Wie schon erwähnt, kommt die Xbox 360 in zwei verschiedenen Varianten. Das „Core-System“ für 300 Euro enthält nur das wichtigste: die Konsole, einen einzigen Controller (mit Kabelverbindung) und ein Standard-Composite-Kabel für die TV-Verbindung. Die Pro-Version für rund 400 Euro wird dagegen auch einfach offiziell als Xbox 360 bezeichnet und enthält etliche Accessoires, die man sonst zukaufen müsste: einen drahtlosen Controller, ein Headset, um bei Xbox live hören und sprechen zu können, ein Component-TV-Kabel, Ethernet-Kabel und – das ist das wichtigste – eine 20-GByte-Festplatte zum Anstecken. Trotz des höheren Preises bietet die teurere Version ein besseres Preis-Leistungsverhältnis. Für 100 Euro mehr bekommt man den Gegenwert von fast 200 Euro an essentiellem Zubehör. Die Festplatte vor allem, die allein schon fast 100 Euro kostet, ist unentbehrlich: Sie bietet nicht nur weit mehr Speicherplatz als eine Speicherkarte mit ihren 64 MByte (etwa 25 Euro das Stück), sondern man braucht sie, um Spiele für die Xbox 1 zu spielen und einige der Multimedia-Features der Xbox 360 zu nutzen.

Anders als frühere Konsolen ist die Xbox 360 von vornherein für die HDTV-Ära entwickelt. Deshalb haben alle Spiele zumindest eine 720p-Auflösung (Widescreen-Format mit 1280 mal 720 Pixeln), die das System auf 1080i hochrechnen kann (dann 1920 mal 1080 Pixel). Um die Grafik in HD-Qualität zu sehen, muss man die Konsole natürlich mit dem Component-Video-Kabel aus der Pro-Version an einen HD-fähigen Fernseher oder Monitor anschließen. Als Alternative kann man einen VGA-Adapter von Microsoft (25 Euro) oder Joytech (unter 20 Euro) erwerben, um Bildquellen über den analogen Standard-PC-Anschluss zu verbinden. Damit ist auch eine Auflösung wie 1024 mal 768 Pixel möglich.

Was es aber derzeit noch nicht gibt, ist ein DVI- oder HDMI-Anschluss – genauso wenig wie eine 1080p-Auflösung. Sony dagegen hat für die 2006 erscheinende Playstation 3 zwei HDMI-Ports und 1080p-Unterstützung angekündigt. Als Besitzer eines äteren Fernsehgeräts muss man sich dagegen keine Sorgen machen – im Bedarfsfall kann die Konsole die gute alte 480i-Auflösung im fast schon quadratischen Format 4:3 ausgeben.

Wie schon die erste Xbox bietet auch das neue System Dolby-Digital-Audio der Spitzenklasse. Die Soundtracks von Spielen werden als voller Surround-Sound in Echtzeit ausgegeben, sodass man sich in die Welt der Spiels versetzt fühlt. Optische Audio-Anschlüsse sind vorhanden, aber das passende Kabel und natürlich einen kompatiblen Receiver oder ein Home-Cinema-System sollte man selbst schon haben. Mit den Standard-Stereo-Kabeln (analog) muss man freilich auf den räumlichen Klang verzichten.

Obwohl hauptsächlich Spielmaschine, gibt die Xbox 360 auch ein hervorragendes Media-Center ab. Man steckt die Digitalkamera, einen Flashkarten-Leser, ein USB-Laufwerk oder einen Musik-Player in einen USB-Slot ein, und wenn das Gerät windowskompatibel ist, kann man ziemlich sicher seine Bilder ansehen oder MP3-Dateien anhören. Auch Dateien im Heimnetz sind für die Xbox 360 verfügbar: Man muss nur die kostenlose Software Windows Media Connect auf einem PC unter Windows XP installieren, und die Xbox 360 kann Musik und Fotos vom PC per Streaming laden. Läuft der PC unter Media Center Edition, ist die Integration noch enger, und die Konsole dient als Media Center Extender. Für den Anwender bedeutet das, dass er auch TV-Aufzeichnungen von der Konsole aus abrufen kann.

Einer der Erfolgsfaktoren der ersten Xbox war Xbox Live, ein Netz für Online-Spiele und für die Kommunikation zwischen den Spielern. Xbox Live ist jetzt noch besser integriert. Jede Konsole bietet (wenn man eine Internet-Verbindung und eine Speichermöglichkeit wie Festplatte oder Speicherkarte hat) einfachen Zugang zu Xbox Live als Silver-Mitgleidschaft. Damit kann man Voice-Chat und Sprachnachrichten nutzen, wenn man das Headset nutzt, und auch den Marktplatz, wo kostenlose und kostenpflichtige Demos sowie Trailer angeboten werden. Um an Multiplayer-Spielen teilzunehmen, muss man auf Xbox Live Gold umsteigen, was genau der alten Standard-Mitgliedschaft für 59,99 Euro entspricht. Die bisherige Mitgliedschaft kann auch problemlos übertragen werden. Zuletzt gibt es noch die Xbox Live Arcade mit witzigen Mini-Spielen wie dem Tetris-Klon Hexic, den Microsoft aber auch auf die Festplatte aufspielt.

Der Start der Xbox 360 wird von 15 Spieletiteln begleitet, aber man kann auch über 200 für die alte Xbox konzipierte Spiele spielen. Die Rückwärtskompatibilität wird durch Emulationsprofile zum Download sichergestellt. Die Profile sind kostenlos, aber man braucht eine Breitband-Verbindung mit dem Internet und eine Festplatte, um sie zu nutzen. Die Emulationssoftware für Halo und Halo 2 ist auf der Festplatte vorinstalliert. Und auch wenn „200 Spiele“ nach Unterhaltung ohne Ende klingt, bedeutet das, dass über 400 Spiele für die Xbox 1 derzeit nicht auf der neuen Konsole laufen! Microsoft arbeitet an weiteren Ports, aber es gibt keinen festen Zeitplan und keine Garantie, dass ein bestimmtes Spiel angepasst wird.

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