Erste High-Definition-Konsole: Microsoft Xbox 360

von David Carnoy am , 11:32 Uhr

Pro
  • alle Spiele hochauflösend
  • hervorragendes, benutzerfreundliches Dashboard-Interface
  • eingebaute Unterstützung für Netzwerkkarten
  • starke Online-Spiele- und Kommunikationsmöglichkeiten über Xbox Live
  • abwärtskompatibel zu den meisten (aber nicht allen) Xbox-Spielen
  • gleichzeitig als Schaltzentrale für digitale Medien und Windows-Media-Zentrale verwendbar
  • günstiges Bundle mit wichtigen Extras verfügbar
Con
  • erste Spiele noch etwas fad
  • lautstarker Ventilator
  • drahtloses Netzwerk nicht eingebaut
  • nur drei USB-Anschlüsse
  • keine Unterstützung von HD-Discs der nächsten Generation
  • kein DVI- oder HDMI-Ausgang
  • DVDs werden nicht auf HD-Auflösung hochgerechnet
  • übergroßes Netzteil
  • Preis wird sicher schnell sinken
Hersteller: Microsoft Listenpreis: 399 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,4 von 10 Punkte
Fazit:

Auch wenn einige möglicherweise wichtige Features zum Start noch fehlen: Der Umgang mit digitalen Medien und die Netzwerkfähigkeit der Xbox 360 sind beeindruckend. Die Konsole bietet die Leistung eines High-End-Spiele-PCs.

Die erste Konsole mit HDTV-Fähigkeiten überzeugt vor allem als Media-Center. Auf herausragende Spiele wird man noch einige Monate warten müssen.

Seit langem ist die Spiele-Welt auf zwei Lager vetrteilt: Konsole und PC. Natürlich gibt es auch diejenigen unter uns, die mehrere Plattformen nutzen, aber Hardcore-PC-Spieler machen sich gerne über die „Mainstream“-Spiele für die Konsole lustig, während sie selbst unter den Konsolen-Spielern als elitäre Nerds gelten. Egal, wie streng man selbst die Linie zieht, eines ist klar – die Xbox 360 von Microsoft [1] verringert den Unterschied zwischen beiden Lagern.

Ja, es handelt sich um eine Konsole mit Controllern und AV-Kabeln für den Fernseh-Anschluss (vorzugsweise ein High-Definition-Modell), aber im Prinzip hat Microsoft einen High-End-PC in das Gehäuse gesteckt, obwohl es so klein ist, dass es bequem in ein Hi-Fi-Rack passt. Da das Interface der Konsole dem einer guten Settop-Box gleicht, und das Gerät eine Reihe von digitalen Medien sowie Vernetzungsstandards unterstützt, wird tatsächlich eine ganz neue Xbox-Erfahrung möglich.

Natürlich hat auch die 360 ihren Fehler. Da die meisten zum Start verfügbaren Titel nur umgestrickte Versionen von PC-Spielen sind, wird man wohl noch ein Jahr warten müssen, um die Leistungsfähigkeit der Xbox 360 tatsächlich einzuschätzen. Bis dahin kann Sony [2] wohl mit einer eigenen Konsole der nächsten Generation kontern, der Playstation 3 nämlich. Welche Konsole besser ist, kann man heute nicht sagen – fest steht jedoch, dass Sony sich beeilen sollte, da die Xbox 360 viele Konsolen-Spieler verführen dürfte – selbst zu einem Preis um 400 Euro.

Stellt man sie horizontal auf, misst die vier Kilo schwere Xbox 360 in der Breite 309 Millimeter, 83 in der Höhe und 258 Millimeter in der Tiefe. Damit ist sie etwas kleiner als die erste Xbox, die ebenfalls vier Kilo wog. Im Gegensatz zum Original kann man die 360 auch senkrecht aufstellen und mit alternativen Abdeckungen für die Front an den persönlichen Geschmack anpassen. Weder die ursprüngliche Xbox (ab sofort als Xbox 1 bezeichnet) noch die Xbox 360 sind besonders attraktiv, besonders im Vergleich mit der Playstation 2, aber wenigstens wirkt das neue Modell weniger kantig, und man kann sie mit einer Abdeckung etwas lebendiger machen.

