Obwohl BTX das Innere des Gehäuses dominiert und auch große Öffnungen an Vorder- und Rückseite erfordert, finden sich die gewohnten Anschlüsse an ihrem Platz. Vorne sind zwei USBs neben Klinkenstecker-Anschlüssen für Mikrofon und Kopfhörer parat. Darüber warten die Öffnungen des Flashkarten-Lesegeräts auf Compactflash-I/II-, SD/MMC, Memorystick- und SMC/XD-Karten.

Rückseitig gibt es fünf weitere USB-Anschlüsse, Netzwerkport (der zugehörige Chip stammt von Broadcom und unterstützt nur 100 MBit/s), parallele und serielle Schnittstelle. Die Grafikkarte liefert neben VGA auch einen DVI und einen S-Video-Ausgang, die Soundkarte hat die nötigen Anschlüsse für die diversen Systeme. Für den Anschluss des im Lieferumfang enthaltenen Boxensystems sind nur drei der Klinkenstecker-Buchsen nötig.

Creatives 7.1-Boxensystem besteht aus einer großen Bass-Box, die am besten auf dem Fußboden Platz findet, plus sechs Satelliten, die jeweils mit dem Bass verkabelt werden müssen. Wandhalterungen sind im Karton, nur wird man bei Wandmontage noch mehr das Problem haben, die Kabel einigermaßen ansehnlich zu drapieren. Für das Aufstellen der Boxen sollte man mindestens eine Stunde einkalkulieren, schon allein, um sinnvolle Plätze für die Satelliten zu finden. Am Bass hängt übrigens ein Regler mit kurzem Kabel, an dem man Lautstärke und Bassvolumen einstellen kann.

Auch bei dem mitgelieferten DVB-T-Empfänger Terratec Cinergy T handelt es sich um eine externe Lösung. Das hat Vor- wie Nachteile. So kann die USB-Box leicht auch an anderen Systemen verwendet werden, aber sie ist auch ein weiteres Gerät, das neben dem Rechner Platz finden muss. Für einen PC, der wirklich im Wohnzimmer zum Einsatz kommt, wäre eine interne Lösung vorteilhafter. Die kleine Antenne der Cinergy kommt mit einem Magneten, lässt sich also am Gehäuse befestigen. Der Empfang mit der Passivantenne ist nach Erfahrungen weniger von der Entfernung zum Sendemast als von der direkten Sichtverbindung ohne zwischenstehende Gehäuse abhängig: Wer den Sendeturm nicht vom Antennenstandort sehen kann, braucht vermutlich eine aktive Antenne. Ist der Empfang gewährleistet, bewährt sich die Terratec-Lösung mit (nach einem Update) guter Software und schneller USB-2.0-Anbindung.

Für die Steuerung der Terratec-Software liegt eine Fernbedienung bei. Diese kann aber (über eine Hintergrund-Utility) auch zur Bedienung anderer Programme dienen. Zum Beispiel funktioniert sie recht unproblematisch mit der Dell-Applikation Media Experience.

Media Experience ist als zentrale Applikation gedacht, die den Windows-Desktop ersetzen kann. Sie besitzt einige Standardfunktionen wie Diashows und Audio-Player, kann aber auch andere Anwendungen aufrufen, etwa Outlook oder einen DVD-Player. Der Anwender kann Media Experience bei jedem Start launchen lassen, wenn er möchte, und damit zum Zentrum seiner PC-Aktivitäten machen. Die Fernbedienung genügt der Steuerung, wenn nur Unterhaltungssoftware verwendet wird. Media Experience ist insgesamt sehr schlicht gehalten, erfüllt aber seinen Zweck gut. Allerdings wird man bei jeder Verwendung zur Registrierung aufgefordert.

Für das Schreiben von Mails und anderen Texten, für Spiele und eine Vielzahl an weiteren Anwendungen sind natürlich weiterhin Maus und Tastatur erforderlich. Das Testgerät wurde deshalb mit einem Cordless Desktop von Logitech ausgestattet, einer drahtlosen Tastatur und ebensolchen optischen Maus samt Ladestation für die Maus, deren Akkus sich enorm schnell leeren. Die Tastatur hat zusätzliche Funktionstasten, etwa Start, Stop, Pause und Vorspulen für Audio und Video. Entsprechend lässt sie sich auch wie eine TV-Fernbedienung nutzen.

Kann der Dimension 5000 also mit dieser Multimedia-Ausstattung den Fernseher und die Stereoanlage und die Settop-Box ersetzen? Die Antwort ist ja. Allerdings muss sich der Nutzer stark umgewöhnen und in eingen Fällen auch die Einstellungen etwa für die Tastenbelegung der Fernsteuerung ändern, was weiter kein Problem ist, aber eben nicht so intuitiv wie die Bedienung einer Settop-Box. Oft möchte man auch das Eingabegerät wechseln, je nachdem, ob man eine E-Mail schreiben oder einen Film sehen will, und auch aus Gewohnheit, etwa beim Schließen einer Anwendung. Auch bei der Software machen die Nahtstellen die größten Probleme- etwa der Wechsel von einer Applikation zurück zur Dell Media Experience.

Dennoch, ergänzt man den Dimension mit der Ausstattung des Testgeräts um einen guten Bildschirm, kann man Fernseher und TV-Receiver und Stereo-Anlage entsorgen – oder vielmehr standesgemäß bei einem Online-Auktionshaus einstellen. Zumindest bei Standard-Anforderungen: Hifi-Enthusiasten werden ihr High-end-Equipment natürlich lieber behalten.

Nicht ganz so befriedigend ist allerdings der Geräuschpegel des Systems. Speziell die Grafikkarte mit ihrem eigenen Lüfter hört man deutlich. Aber selbst ohne bleiben Lüftergeräusche hörbar. Der Dimension erreicht nicht die Ruhe des Optiplex GX280 aus gleichem Haus. Kritisch ist das Geräusch nie, und Unterhaltungselektronik wie Spielkonsolen oder Settop-Boxen verursacht ja mittlerweile auch oft hörbare Geräusche, aber empfindlich darf man auch nicht sein.

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