Bessere Digitalfotos

von Derrick Story am , 14:05 Uhr

Diese drei Insider-Tipps zeigen, was Sie tun können, um noch mehr aus Ihren Digitalfotos herausholen zu können.


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tab1=Tipp 1:
Nie mehr rote Augen
tab2=Tipp 2:
Fotos umbenennen
tab3=Tipp 3:
Nahaufnahmen

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submitDescription=Derrick Story ist Geschäftsführer von O’Reilly Network [1] und arbeitete über 15 Jahre als professioneller Fotojournalist. Er unterhält außerdem ein Fotogeschäft namens Story Photography. Derrick Story ist Autor diverser Fachbücher, darunter Digital Photography Hacks, Digital Photography Pocket Guide, Digital Video Pocket Guide.

Eingebaute Blitzgeräte sind manchmal praktisch, haben meistens aber fatale Auswirkungen – von roten Augen bis hin zu einem unnatürlichen, an Verstrahlung erinnernden Leuchten. Zu den kniffligsten Lichtsituationen gehört sicher auch die abendliche Party. Der sicherste Weg zum erfolgreichen Aufhellen solcher Situationen ist ein externes Blitzgerät, jedoch ist diese Lösung nicht immer praktikabel. Also werden hier zunächst die allgemeinen Einstellungen bei Digitalkameras besprochen und dann die professionelleren Möglichkeiten eines externen Blitzgeräts.

  • Vorblitz

    Diese Einstellung sollte man möglichst nicht verwenden. Theoretisch ist die Verwendung des Vorblitzes zur Reduktion des „Rote-Augen“-Effekts sinnvoll: Man strahlt die Augen des Motivs vor der Aufnahme mit einem hellen Licht an, damit sich die Pupillen verkleinern und so die Wahrscheinlichkeit roter Reflektionen in den Augen sinkt. So einfach funktioniert es aber nicht. Blitzlichter sind ohnehin lästig, wird das Motiv bereits vor der Aufnahme durch einen zusätzlichen Blitz angestrahlt, ist auch die Spontanität oder der Überraschungseffekt dahin. Außerdem gibt es auch mit Vorblitz häufig genug rote Augen auf dem Bild. Diese Methode ist deswegen eher nicht zu empfehlen.

  • Nachtaufnahme-Modus

    Hierbei handelt es sich um eine Einstellung für künstlerische Aufnahmen. Der Grundgedanke ist, dass die Kamera die Belichtungszeit verlängert und es so gestattet, auch die Szenerie jenseits der Blitzreichweite aufzunehmen, den Blitz aber trotzdem auslöst und Motive bis zu einem Abstand von etwa 3 Metern erleuchtet. Das funktioniert für gewöhnlich recht gut, wenn allerdings die Kamera bewegt wird oder es viel Bewegung im Motiv gibt, dann ist das Ergebnis unscharf und nicht zu gebrauchen.

    Nachtaufnahme

    Es werden also sowohl fantastische Bilder mit künstlerischem Flair als auch einige Fehlschläge dabei herauskommen. Auf alle Fälle lohnt sich das Experimentieren mit diesem Modus (diese Einstellung wird mitunter auch Blitzsynchronisation genannt).

  • Blitzkompensation

    Diese Einstellung verwendet man, wenn der Blitz zu hell ist, die Motive also durchgehend überbelichtet. Die Blitzkompensation findet sich gewöhnlich im Options-Menü und dient zum Regeln der Blitzintensität. Es empfiehlt sich, bei einer Einstellung von -1 zu beginnen und in kleinen Schritten zu steigern, bis das Ergebnis stimmt.

  • Lichtempfindlichkeit erhöhen

    Nach Verwendung dieser Einstellung sollte man nicht vergessen, zur Normaleinstellung zurückzukehren. Indem man die ISO-Werte von 100 auf 200, 400 oder mehr heraufsetzt, erhöht man nämlich die Empfindlichkeit des Kamerasensors. Für gewöhnlich ergeben sich daraus dann unter anderem mehr Hintergrundinformationen (so dass der Hintergrund nicht mehr pechschwarz ist) und eine größere Blitzreichweite (von cirka 2,50 Meter bis zu 4,50 Meter oder mehr). Allerdings nimmt bei höheren ISO-Einstellungen auch das Bildrauschen zu. Das macht bei 10×15-Abzügen nicht viel aus, kann bei stärkerer Vergrößerung aber, besonders in den dunklen Bildpartien, schon deutlich auffallen. Man sollte auf jeden Fall daran denken, die Empfindlichkeit später wieder auf den Standardwert ISO 100 einzustellen.