Ohne farbige Abdeckung kontrastiert die beige Farbe der Konsole unschön mit dem Silber und Anthrazit vieler AV-Komponenten. Microsoft konnte das Gewicht unter anderem durch die Verwendung einer Notebook [3]-Festplatte senken, die kleiner als ein Desktop-Mopdell ist und sich von der Konsole selbst abtrennen lässt. Die Platte, die zum Lieferumfang der Pro-Version für 399 Euro gehört, aber im Fall des „Xbox 360 Core System“ (299 Euro) zugekauft werden muss, bietet 20 GByte Platz. Sicher wird es bald größere Platten von Microsoft und vor allem von Fremdherstellern geben.

Zum Pro-Gerät gehört auch ein drahtloser Controller – die eingebauten drahtlosen Fähigkeiten der Konsole beschränken sich aber nur auf die Controller, es gibt standardmäßig keine WLAN-Unterstützung (mehr dazu weiter unten). Mit jeder Xbox 360 können vier Controller verbunden werden, und im Gegensatz zum Zubehör der Vorgängerversion ist es nicht nötig, ein Dongle in den Standard-Anschluss einzuschieben. Durch grüne LEDs an der Konsole selbst und jedem Controller ist jederzeit klar, welche Controller verbunden sind, und wer welchen Controller hat. Das gilt auch, wenn man verkabelte und drahtlose Controller mischt. Die Controller selbst liegen sehr gut in der Hand, und es war eine gute Idee, die Knöpfe Start und Back ans obere Ende des Mittelteils zu verlegen. Leider funktionieren Xbox-1-Controller nicht an der Xbox 360.

An der Vorderseite des Geräts finden sich zwei USB-Anschlüsse hinter Klappen der Abdeckung sowie zwei Einschübe für Speicherkarten, auf denen man Spiele und Einstellungen speichern kann. Die USB-Anschlüsse werden für verkabelte Controller genutzt, aber auch für andere jetzt oder zukünftig verfügbare Accessoires sowie für externe Geräte: Digicams, MP3-Player, möglicherweise sogar eine Sony Playstation Portable. Auf der Rückseite gibt es nur einen weiteren USB, und der ist für den Anschluss der WLAN-Adapters vorgesehen, den man hier fixieren kann. Microsoft hofft offenbar, dass die meisten Anwender drahtlose Verbindungen nutzen werden und nicht zu viele USBs benötigen. Ein kleines Design-Problem der USB-Ports ist, dass man Speicherstickts oder MP3-Player in diesem Format (etwa den Apple [4] Ipod Shuffle) nicht direkt anschließen kann, sondern ein Kabel verwenden muss, weil der Platz nicht ausreicht.

Außerdem hat die Xbox 360 eine Infrarot-Schnittstelle an der Front, sodass man ohne weitere Hilfsmittel eine Fernbedienung nutzen kann. Die Konsole lässt sich nun auch über Fernbedienung oder Controller ausschalten. Die Universal-Fernbedienung von Sony, mit der man auch andere AV-Geräte und Media-Center-PCs steuern kann, soll der Konsole zur Einführung beiliegen. Sie ist kompakt und nicht übermäßig umfangreich, aber die Knöpfe sind klar beschriftet und sinnvoll angeordnet. Die Bedienung fällt leicht.

Das Dashboard, wie das Bildschirm-Interface der Xbox 360 heißt, ist brillant. Die Entwickler haben sich hier weniger an Windows als an der viel gerühmten Settop-Box „TiVo“ orientiert. Einige Elemente ähneln Windows Media Center, aber es ist eleganter und leichter zu navigieren. Die Reiter sind durch Farbcodes bestimmten Bereichen wie Spiele, Multimedia, Systemeinstellungen oder Xbox Live zugeordnet. Um die verschiedenen Angebote durchzublättern, bewegt man die Richtungstaste auf dem Controller oder der Fernbedienung von links nach rechts. Durch die höhere Rechenleistung öffnen sich Fenster schneller als beim Vorbild – das System funktioniert einfach flott.

Es ist schade, dass das fast perfekte Design in einer Hinsicht geschmälert wird, aber das Netzteil der Xbox 360 kann man nicht leicht übergehen. Es ist ein Ziegelstein, schwer und verblüffend groß.

Wie schon erwähnt, kommt die Xbox 360 in zwei verschiedenen Varianten. Das „Core-System“ für 300 Euro enthält nur das wichtigste: die Konsole, einen einzigen Controller (mit Kabelverbindung) und ein Standard-Composite-Kabel für die TV-Verbindung. Die Pro-Version für rund 400 Euro wird dagegen auch einfach offiziell als Xbox 360 bezeichnet und enthält etliche Accessoires, die man sonst zukaufen müsste: einen drahtlosen Controller, ein Headset, um bei Xbox live hören und sprechen zu können, ein Component-TV-Kabel, Ethernet-Kabel und – das ist das wichtigste – eine 20-GByte-Festplatte zum Anstecken. Trotz des höheren Preises bietet die teurere Version ein besseres Preis-Leistungsverhältnis. Für 100 Euro mehr bekommt man den Gegenwert von fast 200 Euro an essentiellem Zubehör. Die Festplatte vor allem, die allein schon fast 100 Euro kostet, ist unentbehrlich: Sie bietet nicht nur weit mehr Speicherplatz als eine Speicherkarte mit ihren 64 MByte (etwa 25 Euro das Stück), sondern man braucht sie, um Spiele für die Xbox 1 zu spielen und einige der Multimedia-Features der Xbox 360 zu nutzen.

Anders als frühere Konsolen ist die Xbox 360 von vornherein für die HDTV-Ära entwickelt. Deshalb haben alle Spiele zumindest eine 720p-Auflösung (Widescreen-Format mit 1280 mal 720 Pixeln), die das System auf 1080i hochrechnen kann (dann 1920 mal 1080 Pixel). Um die Grafik in HD-Qualität zu sehen, muss man die Konsole natürlich mit dem Component-Video-Kabel aus der Pro-Version an einen HD-fähigen Fernseher oder Monitor anschließen. Als Alternative kann man einen VGA-Adapter von Microsoft (25 Euro) oder Joytech (unter 20 Euro) erwerben, um Bildquellen über den analogen Standard-PC-Anschluss zu verbinden. Damit ist auch eine Auflösung wie 1024 mal 768 Pixel möglich.

Was es aber derzeit noch nicht gibt, ist ein DVI- oder HDMI-Anschluss – genauso wenig wie eine 1080p-Auflösung. Sony dagegen hat für die 2006 erscheinende Playstation 3 zwei HDMI-Ports und 1080p-Unterstützung angekündigt. Als Besitzer eines äteren Fernsehgeräts muss man sich dagegen keine Sorgen machen – im Bedarfsfall kann die Konsole die gute alte 480i-Auflösung im fast schon quadratischen Format 4:3 ausgeben.

Wie schon die erste Xbox bietet auch das neue System Dolby-Digital-Audio der Spitzenklasse. Die Soundtracks von Spielen werden als voller Surround-Sound in Echtzeit ausgegeben, sodass man sich in die Welt der Spiels versetzt fühlt. Optische Audio-Anschlüsse sind vorhanden, aber das passende Kabel und natürlich einen kompatiblen Receiver oder ein Home-Cinema-System sollte man selbst schon haben. Mit den Standard-Stereo-Kabeln (analog) muss man freilich auf den räumlichen Klang verzichten.

Obwohl hauptsächlich Spielmaschine, gibt die Xbox 360 auch ein hervorragendes Media-Center ab. Man steckt die Digitalkamera, einen Flashkarten-Leser, ein USB-Laufwerk oder einen Musik-Player in einen USB-Slot ein, und wenn das Gerät windowskompatibel ist, kann man ziemlich sicher seine Bilder ansehen oder MP3-Dateien anhören. Auch Dateien im Heimnetz sind für die Xbox 360 verfügbar: Man muss nur die kostenlose Software Windows Media Connect auf einem PC unter Windows XP installieren, und die Xbox 360 kann Musik und Fotos vom PC per Streaming laden. Läuft der PC unter Media Center Edition, ist die Integration noch enger, und die Konsole dient als Media Center Extender. Für den Anwender bedeutet das, dass er auch TV-Aufzeichnungen von der Konsole aus abrufen kann.

Einer der Erfolgsfaktoren der ersten Xbox war Xbox Live, ein Netz für Online-Spiele und für die Kommunikation zwischen den Spielern. Xbox Live ist jetzt noch besser integriert. Jede Konsole bietet (wenn man eine Internet-Verbindung und eine Speichermöglichkeit wie Festplatte oder Speicherkarte hat) einfachen Zugang zu Xbox Live als Silver-Mitgleidschaft. Damit kann man Voice-Chat und Sprachnachrichten nutzen, wenn man das Headset nutzt, und auch den Marktplatz, wo kostenlose und kostenpflichtige Demos sowie Trailer angeboten werden. Um an Multiplayer-Spielen teilzunehmen, muss man auf Xbox Live Gold umsteigen, was genau der alten Standard-Mitgliedschaft für 59,99 Euro entspricht. Die bisherige Mitgliedschaft kann auch problemlos übertragen werden. Zuletzt gibt es noch die Xbox Live Arcade mit witzigen Mini-Spielen wie dem Tetris-Klon Hexic, den Microsoft aber auch auf die Festplatte aufspielt.

Der Start der Xbox 360 wird von 15 Spieletiteln begleitet, aber man kann auch über 200 für die alte Xbox konzipierte Spiele spielen. Die Rückwärtskompatibilität wird durch Emulationsprofile zum Download sichergestellt. Die Profile sind kostenlos, aber man braucht eine Breitband-Verbindung mit dem Internet und eine Festplatte, um sie zu nutzen. Die Emulationssoftware für Halo und Halo 2 ist auf der Festplatte vorinstalliert. Und auch wenn „200 Spiele“ nach Unterhaltung ohne Ende klingt, bedeutet das, dass über 400 Spiele für die Xbox 1 derzeit nicht auf der neuen Konsole laufen! Microsoft arbeitet an weiteren Ports, aber es gibt keinen festen Zeitplan und keine Garantie, dass ein bestimmtes Spiel angepasst wird.

Die Innereien der Xbox 360 entsprechen insgesamt einem leistungsfähigen PC. Der speziell angepasste PowerPC-Prozessor von IBM hat drei Prozessorkerne mit je 3,2 GHz Takt, von denen jeder wiederum zwei Threads gleichzeitig abwickeln kann. Der Grafikprozessor von ATI schafft nach Angabe von Microsoft 500 Millionen Triangles (grafische Dreiecke, aus denen die Oberfächenstruktur besteht) pro Sekunde. Weiter könnte man 16 Gigasamples pro Sekunde bei Vierfach-Antialiasing und 48 Milliarden Shader-Berechnungen pro Sekunde aufzählen – von 48 parallelen Shader-Pipelines und 9 Millarden Pixel-Operationen pro Sekunde ganz zu schweigen. Überprüfen oder testen lässt sich das im Detail freilich nicht.

Fest steht, dass die Grafik von Spiel zu Spiel sehr unterschiedlich ausfällt. Project Gotham Racing 3 ist das bis dato vielleicht beste Beispiel für die Leistungsfähigkeit der Xbox-Grafik: Es bietet echt wirkende Stadtsilhouetten und fotorealistische Ferraris, deren Abgase man fast riechen kann, wenn sie über die Brooklyn Bridge rasen. Ähnlich duckt man sich bei Call of Duty II unwillkürlich, wenn man Kämpfe aus dem Zweiten Weltkriegs nachspielt. Interessant sind auch die Basketballspieler in NBA 2K6, die im Verlauf des Spiels stark zu schwitzen beginnen, und man sieht ihre Trikots flattern, unabhängig von den Körpern, die sie bedecken. Den Gegenpol markiert Tony Hawk’s American Wasteland: Das auf Xbox 1 und PS 2 mittelmäßige Spiel ist auf der Xbox 360 richtig schlecht, weil jeder Textur- und Grafikfehler auf dem High-Definition-Bildschirm drastisch auffällt.

Vielleicht liegt es an der gesenkten Erwartungshaltung: Xbox-1-Spiele sehen auf der 360 richtig gut aus. Microsoft gibt an, die Auflösung älterer Spiele zu erhöhen und zusätzliche Antialiasing-Effekte einzubauen, und beim Spielen von Halo 2 kann man beides tatsächlich beobachten. Übrigens kann man onlinefähige Xbox-1-Spiele problemlos mit Spielern spielen, die noch die alte Konsole benutzen.

