Stellt man sie horizontal auf, misst die vier Kilo schwere Xbox 360 in der Breite 309 Millimeter, 83 in der Höhe und 258 Millimeter in der Tiefe. Damit ist sie etwas kleiner als die erste Xbox, die ebenfalls vier Kilo wog. Im Gegensatz zum Original kann man die 360 auch senkrecht aufstellen und mit alternativen Abdeckungen für die Front an den persönlichen Geschmack anpassen. Weder die ursprüngliche Xbox (ab sofort als Xbox 1 bezeichnet) noch die Xbox 360 sind besonders attraktiv, besonders im Vergleich mit der Playstation 2, aber wenigstens wirkt das neue Modell weniger kantig, und man kann sie mit einer Abdeckung etwas lebendiger machen.

Ohne farbige Abdeckung kontrastiert die beige Farbe der Konsole unschön mit dem Silber und Anthrazit vieler AV-Komponenten. Microsoft konnte das Gewicht unter anderem durch die Verwendung einer Notebook-Festplatte senken, die kleiner als ein Desktop-Mopdell ist und sich von der Konsole selbst abtrennen lässt. Die Platte, die zum Lieferumfang der Pro-Version für 399 Euro gehört, aber im Fall des „Xbox 360 Core System“ (299 Euro) zugekauft werden muss, bietet 20 GByte Platz. Sicher wird es bald größere Platten von Microsoft und vor allem von Fremdherstellern geben.

Zum Pro-Gerät gehört auch ein drahtloser Controller – die eingebauten drahtlosen Fähigkeiten der Konsole beschränken sich aber nur auf die Controller, es gibt standardmäßig keine WLAN-Unterstützung (mehr dazu weiter unten). Mit jeder Xbox 360 können vier Controller verbunden werden, und im Gegensatz zum Zubehör der Vorgängerversion ist es nicht nötig, ein Dongle in den Standard-Anschluss einzuschieben. Durch grüne LEDs an der Konsole selbst und jedem Controller ist jederzeit klar, welche Controller verbunden sind, und wer welchen Controller hat. Das gilt auch, wenn man verkabelte und drahtlose Controller mischt. Die Controller selbst liegen sehr gut in der Hand, und es war eine gute Idee, die Knöpfe Start und Back ans obere Ende des Mittelteils zu verlegen. Leider funktionieren Xbox-1-Controller nicht an der Xbox 360.

An der Vorderseite des Geräts finden sich zwei USB-Anschlüsse hinter Klappen der Abdeckung sowie zwei Einschübe für Speicherkarten, auf denen man Spiele und Einstellungen speichern kann. Die USB-Anschlüsse werden für verkabelte Controller genutzt, aber auch für andere jetzt oder zukünftig verfügbare Accessoires sowie für externe Geräte: Digicams, MP3-Player, möglicherweise sogar eine Sony Playstation Portable. Auf der Rückseite gibt es nur einen weiteren USB, und der ist für den Anschluss der WLAN-Adapters vorgesehen, den man hier fixieren kann. Microsoft hofft offenbar, dass die meisten Anwender drahtlose Verbindungen nutzen werden und nicht zu viele USBs benötigen. Ein kleines Design-Problem der USB-Ports ist, dass man Speicherstickts oder MP3-Player in diesem Format (etwa den Apple Ipod Shuffle) nicht direkt anschließen kann, sondern ein Kabel verwenden muss, weil der Platz nicht ausreicht.

Außerdem hat die Xbox 360 eine Infrarot-Schnittstelle an der Front, sodass man ohne weitere Hilfsmittel eine Fernbedienung nutzen kann. Die Konsole lässt sich nun auch über Fernbedienung oder Controller ausschalten. Die Universal-Fernbedienung von Sony, mit der man auch andere AV-Geräte und Media-Center-PCs steuern kann, soll der Konsole zur Einführung beiliegen. Sie ist kompakt und nicht übermäßig umfangreich, aber die Knöpfe sind klar beschriftet und sinnvoll angeordnet. Die Bedienung fällt leicht.

Das Dashboard, wie das Bildschirm-Interface der Xbox 360 heißt, ist brillant. Die Entwickler haben sich hier weniger an Windows als an der viel gerühmten Settop-Box „TiVo“ orientiert. Einige Elemente ähneln Windows Media Center, aber es ist eleganter und leichter zu navigieren. Die Reiter sind durch Farbcodes bestimmten Bereichen wie Spiele, Multimedia, Systemeinstellungen oder Xbox Live zugeordnet. Um die verschiedenen Angebote durchzublättern, bewegt man die Richtungstaste auf dem Controller oder der Fernbedienung von links nach rechts. Durch die höhere Rechenleistung öffnen sich Fenster schneller als beim Vorbild – das System funktioniert einfach flott.

Es ist schade, dass das fast perfekte Design in einer Hinsicht geschmälert wird, aber das Netzteil der Xbox 360 kann man nicht leicht übergehen. Es ist ein Ziegelstein, schwer und verblüffend groß.

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Erste High-Definition-Konsole: Microsoft Xbox 360

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *