Multimedia-Allrounder: Dell Dimension 5000

von Florian Kalenda am , 15:30 Uhr

Pro
  • komplette Multimedia-Ausstattung
  • Steuerung über Fernbedienung oder drahtlose Tastatur/Maus möglich
  • solide Leistung und akzeptabler Stromverbrauch
  • attraktives und praktisches Gehäuse
Con
  • durch zahlreiche Einzelteile etwas chaotischer Anblick
  • nicht ganz nahtloses Zusammenspiel der Software
  • mit Grafikkarte etwas laut fürs Wohnzimmer
Hersteller: Dell Listenpreis: 949 Euro plus Versand
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Der Dimension 5000 ist eine gute Lösung fürs Wohnzimmer, die an die persönlichen Vorlieben und Ansprüche angepasst werden kann. Man sollte nur nicht erwarten, dass alle Familienmitglieder damit so leicht wie mit Standard-Unterhaltungselektronik zurechtkommen.

Den BTX-Rechner Dimension 5000 hat Dell für den ZDNet-Test mit Surround-System und DVB-T-Receiver ausgestattet. Außerdem wurde das Intel-System um Sound- und Grafikkarte ergänzt.

Mit dem Optiplex GX280 hatte Dell zum ersten Mal einen Büro-PC gezeigt, der den neuen Gehäusestandard BTX von Intel für ein leises und Strom sparendes System nutzt. Ruhe ist jedoch nicht nur am Arbeitsplatz erwünscht, sondern auch im Wohnzimmer – schließlich sollen nicht brummende Lüfter den Spielfilm stören.

Als Allround-PC mit integrierter Grafik ist der Dimension 5000 nicht ausschließlich fürs Wohnzimmer geeignet. Die von Dell für den Test zur Verfügung gestellte Konfiguration zielt aber exakt auf diesen Anwendungsfall ab: Obwohl der Rechner Sound und Grafik an Bord hat, wurde er um höherwertige PCI-Steckkarten für beide Bereiche ergänzt. Außerdem sind ein Cordless Desktop von Logitech mit drahtloser Tastatur und Maus, ein DVB-T-Receiver mit Fernbedienung von Terratec sowie ein 7.1-Surround-Boxensystem von Creative dabei.

Ausstattung

Das Gehäuse in Midi-Tower-Größe folgt dem BTX-Format, hat also einen relativ ruhigen Lüfter, der Luft an der Vorderseite hinausbläst. Frische Luft kommt von hinten über großzügige Abdeckungen ins Gehäuse. Die vorderseitigen Öffnungen sind gegenüber der Frontblende um gut fünf Zentimeter zurückversetzt, sodass man sie nur von der Seite erkennt (siehe Bildergalerie). Direkt von vorn bemerkt man nur eine weitere Öffnung an der Unterseite, über die Luft zu den Festplatten dringen kann.

Im Inneren finden neben dem wuchtigen Kühler (Bild) zwei optische Laufwerke und maximal zwei Festplatten Platz. Dem Testgerät genügt aber eine SATA-Platte, eine Western Digital WD2500JD mit 250 GByte Nennkapazität und 7200 Umdrehungen pro Minute. Bei den optischen Laufwerken handelt es sich um einen Dual Layer-DVD-Brenner von NEC, den ND-3530A, sowie ein Leselaufwerk von Samsung [1]. Beide bieten neben hoher Leistung (zum Beispiel werden CDs mit 48facher Normgeschwindigkeit gelesen und beschrieben oder DVD+-R-Medien mit 16x gebrannt) auch weit reichende Kompatibiltät bis hin zu Dual Layer-Medien. Nur das für Geschäftskunden wegen Backups interessante Medium DVD-RAM kann man nicht nutzen.

Das Dell-Mainboard ist mit einem Grantsdale-Chipsatz von Intel bestückt, auf dem ein Pentium 4E mit 3,4 GHz sitzt. Bei dem Prozessor handelt es sich um die Variante mit E0-Stepping, also mit zusätzlichen Stromspar-Mechanismen. Der Pentium 4E ist auch ohne dieses Extra lieferbar. E0-Stepping ist ein Teil des Geheimnisses, wie die auf Strom gierige Intel-Plattform zu bändigen ist. Ohne E0-Stepping wäre BTX wahrscheinlich nur die Hälfte wert.

