Gelungene Schnappschuss-Kamera: Canon Digital Ixus 750

von Lori Grunin am , 08:27 Uhr

Pro
  • sehr gutes Design
  • beste Einschaltzeit in ihrer Klasse
  • schnelle Bildabfolge-Performance
  • neuartiger Video-Modus mit schneller Bildfrequenz
Con
  • häufiger als üblich violetter Saum
  • etwas lange Zeiten für Blitzbereitschaft zwischen den Aufnahmen
Hersteller: Canon Listenpreis: 499 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,2 von 10 Punkte
Fazit:

Die Canon Digital Ixus 750 ist eine sehr gut gestaltete 7-Megapixel-Schnappschusskamera. Man darf nur nicht nach anspruchsvolleren Bedienelementen suchen.

Wer einfach nur knipsen will und schon eine Spiegelreflex-Kamera hat oder keinen Wert auf manuelle Einstellungen legt, ist bei der Ixus 750 trotz kleinerer Abstriche gut aufgehoben.

Als etwas teurere Version der Ixus 700, die in der Produktreihe von Canon bleibt, kommt die Canon Digital Ixus 750 mit einem größeren 64-mm-LCD und in einer neuen Ausführung daher. Wie ihre Schwester hat sie ein Außendesign, in dem Form und Funktion eleganter miteinander kombiniert sind als bei irgendeiner anderen von CNET getesteten Schnappschusskamera. Dank ihres Digic-II-Bildverarbeitungssystems kann die Ixus 750 eine unbegrenzte Reihe von 7-Megapixel-Fotos zu einer ansehnlichen Sequenz zusammenfügen, ihre Einschaltzeit ist in ihrer Klasse Spitze, und sie liefert im Vergleich zu Konkurrenzprodukten ganz anständige Fotos.

Design

Um es ganz deutlich zu sagen: Das Look and Feel von Schnappschusskameras sollte für die absehbare Zukunft genau so sein. Mit anderen Worten: Man kann das Form-über-Funktion der DSC-T7 von Sony [1] und ihren vielen stilistischen Imitaten vergessen. Das Außendesign der Canon Digital Ixus 750 überzeugt; sie ist klein, ohne unhandlich zu sein, sie wirkt solide, ohne schwer zu sein (die Kamera wiegt mit eingesetzter Batterie und Medien 190 Gramm), und es ist insgesamt eine Freude, sie in der Hand zu halten und Bilder zu machen. Obwohl ihr silbermetallicfarbenes Äußeres zu gelegentlichen Kratzern neigt, ist es eine markante ästhetische Verbesserung gegenüber den mehr nach Plaste aussehenden Ixus 40 und Ixus 50.

In der Praxis ist die Ixus 750 klein genug, um in die Hosentasche zu passen, jedoch groß genug, um Bilder machen zu können, ohne Angst haben zu müssen, dass die Finger die Linse, den Blitz oder den optischen Sucher verdecken. Um bei diesem Thema zu bleiben: Mit der Vergrößerung des LCD auf 64 Millimeter musste Canon den optischen Sucher verkleinern, der an der Ixus 700 so positiv aufgefallen war. Auch wenn er jetzt klein ist, bietet er aber noch immer eine anständige Abdeckung und ermöglicht es, fast 90 Prozent des Schnappschusses zu sehen. Für eine Kamera dieser Größe ist das eine Leistung: Der LCD-Bildschirm der Ixus 750 ist sowohl innen als auch im Freien hell und deutlich sichtbar. In einigen Fällen wird man etwas heranzoomen müssen, um sicherzustellen, dass das Bild nicht unscharf wird, doch ansonsten vermisst man die größeren Bildschirme, die bei einigen Konkurrenzkameras zu finden sind, nicht.

Alle Bedienelemente an der Rückseite der Ixus 750 sind rechts vom LCD-Bildschirm in Reichweite des Daumens angeordnet. Canon hat die durchdachte Entscheidung getroffen, den 4-Wege-Auswahlschalter und die Funktionstaste der Kamera in der Mitte ihres hinteren Bedienfeldes zu platzieren. Das Funktionsmenü selbst bleibt weitgehend unverändert und gewährt leichten Zugriff auf Einstellungen wie Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungskompensation, Bildgröße und Komprimierungsstufe.

