Musikplayer in der Sonnenbrille: Oakley Thump 2 (1 GByte)

von Troy Dreier am , 08:00 Uhr

Pro
  • Musik-Player in Sonnenbrille integriert
  • unterstützt die Formate MP3, AAC, WMA, WMA DRM und WAV
  • bis zu ein GByte Speicherplatz
  • mit mehreren Gelenken versehene Kopfhörerarme
  • USB-2.0-Schnittstelle
Con
  • kein Ladegerät oder stabiles Brillenetui im Lieferumfang
  • geringe Akkulaufzeit
  • erweiterte Wiedergabeoptionen sind schwer zu behalten
  • hoher Preis
  • Musik auch für andere in der Umgebung leicht zu hören
Hersteller: Oakley Listenpreis: 399 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Die Oakley Thump 2 ist eine ausgezeichnete Wahl für Sportler, die sich einen tragbaren Musik-Player ohne störende Kopfhörerkabel wünschen.

Die Kombination aus flashbasiertem MP3-Player und Sonnenbrille dürfte vor allem gut betuchte Jogger ansprechen, die Wert auf ein ausgefallenes Design und kabellosen Hörgenuss legen. Die Akkulaufzeit enttäuscht leider.

Oakley hatte eine clevere Geschäftsidee: einen flashbasierten MP3-Player mit einer Sonnenbrille zu kombinieren. Die Reihe Thump bietet Benutzern einen kabellosen Hörgenuss. Version 2 macht da weiter, wo ihre bahnbrechende Vorgängerin aufgehört hatte: Sie wurde mit einem Design ausgestattet, das die Massen eher ansprechen dürfte, auch der Speicherplatz wurde nachgerüstet und ist jetzt viermal so hoch. Das High-End-Modell Thump 2 (in Schwarz mit roten Akzenten) bietet einen ein GByte großen Speicher und somit ausreichend Platz für bis zu 240 Titel. Neben der 1-GByte-Version gibt es auch Modelle mit 256 MByte und 512 MByte.

Oakley setzt auf ein raffiniertes neues Befestigungssystem der Ohrhörer, bei dem die Kopfhörerarme an den Bügeln fixiert sind und dank einer Konstruktion aus mehreren Gelenken in alle Richtungen verstellt werden können. Man kann sie auch zurückklappen, wenn man hören will, was in der Umgebung passiert. Normale Kopfhörer bieten diese Flexibilität nicht.

Einziges Manko: Die Lautsprecher geben eine Menge Geräusche an die Umgebung ab. Es ist daher nicht empfehlenswert, den Thump 2 zu nutzen, wenn man im Zug oder in der U-Bahn sitzt. Bevor man den Thump 2 kauft, sollte man ihn unbedingt einmal aufsetzen, denn über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Diese Sonnenbrille hat definitiv ihren eigenen Stil. Hinsichtlich der Gläser und Ohrhörer wird es nur bei sehr wenigen potenziellen Käufern Probleme mit der Passform geben.

Nachdem sich Benutzer jahrelange mit den Kabeln von Ipod-Kopfhörern herumplagen mussten, ist es toll, jetzt einen kabellosen Player auf dem Markt haben. Die Gläser des Thump 2 kann man nicht wie die des Original-Thump hochklappen, so dass man ihn nicht über einer konventionellen Brille tragen kann. Auch wenn das eine Einschränkung ist, dem modischen Design hat es keinen Abbruch getan – ganz im Gegenteil.

Wie schon sein Vorgänger bietet auch der Oakley Thump 2 zwei Tasten zum Verstellen der Lautstärke auf dem linken Bügel und drei Wiedergabetasten auf dem rechten. Die Bedienung der Tasten ist bislang einzigartig und recht futuristisch. Man kann innerhalb eines Titels vor- und zurückspringen, wenn man auf die entsprechenden Tasten drückt – eine Funktion, die man bei diesem einfachen Player nicht erwartet hätte. Die Thump 2 bietet außerdem erweiterte Wiedergabeoptionen – beispielsweise kann man durch eine bestimmte Tastenkombination die Zufallswiedergabe aktivieren. Leider sind diese Tastenkombinationen etwas zu kompliziert, um sie sich wirklich gut merken zu können. Wünschenswert wären daher eine kleine Anleitungskarte oder besser noch gedruckte Anweisungen auf der Innenseite der Bügel gewesen.

Die Übertragung von Musiktiteln auf die Oakley Thump 2 ist angenehm einfach, da man keine proprietäre Software zum Übertragen der Musiktitel benötigt. So kann man die Sonnenbrille einfach mit dem mitgelieferten USB 2.0-Kabel mit einem Windows- oder Mac OS-Computer verbinden und dann per Drag and Drop AAC-, MP3-, WMA- oder WAV-Dateien kopieren. Der Thump 2 unterstützt WMA-DRM-Dateien, aber nicht AAC-DRM (Musikstücke aus dem Itunes Music Store). Das wäre natürlich schön gewesen, aber Apple [1] behält diese Dateien ausschließlich dem Ipod vor. Man kann Titel in Ordnern hinzufügen oder auch eine lange Titelliste erstellen. Wenn die Titel einheitlich in einer Liste aufgeführt und richtig benannt sind, sortiert der Player sie für die Wiedergabe nach Interpreten. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass sich das Gerät das letzte abgespielte Stück „merkt“ und nicht bei jedem neuen Anschalten wieder mit dem ersten Lied in der Liste beginnt.

Leistung

In den Tests hinterlässt die Oakley Thump 2 einen exzellenten Klangeindruck, die Akkulaufzeit liegt allerdings nur bei enttäuschenden sechs Stunden. Selbst für eine Sonnenbrille ist das zu wenig. Der hohe Preis wird viele potenzielle Käufer abschrecken. Ein Ipod Shuffle mit einem Speicherplatz von einem einem GByte kostet circa 130 Euro, und das Sonnenbrillenmodell Thump Gascan (sieht genauso wie der Thump 2 ohne Elektronikkomponenten aus) ist ab 110 Euro zu haben. Kauft man sich also das Kombimodell aus MP3-Player und Sonnenbrille, zahlt man ganz schön drauf.

Andererseits lässt sich nicht bestreiten, dass die Sonnenbrille gut gestaltet und gefertigt ist. Das Nachfolgemodell geht im Vergleich zum Originalpreis des ersten Thump sogar als echtes Schnäppchen durch. Das könnte auch der Grund dafür sein, warum Oakley beim Zubehör geizt. Der Thump 2 wird ohne Ladegerät oder stabiles Brillenetui ausgeliefert – man muss ihn über den Computer aufladen, was auf Reisen eher schwierig ist. Natürlich sind Ladegerät und Etui optional direkt bei Oakley im Internet erhältlich.

Spezifikationen

  • Touchscreen - nein
  • integrierter Speicher - 1MB
  • Wireless - nein
  • PMP-Player-Typ - Audio-Player
  • TV-Ausgang - nein
  • UKW-Radio - nein
  • OLED-Display - nein

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/