Cowon Iaudio X5 (20 GByte)

von Ben Patterson am , 16:02 Uhr

Pro
  • geringe Größe
  • Video-Player mit LCD-Bildschirm
  • hervorragende Klangqualität
  • UKW-Radio
  • anpassbares Hintergrundbild
  • Line-in und Sprachaufzeichnung
  • Foto-Viewer
  • Textdatei-Reader
  • liest Fotos direkt aus Digitalkameras
  • OGG und FLAC kompatibel
Con
  • externer Adapter für Anschlüsse
  • ungünstige Anordnung der Steuerelemente
  • keine Autosynchronisation von Musik mit dem PC
  • mangelnde Suchfunktionen
  • obligatorisches Konvertieren von Videos
  • kein Diashow-Modus
  • keine Musik beim Betrachten der Fotos
  • keine Stationsabspeicherung bei der automatischen Radiosendersuche
  • mangelnde Kompatibilität mit Online-Musikanbietern
Hersteller: Cowon Listenpreis: 349 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Der Iaudio X5 von Cowon kann noch nicht richtig überzeugen. Bleibt abzuwarten, ob die neue Firmware auch die angekündigten Nachbesserungen mit sich bringt.

Auf den ersten Blick erscheint der Iaudio X5 wie ein Ipod-Killer. Die Mängel liegen jedoch im Detail. So fehlt es dem Gerät an der Kompatibilität mit vielen Online-Musikanbietern, auch die Funktionalität reicht lange nicht an das Apple-Vorbild heran.

Auf den ersten Blick betrachtet kann der Cowon Iaudio X5 in Sachen Funktionalität durchaus mit dem Ipod von Apple [1] mithalten. So unterstützt das Gerät neben der Wiedergabe von Musik auch das Betrachten von Fotos und Videos sowie Sprach- und Line-in-Aufzeichnungen. Auch ein UKW-Radio ist integriert, außerdem kann man Bilder ohne speziellen Adapter direkt aus einer Digitalkamera auslesen und auf dem Gerät speichern.
Die Schwächen liegen jedoch im Detail: die Musiksuche ist mangelhaft, die Bedienung gibt an einigen Stellen Rätsel auf, und auch der Foto-Viewer hat einige Einschränkungen.

Hinzu kommt, dass die Umwandlung von Videos zur Wiedergabe auf dem Player recht umständlich vonstatten geht. Auch sollten sich Ipod-Vertraute, die an eine nahtlose Itunes-Integration gewöhnt sind, einen Umstieg genau überlegen, da der Cowon-Player mit vielen Musikdiensten (noch) nicht kompatibel ist.

Ein Firmware-Update soll den Player benutzerfreundlicher und weitaus kompatibler machen. Bislang ist ein solches jedoch noch nicht erhältlich.

Mit seinen Abmessungen von 104 mal 60 mal 15 Millimetern und einem Gewicht von 153 Gramm hat der schwarz-silberne Iaudio X5 von Cowon etwa dieselbe Größe wie der Ipod. Er ist jedoch aufgrund seiner abgeflachten Gehäusehälfte unterhalb des 2-Zoll-LCD-Bildschirms etwas leichter.

Direkt unter dem Bildschirm befindet sich ein kleiner Fünfwege-Navigations-Joystick. Die Tasten für Wiedergabe und Aufnahme sowie ein Ein/Aus-Schiebeschalter befinden sich rechts am Gerät. Das sparsame Layout verleiht dem X5 ein überschaubares Aussehen.

Die Wiedergabetaste sollte sich zur besseren Bedienung jedoch direkt neben dem Joystick befinden und nicht auf der Seite. Auch ein Scrollrad und eine berührungssensitive Taste zur Navigation durch die Unmengen an Dateien wären hilfreich.

Die geringe Größe und die glatte, kratzbeständige Oberfläche des X5 sind vorteilhaft. Wegen der kompakten Form des Players sind die Anschlüsse für Strom, USB, Line-in und Line-out in einem externen Anschlussadapter untergebracht. Der kleine Adapter (32 mal 25 mal 8 Millimeter) wird an der Unterseite des Geräts angeschlossen.