Auf der Rückseite befinden sich auch drei separate Tasten: eine zum Ein- und Ausschalten des LCD, eine andere zum Aufrufen des Einstellungsmenüs der Kamera und eine dritte zur Aktivierung der direkten Druckerschnittstelle. Mit dem Auswahlschalter an der Rückseite kann man unter den Modusarten Bewertung, Automatische Belichtung, Manuelle Belichtung, Szene und Video auswählen. Der Auswahlschalter selbst reagiert sehr gut, und nachdem man sich an die Kamera gewöhnt hat, ist es leicht, von Modus zu Modus zu schalten, indem man sich einfach merkt, wie viele Klicks nötig sind, um von einem zum anderen zu gelangen.

Eine wichtige Frage, die sich jeder stellen sollte, bevor er weiterliest, ist, ob die nächste Digitalkamera manuelle Features wie Verschluss- und Blendenprioritätsmodi haben soll. Wenn die Antwort „ja“ lautet, ist die Canon Digital Ixus 750 nicht die richtige Kamera. Das Digic-II-Bildverarbeitungssystem der Ixus 750 ist zu einigen beeindruckenden Dingen in der Lage, doch die Kontrolle über Belichtungseinstellungen gehört bei dieser Kamera nicht dazu.

Vielleicht will oder braucht der ein oder andere sich nicht mit manueller Fotografie herumzuschlagen oder hat vielleicht bereits eine digitale Spiegelreflexkamera in seinem fotografischen Arsenal und sucht nun nach einer Taschen-Schnappschusskamera für diskretere Aufnahmen. Obwohl mancher es gewohnt ist, die Belichtungseinstellungen zu optimieren, spricht für die Ixus 750, dass man nach einer Weile nicht einmal mehr bemerkt, dass dieses Modell keine hat. Zugegeben, die Tests sind keine künstlerischen Hochdrucksituationen, und die Kamera neigt etwas zu unscharfen Aufnahmen, wenn man seine Arme nicht vollkommen ruhig hält, doch dies ist kaum der Rede wert. Im Großen und Ganzen gelingt es der Ixus 750, die anfängliche Skepsis in Anbetracht des Handbuchs zu überwinden.

Die Ixus 750 verfügt über ein optisches Dreifach-Zoom mit einem Brennweitenbereich von 37 Millimeter bis 111 Millimeter (entspricht 35 Millimetern). Die Brennweite von 37 Millimetern bei weitestem Winkel ist immer noch etwas eng, wenn auch nicht ungewöhnlich für eine Taschenkamera. Die Linsenblende kann von f/2,8 bis f/4,9 reichen, doch da der Kamera manuelle Bedienelemente fehlen, wird die Blendeneinstellung, die man von Aufnahme zu Aufnahme erhält, von der Kamera bestimmt. Es gibt keinen manuellen Fokus, was ein Problem sein kann, wenn man Ärger mit unscharfen Aufnahmen hat oder eine bessere Kontrolle über den Fokus im ansonsten effektiven Makro-Modus der Ixus 750 haben will. Videosequenzen sind in VGA-Auflösung (640 mal 480 Pixel) bei 30 Bildern pro Sekunde verfügbar, wobei deren Länge nur durch die Kapazität der Medien begrenzt wird. Ein neuartiges Feature, das Digic II bietet, ist die Videoeinstellung von 320 mal 240, bei der Sequenzen mit flotten 60 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. Dies ist nützlich für jeden, der sich seinen Golfschwung Bild für Bild ansehen möchte.

