Schnappschuss-Kamera: Olympus IR-500

von David D. Busch am , 11:12 Uhr

Pro
  • hervorragende Abspielfähigkeiten
  • viele Szenemodi
  • großes, hochauflösendes LCD
Con
  • kein Stativanschluss
  • wenige manuelle Einstellungsmöglichkeiten
  • eingeschränkter Zoombereich
Hersteller: Olympus Listenpreis: 449 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 6,6 von 10 Punkte
Fazit:

Die Olympus IR-500 ist eine brauchbare Vier-Megapixel-Kamera mit eingeschränktem Zoombereich. Vorteilhaft sind das hochauflösende, 64 Millimeter große LCD und die Abspielfähigkeiten.

Diese Vier-Megapixel-Kamera eignet sich wegen der hervorragenden Abspielmöglichkeiten gut für Schnappschüsse. Abstriche muss man beim Zoombereich hinnehmen, dafür entschädigt das große, hochauflösende LCD-Display.

Das umklappbare und drehbare 64 Millimeter große LCD der Olympus IR-500 und das blinkende grüne Leuchtpanel faszinieren von Anfang an. Aufgrund ihres gelungenen Designs bietet sie sich auch für unübliche Aufnahmewinkel an. Das LCD-Display kann in ausgeschaltetem Zustand an der Vorderseite vor dem Objektiv heruntergeklappt werden. Für Überkopfaufnahmen kann es völlig umgedreht werden. Für Selbstporträts lässt sich das helle LCD mit 206.000 Pixeln bis zu einer bestimmten Einrastung verdrehen. Dank der flexiblen Handhabung des Displays ist nahezu jede gewünschte Perspektive möglich.

Abgesehen von dem stilvollen LCD-Display und den überzeugenden Abspielkünsten liegen das Layout und die Funktionen der IR-500 eher im Standardbereich kompakter Vier-Megapixel-Schnappschussgeräte. Die Kamera passt mit 94 mal 71 mal 28 Millimeter und 173 Gramm problemlos in nahezu jede Tasche. In ausgeklapptem Zustand lässt sie sich bequem mit beiden Händen halten. Die beiden einzigen Steuerungen auf der Oberseite sind der Auslöser und der Hebel für den konzentrischen Zoom. Auf der Rückseite befinden sich das Modus-Einstellrad, eine Taste für schnelle Darstellung, eine Menütaste, eine Löschtaste sowie ein Vierwege-Cursor mit der OK-Taste in der Mitte.

Wie bei vielen Kameras dieser Klasse werden über die Cursortasten auch der Fokus und die Blitzoptionen eingestellt und der Selbstauslöser aktiviert. Außerdem kann man über die Tasten auf definierbare Funktionen wie der Belichtungskorrektur zugreifen. Der Hauptschalter auf dem beweglichen LCD-Bedienfeld schaltet die Kamera ein und aus, wenn sie in der Dockingstation liegt. Ansonsten wird die Kamera eingeschaltet, sobald das LCD vom Objektiv weggeklappt wird.

Das Zoomobjektiv der IR-500 bietet nicht wirklich einen Weitwinkelblick bei 40 Millimetern, ebenso wenig wie der 112-Millimeter-Telebereich einen Effekt von großer Reichweite bietet. Doch im Supermakromodus fährt der Autofokus des Objektivs herunter bis auf 3 Millimeter.

Die Olympus IR-500 bietet nur wenig Belichtungskontrolle. Das Einstellen der Belichtungskorrektur in einem Bereich von plus oder minus 2 EV ist nur über das Menü möglich, auch wenn die benutzerdefinierte Taste so konfiguriert werden kann, dass sie direkt auf diese Funktion verweist. Die automatische Verschlusszeit reicht gerade mal von 1/2 bis 1/1.000 Sekunde. Keine gute Nachricht für Fotografen, die eine Schwäche für schnelle Sportarten haben. Bei langer Belichtung mit wenig Licht gibt es den Modus Nachtszene.

