Erstes Intel-Core-Duo-Notebook: Asus V6J mit T2500 im Einzeltest

von Florian Kalenda am , 17:14 Uhr

Pro
  • flaches und elegantes Design
  • herausragende Leistung mit Zwei-Kern-CPU
  • DVD-Brenner für alle Medientypen
  • 1 GByte Speicher belegt nur einen von zwei Slots
Con
  • kein DVI
  • Unterseite aus Plastik
Hersteller: Asus Listenpreis: 2499 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Asus hat im V6N hochwertige Komponenten verbaut. In einem solch flachen, formschönen Design und mit dieser guten Ausstattung ist die neue Centrino-Duo-Plattform sehr willkommen.

Trotz des eleganten Äußeren und der starken Ausstattung mit Dual-Layer-DVD-Brenner, schönem Display und Bluetooth plus WLAN interessieren am Asus V6J vor allem die inneren Werte: Wie mag sich Intels neuer Zwei-Kern-Chip Core Duo in der Praxis bewähren?

Als erstes Notebook [1] im Testlabor mit Core-Duo-Prozessor muss sich das Asus V6J gefallen lassen, dass sein Äußeres weniger gewürdigt wird, als sonst vielleicht der Fall wäre. Denn Intels T2500 mit 667 MHz Frontsidebus und 2 MByte L2-Cache wird durch 1024 MByte DDR2-Speicher sowie eine Nvidia-Grafik Geforce Go 7400 mit 128 MByte Grafik-RAM ergänzt. Auch eine 5400 Umdrehungen pro Minute schnelle Festplatte trägt zur Erwartung neuer Benchmark-Rekorde bei.

Design

Dabei ist das Asus V6J tatsächlich ein attraktives Notebook, mit maximal drei Zentimetern Bauhöhe sehr flach und kaum größer als sein 15-Zoll-Bildschirm, mit zwei eleganten Scharnieren für die Bildschirmaufhängung, die tiefer als die Tastatur sitzen. Der Bildschirm beginnt somit knapp oberhalb der Tastatur, hinter dem Akku.

Wegen des rückseitigen Anschlusses und der sehr flach zulaufenden Front stehen nur die beiden Seiten für Anschlüsse zur Verfügung. Asus hat vier USBs integriert, für Audio einen S/PDIF- und einen Kopfhörer-Klinkenstecker (ein Mikro ist eingebaut), Modem- und Netzwerkbuchsen (Gigabit-Ethernet per Realtek-Chip) sowie einen Flashkarten-Einschub für die Formate SD, MMC und Sony [2] Memorystick (Pro). Rechts findet man noch einen Expresscard-Einschub, Infrarotport, Firewire-Miniport und VGA-Anschluss. Außerdem sind die drahtlosen Verbindungstechnologien Bluetooth und WLAN nach 802.11abg unsichtbar vorhanden.

Einen PC-Card-Steckplatz für Besitzer solcher Erweiterungen gibt es nicht, auch keine Legacy-Ports wie PS/2, und vor allem auch keinen DVI-Anschluss für die digitale Bildschirmsteuerung. Dieser hätte den VGA gut ersetzen können, schließlich kann man DVI per Adapter auf VGA konvertieren, nur umgekehrt nicht. Da es auch keine Möglichkeit gibt, eine Dockingstation oder einen Portreplikator zu verbinden, feht der DVI umso mehr.

(Anmerkung: Unter allen angekündigten Notebooks mit Centrino Duo haben – soweit der Redaktion bekannt – folgende Modelle einen DVI-Ausgang: Acer [3] Aspire 5670 und Travelmate 8200, Dell Inspiron 9400, Apple [4] Macbook Pro und Lenovo Thinkpad T60.)

Das Konzept scheint vielmehr, ein Notebook zu präsentieren, das schon alles hat und nicht an externe Peripherie angeschlossen werden muss. So gehören auch Stereolautsprecher am unteren Ende der unteren Notebookhälfte. Das 15-Zoll-Display ist zudem scharf und hell, obwohl keine (oft zu Spiegeleffekten führenden) Farbverstärkungstechnologien eingesetzt wurden. Die Auflösung des klassischen 15-Zoll-Formats beträgt 1400 mal 1050, was eine angenehme Pixeldichte zur Folge hat. Ein hervorragender Bildschirm!

