Büro für unterwegs mit Tastatur: T-Mobile MDA III im Test

von Joachim Kaufmann am , 00:00 Uhr

Pro
  • Synchronisation mit dem Desktop absolut problemlos
  • Auch als mobile Multimediamaschine nutzbar
  • Großer Funktionumfang
Con
  • Media Player 9 kann keine DRM-Dateien abspielen
  • Surfen im Netz mit GPRS langsam
  • Telefonie-Anwendung schlecht integriert
Hersteller: T-Mobile Listenpreis: 449,95 Euro mit T-Mobile Relax 100
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Der T-Mobile MDA III ist mit seinen zahlreichen Anwendungen ein kleines Büro für unterwegs, der Nutzwert der integrierten Tastatur sollte jedoch nicht überschätzt werden.

Der T-Mobile MDA III ist mit seinen zahlreichen Anwendungen ein kleines Büro für unterwegs, der Nutzwert der integrierten Tastatur sollte jedoch nicht überschätzt werden.

Mit dem MDA III bringt T-Mobile bereits die dritte Generation seins Handy-PDAs auf den Markt. Im Vergleich zum Vorgänger MDA II wurde das Gerät in zwei Punkten überarbeitet. Neben Infrarot, Bluetooth und GPRS steht künftig mit WLAN noch eine weitere drahtlose Technologie zur Verfügung. Die zweite große Neuerung ist eine Tastatur, die durch einen Schiebemechanismus zum Vorschein kommt.

Das 12,5 mal 7,2 mal 1,9 cm große und rund 210 Gramm schwere Gerät wirkt wie schon seine Vorgänger solide verarbeitet und kommt in einem silbernen Look daher. Das zentrale Element ist der 3,7-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 240 x 320 Pixeln. Der Screen stellt 65.536 Farben dar und ist brillant und kontrastreich. Die Auflösung entspricht im November 2004 zwar gerade noch so dem Standard, der Trend hin zur vollen VGA-Auflösung ist jedoch auch im Pocket-PC-Sektor nicht mehr zu stoppen und sollte spätestens bei der nächsten Generation des Geräts berücksichtigt werden.

Interessant ist die im MDA III eingebaute QUERTZ-Tastatur, denn damit steht das Gerät zumindest im Pocket-PC-Bereich fast alleine auf weiter Flur. Für einige Windows-PDAs gibt es ansteckbare Tastaturen, die dann jedoch separat mitgeschleppt werden müssen. Da die Tastatur meistens nicht benötigt wird, liegt sie beim MDA III Platz sparend und fast unbemerkt im Verborgenen. Ein Schiebemechanismus bringt sie bei Bedarf blitzschnell zum Vorschein. Der Mechanismus ist so ausgelegt, dass ein versehentliches Aufschieben des Geräts weitgehend ausgeschlossen werden kann.

Während die Integration der Tastatur also durchaus gelungen ist, darf man sich von dieser nicht allzu viel erwarten. Ein echter Notebook [1]-Ersatz wird aus dem MDA III deswegen trotzdem nicht. Dies ist auf zwei Gründe zurückzuführen.

Einerseits sind die Tasten sehr nahe beieinander und der Anwender benötigt zum Tippen relativ viel Kraft in den Fingern. Ein Auslösen der Tasten ist nur durch den Druck mit der Fingerkuppe wirklich sichergestellt. Zudem ist die auf dem Gerät installierte Version von Windows Mobile nicht auf eine Bedienung per Tastatur ausgelegt, das heißt zur Navigation im Betriebssystem wird ohnehin der Stift benötigt. Handelt es sich also um relativ kurze Eingaben, sind diese wesentlich schneller mit dem Stift auf dem Touchscreen realisierbar.

Auf dem MDA III kommt eine um Telefonie-Funktionen erweiterte Variante von Windows Mobile 2003 zum Einsatz. Diese bietet sämtliche Funktionen, die auch ein normaler Pocket PC bietet, zusätzlich jedoch eine Telefonie-Anwendung, über die Anrufe getätigt werden können.

