Kompakt und schnell: Kyocera Finecam SL400R

von Anja Schmoll-Trautmann und David Busch am , 12:12 Uhr

Pro
  • schneller Serienbildmodus mit 3 - 4 fps
  • einfache automatisierte Bedienung
  • manueller Fokus
  • kleine Abmessungen
Con
  • manchmal schwerfällig in der Bedienung
  • durchschnittliche Bildqualität
  • kein Stativgewinde
  • kein TIFF- oder RAW-Modus
  • begrenzte Belichtungskontrolle
Hersteller: Kyocera Listenpreis: 449 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,7 von 10 Punkte
Fazit:

Der erstaunlich schnelle Serienbildmodus und die ultrakompakte Größe sind immer noch die entscheidenden Eigenschaften dieses 4-Megapixel-Nachfolgemodells der SL300R für knipsfreudige Fotografen, die viel unterwegs sind

Dank des blitzschnellen Serienbildmodus und des eleganten, kompakten Designs hebt sich die 4-Megapixel-Digicam Kyocera Finecam SL400R von der Masse ab.

Bei der Finecam SL400R hat Kyocera eine Million Pixel gegenüber seiner bahnbrechenden Sequenzkamera, der Finecam SL300R, draufgelegt. Viel mehr Neuerungen gibt es allerdings nicht.

Mit dem Serienbildmodus können immer noch 188 hochaufgelöste Bilder in weniger als einer Minute mit einer Geschwindigkeit von drei Bildern pro Sekunde (fps) aufgenommen werden. Die Finecam SL400R hat mit einer Größe von 10 x 6,4 x 1,5 Zentimtern und einem Gewicht von 127 Gramm dieselben winzigen Maße wie ihre Vorgängerin. Auch das schwenkbare Objektiv-/Blitzmodul, das um 120 Grad nach oben oder unten verstellt werden kann, hat sie übernommen. Sie verfügt außerdem genau wie das Vorgängermodell nur über einen LCD-Sucher, einen 3fachen optischen Zoom und eine einfache automatisierte Bedienung.

Bei dieser neuen Version wurde eine Objektivabdeckung integriert, die abgeschraubt werden kann, um Filterzubehör anzubringen. Die SL400R wird vor allem Fotografen gefallen, die sehr schnell viele und bewegte Bilder aufnehmen möchten und Kameras im Taschenformat bevorzugen.

Der Prozessor der Kyocera Finecam SL400R mit direktem Speicherzugriff legt die Bilder mit erstaunlicher Geschwindigkeit auf einer SD-Speicherkarte ab. So konnten im Test mehr als drei Frames pro Sekunde mit voller Auflösung aufgenommen werden – bis die verwendete Lexar-SD-Speicherkarte mit 256 MByte voll war. Bei einer niedrigeren Auflösung von 640 x 480 Pixeln konnten in 14 endlos langen, fingerermüdenden Minuten sogar ganze 2800 Aufnahmen gemacht werden.

Wer sich für diese Kamera entscheidet, muss über ihre wenigen Eigenheiten und Makel hinweg sehen. Zum Beispiel gibt es weder ein Gewinde für ein Dreibein- oder Einbeinstativ noch einen optischen Sucher. Die gewünschte Bildkomposition muss auf der 1,5 Zoll kleinen LCD-Anzeige vorgenommen werden, was auch ganz gut klappt, aber bei direktem Sonnenlicht nicht ideal ist, selbst wenn man die zuschaltbare Hinterleuchtung erhöht.

Die winzigen Abmessungen der Kamera wirken sich außerdem nachteilig auf die Ergonomie aus. Selbst mit normalgroßen Fingern ist die Handhabung der Steuerungstasten, insbesondere der Vierwege-Pfeiltaste, nicht ganz einfach. So kommt es leicht vor, dass man versehentlich einmal die falsche Taste drückt. Außerdem ist es schwierig, den Zoom einzustellen und gleichzeitig den Auslöser zu drücken. Während das bündig im Kameragehäuse untergebrachte Objektiv des Vorgängermodells Fingerabdrücke wie ein Magnet anzog, ist das Objektiv der Finecam SL400R nun durch eine Abdeckung geschützt, die allerdings Verschmutzungen am Glas auch nicht gänzlich ausschließen kann.

