DVD-Camcorder zum Niedrigpreis: Hitachi DZ-MV750E

von Denny Atkin am , 08:57 Uhr

Pro
  • sehr kompakt
  • unterstützt DVD-R/-RW/-RAM-Formate
  • geringes Gewicht
  • preiswert
Con
  • mittelmäßige Videoqualität
  • schwierige Handhabung der berührungsempfindlichen Bedienelemente
  • schlechte Fotoqualität
  • enttäuschende Akkulaufzeit
Hersteller: Hitachi Listenpreis: 799 Euro
ZDNet TESTURTEIL: BEFRIEDIGEND 5,8 von 10 Punkte
Fazit:

Trotz guter Ausstattung kann der Camcorder Hitachi DZ-MV750E nicht mit den besten geräten seiner Klasse konkurrieren: Die Bildqualität müsste besser sein, und der Akku lässt zu früh nach.

Der größte Schwachpunkt des DZ-MV750E von Hitachi ist seine mittelmäßige Videoqualität.

Obwohl man aufgrund der Modellnummer vermuten könnte, dass der Hitachi DZ-MV750E ein Billiggerät ist, kann dieser Camcorder mit einigen Ausstattungsmerkmalen aufwarten, die seinen Geschwistern, dem DZ-MV780E und dem DZ-GX20E fehlen, beispielsweise einem 16fachen optischen Zoom und Unterstützung für das Format DVD-RW. Leider lässt die mittelmäßige Bildqualität den DZ-MV750E wie eine armselige Alternative gegenüber teureren Modellen, wie dem DZ-GX20E oder dem Sony [1] DCR-DVD403, aussehen.

Design

Der Hitachi DZ-MV750E ist sehr kompakt. Die Ähnlichkeit mit dem DZ-MV780E ist unverkennbar, zumal die Anordnung der Bedienelemente dieselbe ist. Trotz eines Gewichts von nur 451 Gramm vermittelt der Camcorder ein stabiles und robustes Gefühl. Leider fehlt es dem in Silber und Grau gehaltenen Kunststoffgehäuse an Individualität.

Die Navigation in den Menüs geht dank der links angebrachten Vier-Wege-Taste – die gleichzeitig der Wiedergabesteuerung dient – leicht von der Hand. Eine Quick-Menu-Taste erleichtert die Bedienung, obwohl sie zu wenige Einstellungen bietet, um wirklich hilfreich zu sein. Die gut durchdachten Positionen des Zoomhebels und der Strom-/Modustaste unterstützen die einhändige Bedienung. Eine Auswahl an Tasten, die sich sowohl über als auch hinter dem LCD-Bildschirm befinden, sorgt für einfachen Zugriff auf die gängigsten Funktionen, ohne dass der Benutzer lange in den Menüs suchen muss. Den manuellen Fokus und die Belichtungssteuerung variiert man mithilfe der berührungsempfindlichen Plus- und Minus-Tasten, die in ihrer Bedienung nicht so komfortabel wie ein Rad oder ein Ring sind. Das DVD-Fach wurde auf der rechten Seite der Kamera untergebracht, sodass sich Stativ und DVD-Auswurf nicht in die Quere kommen.

Der Hitachi DZ-MV750E, der ein 16faches Zoomobjektiv bietet, übertrifft den DZ-MV780E und den DZ-GX20E mit nur 10fachem Zoom in diesem Bereich. Der DZ-MV750E kann außerdem 80-mm-DVD-RWs beschreiben, während die anderen beiden Modelle lediglich die Formate DVD-R und DVD-RAM unterstützen. Im DVD-RW-Format auf DVD-RAMs gespeichertes Videomaterial kann bearbeitet und gelöscht werden. Zudem bietet dieses Format eine höhere Kompatibilität mit separaten DVD-Playern als DVD-RAM. Allerdings kann der DZ-MV750E nur mit einem 680.000-Pixel-CCD aufwarten, sodass Standbilder nur in VGA-Auflösung geschossen werden können – die anderen Modelle können mit höher auflösenden CCDs auftrumpfen.