Einige weithin überflüssige Aufnahmefunktionen liegen im Funktionsmenü der Ixus 750 begraben. Dort finden sich ein digitaler Makro-Modus – also mit digitalem Zoom – für eine genauere Zusammensetzung der Nahaufnahmen in der Kamera, sowie der Modus „Eigene Farben“, mit dem eine Vielzahl von Farbfiltern simuliert wird. Auf dem Szenen-Auswahlschalter stehen auch neun voreingestellte Szenen-Modi zur Verfügung, die von Standards wie Porträt und Innenaufnahmen bis hin zu spezielleren Optionen wie Unterwasser und Feuerwerk reichen. Die maximale Fotoauflösung der Kamera liegt bei 3072 mal 2304. Von dort geht es schrittweise hinunter bis zu webfreundlichen 640 mal 480. Wer nach einer weiteren Zusammenstellung in der Kamera Ausschau hält, dem bietet sie auch eine Postkarteneinstellung von 1600 mal 1200.

Schaut man sich die Performance-Parameter der Canon Digital Ixus 750 an, wird klar, dass der Digic-II-Prozessor des Unternehmens eine Menge zu bieten hat, obwohl es auch noch Raum für Verbesserungen gibt. Die Ixus 750 bleibt einer der Champions bei der Einschaltzeit von Schnappschusskameras. Vom Einschalten bis zur ersten Aufnahme sind gerade einmal 1,6 Sekunden vonnöten.

Gemeldet werden auch ansehnliche Parameter im Bereich der Verschlussverzögerung, wobei bei optimalem Licht eine Verzögerung von 0,7 Sekunden und unter Dämmerungsbedingungen von 0,8 Sekunden zu verzeichnen ist. Bei deaktiviertem Blitzlicht betragen die Zeiten von Aufnahme zu Aufnahme im Durchschnitt etwas weniger als 2 Sekunden, was dem oberen Drittel bei den kompakten Schnappschusskameras entspricht. Bei aktiviertem Blitz verlängerten sich die Zeiten merklich auf mehr im Mittelfeld liegende 3,4 Sekunden. Im Burst-Modus der Kamera können zehn Bilder mit voller Auflösung aufgenommen werden, bevor das Tempo auf 2 Bilder pro Sekunde nachlässt. Bei geringerer Auflösung und höherer Kompression steigt die Anzahl der Bilder, die aufgenommen werden können, auf etwas über 50, wobei sich die Geschwindigkeit jedoch auf 1,8 Bilder pro Sekunde verringert.

Der spezielle Lithium-Ionen-Akku der Ixus 750 bringt eine sehr gute Leistung und verleiht der Kamera genug Energie, um fast 1300 Aufnahmen zu bewältigen, bevor sie ins Stottern gerät und ausfällt. Es gibt sechs Haltepunkte entlang der Weglänge des optischen Dreifach-Zooms. Da es auf dem Bildschirm keine Anzeige dafür gibt, wo auf der kontinuierlichen Strecke man sich gerade befindet, muss man entweder schätzen oder ganz herauszoomen, damit man sich orientieren kann. Der Zoom-Vorgang ist etwas laut, doch solange man sich nicht ernsthaft mit geheimen Tätigkeiten beschäftigt, sollte das Geräusch die Gesamtfunktionalität der Kamera nicht beeinträchtigen.

Bildqualität

Es ist keine Überraschung, dass die Fotos der Ixus 750 denen der Ixus 700 entsprechen, denn in beiden werden die gleichen Komponenten benutzt. Insgesamt liefert die Canon Digital Ixus 750 scharfe, fast zu sehr gesättigte Bilder mit einem leicht kühlen Weißabgleich.

Entfernungsmessung und Belichtung sind selbst in schwierigen Gegenlicht- und Seitenlicht-Szenen erstklassig. Obwohl sie dazu neigt, Lichter etwas mehr zu betonen, als es zu wünschen wäre, kann man in den mittleren Töne und Schatten vortreffliche und gleichmäßige Verläufe sehen. Zu stark betonte Lichter neigen dazu, Ränder mit starkem Kontrast zu bilden, jedoch sind auch häufiger violette Säume dort und an den Seiten der Szene sichtbar, wo der Linsenfokus abnimmt. Bilder, die bei ISO 50 und ISO 100 aufgenommen wurden, zeigen relativ wenig Rauschen. Wie zu erwarten wird das Rauschen erst bei Einstellungen von ISO 200 und ISO 400 deutlicher.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/