Mit der IR-500 besteht die Auswahl zwischen Matrix- oder Punkt-Belichtungsmessung sowie Autozone oder Sport-Fokus, der Weißabgleich kann manuell eingestellt werden. Die Kamera wählt automatisch die korrekten ISO-Einstellungen zwischen 50 und 400. Mit den 17 automatischen Szenemodi (zusätzlich zu den einfach programmierten und vollautomatischen Modi) wird der Kamera mitgeteilt, welche Art von Bild sie aufnimmt: Landschaft, Landschaft und Porträt, Nacht und Porträt, Innen, Feuerwerk, Sonnenuntergang, Küche, Dokumente, Sport, Strand und Schnee, Kerzenlicht, Porträt mit Restlicht, Hinter Glas, Nachtszene, Porträt, Selbstporträt oder lebendig. Durch Drehen des Modus-Einstellrades auf die Szene-Position erscheint ein Menü mit den Szenemodi. Die letzten vier Auswahlmöglichkeiten verfügen auf dem Einstellrad über eigene Positionen.

Filme in VGA-Auflösung (640 mal 480 Pixel) sind auf ruckelige 15 Einzelbilder pro Sekunde (fps) beschränkt. Das ist wahrlich keine Glanzleistung, wenn man bedenkt, dass die integrierte elektronische Bildstabilisierung im Filmmodus die Clips deutlich schärfer einstellt.

Die IR-500 reagiert in den meisten Tests in Durchschnittszeiten, der Burst-Modus ist jedoch besser als der vieler anderer Schnappschussgeräte dieser Klasse. Erfasst werden können sieben Aufnahmen mit voller Auflösung in vier Sekunden in einem empfehlenswerten 1,7-fps-Clip. Bei der Auflösung 640 mal 480 Pixel werden 68 Aufnahmen in 45 Sekunden erreicht. Dies enspricht etwa 1,5 fps. Das 64 Millimeter große LCD-Display mit hoher Pixeldichte zeigt gute Leistungen und bietet helle, vorzeigbare Bilder, selbst bei starkem Umgebungslicht. Bei sehr schwacher Beleuchtung ist die Darstellung dagegen weniger leicht zu erkennen, mit nur wenig Verstärkung zum Darstellen guter Bilder.

Die Autofokusleistung ist fleckig. Die Verschlussverzögerung wird mit lobenswerten 0,6 Sekunden bei Beleuchtung mit hohem Kontrast gemessen, fällt aber auf 1,9 Sekunden bei herausfordernd schwachen Lichtverhältnissen. Eine Fokus-Hilfsleuchte wäre hier von Nutzen gewesen.

Der eingebaute Blitz funktioniert effizient bis zu 4,3 Meter (ohne ISO-Angabe), allerdings zeigt die Rote-Augen-Funktion der IR-500 nur schwache Leistungen beim Verhindern roter Pupillen. Die Zeit zwischen Einschalten und erster Aufnahme beträgt scheinbar endlose 4,38 Sekunden. Danach kann alle 2,2 Sekunden ein Bild geschossen werden (4,62 Sekunden mit Blitz).

Bildqualität

Erfreulich gut ist die Bildqualität, die von dieser Kamera erbracht wird. Andere Vier-Megapixel-Schnappschussgeräte schneiden deutlich schlechter ab. Auch die Bildschärfe ist gut und wird durch mögliche JPEG-Rückstände nur wenig beeinträchtigt.

Außenaufnahmen unter recht kontrastreicher Beleuchtung stellen sich so angenehm dar, wie es man nur erwarten kann. Doch wenn die IR-500 hellste Bildteile erfasst, ohne sie herauszuwaschen, neigen die Schatten zu übermäßiger Dichte. Bei der Darstellung von Details in den dunkleren Bildteilen werden entsprechend die helleren Bildteile ausgewaschen.

Das größte Manko der Optik betrifft den wildgefaserten violetten Rahmen, der von hinten beleuchtete Motive umgibt, wie beispielsweise nackte Zweige mit einem violetten Leuchten.

Die Farben sind angenehm lebendig, auch wenn Hauttöne einen leichten Gelbstich aufweisen. Einige Aufnahmen zeigen leichtes Bildrauschen, doch dies war bei niedrigeren ISO-Einstellungen kein großes Problem. Ab ISO 250 ist es jedoch zu beanstanden.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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