Canon Digital Ixus 700

von Robert Dubbin am , 08:00 Uhr

Pro
  • sehr gut konzipiert
  • schnellste Aufnahmebereitschaft in ihrer Klasse
  • kurze Bildfolgezeiten
  • neuartiger Movie-Modus mit hoher Bildfrequenz
Con
  • ungewöhnlich häufig auftretende Farbsäume (Purple Fringing)
  • bei aktivem Blitz ziemlich lange Bildfolgezeiten
Hersteller: Canon Listenpreis: 499 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Die Canon Digital Ixus 700 ist eine sehr gut konzipierte Schnappschusskamera mit sieben Megapixeln. Nach erweiterten Bedienelementen sucht man bei dieser Kamera jedoch vergeblich.

Bei der Canon Digital Ixus 700 handelt es sich um eine gut konzipierte 7-Megapixel-Digitalkamera. Dank des Digic-II-Bildprozessors können eine unbegrenzte Anzahl an Aufnahmen mit einer beachtlichen Geschwindigkeit gemacht werden.

Mit der Canon Digital Ixus 700 zu fotografieren macht richtig Spaß. Die Kamera besitzt ein elegantes Äußeres und mit dem Digic-II-Bildprozessor ist die Ixus 700 in der Lage, eine unbegrenzte Anzahl von 7-Megapixel-Aufnahmen in einer beachtlichen Geschwindigkeit zu machen.

Das Design der Canon Digital Ixus 700 überzeugt auf ganzer Linie: Sie ist klein, aber nicht unhandlich, fühlt sich solide an, ohne schwer zu sein (die Kamera wiegt mit Batterie und Speichermedium 190 Gramm). Zwar ist auch dieses Modell für gelegentliche Kratzer anfällig, doch stellt das metallic-silberne Äußere eine deutliche optische Verbesserung gegenüber den eher kunststoffartig aussehenden Vorgängermodellen Ixus 40 und Ixus 50 dar.

In der Praxis ist die Ixus 700 klein genug für die Hosentasche, aber groß genug, dass man sich beim Knipsen keine Sorgen machen muss, die Finger könnten die Linse, den Blitz oder den optischen Sucher blockieren. Der optische Sucher erfasst überraschenderweise einen passablen Bereich und erlaubt dem Fotografen, nahezu 90 Prozent der Aufnahme zu sehen. Für eine Kamera dieser Größe ist das eine tolle Leistung – ohne damit jedoch etwas Nachteiliges über den 51 Millimeter großen LCD-Bildschirm der Ixus 700 sagen zu wollen, der hell und innen wie außen deutlich zu sehen ist. Manchmal muss man einzoomen, um sicherzustellen, dass das Bild nicht verschwommen ist.

Alle Bedienelemente auf der Rückseite der Ixus 700 sind rechts neben dem LCD-Bildschirm angebracht – in bequemer Reichweite des Daumens. Canon hat den Vier-Wege-Schalter und die Funktionstaste in der Mitte der Bedienelemente klug positioniert. Das Funktionsmenü an sich ist nahezu unverändert und bietet einen komfortablen Zugriff auf Einstellungen wie Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungsanpassung, Auflösung oder Komprimierungsgrad.

Weiter gibt es drei separate Tasten auf der Rückseite: eine, um das Display an- und auszuschalten; mit einer weiteren wird das Setup-Menü der Kamera aufgerufen, mit der dritten Taste kann die Direktdruckfunktion aktiviert werden. Mit dem rückseitig angebrachten Wählrad kann man den Betriebsmodus einstellen und dabei zwischen Wiedergabe, automatischer Belichtung, manueller Belichtung, Motivprogrammen und Videoaufnahme wählen. Das Wählrad selbst reagiert sehr gut, und sobald man sich erst einmal an die Kamera gewöhnt hat, ist es ein Leichtes, zwischen den Betriebsmodi zu wechseln – man prägt sich einfach die Anzahl der Klicks ein, die man für den Wechsel zwischen den einzelnen Modi benötigt.

Manuelle Einstellungen wie beispielsweise Blenden- und Verschlusszeitvorwahl sucht man bei dieser Kamera vergeblich. Der Digic-II-Bildprozessor der Ixus 700 kann zwar ein paar sehr beeindruckende Dinge tun, bei dieser Kamera gehört die Steuerung der Belichtungseinstellungen jedoch nicht dazu.

Die Ixus 700 ist mit einem dreifachen Zoomobjektiv mit einer Brennweite von 37 bis 111 Millimeter (entsprechend einer 35-Millimeter-Kleinbildkamera) ausgestattet. Die Weitwinkel-Brennweite von 37 Millimetern ist zwar etwas gering, für eine Pocket-Kamera jedoch nichts Ungewöhnliches. Die Blendenöffnung kann zwischen F2,8 und F4,9 betragen; da diese Kamera aber keine manuellen Einstellungsmöglichkeiten bietet, wird die jeweilige Blendeneinstellung von der Kamera bestimmt. Es gibt keine manuelle Fokuseinstellung, was problematisch sein kann, wenn des Öfteren Bilder verschwommen sind oder man die Fokuseinstellung in dem sonst leistungsfähigen Makromodus der Ixus 700 genauer steuern möchte.

Videoclips können in VGA-Auflösungen (640 mal 480 Pixel) mit 30 fps („Frames per Second“ oder Bildern pro Sekunde) aufgezeichnet werden und sind zeitlich allein durch die Kapazität des Speichermediums begrenzt. Eine neue Funktion von Digic-II ist die Videoeinstellung mit 320 mal 240 Pixel, die Clips mit schnellen 60 fps aufnimmt – eine nützliche Funktion, will man beispielsweise seinen Golfschwung Bild für Bild analysieren.

Im Funktionsmenü der Ixus 700 verbergen sich ein paar zumeist überflüssige Aufnahmefunktionen. So gibt es einen „Digital-Makro“-Modus, eine Art digitaler Zoomfunktion, mit dem man Close-ups kameraintern heranzoomen kann, sowie den „My Colors“-Modus, der verschiedene Farbfilter simuliert. Weiterhin stehen über das Wählrad insgesamt neun Motivprogramme zur Auswahl, von den Standards „Porträt“ und „Innenaufnahme“ bis hin zu speziellen Modi wie „Unterwasser“ und „Feuerwerk“. Die maximale Auflösung der Kamera beträgt 3072 mal 2304 Pixel und kann bis auf eine internet-freundliche Größe von 640 mal 480 Pixel heruntergestuft werden. Für eine weitere kamerainterne Aufbereitung bietet sie auch eine Postkarteneinstellung von 1600 mal 1200 Pixel.

Die Performance-Werte der Ixus 700 zeigen ganz klar, dass der Digic-II-Prozessor von Canon sehr viel zu bieten hat, wenn sich auch manches noch besser machen ließe. Die Ixus 700 ist schneller als alle anderen Automatikkameras aufnahmebereit und benötigt vom Einschalten bis zur ersten Aufnahme nur 1,4 Sekunden, was die vorherige Bestleistung um etwa 0,3 Sekunden schlägt. Mit einer Verzögerung von 0,6 Sekunden bei optimalem Licht und 0,8 Sekunden unter trüben Bedingungen kann die Ixus 700 außerdem im Bereich Verschlussverzögerung gute Punkte erzielen.

Bei deaktiviertem Blitz liegen 1,5 Sekunden zwischen den Aufnahmen, was diese Kamera in die oberen 25 Prozent der Kompakt-Schnappschusskameras platziert. Mit der Aktivierung des Blitzes wird jedoch alles deutlich langsamer und die Zeit zwischen den Aufnahmen erhöht sich auf im Mittelbereich liegende 3,8 Sekunden. Im Burst-Modus können bei der höchsten Auflösung beliebig viele Aufnahmen in 1,7 Sekunden pro Bild in Serie geschossen werden. Bei einer geringeren Auflösung und stärkeren Komprimierung erhöht sich die Geschwindigkeit leicht auf 1,8 fps.

Der Lithium-Akku von Canon zeigt hervorragende Leistungen und versorgt die Kamera mit genügend Energie für nahezu 1300 Aufnahmen. Der dreifache Zoombereich der Kamera ist in sieben Stufen aufgeteilt. Da der aktuelle Zoomfaktor aber nicht am Bildschirm angezeigt wird, muss man entweder raten oder den ganzen Bereich durchzoomen, um sich zu orientieren. Der Zoomvorgang ist etwas geräuschvoll, was allerdings die Gesamtfunktionalität der Kamera nicht weiter beeinträchtigt.

Bildqualität

Insgesamt liefert die Ixus 700 scharfe und fast zu sehr gesättigte Bilder mit einem etwas kühlen Weißabgleich. Die Messung und Belichtung sind selbst bei schwierigen seitlich und rückseitig beleuchteten Motiven einwandfrei. Obwohl sie Spitzlichter mehr als gewünscht belichtet, ist der dynamische Bereich bei den Mitteltönen und Schatten ausgezeichnet. Da überbelichtete Spitzlichter eher kontrastreiche Kanten produzieren, sind dort und an den Seiten des Motivs, wo die Fokussierung schwächer ist, auch verstärkt Farbsäume zu erkennen. Aufnahmen bei Einstellungen von ISO 50 und ISO 100 weisen relativ wenig Bildrauschen auf. Wie erwartet ist das Rauschen bei Einstellungen von ISO 200 und ISO 400 deutlicher zu erkennen.

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