Apropos, ein vollständiger Test von Xbox Live war noch nicht möglich, da die Konsole in Europa zu diesem Zeitpunkt noch nicht offiziell verfügbar war – und somit auch einige Dienste nicht bereitstanden. CNET.de wird nach dem 2. Dezember weiter testen und berichten. Fest steht schon, dass Xbox Live besser mit der Xbox 360 integriert ist, als das beim Vorgängermodell der Fall war. Zu jedem Zeitpunkt kommt man durch Drücken des Home-Knopfes zur Nachrichtenzentrale des Live-Systems, während das Spiel selbst pausiert. Theoretisch kann man also ein Single-Player-Spiel wie Kameo abbrechen, nachdem man eine Nachricht eines Freundes bekommen hat, um mit ihm Project Gotham Racing zu spielen.

Als Multimedia-Zentrale funktioniert die Xbox 360 wie von Microsoft angegeben. Im Test ist es kein Problem, Fotos von mehreren Digicams zu ziehen – oder von einem Sony Memory Stick Duo, der wiederum in einem USB-Kartenleser von Lexar steckt. Auch Streaming von Musik eines Samsung [5]-MP3-Players funktioniert. Und wie versprochen arbeitet die Microsoft-Konsole problemlos mit Wettbewerbern des Herstellers zusammen – die Übertragung der MP3s eines Apple Ipod oder einer Sony PSP läuft tadellos. Allerdings hat man keinen Zugriff auf die Playlists des Ipod, und kopiergeschützte Dateien aus dem Itunes Music Store kann die Xbox nicht lesen – was aber am proprietären Format Apples liegt. Auch Streaming vom PC über das Netzwerk funktioniert – das beste Erlebnis bleibt aber Anwendern mit Media-Center-PCs vorbehalten, die die Software von der Xbox aus quasi fernsteuern können und Vollzugriff auf sämtliche Multimedia-Daten, inklusive Filme, bekommen.

Selbstverständlich ist die Xbox 360 auch ein leistungsfähiger CD- und DVD-Player. Daten aus Netzwerkquellen können leider nicht kopiert werden, aber CDs kann man direkt auf die Festplatte rippen und anschließend als Soundtrack fast jedes Xbox-360-Spiels nutzen. DVDs spielt die Xbox 360 mit 480p-Auflösung mit Progressive Scan ab. Das ist für eine Konsole mit HD-Fähigkeiten ziemlich rückschrittlich. Mit einem DVI- oder HDMI-Interface könnte die Xbox 720p- oder 1080i-Auflösungen hochrechnen. Schlimmer, leistungsfähigere optische Medien als DVDs kennt die 360 nicht, was heißt, dass die hoffentlich bald verfügbaren „Spiele der nächsten Generation“ auf 9-GByte-Medien passen müssen, wenn es nicht zusätzliche Inhalte im Download geben soll.

Zum Vergleich: Sony setzt mit der Playstation 3 auf das kommende, wenn auch nicht konkurrenzlose Blu-Ray-Format, das mindestens 25 GByte Kapazität pro Disc bieten soll. Die Xbox 360 wird weder Blu-Ray-Medien noch HD-DVDs lesen können: 2005 ist das kein Problem, da die Formate noch nicht einmal finalisiert sind und niemand weiß, welches von beiden sich durchsetzen wird. Aber ab 2006 könnte sich diese Beschränkung als Achillesverse der Xbox 360 erweisen.

Schon kurz nach der Ankündigung der Xbox 360 war der allgemeine Tenor, dass die Xbox eher eine Version 1.5 als ein 2.0-Upgrade der Xbox sei, das Microsoft vorziehe, um vor Sonys Playstation 3 auf dem Markt zu sein. In Wahrheit ist die Situation wohl weniger dramatisch.

Die ursprüngliche Xbox ist auch heute noch eine großartige Konsole mit vielen fantastischen Spielen und starker Leistung. Für Software-Entwickler ist sie wie ein alter, bequemer Schuh – sogar anspruchsvolle PC-Spiele wie Half-Life 2 lassen sich relativ leicht und mit hervorragenden Ergebnissen auf die vier Jahre alte Konsole übertragen.

Das Gegenteil gilt für die Xbox 360 – die ersten Spiele nutzen ihre volle Leistungsfähigkeit noch nicht. Gerüchten zufolge nutzen bisherige Spiele beispielsweise nur einen der drei Prozessorkerne! In den kommenden Monaten und Jahren sind sicherlich beeindruckendere Titel zu erwarten. Und genau zu diesem Zeitpunkt wird sich die Xbox 360 gegenüber der dann neuen Playstation 3 bewähren müssen – für die zum Start vielleicht auch keine Hammer-Spiele verfügbar sind.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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