Außerdem hat Dell zwei Speicher-Riegel von Samsung (DDR2-400) mit zusammen 1024 MByte verbaut. Zwei der vier DIMMs bleiben frei. Obwohl der Chipsatz 915G bereits ein Grafik-Subsystem (GMA900) und einen Sound-Chip mitbringt, ergänzt Dell die Ausstattung beim Testsystem um eine Audigy-2-Soundkarte von Creative und eine Grafikkarte vom Typ Nvidia Geforce 6800 mit 256 MByte Grafikspeicher. Wer sich diesen Luxus nicht leisten will, kann bei der Konfiguration in Dells Online-Shop diese Komponenten weglassen. Die nicht benötigten Anschlüsse, VGA für den Monitor und Audio-Klinkenstecker, hat Dell mit Schutzkappen abgedeckt.

Zuletzt ist auch noch das mittlerweile verbreitete Flashkarten-Lesegerät an Bord, das für einen Multimedia-PC sicher Sinn macht. Es belegt den einzigen 3,5-Zoll-Laufwerksschacht. Für Erweiterungen steht nur noch ein dritter PCI-Slot frei – vom Speicher einmal abgesehen.

Obwohl BTX das Innere des Gehäuses dominiert und auch große Öffnungen an Vorder- und Rückseite erfordert, finden sich die gewohnten Anschlüsse an ihrem Platz. Vorne sind zwei USBs neben Klinkenstecker-Anschlüssen für Mikrofon und Kopfhörer parat. Darüber warten die Öffnungen des Flashkarten-Lesegeräts auf Compactflash-I/II-, SD/MMC, Memorystick- und SMC/XD-Karten.

Rückseitig gibt es fünf weitere USB-Anschlüsse, Netzwerkport (der zugehörige Chip stammt von Broadcom und unterstützt nur 100 MBit/s), parallele und serielle Schnittstelle. Die Grafikkarte liefert neben VGA auch einen DVI und einen S-Video-Ausgang, die Soundkarte hat die nötigen Anschlüsse für die diversen Systeme. Für den Anschluss des im Lieferumfang enthaltenen Boxensystems sind nur drei der Klinkenstecker-Buchsen nötig.

Creatives 7.1-Boxensystem besteht aus einer großen Bass-Box, die am besten auf dem Fußboden Platz findet, plus sechs Satelliten, die jeweils mit dem Bass verkabelt werden müssen. Wandhalterungen sind im Karton, nur wird man bei Wandmontage noch mehr das Problem haben, die Kabel einigermaßen ansehnlich zu drapieren. Für das Aufstellen der Boxen sollte man mindestens eine Stunde einkalkulieren, schon allein, um sinnvolle Plätze für die Satelliten zu finden. Am Bass hängt übrigens ein Regler mit kurzem Kabel, an dem man Lautstärke und Bassvolumen einstellen kann.

Auch bei dem mitgelieferten DVB-T-Empfänger Terratec Cinergy T handelt es sich um eine externe Lösung. Das hat Vor- wie Nachteile. So kann die USB-Box leicht auch an anderen Systemen verwendet werden, aber sie ist auch ein weiteres Gerät, das neben dem Rechner Platz finden muss. Für einen PC, der wirklich im Wohnzimmer zum Einsatz kommt, wäre eine interne Lösung vorteilhafter. Die kleine Antenne der Cinergy kommt mit einem Magneten, lässt sich also am Gehäuse befestigen. Der Empfang mit der Passivantenne ist nach Erfahrungen weniger von der Entfernung zum Sendemast als von der direkten Sichtverbindung ohne zwischenstehende Gehäuse abhängig: Wer den Sendeturm nicht vom Antennenstandort sehen kann, braucht vermutlich eine aktive Antenne. Ist der Empfang gewährleistet, bewährt sich die Terratec-Lösung mit (nach einem Update) guter Software und schneller USB-2.0-Anbindung.

Für die Steuerung der Terratec-Software liegt eine Fernbedienung bei. Diese kann aber (über eine Hintergrund-Utility) auch zur Bedienung anderer Programme dienen. Zum Beispiel funktioniert sie recht unproblematisch mit der Dell-Applikation Media Experience.

Media Experience ist als zentrale Applikation gedacht, die den Windows-Desktop ersetzen kann. Sie besitzt einige Standardfunktionen wie Diashows und Audio-Player, kann aber auch andere Anwendungen aufrufen, etwa Outlook oder einen DVD-Player. Der Anwender kann Media Experience bei jedem Start launchen lassen, wenn er möchte, und damit zum Zentrum seiner PC-Aktivitäten machen. Die Fernbedienung genügt der Steuerung, wenn nur Unterhaltungssoftware verwendet wird. Media Experience ist insgesamt sehr schlicht gehalten, erfüllt aber seinen Zweck gut. Allerdings wird man bei jeder Verwendung zur Registrierung aufgefordert.

Für das Schreiben von Mails und anderen Texten, für Spiele und eine Vielzahl an weiteren Anwendungen sind natürlich weiterhin Maus und Tastatur erforderlich. Das Testgerät wurde deshalb mit einem Cordless Desktop von Logitech ausgestattet, einer drahtlosen Tastatur und ebensolchen optischen Maus samt Ladestation für die Maus, deren Akkus sich enorm schnell leeren. Die Tastatur hat zusätzliche Funktionstasten, etwa Start, Stop, Pause und Vorspulen für Audio und Video. Entsprechend lässt sie sich auch wie eine TV-Fernbedienung nutzen.

Kann der Dimension 5000 also mit dieser Multimedia-Ausstattung den Fernseher und die Stereoanlage und die Settop-Box ersetzen? Die Antwort ist ja. Allerdings muss sich der Nutzer stark umgewöhnen und in eingen Fällen auch die Einstellungen etwa für die Tastenbelegung der Fernsteuerung ändern, was weiter kein Problem ist, aber eben nicht so intuitiv wie die Bedienung einer Settop-Box. Oft möchte man auch das Eingabegerät wechseln, je nachdem, ob man eine E-Mail schreiben oder einen Film sehen will, und auch aus Gewohnheit, etwa beim Schließen einer Anwendung. Auch bei der Software machen die Nahtstellen die größten Probleme- etwa der Wechsel von einer Applikation zurück zur Dell Media Experience.

Dennoch, ergänzt man den Dimension mit der Ausstattung des Testgeräts um einen guten Bildschirm, kann man Fernseher und TV-Receiver und Stereo-Anlage entsorgen – oder vielmehr standesgemäß bei einem Online-Auktionshaus einstellen. Zumindest bei Standard-Anforderungen: Hifi-Enthusiasten werden ihr High-end-Equipment natürlich lieber behalten.

Nicht ganz so befriedigend ist allerdings der Geräuschpegel des Systems. Speziell die Grafikkarte mit ihrem eigenen Lüfter hört man deutlich. Aber selbst ohne bleiben Lüftergeräusche hörbar. Der Dimension erreicht nicht die Ruhe des Optiplex GX280 aus gleichem Haus. Kritisch ist das Geräusch nie, und Unterhaltungselektronik wie Spielkonsolen oder Settop-Boxen verursacht ja mittlerweile auch oft hörbare Geräusche, aber empfindlich darf man auch nicht sein.

Wegen der nötigen Kühlung, aber auch wegen der Stromkosten ist bei einem Wohnzimmer-PC-System, das täglich viele Stunden läuft, die Leistungsaufnahme von besonderem Interesse. Der Dell Dimension nimmt ausgeschaltet, aber mit dem Stromnetz verbunden maximal 1,1 Watt auf. Im Leerlauf, aber bei gebootetem Windows sind es 104,0 Watt, unter Belastung durch CPU-Warming mit CPU-Stabtest steigt der Konsum auf 185,7 Watt maximal.

Diese Werte gelten für das Testsystem mit Grafikkarte: Baut man die Nvidia-Karte aus (oder wählt sie im Dell-Shop gar nicht erst) und verwendet die Onboard-Intel-Grafik, sinkt der Verbrauch auf 85,0 Watt maximal im Leerlauf und 176,2 Watt unter Last. Dies ähnelt dann auch den Ergebnissen, die der Optiplex GX280 brachte, 85,3 Watt im Leerlauf und 152,1 Watt unter Last.