Zu den konfigurierbaren Einstellungen zählen der automatische und manuelle Weißabgleich und Belichtung sowie 5 voreingestellte Autobelichtungsmodi. Die Kamera besitzt einen Zubehörschuh für einen externen Blitz, Vorsatzadapter für Weitwinkel- und Teleobjektive sind ebenfalls verfügbar. Das LCD kann zur Monitorleuchte umfunktioniert werden, wenn man im Low Light-Modus (Modus für geringe Beleuchtung) aufnimmt, allerdings leuchtet diese zusätzliche Lichtquelle nur sehr schwach.

Man kann Filmmaterial über den USB-2.0-Anschluss oder durch Einlegen der DVD in das entsprechende Laufwerk im PC übertragen. Es gibt keinen Firewire-Anschluss, und die einfache mitgelieferte Bearbeitungssoftware läuft nur auf Windows-Rechnern. Die Kamera ist mit S-Video- sowie Composite-Eingängen und -Ausgängen ausgerüstet, sodass der Benutzer die DZ-MV750E nutzen kann, um altes analoges Videomaterial ins DVD-Format umzuwandeln.

Der Hitachi DZ-MV750E bietet in allen Bereichen eine zufrieden stellende Leistung. Der Zoom funktioniert stufenlos und ist leicht zu steuern. Der Autofokus spricht gut an und ist schnell, wie auch die Fähigkeit des Camcorders sich auf wechselnde Lichtverhältnisse einzustellen. Die Bildstabilisierung tut innerhalb der ersten rund 70 Prozent des Zoombereichs gute Dienste. Die Klangqualität ist sehr gut und dennoch einfühlsam, das Mikrofon nimmt keine Motorgeräusche auf. Das 64 Millimeter (2,5 Zoll) große LCD ist scharf und bei verschiedensten Lichtverhältnissen ablesbar, aber zu klein, um genügend Details für einen präzisen manuellen Fokus zu erkennen.

Wie die DZ-MV780E ist auch diese Kamera mit einem kümmerlichen 680-mAh-Akku ausgerüstet. Obwohl die Akkuleistung vom Hersteller mit satten 60 Minuten bei Verwendung der besten Aufnahmequalität angegeben wird, sollte der Benutzer mit weniger als der Hälfte bei typischen Start/Stopp-Aufnahmen und gelegentlicher Wiedergabe rechnen. Es kann auch passieren, dass die Akkuanzeige schon nach 15 Minuten heftig blinkt und der Akku nach weniger als 25 Minuten vollständig entladen ist.

Bildqualität

Die Qualität der Videos und Standfotos ist einfach nur schlecht. Selbst bei mit höchster Qualitätseinstellung gemachten Aufnahmen sind MPEG-2-Komprimierungsartefakte deutlich sichtbar, und es kann etwa passieren, dass Kanten verlaufen und gerade Kanten daher flimmerig erscheinen. Ebenso können Artefakte in Form senkrechter Linien in der Umgebung gebogener Objekte entstehen. Bei hellen Lichtverhältnissen werden Farbtöne korrekt dargestellt, zuweilen werden sie aber auch überbelichtet. Bei gedämpftem Licht wird das Videomaterial körnig und Bildrauschen tritt auf, was typisch bei Camcordern für den Privatgebrauch ist.

Bei extrem schummrigen Lichtverhältnissen kann man den Low Light-Autobelichtungsmodus nutzen, um die Szene etwas aufzuhellen, aber dadurch sinkt auch die Bildrate, was zu verschwommenen, ruckartigen Bewegungen durch Schwenke und sich bewegende Objekte führt. Die Möglichkeit, das LCD als Lichtquelle zu nutzen, ist mehr eine Spielerei als eine echte Hilfe.

Obwohl DVD-Camcorder mehr und mehr als brauchbare Videoaufnahmegeräte angenommen werden, eigent sich der Hitachi DZ-MV750E aufgrund seiner Videoqualität für Aufnahmen nicht. Für einen DVD-Camcorder mit anständiger Aufnahmeleistung muss man schon noch etwas tiefer in die Tasche greifen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39138858/dvd-camcorder-zum-niedrigpreis-hitachi-dz-mv750e/

URLs in this post:

[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/