Das Display des X5 schneidet mit 160 mal 128 Pixel und 260.000 Farben vergleichsweise gut ab, wenn es auch mit 2 Zoll in der Diagonale etwas winzig wirkt. Die Farben sind lebendig, die Details gut sichtbar. Eine nette Idee ist, dass man ein Bild aus seiner Fotosammlung auch als Hintergrundbild auswählen kann.

Zum mitgelieferten Zubehör des X5 gehören ein Satz qualitativ hochwertiger Ohrhörer sowie ein USB-Kabel und ein Klinkenkabel für Line-in-Aufzeichnungen. Gegen einen Aufpreis von circa 20 Euro kann man ein schützendes Etui erwerben. Dies mindert aber den insgesamt eleganten Eindruck des Geräts, da es recht billig wirkt. Daneben gibt es eine Kabel-Fernbedienung mit Display (circa 50 Euro) und eine Docking-Station für circa 30 Euro.

Die Einrichtung des Cowon Iaudio X5 ist relativ einfach. Über den USB-2.0-Port des mitgelieferten Adapters verbindet man den Player mit dem PC oder Mac. Im Windows Explorer erscheint das Gerät dann als neuer Laufwerksbuchstabe (unter Mac OS X als entfernbares Gerät).

Per Drag and Drop kann man dann Musik und Bilder in die entsprechenden Verzeichnisse ziehen. Mit der mitgelieferten Software Jet Audio und Jet Shell lassen sich außerdem Tracks organisieren oder Wiedergabelisten erzeugen. Standardmäßig unterstützt der Player M3U-Dateien.

Für Videodateien ist die Einrichtung jedoch etwas komplizierter. Der Iaudio X5 kann Videos nur mit 15 Bildern pro Sekunde abspielen. Deshalb müssen alle Videodateien, die mit einer anderen Bildfrequenz codiert sind, vorher mit Jet Audio / Jet Shell konvertiert werden. Angenehm ist, dass die Software den Batch-Modus unterstützt. So können mehrere Dateien automatisch abgearbeitet beziehungsweise konvertiert werden. Leider funktioniert die aktuelle Version von Jet Audio nicht mit Quicktime-Filmen.

Um Videos auf dem Player darstellen zu können, navigiert man zum jeweiligen Ordner und wählt die gewünschte Datei aus. Beim Vor- oder Zurückspulen friert das Bild jedoch ein, so dass man sich nur anhand der Anzeige der abgelaufenen beziehungsweise verbleibenden Zeit orientieren kann. Ein Vor- oder Zurückspulen in Zeitlupe ist nicht möglich. Bei Unterbrechungen mitten in einem Film lassen sich keine Stoppmarken (Bookmarks) setzen. Dies ist nachteilhaft, da man sich die passende Stelle später wieder mühsam manuell suchen muss.

Für die Wiedergabe von Musik navigiert man entweder zum Musikverzeichnis, oder man greift auf die Wiedergabeliste zurück. Der Cowon-Player unterstützt MP3, OGG, ASF, das verlustfreie FLAC-Format, WAV und ungeschützte WMA-Dateien. Während des Abspielvorgangs kann man eine Playlist erstellen. Das Suchen nach Interpret, Album oder Genre ist nicht möglich. Dies stellt ein großes Manko dar, besonders wenn man mit 10 GByte Musik oder mehr hantiert.

Der Hersteller hat für Ende 2005 ein Firmware-Update angekündigt, in dem die bisherige Ordnerbaum-Struktur durch eine Musikbibliothek im Ipod-Stil ersetzt werden soll. Außerdem soll mit dem Update auch die Kompatibilität mit Online-Musikdiensten verbessert werden. Bislang steht jedoch nur eine Beta-Fassung zur Verfügung, in der lediglich kleinere Fehler behoben worden sind.

Zur Klanganpassung von Musikdateien stehen neben einem Fünf-Band-Equalizer auch diverse Einstellungen zum Klangeffekt wie BBE, Mach-3-Bass, MP Enhance und 3D Surround zur Verfügung.

