Navigationssystem zum Nachrüsten: HP Ipaq rz1710 Navigator

von Sandra Vogel am , 00:00 Uhr

Pro
  • bietet zu einem guten Preis alles, was man zum Navigieren braucht
  • gute Akkulaufzeiten
Con
  • weder Bluetooth noch Wi-Fi eingebaut
  • wenig Speicher
  • Navigationspaket nur zur Verwendung im Auto
  • eine kabelgebundene Lösung in einer mehr und mehr drahtlosen Welt
Hersteller: Hewlett Packard Listenpreis: 399 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Dies ist eine preislich solide Lösung mit einem Windows Mobile Handheld und GPS-Navigation, obwohl der kabelgebundene, nur im Auto einsetzbare GPS-Empfänger nicht jedermann gefallen wird.

Der Ipaq rz1710 Navigator ist eine preislich solider Handheld mit Windows Mobile und GPS-Navigation. Ein kleines Manko ist die Kabelgebundene GPS-Lösung und die Tatsache, dass der Satelliten-Empfänger nur im Auto einsetzbar ist.

Als er vor etwas über einem Jahr auf den Markt kam, war der Ipaq rz1710 einer der ersten Handhelds von Hewlett-Packard, der nicht direkt auf eine berufliche Nutzung zugeschnitten war. Er war in vieler Hinsicht ein Einsteigergerät, und obwohl er zu einem attraktiven Preis angeboten wurde, hatte man bei HP ganz klar Abstriche machen müssen, um dies zu ermöglichen. Das Gerät wurde vor kurzem runderneuert und für Unternehmen interessanter gestaltet, indem es mit allem ausgestattet wurde, was man zum Navigieren braucht: einem GPS-Empfänger, Navigationssoftware und einem Montagesatz fürs Auto.

Design

Der rz1710 selbst ist ein relativ leichter Pocket PC von normaler Größe. Mit nur 120 Gramm liegt er gut in der Hand, und bei Abmessungen von 7,0 mal 11,4 mal 1,3 Zentimeter dürfte er in keiner Tasche Probleme bereiten.

Das Hardware-Design ist minimalistisch, das schwarz-silberfarbene Gehäuse des rz1710 zieren keinerlei seitlich angebrachte Tasten, Auswahlräder oder Schieberegler. Die einzigen Tasten sind eine Einschalttaste an der oberen Kante sowie vier Tasten zum direkten Aufrufen von Anwendungen und ein rundes Navigationsfeld unter dem Bildschirm. Schwach erkennbare Markierungen auf dem Navigationsfeld und die Auswahltaste in dessen Mitte sind ein Hinweis darauf, das diese zur Bedienung des Windows Media Player (Version 9) verwendet werden können.

Der Navigationsanteil des Pakets besteht aus zwei Komponenten. Der Montagesatz fürs Auto, der GPS-Empfänger und der Adapter für den Zigarettenanzünder kommen von Kirrio, während die Navigationssoftware von Via Michelin stammt.

Die Kfz-Halterung ist stabil und effektiv, jedoch etwas sperrig. Sie wird mit einem Sauger am Fenster oder am Armaturenbrett montiert und kann in drei Ebenen gedreht werden, was eine präzise Platzierung gestattet. Sie umfasst auch einen eingebauten Lautsprecher und gleicht so die relativ geringe Lautstärke des rz1710 aus.

Leider wird der GPS-Empfänger an der Fahrzeughalterung angebracht und nicht am Handheld, was bedeutet, dass man die Navigationssoftware nur im Auto verwenden kann. Und da der rz1710 nicht über Bluetooth verfügt, kann man außerhalb des Autos nicht einfach einen anderen GPS-Empfänger verwenden.

Der rz1710 ist ein einfacher Windows Mobile 2003 SE-Handheld, der mit einem bescheidenen auf 203 MHz getakteten Samsung [1] S3C2410-Prozessor ausgestattet ist. Der Speicherplatz ist auf jeweils 32MByte ROM und RAM begrenzt. HP gibt den zur Verfügung stehenden Speicher mit 25 MByte an. Im Test kam ein etwas höheres Ergebnis heraus (27,81 MByte). Von diesem Speicher gehören aber etwas über 10 MByte zum ROM.

Neben dem normalen Windows Mobile 2003-Paket gibt es nur wenig zusätzliche Software. Darunter HPs praktisches Profiles zum Wechseln zwischen voreingestellten Konfigurationen, wie auch das auf dem „Today“-Bildschirm aufbauende HP Task Switch. Damit kann zwischen geöffneten Anwendungen hin- und herschalten oder diese schließen, um Speicher freizugeben. Das Bildbetrachtungsprogramm Image Zone scheint etwas überflüssig, da es keine eingebaute Kamera gibt.

Die Navigationssoftware von Via Michelin deckt Deutschland ab und wird auf einer 128-MByte-SD-Karte und einer Backup-CD geliefert. Sie wird installiert, sobald man die Karte in den oben am Gerät befindlichen SD-Steckplatz schiebt. Nachdem die Voreinstellungen – etwa bezüglich des Maßsystems (Meilen oder Kilometer) oder des Kartentyps (3D oder 2D) – durchgeführt sind, kann es losgehen.

Die Karte von Via Michelin bietet nur 5,4 MByte freien Speicherplatz, man wird also für Datenspeicherung, Backups und dergleichen weitere SD-Karten kaufen müssen. Auch Software, mit der man Backups auf Speicherkarten durchführen kann, ist zusätzlich zu erwerben. Wenn man die SD-Karte von Via Michelin wieder in das Gerät steckt, initialisiert sich das Programm automatisch und fragt, ob es starten soll.

Die Software von Via Michelin ist zwar mehr als nur brauchbar, aber zu viele Komplimente kann man ihr auch nicht machen. Die Benutzeroberfläche ist der Verwendung auf einem Pocket PC gut angepasst und verwendet häufig große Symbole, die man mit dem Finger antippen kann. Wenn man den Zielort eingeben will, muss man allerdings den Griffel verwenden.

Die von der Software angezeigten Routen erwiesen sich als gut und die gesprochenen Anweisungen waren dank des Lautsprechers an der Fahrzeughalterung gut zu verstehen. In den Tagen von Bluetooth und integrierten GPS-Empfängern entsteht hier durch die zahlreichen Kabel allerdings eine etwas unordentliche Kfz-Lösung. Außerdem macht, wie bereits bemerkt, das Montagesystem des GPS-Empfängers eine Verwendung außerhalb des Fahrzeugs unmöglich.

Die Akkulaufzeit des rz1710 zählt zu seinen besten Eigenschaften, was auch Not tut, da man den Akku nicht auswechseln kann. Unter Einsatz einer MP3-Endlosschleife ergab sich eine Laufzeit von respektablen 5 Stunden und 7 Minuten. Wenn er zur Navigation eingesetzt wird, erfolgt die Stromversorgung des rz1710 über den Zigarettenanzünder.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39137200/navigationssystem-zum-nachruesten-hp-ipaq-rz1710-navigator/

URLs in this post:

[1] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/