Auch bei den Leistungstests macht der Dell Dimension 5000 einen guten Eindruck, wenn auch der geringe Stromverbrauch noch beeindruckender ist. Im Office-Test Business Winstone 2004 jedenfalls werden 24,5 Punkte gemessen, im Content Creation Winstone 2004 31,2 Punkte. Vor allem letzteres ist ein einwandfreier Wert, der die Multimedia-Ausrichtung des Systems bestätigt, auch wenn man ohne Mühe ein performanteres System bauen könnte, wie die Systeme für ZDNets Prozessortests regelmäßig beweisen.

Die leistungsstarke Nvidia-Grafikkarte ist absolut spieletauglich und schafft 3435 Punkte im 3DMark 05, 8606 Punkte im 3DMark 03 und 17.871 Punkte im 3DMark 2001 SE. Wer nicht spielt oder sonstige 3D-Applikationen nutzt, sollte wegen des hörbaren Lüfters auf sie verzichten und die dann ausreichende integrierte Grafik verwenden.

Mit dem rundum ausgestatteten Dell Dimension ist erstmals ein System im ZDNet-Test, das die gesamte Unterhaltungselektronik im Wohnzimmer ersetzen kann, zumindest bei mittleren Qualitätsansprüchen. Die Bedienung ist dann vollständig über Fernbedienung oder drahtlose Tastatur und Maus möglich. Alle diese Steuerungen gehören zum Paket.

Allerdings handelt es sich nicht um eine Lösung aus einem Guss, sondern eine Baukasten-Lösung mit beispielsweise einem externen DVB-T-Empfänger wie auch Boxen und nicht perfekt aufeinander abgestimmter Software. Immerhin, es funktioniert.

Wer das solide und sparsame System nur für Unterhaltungsmedien einsetzt, verschenkt einiges Potential. Die Leistung stimmt, und die internen Komponenten, darunter die guten optischen Laufwerke, genügen aktuellen Ansprüchen vollauf.

Der Geräuschpegel durch die Lüfter, insbesondere den der Grafikkarte, ist höher als beim Optiplex GX280 aus gleichem Haus. Ohne die Grafikkarte sinkt zwar die 3D-Leistung deutlich, aber auch das Geräusch. Allerdings verliert man mit der Nvidia-Karte auch den DVI-Anschluss. Auch die Audigy-2-Soundkarte ist eventuell entbehrlich, da der Intel-Chipsatz auf dem Mainboard auch 7.1-Surround-Sound unterstützt. Da sie aber den einzigen Firewire-Anschluss stellt, sollte man in diesem Fall eine Firewire-Karte wählen, wenn externe Festplatten oder eine Videokamera angeschlossen werden sollen.

Insgesamt ist der Dimension 5000 eine gute Lösung fürs Wohnzimmer, die an die persönlichen Vorlieben und Ansprüche angepasst werden kann. Man sollte nur nicht erwarten, dass alle Familienmitglieder, besonders ältere und jüngere, damit so leicht wie mit Standard-Unterhaltungselektronik zurechtkommen.

E-Value-Code

Nach Angabe von Dell wird das System in der getesteten Konfiguration ab Freitag, 17. Juni, unter dem E-Value-Code TEST-D06506r im Onlineshop verfügbar sein. Der Preis soll 949 Euro betragen, zuzüglich 75 Euro Versandkosten. Die Lautsprecher Creative T7700 wurden durch die T7900 ersetzt.

Spezifikationen

  • 3G - nein
  • WLAN - nein
  • Betriebssystem - Windows XP
  • Touchscreen - nein
  • Multitouch - nein
  • Computer-Typ - Desktop-PC
  • Prozessor - Intel Pentium 4E mit E0-Stepping 3.4 GHz
  • Grafik - Nvidia Geforce 6800 (Intel GMA900 onboard ist deaktiviert)
  • optisches Laufwerk - DVD; DVD-Brenner
  • Bluetooth - nein
  • Spiegeldisplay - nein

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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