Wie schon bei anderen Geräten fällt die relativ schlechte Integration der Telefonie-Anwendung auf. So werden beispielsweise auf der Startseite zwar anstehende Aufgaben und Termine angezeigt, wann welcher Anruf eingegangen ist wird dort aber nicht aufgeführt. Über solche Events, wie auch über eingegangene SMS, informiert lediglich eine auftauchende Sprechblase. Aus dem Adressbuch lassen sich Anrufe tätigen und SMS und MMS-Nachrichten verschicken.

Die Oberfläche der Telefon-Applikation ist so gestaltet, dass mit dem Finger auf dem Touchscreen gewählt werden kann. Sich ein Gerät in der Größe eines Pocket PCs ans Ohr zu halten ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, schon nach kurzer Zeit aber kein Problem mehr. Alternativ kann auch die integrierte Freisprecheinrichtung verwendet werden, deren Qualität sich allerdings in Grenzen hält. Auch ansonsten scheint die Sprachqualität ein Schwachpunkt des MDA III zu sein. MDA-Nutzer klingen eher etwas dumpf und distanziert, am Gerät selbst ist die Qualität zwar annehmbar. Damit gehört das Gerät im Mobilfunksektor jedoch höchstens zur Mittelklasse. Negativ in Zusammenhang mit den Handy-Funktionen muss auch erwähnt werden, dass der MDA nur eine sehr eingeschränkte Profil-Auswahl unterstützt.

Ansonsten bietet die Pocket PC Phone Edition wenig Überraschungen. Die meisten Anwendungen sind seit dem Launch der Pocket-PC-Plattform im Jahr 2000 nicht wesentlich weiterentwickelt worden. Nach wie vor werden die Pocket-Versionen von Outlook, Word und Excel mitgeliefert und die Synchronisation mit dem Desktop-PC über Activesync verläuft problemlos. Der 400 MHz schnelle Xscale-Prozessor bietet ausreichend Geschwindigkeit, um eine flüssige Bedienung zu ermöglichen.

Der in Windows Mobile integrierte Internet Explorer zeigt HTML 4.0- und WAP 2.0-Dateien an. Während sich prinzipiell auch Seiten anzeigen lassen, deren Layout für den normalen Desktop-Rechner konzipiert wurde, macht das Surfen auf speziell für Pocket PCs optimierten Sites deutlich mehr Sinn.

Beispielsweise die T-Zones von T-Mobile, die auch über eine spezielle Taste auf der Tastatur erreicht werden können, werden in diesem Format angezeigt. Da der MDA III nur GPRS unterstützt, geht das Surfen im Netz sehr zäh vonstatten. Gerade bei dieser Gerätekategorie sollte T-Mobile unbedingt auf den Datenturbo UMTS setzen.

Von Haus aus mitgeliefert wird der MSN Messenger, der im Test auch einwandfrei funktioniert hat. Mit IM-Anwendungen lässt sich unter Nutzung von GPRS so mancher Euro sparen, der für SMS oder MMS ausgegeben werden müsste.

Der integrierte Media Player spielt unter anderem die Dateiformate MP3, WMA, WAV, MPEG 4 und WMV ab. Dadurch wird der MDA 3 zum mobilen Multimediagerät. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: So wird der MDA III nur mit Media Player 9 ausgeliefert, der einerseits keine DRM-geschützten Musikstücke abspielen kann und andererseits keine so komfortable Nutzung in Zusammenspiel mit dem Desktop ermöglicht.

Fazit:

Insgesamt hinterlässt der MDA III einen positiven Eindruck. Zahlreiche Anwendungen und Erweiterungsmöglichkeiten machen das Gerät zu einem vielseitigen Begleiter. Der Nutzwert der integrierten Tastatur ist in der Praxis jedoch eher gering. Unverständlich auch, warum T-Mobile bei der dritten Generation seines MDAs auf UMTS verzichtet.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39127868/buero-fuer-unterwegs-mit-tastatur-t-mobile-mda-iii-im-test/

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[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/