Sony Handycam DCR-DVD403

von Denny Atkin am , 16:12 Uhr

Pro
  • sehr gute Videoqualität
  • Aufnahmen mit Dolby Digital 5.1 Surround-Sound
  • reaktionsfreudig
  • bequeme Speichermedien
  • ordentliche Fotos
Con
  • Videos etwas verwaschen
  • keine Videoleuchte
  • funktioniert nicht mit Mac
  • Bildformat wird bei der Wiedergabe nicht automatisch erkannt
Hersteller: Sony Listenpreis: 1200 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,5 von 10 Punkte
Fazit:

Der DCR-DVD403 von Sony ist der erste DVD-Camcorder im Test, bei dem man keine großen Kompromisse zwischen Funktionsumfang und Qualität eingehen muss.

Die Sony Handycam DCR-DVD403 bietet eine überragende Videoqualität, gute Performance und liefert überdurchschnittlich gute Fotos.

Die Sony [1] Handycam DCR-DVD403 lässt alle bislang verbesserungswürdigen Vorgänger weit hinter sich. Sie bietet eine überragende Videoqualität, eine verbesserte Performance, überdurchschnittliche Fotos sowie einen Funktionsumfang, der nichts zu wünschen übrig lässt. Mit ihrem 3-Megapixel-CCD (2 Megapixel für Video) und ihrer Dolby-5.1-Surround-Aufnahmefähigkeit ist die Sony Handycam DVD403 eine ernst zu nehmende Konkurrenz für Mini-DV-Kameras in ihrer Preisklasse und bietet außerdem noch eine unkomplizierte Benutzung.

Design

Auf den ersten Blick sieht die Sony Handycam DCR-DVD403 aus wie ein typischer Camcorder der Mittelklasse. Das Kunststoffgehäuse in Silber, Schwarz und Grau wirkt nicht mehr so spektakulär wie bei einigen früheren Modellen von Sony. Das einzige Indiz dafür, dass dies nicht einfach ein weiterer Mini-DV-Camcorder ist, sind die abgerundete rechte Seite sowie das beachtliche Gewicht von 595 g. Die Kamera fühlt sich dadurch sehr solide an.

Zusätzliche Tasten neben dem LCD-Display ermöglichen das Starten und Stoppen der Aufnahme sowie die Einstellung des Zooms. Oben auf der Kamera findet sich außerdem ein herkömmlicher Wippschalter für das Zoomobjektiv. Diese berührungsempfindlichen Tasten sind zwar recht bequem, erfordern aber ein so starkes Drücken, dass es schwierig ist, dabei die Kamera nicht zu verwackeln.

Wie es für Sony-Camcorder typisch ist, sind die meisten Funktionen über Menüs auf dem LCD-Touchscreen zugänglich. Diese Methode wirkt weniger abschreckend als die Vielzahl von Einzeltasten bei anderen Camcordern. Allerdings kann es länger dauern, ehe man in den Onscreen-Menüs die Einstellung gefunden hat, die man ändern möchte. Das Menü ist programmierbar, so dass man die Funktionen, die am häufigsten benutzt werden, auf dem ersten Bildschirm platzieren kann. Wer nur gelegentlich Aufnahmen macht, kann die Kamera mit einem Druck auf die Easy-Taste in den vollautomatischen Modus versetzen.

Das integrierte DVD-Laufwerk befindet sich an der rechten Seite der Kamera und lässt sich nach oben öffnen. Der Akku wird an der Rückseite eingerastet, so dass man DVD und Akku auch dann leicht austauschen kann, wenn die Kamera auf einem Stativ montiert ist.

Früheren Generationen von Sony DVD-Camcordern wie dem DCR-DVD101 fehlten häufig die Funktionen, die man von Mini-DV-Modellen derselben Preisklasse gewohnt war. Dieses Manko hat Sony hier definitiv behoben: Die Sony Handycam DCR-DVD403 bietet einen ernormen Funktionsumfang mit einem hochauflösenden CCD, Surround-Sound-Aufnahme sowie exzellenten Fotografierfähigkeiten. Das Einzige, was nicht so berauschend ist, ist das Carl-Zeiss-Objektiv, das lediglich ein 10-fach-Zoom bietet.

