Apple Power Mac G5 (2x 2,5 GHz)

von Lori Grunin am , 09:28 Uhr

Pro
  • schnell
  • leise
  • elegantes Design
Con
  • intern kaum aufrüstbar
  • vergleichsweise teuer
  • wenig beeindruckende Garantie
Hersteller: Apple Listenpreis: 6972 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Profis aus dem Kreativ-Bereich werden von Geschwindigkeit und Design von Apples Power Mac-Spitzenmodell begeistert sein, aber er könnte doch mehr Erweiterbarkeit und besseren Support vertragen.

Profis aus dem Kreativ-Bereich werden von Geschwindigkeit und Design von Apples Power Mac-Spitzenmodell begeistert sein, aber er könnte doch mehr Erweiterbarkeit und besseren Support vertragen.

Das Design des aktuellen Power Mac G5 – ein leiser, leuchtender, fast gespenstischer Turm – wird vielleicht noch in Museen zu finden sein, wenn seine Bestandteile längst Moore’s Law ereilt hat. Und obwohl Mac-Anwender sich darüber klar sein müssen, dass Apple [1] seine Preise sehr hoch ansetzt, während gleichzeitig ein minimaler Support geboten wird, bleibt die Tatsache bestehen, dass dieses Unternehmen es immer wieder schafft, Form und Funktionalität fast perfekt zusammenzuführen.

Wenn man Benchmark-Messungen mit Photoshop und Video-Encoding als Massstab nimmt, ist der Power Mac G5 nicht der schnellste Rechner aller Zeiten, bietet aber akzeptable Leistung und kann sich mit Recht als bisher schnellster Mac bezeichnen. Die Profis in den Kreativ-Abteilungen wird das Gerät sowohl durch Leistung als auch durch das Design überzeugen.

Öffnet man die elegante, aber solide Abdeckung an der Seite des Power Mac G5, wird der Unterschied zu PCs schnell klar. Alles ist streng und effizient geordnet, man sieht kaum ein Kabel. Die Kühlflüssigkeit fließt unter Abdeckungen aus gebürstetem Metall, die Lüfter laufen leise, und zwischen den Komponenten ist reichlich Platz, um den Luftaustausch zu erleichtern. Typische blinkende und leuchtende Spiele-PCs fallen dagegen deutlich ab.

Der Apple Power Mac G5 übertrifft in den Tests mit Itunes und Quake III jeden bisher getesteten Mac. Auch bei Anwendungen wie Final Cut Pro HD, Adobe Photoshop CS und Sorenson Squeeze 4.0 arbeitet er ausreichend schnell – erst recht bei Routineaufgaben wie der Display-Kalibrierung mit Colorvision Spyder 2 Pro oder dem Brennen von CDs und DVDs. Einmal stürzt er ab, als ein Video von einer MiniDV überspielt wird, bei Squeeze gleich mehrfach, aber ohne weitere Konsequenzen, sodass die Stabilität insgesamt gute Noten bekommt.

Die eingesetzte, nicht mehr ganz aktuelle Speicher-Bus-Technologie und die relativ niedrigen Taktraten schränken die Leistung bei solchen speziellen Anwendungen jedoch etwas ein. Im auf mehreren Plattformen durchgeführten Photoshop-Test sind manche PCs mit nur einer CPU (beispielsweise die nur in den USA erhältlichen Velocity Micro Pro Magix PCX und Bully Computers Tyrant) schneller, weil der Speicherdurchsatz dabei eine wichtige Rolle spielt. So besitzt der Velocity Micro DDR2 SDRAM mit 533 MHz, der Mac aber nur mit 400 MHz. Ähnliches gilt für einen neuen, CPU-lastigen Videobearbeitungstest von ZDNet, bei dem die niedrige Taktrate des Mac den Vorteil der zweiten CPU letztlich zunicht macht. Der Power Mac G5 benötigt 5,4 Minuten, um den zum Test verwendeten Video-Clip zu encodieren und ist damit 20 Prozent langsamer als der Velocity Micro Pro Magix PCX mit 4,5 Minuten. Allerdings liest sich das Ergebnis nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass die übertaktete CPU des Pro Magix mit 3,7 GHz um 48 Prozent schneller als die 2,5-GHz-Chips im Mac ist.

