Wenn man mit der suboptimalen Aufnahmequalität leben kann, wird man mit der Größe der Festplatte mehr als zufrieden sein. Panasonic bietet zwar sogar ein Modell mit 400 GByte an, aber auch 250 GByte an Speicher sind nicht zu knapp bemessen. Immerhin entspricht dies über 473 Stunden Aufnahmen in niedriger Qualität oder über 100 Stunden in hoher Qualität. Und dank der Unterstützung für unterschiedliche DVD-Formate (DVD-R/RW/RAM) bieten sich eine Vielzahl von Archivierungsmöglichkeiten.

Da man erst einmal alles auf der Festplatte aufzeichnen kann, dürfte man für Timeshift oder Archivierungszwecke kaum RW- oder RAM-Medien verwenden: Die meisten Anwender werden das Material auswählen, das sie behalten wollen, es mithilfe einer Playlist bearbeiten, um Werbepausen zu entfernen, und dann auf DVD-R brennen. Merkwürdigerweise müssen RAM-DVDs aus ihrem Cartridge genommen und in die Laufwerksschublade gelegt werden, was dem eigentlichen Zweck dieses Formats – nämlich seiner Robustheit – zuwiderläuft.

Wie die meisten DVD-Rekorder bietet auch der DR-MH50 Modi, bei denen entweder ein oder zwei Stunden Videomaterial in hoher Qualität auf eine 4,7-GByte-DVD passen, plus Modi für bis zu acht Stunden, wenn es mehr auf Quantität als auf Qualität ankommt. JVC hat außerdem eine coole Funktion namens ‚Free Rate‘-Modus implementiert, die eine Aufnahme automatisch an den zur Verfügung stehenden Platz anpasst, wobei die maximal mögliche Qualitätsstufe gewählt wird. Wenn man zum Beispiel eine kurze Episode einer Fernsehsendung von der Festplatte auf DVD sichern will, kann man dem Gerät ruhig die gesamte Prozedur überlassen. Die Ergebnisse sind zwar recht gut, aber die Größe der Festplatte sollte mehr als ausreichen, dass man seine Lieblingsserien auch dort verwahren kann um leichter auf sie zugreifen zu können.

Das Online-Hilfesystem des JVC für den Benutzer in Form von FAQs überzeugt. Falls man Schwierigkeiten mit irgendwelchen Anschlüssen hat, bietet es nützliche Diagramme, die erläutern, wie die Lösung aussehen könnte. Dies ist eine viel bessere Alternative, als wenn man jedes Mal die Bedienungsanleitung hervorkramen müsste. Hier könnten sich die anderen Hersteller gern eine Scheibe abschneiden.

Ebenfalls zur Benutzerfreundlichkeit trägt bei, dass das System mit Video Plus kompatibel ist, sodass man bis zu 16 unterschiedliche Aufzeichnungen im Voraus programmieren kann. Wie man es von einem Festplattenrekorder erwartet, speichert er das aktuelle Programm immer auf der Festplatte zwischen, aber da die Kapazität so großzügig bemessen ist, kann man insgesamt bis zu drei Stunden an Material zwischenspeichern. Der Rekorder bietet dann die Möglichkeit zur Retro-Actively-Aufzeichnung, indem man einfach Anfangs- und Endpunkt aus dem archivierten Material auswählt. Wenn man also an das Ende eines Films gelangt, der ruhig so lang sein darf wie Der Pate, und sich dann entschließt, ihn sich noch einmal anzugucken (falls man zwischendurch womöglich eingeschlafen ist), kann man hinterher einfach alles auf der Festplatte speichern. Derart leistungsfähige Benutzeroptionen wären noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen.

Wie bereits erwähnt ist der AV-Eingang nicht RGB-Scart-kompatibel, was bedeutet, dass Besitzer eines digitalen Dekoders leider auf ein Standard-Scartkabel oder den S-Video-Eingang an der Vorderseite zurückgreifen müssen. Eigentlich sollte man meinen, die Zeiten, da man mit Nicht-RGB-Aufnahmen vorlieb nehmen musste, seien längst vorbei, da inzwischen selbst die Billiganbieter diese Funktion in ihre Geräten für unter 300 Euro integriert haben, aber das war wohl zu früh gefreut. Auf diesem Punkt wird hier deshalb so herumgeritten, weil Leute mit Digitalfernsehern wahrlich besseres verdient haben, als sich wie früher mit unscharfen Bildern und verwaschenen Farben zufrieden geben zu müssen.

An die schiere Kapazität der Festplatte des DR-MH50 reicht so schnell nichts heran, aber der Toshiba RD-XS34 bietet doch ein deutlich besseres Preis-Leistungsverhältnis, ausreichend Speicherplatz, exzellente Bedienbarkeit sowie einen größeren Funktionsumfang. Toshibas Modell bietet außerdem eine wesentlich bessere Auswahl an Qualitätsstufen für die Aufnahme.

Der DR-MH50 spielt auch MP3-, WMA- und JPEG-Dateien ab, ist aber nicht DivX-kompatibel.

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