden kann. FSC Speed Menu ist recht nützlich, da die Schnellwahltasten an der Vorderseite sich nahe am unteren Rand befinden und sehr schwer zu drücken sind, wenn man nur eine Hand frei hat.

Fujitsu Siemens liefert außerdem ein Dienstprogramm für Backups im ROM, mit dem entweder das gesamte System oder ausgewählte Daten an den Looxstore-Bereich oder eine externe Karte gesendet werden. Man kann den Zugriff auf diese Daten mit einem Passwort schützen. Darüber hinaus gibt es noch eine Anwendung mit dem Namen Album zum Betrachten und Verwalten von digitalen Foto- und Videoaufnahmen. Zum Lieferumfang gehören der Pocket LOOX 720 selbst, ein Ersatzgriffel, eine Dockingstation, auf der man auch einen zweiten Akku laden kann, ein USB-Anschluss- und Synchronisationskabel, eine Schutzhülle und ein Netzadapter.

Performance

Das Arbeiten mit dem Pocket LOOX 720 ist angenehm und produktiv. Der Bildschirm ist hervorragend, die VGA-Auflösung bietet dabei zusätzliche Brillanz. Das dieses Gerät sowohl Compact Flash- als auch SD-Erweiterungskarten unterstützt, ist ein seltener Vorzug.

Beim hier üblichen Test mit einer MP3-Schleife lief das Gerät 5 Stunden und 40 Minuten, bevor der Akku aufgab. Die Prozessorleistung war bei diesem Test auf „automatic“ eingestellt, Bluetooth und WiFi waren nicht aktiviert, und der Bildschirm lief durchgehend bei mittlerer Helligkeit.

Nun sind 5 Stunden und 40 Minuten ein vernünftiges Ergebnis. Der Pocket LOOX ist jedoch für den geschäftlichen Einsatz vorgesehen, und Geschäftsleute erwarten, dass ihr Handheld sie einen vollen Arbeitstag und vielleicht sogar noch länger begleitet. Der Betrieb einer oder beider drahtlosen Verbindungen leert den Akku sehr schnell, so dass mobile Business-User sich wohl einen Zweitakku anschaffen müssen. Ein einzelner Akku mit einer Lebensdauer von mehr als sechs Stunden wäre dem jedoch vorzuziehen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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