Canon MV830i

von Rick Broida am , 16:53 Uhr

Pro
  • hervorragende Farbqualität
  • viele Aufnahmemodi
  • günstiger Preis
  • solide Akkulaufzeit
  • optionale Objektive und Filter
Con
  • wenig Einstellmöglichkeiten
  • Tapefach öffnet sich nach unten
  • schlechte Leistung bei geringer Beleuchtung
  • Standbilder mit geringer Auflösung
Hersteller: Canon Listenpreis: 549 Euro
ZDNet TESTURTEIL: BEFRIEDIGEND 6,0 von 10 Punkte
Fazit:

Der Canon MV830i ist ein leistungsfähiger und günstiger Mini-DV-Camcorder, der im Preis-Leistungs-Verhältnis nicht ganz so gut abschneidet wie das einfachere Modell MV800.

Bei guten Lichtverhältnissen macht der preiswerte und kompakte MV830i von Canon herrliche Aufnahmen. Insgesamt ist man jedoch mit dem günstigeren Modell MV800 der gleichen Serie besser bedient.

Der MV830i ist eines von vier Modellen der Camcorder-Serie MV8 Mini-DV von Canon, der zu einem günstigen Preis passable Videoqualität für alle Heim- und Urlaubsaufnahmen bietet. Der Camcorder verfügt über einen 20-fachen optischen Zoom, einen Fotobildmodus und den Easy-Modus, der für ungeübte Benutzer nahezu alles automatisch erledigt.

Über die meisten dieser Funktionen verfügt jedoch auch der günstigere Canon MV800 (unverbindliche Preisempfehlung 379 Euro). Bei gleichwertiger Videoqualität ist der MV800 wahrscheinlich sogar die bessere Wahl. Beide Modelle überzeugen bei Außenaufnahmen und guter Beleuchtung, bei wenig Licht geraten die Aufnahmen jedoch etwas trübe.

Bis auf spezielle Wireless-Remote- und Webcam-Funktionen bietet der Canon MV830i nicht wirklich mehr als der preisgünstigere MV800. Der MV800 verfügt zwar über keine Standbildfunktionen, dies ist angesichts der schlechten Auflösung in diesem Bereich aber auch nicht sonderlich relevant.

Design

Der MV830i ist äußerlich mit den anderen Modellen der Canon MV8-Serie identisch. Er wiegt etwas über 400 Gramm und liegt gut in der Hand. Die Bedienelemente bestehen aus den üblichen mit der rechten Hand zu betätigenden Optionen (Zoomschalter und Modus-Einstellrad) sowie einigen Tasten auf der linken Seite. Die meisten Tasten sind in Abhängigkeit vom Modus (Aufnahme oder Wiedergabe) mit zwei Funktionen belegt. Sie sind jedoch gut gekennzeichnet und lassen sich intuitiv bedienen. Lediglich ein, zwei Tasten (zum Beispiel AE Shift/End Search) erfordern ein Nachschlagen im Handbuch.

Praktisch für die Videofilmaufnahme sind die integrierten, per Knopfdruck aufrufbaren Einstellungen wie Fokus, Nacht und Breitformat. Mit der Auswahl kann der Fokus manuell über das Drehrad an der Kamera eingestellt werden. Mit dem Rad kann man auch im einfachen Bildschirmmenü des MV830i navigieren. Über eine Taste daneben lässt sich zwischen dem Easy-Modus und den verschiedenen Programm-Modi umschalten. Im Easy-Modus erfolgen alle Einstellung automatisch, während sich über die Programm-Modi die dürftigen manuellen Einstellungen des Camcorders bedienen lassen, wie beispielsweise die Verschlussgeschwindigkeit (1/60 bis 1/2000 Sekunden) sowie die Voreinstellungen für den Weißabgleich.

Die Lithium-Ionen-Akkus sind beim MV830i an der Rückseite des Geräts untergebracht, das Tapefach muss nach unten geöffnet werden. Dies ist vor allem für Stativ-Nutzer recht umständlich. Wenigstens kann der Sucher beim Anbringen von größeren Akkus nach hinten versetzt werden. Positiv ist auch, dass der MV830i optionale Objektive und Filter unterstützt.

Abgesehen von der effektiven Pixelzahl von 340.000 des Bildsensors bietet der MV830i die gleichen Funktionen wie günstigere Camcorder auch. Die Aufnahme erfolgt im 16:9-Format, was heißt, dass das Gerät die volle Bandbreite des Sensors nutzt und keine Verzerrung und Interpolierung verwendet. Ferner ist er mit einem 20-fachen optischen Zoom, AD-Wandler, ein paar Szenen-Modi mit Belichtungsautomatik und dem üblichen Sammelsurium an Digitaleffekten ausgestattet.

Der Nachtmodus ist enttäuschend. Zwar werden dunkle Umgebungen gut ausgeleuchtet, man benötigt jedoch ein Stativ und man kann nur unbewegliche Objekte aufnehmen, will man ein akzeptables Ergebnis erzielen. Ansonsten entstehen wacklige und unbrauchbare Videos. Aber auch mit Stativ weisen bei wenig Licht aufgenommene Videos ein starkes Bildrauschen auf. Man sollte also nach Möglichkeit das Licht anlassen oder für zusätzliches Licht sorgen. Leider verfügt der MV830i auch über keine Möglichkeit, eine zusätzliche Lichtquelle anzuschließen.

Performance

Die Bildverarbeitung erfolgt beim MV830i über den Digic-DV-Prozessor von Canon, der scharfe und farbstarke Bilder liefert – vorausgesetzt die Lichtverhältnisse sind optimal. Die Zoomeinstellungen reagieren schnell, der Autofokus ist jedoch bei Fixierung einer Person in bewegten Szenen eher langsam. Beim Filmen im Freien wünscht man sich eine bessere Videoqualität.

Bei Standfotos werden die Farben genau wiedergegeben, dennoch wirken die Testfotos körnig und leicht verwaschen und an hellen Stellen überbelichtet. Bei einer Auflösung von 0,7 Megapixel ist dies jedoch nicht weiter verwunderlich – die Fotos eignen sich höchstens fürs Internet. Dasselbe gilt für die Motion-JPEG-Filmclips (320 mal 340 Pixel, 15 Bilder pro Sekunde), die durchweg wacklig wirken und obendrein eine schlechte Tonqualität besitzen.

Die durchschnittliche Aufnahmezeit für die mitgelieferten Akkus beträgt laut Hersteller knapp eine Stunde. Verwendet man ausschließlich den Sucher, kann man es auf beeindruckende 135 Minuten bringen. Diese Ergebnisse sind für einen Camcorder dieser Kategorie gar nicht schlecht, obwohl man für den Urlaub in jedem Fall Ersatzakkus einpacken sollte.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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