  • Blendenautomatik

    Wenn eine Kamera diese Einstellung bietet, sollte sie auch unbedingt ausprobiert werden. Im Grunde kann man damit jede gewünschte Verschlussgeschwindigkeit einstellen und die Kamera passt dieser Geschwindigkeit dann die Blende und die Blitzleistung an. Die voreingestellte Verschlussgeschwindigkeit der meisten Kameras liegt bei 1/60 Sekunde. Mit der Blendenautomatik kann man die Verschlussgeschwindigkeit auf 1/30 oder 1/15 reduzieren – und wird so große Unterschiede in den Aufnahmen erzeugen. Diese Belichtungszeiten sind lang genug, um mehr Hintergrundinformationen – wie glitzernde Lichter, Kerzen und dergleichen – aufzuzeichnen, aber nicht so lang, als dass die Aufnahmen sehr unscharf würden oder verwackelten. Wenn man diese Technik beispielsweise mit einer Lichtempfindlichkeit von ISO 200 kombiniert, erreicht man großartige Ergebnisse: genau das Richtige für Aufnahmen bei Partys.


Techniken für Fortgeschrittene

Bei Kameras mit Zubehörschuhen, an denen man externe Blitzgeräte anbringen kann, gibt es noch weitere Möglichkeiten. Die zwei wichtigsten sind der indirekte Blitz und die Blitzschiene:

  • Indirekter Blitz

    Der indirekte Blitz funktoniert genau wie das Spiel über Bande beim Billard. Man benötigt dazu ein externes Blitzgerät mit schwenkbarem Kopf: anstatt den Blitz direkt auf das Motiv zu richten, richtet man ihn nach oben, so dass das Licht von der Decke reflektiert und wie Sonnenlicht nach unten abgestrahlt wird. Das Licht ist so diffuser (weicher), sorgt für bessere Hauttöne und vermeidet die störenden Hotspots (zum Beispiel die glänzenden Nasen), die ein direkter Blitz erzeugt.

  • Blitzschiene

    Hochzeitsfotografen bedienen sich dieses Tricks seit Jahren. Man braucht dazu ein externes Blitzgerät, ein Blitzkabel und eine Schiene, auf der Blitz und Kamera montiert werden. Der Grundgedanke dabei ist, dass der Blitz die Kamera um 15 bis 20 Zentimeter überragt. Auf diese Weise kann es nicht zu roten Augen kommen, und die Schatten, die der Blitz am Motiv erzeugt, verschwinden aus dem Bildausschnitt. Diese Konstruktion ist zwar deutlich unhandlicher als eine kleine Digitalkamera, ermöglicht dafür aber einheitliche und profesionell aussehende Ergebnisse.

Im Laufe der Zeit sammeln sich immer mehr Bilder auf dem PC an. Da kann es schnell passieren, dass man den Überblick verliert. Kaum jemand wird die Zeit und Lust haben, mühsam jede Bildatei manuell nach dem Schema Urlaub_1.jpg, Urlaub_2.jpg und so fort umzubenennen.

Unter Windows XP ist dies auch nicht notwendig. Es gibt einen einfachen Trick, um jedem Bild in einem Ordner schnell zu einer aussagekräftigen Bezeichnung zu verhelfen:

  • Zunächst den Ordner öffnen und Ansicht > Miniaturbilder auswählen.
  • Das letzte Bild in dem neu zu benennenden Ordner anklicken, die Umschalttaste gedrückt halten und auf das erste Bild klicken. Dadurch werden alle Bilder ausgewählt.
  • Jetzt mit der rechten Maustaste auf das erste Foto klicken und aus dem Drop-Down-Menü „Neu benennen“ auswählen.
  • Nach Eingabe des gewünschten Namens klickt man einfach in den weißen Bereich außerhalb des Fotos und kann dann dabei zusehen, wie Windows jedem Bild in diesem Ordner den eingegebenen Namen mit einer Ordnungszahl gibt.