Leider ist das Design des Power Mac G5 mehr auf Eleganz als auf Erweiterbarkeit ausgelegt. So gibt es nur einen Schacht für ein optisches Laufwerk, das nach Wahl mit einem CD-RW/DVD-ROM oder einem DVD-R/CD-RW belegt wird. Dabei sind zumindest zwei Laufwerke eigentlich Standard und wären (selbst auf Kosten des Äußeren) zu bevorzugen. Und obwohl das Apple-System schnelle Serial-ATA-Festplatten unterstützt, passen nur zwei ins Gehäuse, sodass man auf maximal 500 GByte Plattenspeicher kommt. Wer professionelle Videobarbeitung machen will, wird wohl schon bald externe Ergänzungen hinzuziehen müssen.

Auch die Anschlüsse für externe Geräte sind bei Macs traditionell rar. Das war früher unproblematisch, als man über SCSI Geräte in Reihe anschließen konnte (Daisy-Chaining) und ein Anschluss für bis zu 16 Geräte ausreichte. Heute sind drei USBs (Standard 2.0) und zwei Firewire-Ports (einmal 800, einmal 400) recht mager. Allerdings sind auch USBs durch Hubs erweiterbar, von denen Apple eine Reihe anbietet. So finden sich am Apple Cinema Display zwei weitere USB-Ports. Dieser Bildschirm kann im Bundle mit dem Mac erworben werden – das Testgerät kam mit der 23-Zoll-Version des Apple-Bildschirms. Wer sich für eine drahtlose Maus und Tastatur entscheidet (die angesichts des Preises standardmäßig zum Lieferumfang gehören sollten), verliert allerdings zwei USB-Anschlüsse, und wählt man ein billigeres Display ohne Hub, verbleibt nur ein einziger USB-Anschluss.

Eine Erweiterung wird ungeachtet der Port-Anzahl von Apple nicht angeboten, und zwar ein Lesegerät für Flash-Speicherkarten. Dies wird bei vielen PCs mittlerweilse standardmäßig eingebaut und ist für die Arbeit mit Digicams und etlichen anderen Peripheriegeräten praktisch. Für Bluetooth- und WLAN-Antennen (Airport Extreme) gibt es separate Anschlüsse, und auch einen Gigabit-Ethernet- sowie einen 56-KBit/s-Modemport hat der G5 zusätzlich.

Für beste Klangqualität hat Apple zudem optische Ein- und Ausgänge eingebaut. Wer aber nur mittlere Klangqualität benötigt, wird enttäuscht – für den Preis des Power Mac G5 sollte man brauchbare 2- oder 2.1-Kanal-Lautsprecher im Lieferumfang erwarten dürfen, und nicht nur einen internen Lautsprecher. Auch im Apple-Shop sind 5.1-Lautsprecher die einzige wählbare Option.

Auf dem Mainboard des Power Mac G5 finden sich drei PCI-Express-Slots, von denen zwei mit 133 MHz und der dritte mit 100 MHz getaktet ist. Allerdings blockieren drei der vier von Apple angebotenen Grafikkarten (etwa die ATI Radeon 9800 XT mit 356 MByte im Testgerät) einen PCI-Slot. Im Testgerät waren außerdem 4 GByte DDR400-Speicher in Form von acht 512-MByte-Modulen verbaut und damit alle Speicherbänke belegt.

Die einfachste Konfiguration des Power Mac G5 mit zwei 2,5-GHz-Prozessoren kostet 3239 Euro, aber der Preis für das Testsystem liegt mit heftigen 6972 Euro deutlich darüber, wobei das 23-Zoll-Display mit 2269 Euro, die Grafikkarte mit 330 Euro, die Festplatten mit 470 Euro und mit 1120 Euro Aufpreis den Unterschied ausmachen.

Und für diese Komponenten zu diesem Preis bekommt man 90 Tage Telefonsupport und ein Jahr Garantie. Mit Erwerb des Applecare Protection Plan für 312 Euro kann man sich ein Jahr Telefonsupport und dreijährige Garantie erkaufen, was aber aufgrund des schlechten Rufs von Apples Support mit Vorsicht zu genießen ist. Allerdings hat Apple endlich seinen Web-Support überarbeitet: Jetzt kann man in den Listen mit häufigen Fragen und dem Archiv Knowledge Base leichter Hilfe zu Problemen finden. Auch das gedruckte Handbuch ist hilfreich und erklärt wichtige Punkte, von der Installation über den Einau neuer Laufwerke bis zur Fehlerbehebung.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39127642/apple-power-mac-g5-2x-2-5-ghz/

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[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/