Zum UKW-Radio des X5 gehören 24 Sendervoreinstellungen. Man kann die Sender wahlweise manuell einstellen oder den Player die stärksten Radiostationen suchen lassen. Auch die Aufnahme von Radiosendungen ist möglich. Dabei wird das laufende Programm im MP3-Format mit Bitraten zwischen 64 KBit/s und 320 KBit/s aufgezeichnet. Ein Menüwechsel ist während der Aufnahme nicht möglich. Mit dem eingebauten Mikrofon können auch Sprachaufzeichnungen getätigt werden.

Die Funktionen des Bildbetrachters des Iaudio X5 fallen vergleichsweise mager aus. Nachdem man die Bilder per Drag and Drop in das Bildverzeichnis des Players überspielt hat, kann man seine Schnappschüsse der Reihe nach durchgehen oder in einer Thumbnail-Ansicht mit je neun Bildern betrachten und Ausschnitte vergrößert darstellen. Eine Diashow-Funktion dagegen gibt es nicht, außerdem lässt sich beim Betrachten der Bilder keine Musik abspielen. Wenigstens können im Hauptbildverzeichnis weitere Ordner erstellt werden.

Will man sich Fotos direkt aus einer Digitalkamera ansehen, kann man im USB-Host-Modus des X5 eine Kamera anschließen und die vorhandenen Bilder auf dem Player anzeigen oder dorthin kopieren. Das ist eine gelungene Funktion, wenn man davon absieht, dass nur circa 30 Kameras von Olympus, Sony [2], Nikon, Fujifilm, Minolta, Panasonic und Kenox unterstützt werden. Auch an dieser Stelle verweist der Hersteller auf das noch ausstehende Firmware-Update, in dem weitere Modelle hinzugefügt werden sollen.

Zu den weiteren Funktionen zählt ein Textdatei-Viewer, verschiedene Wiederholungs-Modi, ein Alarm und eine „Autoresume“-Funktion, mit der Musikdateien an der Stelle weiter gehört werden können, an der man zuvor unterbrochen hat. Letzteres gilt jedoch nur für Musik, nicht für Videos.

Die Klangqualität des Iaudio X5 ist beeindruckend. Die Höhen sind klar und sauber, der Bass ist voll und ohne dumpfe Vibrationen. Auch tritt kein störendes Rauschen auf. Die Lautstärke kann auf ohrenbetäubende 20 Milliwatt pro Kanal aufgedreht werden. Obwohl die mitgelieferten Ohrhörer bereits ein gutes Klangbild erzeugen, ist es dennoch ratsam, sie gegen noch hochwertigere auszutauschen.

Beim Aufzeichnen über den Line-in-Port gibt es im Test selbst bei einer ziemlich lauten Quelle keine wahrnehmbare Klangverzerrung. UKW-Aufzeichnungen und Sprachmemos über das Mikrofon werden laut und deutlich wiedergegeben.

Die Bildqualität des X5 ist so gut, wie es von einem Display dieser Größe zu erwarten ist. Der LCD-Bildschirm zeigt reiche, lebhafte Farben. Da der Video-Player auf 15 Bilder pro Sekunde beschränkt ist, ist ein leichtes Ruckeln in der Bewegung wahrnehmbar. In puncto Digitalfotos muss man einige Sekunden warten, bis Bilder von 1 MByte und mehr auf dem Bildschirm erscheinen, da der X5 größere Bilder nicht in eine gerätefreundliche Größe umcodiert. Die Transferzeit zum Player über den USB-2.0-Port war mit 12,4 MBit/s sehr zügig.

Cowon verspricht bis zu 14 Stunden Wiedergabe mit dem aufladbaren Lithium-Ionen-Akku, der vom Benutzer nicht ausgetauscht werden kann. Im Test hält er sogar 14,4 Stunden bei der Wiedergabe von MP3 durch. Wenn man Bilder oder Videos betrachtet, sollte man mit weniger Zeit rechnen.

Parallel zu diesem Gerät gibt es auch den X5L, der mit einem noch stärkeren Akku ausgerüstet ist. Hier wird die Akkulaufzeit vom Hersteller mit 35 Stunden angegeben.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39136198/cowon-iaudio-x5-20-gbyte/

URLs in this post:

[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[2] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/