Die Sony Handycam DCR-DVD403 nimmt auf 3-Zoll-DVDs auf. Dabei können entweder einmal beschreibbare DVD-R/+Rs oder wieder beschreibbare DVD-RW/+RWs verwendet werden. Bei letzteren besteht die Möglichkeit, elementare Bearbeitungsfunktionen auszuführen, zum Beispiel Szenen aufzuteilen, umzusortieren oder zu löschen. Wenn man die DVD finalisiert, erzeugt die Sony Handycam DVD403 ein DVD-Menü, komplett mit Miniaturansichten (Thumbnails), mit deren Hilfe man die einzelnen Clips auf einem separaten DVD-Player auswählen kann. Das Gerät kann auch eine Video-Diashow aus beliebigen Bildern auf der DVD erstellen. Einen Steckplatz für einen Memory Stick bietet die Kamera nicht, stattdessen werden Fotos auf der DVD gespeichert. Einzigartig bei Sony ist die Fähigkeit der Handycam DVD403, mit dem eingebautem Richtmikrofon Audioaufnahmen in Dolby Digital 5.1 zu machen. Auch ein externes Surround-Mikrofon kann angeschlossen werden.

Die Sony Handycam DVD403 unterstützt sowohl das normale 4:3-Format als auch das Breitbildformat 16:9. Dabei erleichtert es das LCD-Display im Breitformat, im 16:9-Modus aufzunehmen, da kein wertvoller Bildschirmplatz durch schwarze Balken verloren geht. Nachteilig ist allerdings, dass bei der Wiedergabe weder Fernseher noch PC automatisch erkennen, welches Bildformat verwendet werden soll.

Der Camcorder ermöglicht manuelle Belichtungs- und Fokuseinstellungen, außerdem gibt es sechs voreingestellte automatische Belichtungsmodi. Sony überfrachtet seine Camcorder häufig mit einer Vielzahl von Spezialeffekten, hier jedoch beschränken sich diese auf „Luminance Keying“, dem völlig veralteten „Alter-Film-Modus“ sowie Sepia-, Pastell-, Schwarzweiß- und Mosaikeffekte. Vorhanden ist auch eine Ein- und Ausblendmöglichkeit für Szenenwechsel.

Die Handycam DVD403 bietet Sony’s Markenzeichen, die Infrarotmodi Nightshot und Super Nightshot für Aufnahmen bei wenig Licht, sowie einen Modus mit langsamer Bildfrequenz für Farbaufnahmen, wenn man die Originalfarben gegenüber den grünstichigen Infrarotaufnahmen bevorzugt. Es gibt keine Videoleuchte, dafür aber einen Blitz für Fotoaufnahmen. Die Handycam DVD403 ist mit Sony’s „Active Interface Shoe“ ausgestattet, so dass man Leuchten und weiteres Zubehör anschließen kann.

Falls der eigene Computer DVD-ROMs lesen kann, ist der Dateitransfer ein Kinderspiel: Man muss die finalisierte DVD nur in das Laufwerk einlegen. Ansonsten kann man das mitgelieferte USB-Kabel verwenden, um Videos und Fotos auf den PC zu übertragen. Mac-Benutzer haben allerdings Pech: Sony liefert keinerlei Mac-Software mit und die Handycam DVD403 hat keinen Firewire-Anschluss. Man sollte auch beachten, dass einige Programme zur Videobearbeitung das komprimierte MPEG-2-Format nicht unterstützen. Daher hat man hier unter Umständen weniger Auswahl als bei einem Mini-DV-Camcorder.

Das mitgelieferte Composite-/S-Video-Kabel ermöglicht den Anschluss eines Fernsehers für die Wiedergabe oder einer analogen Quelle, die auf DVD gebrannt werden soll. Die im Lieferumfang enthaltene Infrarotfernbedienung ist in jedem Fall praktisch, um den Camcorder zu steuern.