Nahaufnahmen üben auf den ambitionierten Fotoliebhaber eine große Faszination aus. Die meisten Digitalkameras verfügen über einen Makromodus, mit dem man sehr nahe an ein Motiv herangehen kann. Manchmal heißt dieser Modus einfach „Nahaufnahme“ und ist dann mit einem Blumensymbol auf der Kamera gekennzeichnet. Je nach Kamera definiert sich „nah“ irgendwo zwischen 15 und 45 Zentimeter.

Im Folgenden werden einige Möglichkeiten vorgestellt, solche verblüffende Aufnahmen zu erzielen.

  • Die erste Möglichkeit besteht darin, ein Makroobjektiv zu erwerben. Leider sind diese Objektive häufig recht teuer.
  • Eine zweite Möglichkeit für digitale Spiegelreflexkameras bieten Verlängerungstuben. Ein Verlängerungstubus ist eine lichtdichte Röhre, die den Abstand zwischen Kameragehäuse und Objektiv verlängert und dadurch den Vergrößerungsfaktor erhöht – je größer der Abstand, desto mehr Vergrößerung.
  • Die dritte und preisgünstigste Möglichkeit ist der Kauf einer Vorsatzlinse, die wie ein Filter auf das Objektiv gesteckt wird. Einige Kameras sind mit Adaptern für solche Hilfslinsen ausgestattet. Für diejenigen Kameras, die nicht über eine solche Einrichtung verfügen, haben Hersteller wie zum Beispiel Raynox pfiffige Hilfskonstruktionen entwickelt, mit denen fast jede Digitalkamera Filter und Vorsatzlinsen verwenden kann. Der Vorteil liegt darin, dass man nicht gleich ein neues Objektiv kaufen muss und man den Vorsatzfilter an jeder Kamera (auch an Spiegelreflexkameras!) verwenden kann.

Nahaufnahme


Hierzu ein paar Anmerkungen:

  • Ein Motiv aus cirka 2,5 Zentimeter Abstand zu fotografieren ist knifflig, da das Objektiv in diesem Bereich nur eine geringe Tiefenschärfe ermöglicht. Wenn man den Tiefenschärfebereich verlässt, wird das Motiv schnell unscharf. Um wirklich gute Aufnahmen zu erzielen, muss man die Kamera also auf ein Stativ stellen.

  • Einen guten Ort für das Motiv finden. Das Motiv kann auf einen Tisch mit weißem Hintergrund aus Stoff oder Papier gestellt werden. Im Idealfall steht die Kamera dem Motiv genau gegenüber. Man nimmt sich also einen Stuhl und setzt sich vor die Kamera.

  • Ein Vorteil bei der Aufnahme mit einem Stativ liegt darin, dass man mit langen Belichtungszeiten arbeiten kann, ohne sich Sorgen über ein Verwackeln machen zu müssen. Um ganz sicher zu gehen, kann man einen Drahtauslöser, oder, falls die Kamera eine solche Möglichkeit aufweist, den eingebauten Selbstauslöser der Kamera verwenden – denn selbst die Erschütterung durch den Druck auf den Auslöser kann bei solchen Makro-Aufnahmen zu einem verwackelten Bild führen.

  • Bevor man ein Bild aufnimmt, sollte man einen Weißabgleich durchführen und die Kamera entsprechend einstellen. Das erspart später viel Zeit, wenn man in Photoshop die Farbbalance justiert. Bei den meisten Digitalkameras wählt man die Weißabgleichsfunktion an der Kamera und drückt den Auslöser halb herunter. Die Kamera misst dann die Lichtverhältnisse im Bild und passt den Weißabgleich der jeweiligen Beleuchtungssituation an. Wenn man den Weißabgleich nicht manuell einstellen kann, bieten die meisten Kameras eine Reihe von Voreinstellungen: Glühlampe, Neonbeleuchtung Tageslicht etc. Man sollte die entsprechenden Einstellungen verwenden, um die bestmögliche Farbbalance zu erreichen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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