Positiv ist dagegen zu vermerken, dass die Bedienelemente bei der Finecam SL400R extrem einfach gestaltet sind. Mit Hilfe der Pfeil-rechts-/Pfeil-links-Tasten können die verschiedenen Modi (Wiedergabe-, Aufnahme-, Serienbild- und Movie-Modus) gewählt werden. Über das LCD-Menü hat man relativ schnell Zugriff auf Selbstauslöser, Qualitäts- und Komprimierungseinstellungen, Belichtungsausgleich, Weißabgleich, Messmodi und ISO-Anpassungen.

Der 3fache optische Zoom bietet eine Brennweite von 38 bis 115 Millimeter entsprechend einer 35-Millimeter-Kamera. Das einzige wirklich manuelle Bedienelement ist der manuelle Fokus, den man nur für Spezialeffekte benötigt, da das Autofokussystem mit wahlweise breitem oder engem Messfeld gute Arbeit leistet und einen scharfen Brennpunkt bis zu 20 Zentimter bietet. Gewählt werden kann außerdem zwischen einmaliger automatischer Fokussierung zum Einstellen der Bildschärfe indem der Auslöser nur teilweise gedrückt wird oder fortlaufender automatischer Fokussierung, die sich automatisch aktiviert, wenn der Sportszenen-Modus ausgewählt wird um sich schnell bewegende Objekte zu erfassen. Porträt, Nacht, Nachtporträt und Landschaft sind weitere Szenenmodi.

Programmierte Belichtungseinstellungen – mit Mehrfeldmessung, mittenbetonter oder Spotmessung – sind ohnehin ein Muss, aber diese Kamera verfügt zusätzlich auch noch über eine eingeschränkte Zeitautomatik, über die der Benutzer eine Blendenöffnung mit f/2,8 oder f/7,5 wählen kann. Gleichzeitig bietet die Kamera eine optimale Verschlussgeschwindigkeit von einer Sekunde bis 1/2.000 Sekunden. Leider fehlt es der SL400R an der logischen Alternative für Kameras, deren Stärke in der Aufnahme schneller Bewegungen liegt: eine Blendenautomatik. Die Lichtempfindlichkeit kann bis zu ISO 800 manuell festgelegt werden und der Belichtungsausgleich ist in Schritten von ½ EV bis auf +/– 2 EV einstellbar.

Abgesehen vom Serienbildmodus sind die Leistungsdaten dieser Kyocera nicht besonders beeindruckend: Die Einschaltzeit liegt bei 3,2 Sekunden und es dauert durchschnittlich 2 Sekunden bis die Kamera nach dem Auslösen wieder aufnahmebereit ist beziehungsweiese 5,2 Sekunden bei Verwendung des Blitzes. Die Verschlussverzögerung ist relativ kurz, aber mit 0,65 Sekunden bei kontrastreicher Beleuchtung und 1,1 Sekunden bei kontrastarmer Beleuchtung, die dem Autofokus einige Probleme bescherte, nicht herausragend. Der Lithium-Ionen-Akku der Finecam SL400R gab schon nach 246 Aufnahmen auf, wobei die Hälfte davon mit Blitz geschossen wurden.

Die Bildqualität zählt auch mit dem aufgerüsteten 4-Megapixel-Sensor nicht gerade zu den Stärken von Kyocera. Die Testaufnahmen wiesen nur eine durchschnittliche Bildschärfe und viele JPEG-Artefakte auf, auch wenn die Farben lebendig wirkten. Wer Bewegungen mit dieser Kamera aufnehmen möchte, sollte zuerst die ISO 800-Option ausprobieren, um sicherzugehen, dass das starke Bildrauschen bei dieser Einstellung noch akzeptabel ist. Für die meisten Fotosituationen ist ISO 200 oder weniger ausreichend.

Überblick
Pro Schneller Serienbildmodus mit 3 – 4 fps; einfache automatisierte Bedienung; manueller Fokus; kleine Abmessungen.
Contra Manchmal schwerfällig in der Bedienung; durchschnittliche Bildqualität; kein Stativgewinde; kein TIFF- oder RAW-Modus; begrenzte Belichtungskontrolle.
Einsatzbereich Fotoaufnahmen im Format 8 x 10; VGA-Videoclips (640 x 480).
Zielgruppe Gelegenheitsfotografen.
Wichtige Extras SD-Karte mit mindestens 256 MB.
Fazit Der erstaunlich schnelle Serienbildmodus und die ultrakompakte Größe sind immer noch die entscheidenden Eigenschaften dieses 4-Megapixel-Nachfolgemodells der SL300R für knipsfreudige Fotografen, die viel unterwegs sind. Dank des blitzschnellen Serienbildmodus und des eleganten, kompakten Designs hebt sich diese Kamera von der Masse ab.

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