Mit 2,6 Kilo Lebendgewicht ist das Asus V6N gerade noch leicht genug für Bahn- und Flugreisen, aber auch für den täglichen Transport vom und zum Arbeitsplatz – egal mit welchem Verkehrsmittel. Mit dem kompakten Netzteil kommt man auf genau drei Kilo. Die Ladezeit übrigens liegt etwas über zweieinhalb Stunden.

Die Tastatur ist obere Mittelklasse, nicht herausragend, aber auch ohne Beanstandungen. Das Layout überzeugt: Die Entfernen-Taste sitzt am Eck, die Funktions- Steuerungs- und Cursortasten sind gut erreichbar. Höchstens die Eingabetaste könnte größer als nur eine Zeilenhöhe sein. Das Touchpad ist leicht geriffelt und hat eine angenehme Größe. Die Maustasten sind etwas zu schwach abgesetzt und deshalb ohne Hinsehen etwas problematisch zu bedienen.

Das Slimline-DVD-Laufwerk kann man sowohl als Designelement als auch als Ausstattungsmerkmal erwähnen: Es handelt sich um ein Matshita UJ-832S, wie sie Asus schon länger in der V6-Serie verbaut. Einer seiner Vorteile besteht in der Möglichkeit, DVD-RAM zu nutzen, etwa als Backup-Medium.

Die Festplatte stammt von Fujitsu und ist 100 GByte groß. Mit einer Geschwindigkeit von 5400 Umdrehungen pro Minute zählt sie zu den schnelleren Notebookplatten: Auch hier hat Asus keinen Kompromiss gemacht. Gleiches gilt für die Netzwerkadapter: Die WLAN-Karte kommt von Intel (die neue Pro Wireless 3945ABG), der Gigabit-Ethernet-Chip von Realtek. Damit stehen theroretische Durchsätze von 1000 MBit/s über Kabel und 54 MBit/s kabellos zur Verfügung. Proprietäre Cisco-Erweiterungen des Standards, die bei Unternehmen sehr beliebt sind, werden unterstützt.

Als Speicherfabrikanten hat Asus Infineon ausgewählt. Es ist ein einzelnes 1024-MByte-Modul verbaut. Der zweite DIMM bleibt frei, sodass man bei Gelegenheit den Speicher verdoppeln kann. Der Speicher arbeitet mit 667 MHz, wie er nach der Centrino-Duo-Spezifikation darf und auch sollte.

Die Grafiklösung, eine Nvidia Geforce Go 7400, bringt noch einmal 128 MByte eigenen Speicher mit – natürlich nur für den Video-Bereich. Nach der Quadro FX Go, 7800 GTX, 7800 und 7600 ist sie die wohl derzeit fünftstärkste Notebook-Grafiklösung von Nvidia – oder anders gesagt, obere Mittelklasse. Sie befähigt das Notebook durchaus zu 3D-Darstellungen, also Spielen oder CAD, wenngleich man für eine mobile Workstation noch in eine andere Schublade greifen müsste. Andererseits klassifiziert Nvidia die 7400 als stärkstes lieferbares Produkt für Thin-and-Light-Notebooks, was das V6J ja gerade noch ist.

Die Kernkomponenten schließlich wurden schon eingangs erwähnt: Der Core Duo T2500 ist mit 2,0 GHz getaktet, wobei die Zahl der Kerne natürlich deutlich mehr aussagt als eine Taktfrequenz: Hier arbeiten zwei Kerne gleichzeitig und unabhängig voneinander. Die 2 MByte Level2-Cache stehen beiden dynamisch zur Verfügung: Wenn einer nichts zu tun hat, kann der andere den gesamten Cache okkupieren – oder die Cache-Spannung von nicht benötigten Teilen wird heruntergefahren, um Strom zu sparen. Gleichzeitig müssen aber Daten, die beide CPU-Kerne benötigen, nur einmal in den Cache geladen werden.

Der Chipsatz ist der 945PM, als Southbridge sorgt der ICH7M für Surround-Ton, die USB-Verbindungen und ähnliche Grundversorgung.

23,9 Punkte im Business Winstone 2004 und 28,3 Punkte im Multimedia Content Creation Winstone 2004 sind gute Werte. Aber nicht das V6J hat sie erzielt – sondern ein damals 2200 Euro teures Asus W3H [5] im Juni 2005. Die Ausstattung umfasste einen Pentium M mit 2,0 GHz und 512 MByte Speicher.

Jetzt bringt das J6V 28,8 Punkte im Business-Test und 31,8 im Content Creation Winstone 2004 auf die Waage – ’nur‘ sehr gut oder doch eine Revolution? Sehr gut auf alle Fälle, wenn man folgendes bedenkt: Neben Microsofts Media Encoder, der standardmäßig die Dual-Core-Technologie nutzt, profitiert das ebenfalls Rendering-Programm Lightwave von den zwei Kernen – aber nur, wenn man dafür Multithreading ausdrücklich aktiviert. Tut man das, erzielt das Notebook im Content-Creation-Test sogar sagenhafte 34,5 Punkte. Sicher ist, dass die Werte noch von keinem Notebook im ZDNet-Testlabor München überboten wurden.

Ebenfalls sehr gute Multimedia-Leistung bescheinigt der Cinebench 2003: Mit einem Kern werden 293 Punkte in 1:29 Minuten erzielt. Nutzt man beide Kerne, schafft das Notebook 548 Punkte in 48 Sekunden. Zum Vergleich: AMDs Athlon FX-57, der schnellste Single-Core-Chip dieses Herstellers für Desktops, erreicht 397 Punkte. Schneller ist allerdings der Dual-Core-Prozessor Athlon FX-60 mit 691 Punkten im ZDNet-Testaufbau [6].

Im Vergleich ist die 3D-Grafikleistung bescheiden: 12.979 Punkte im 3DMark 2001 SE sind nur ein Durchschnittswert für Systeme mit spieletauglicher Grafik. Tauglich ist das V6J allerdings, wie auch weitere Tests mit aktuelleren Spielebenchmarks belegen: Im 3DMark 03 sind es 4380 Punkte, im 3DMark 05 1965 Punkte. Gelegentlich wird man auf eine Detailstufe oder Antialiasing verzichten müssen, aber 3D-fähig ist das Notebook auf alle Fälle.

Die größten Bedenken konnte man in Sachen Akkulaufzeit haben. Asus vermeldet in seiner Ankündigung des V6N maximal drei Stunden. Unter der Belastung des Batterymark 4.01 wäre der Wert dann noch niedriger? Zum Glück nicht – Asus hat tiefgestapelt, und das Notebook hält im Test 3:37 Stunden oder umgerechnet 217 Minuten unter Testbedingungen durch – bei ordentlicher Helligkeit, im Desktop-Modus von Windows und ohne stromsparende Maßnahmen irgendeiner Art. Sitzt der Benutzer im Zug und denkt und tippt abwechselnd Daten in seine Open-Office-Präsentation, die Laufzeit könnte glatt für die Dauer der Fahrt von München nach Köln (4:38 Stunden mit dem ICE) reichen.

Dreieinhalb Stunden Akkulaufzeit unter erschwerten Testbedingungen – das ist außerdem noch akzeptabel angesichts der Preises, den das V6J kostet. Mit einer Laufzeit unter drei Stunden wäre ein 2500-Euro-Notebook wohl chancenlos im Markt, zumal die Konkurrenz Laufzeiten deutlich über fünf Stunden vermeldet.

Die Applikationstest-Werte, die das Notebook an die Spitze der Benchmark-Tabelle von ZDNet bringen, hat das V6N seiner neuen Dual-Core-Plattform zu verdanken. Mit dem hervorragenden 15-Zoll-Display und äußerst ansprechendem Design hat aber auch Asus selbst viel zu einem gelungenen Notebook beigetragen.

Trotzdem bleiben ein paar kleine Wünsche offen: Bei einem Preis von 2500 Euro sollte ein DVI-Anschluss Pflicht sein. Der VGA-Port ist, außer für Beamer (die man aber auch über DVI und Adapter angeschlossen bekäme), völlig wertlos. Schön wäre außerdem ein analoger Lautstärkeregler.

Ansonsten ist die Ausstattung der Preisklasse durchaus angemessen: Der Speicher von 1024 MByte ist als einzelnes Modul verbaut, sodass er leicht aufgerüstet werden kann, die Festplatte bietet sehr gute Leistung, vier USBs sollten auch ohne Docking-Station reichen, und der DVD-Brenner kommt mit allen Formaten zurecht.

In einem solch flachen, formschönen Design und mit dieser guten Ausstattung ist die neue Centrino-Duo-Plattform sehr willkommen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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URLs in this post:

[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[2] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[3] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/

[4] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[5] Asus W3H: http://www.zdnet.de/mobile/notebooks/0,39023409,39133705,00.htm

[6] ZDNet-Testaufbau: http://www.zdnet.de/enterprise/client/0,39023248,39139991-2,00.htm