Mit dem DCR-DVD403 behebt Sony die meisten Schwachpunkte von DVD-Camcordern in Sachen Performance, die bisher zu beanstanden waren. Die Kamera ist beispielsweise in wenigen Sekunden betriebsbereit, was eine deutliche Verbesserung gegenüber den 30 Sekunden älterer Geräte ist, wobei einem so mancher Schnappschuss entging. Nur beim Fotografieren war es etwas frustrierend, auf das Laufwerk zu warten, denn der Camcorder braucht immer ein paar Sekunden zwischen den einzelnen Aufnahmen, um die Fotos auf der DVD zu speichern. Die Akkulaufzeit ist gut: ungefähr zwei Stunden, wenn das LCD benutzt wird. Das ist mehr, als man auf den 3-Zoll-DVDs aufnehmen kann, die lediglich circa 20 Minuten an Videomaterial in bester Qualität speichern können.

Egal, ob man schnell oder stufenweise zoomt, der gut platzierte Zoomschalter ermöglicht eine präzise Steuerung. Die zusätzlichen Tasten auf der LCD-Einfassung zoomen in einer festen, aber etwas langsamen Geschwindigkeit. Sony’s Bildstabilisierung „Super Steadyshot“ erweist sich bei Weitwinkelaufnahmen sowie fast im gesamten Zoombereich als effektiv. Nur bei fast 10-facher Zoomvergrößerung am Ende des Zoombereichs war ein Wackeln der Kamera bemerkbar.

Der Autofokus der Sony Handycam DCR-DVD403 arbeitet schnell und präzise, sowohl bei guten als auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Das 2,7-Zoll-Breitformat-LCD ist selbst im direkten Sonnenlicht erkennbar, die geringe Größe erschwert allerdings das manuelle Scharfstellen. Der Farbsucher bietet eine sehr gute Auflösung, aber wegen seines Bildformats von 4:3 wird das Bild bei Aufnahmen im Breitbildformat recht klein.

Das Surround-Mikrofon leistet gute Arbeit bei der Aufnahme von Erzählungen, Dialogen und Umgebungsgeräuschen. Trotz seiner Empfindlichkeit war nicht feststellbar, dass der Camcorder eigene Geräusche aufnimmt. Ein Windfilter fehlt zwar, aber dank der Platzierung oben auf der Kamera ist das Mikrofon nicht so anfällig für Windrauschen wie Mikrofone, die an der Vorderseite montiert sind.

Die Videoqualität der Sony Handycam DCR-DVD403 ist sehr gut. Bei gut ausgeleuchteten Aufnahmen drinnen wie draußen ist keine Körnigkeit feststellbar. Die Performance bei schlechten Lichtverhältnissen ist überdurchschnittlich, die Farben werden gut wiedergegeben, auch hält sich das Rauschen in schlechter beleuchteten Räumen in Grenzen. Die Belichtungsautomatik des Camcorders funktioniert gut, selbst bei schnellen Schwenks von hellen auf dunkle Objekte. Der Dynamikumfang ist ebenfalls recht gut, obwohl der Camcorder häufig dazu neigt, helle Bereiche überzubelichten.

Die Farbwiedergabe ist sehr gut: Die Farben wirken satt, aber nicht grell. Der hochauflösende CCD sorgt für recht scharfe Videoaufnahmen, aber die Kompressionsalgorithmen des Camcorders verursachen eine ganz leichte Unschärfe. Insgesamt machte das Video einen sehr guten Eindruck, es war aber ein wenig verschwommener als vergleichbare Mini-DV-Aufnahmen.

Die Fotoqualität des DVD403 zählt zum Besten, was man von einem Camcorder mit einem CCD und einem Objektiv erwarten kann. Die Farbwiedergabe der 3-Megapixel-Fotos ist hervorragend, die Belichtung der Testaufnahmen perfekt. Bei genauerer Betrachtung weisen die Fotos etwas mehr Bildrauschen auf als Fotos von Digitalkameras. Sie leiden unter deutlichen Artefakten aufgrund der JPEG-Kompression, aber die Qualität ist für gelegentliche Schnappschüsse auf jeden Fall mehr als ausreichend.

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