Solider Fotodrucker: Canon Pixma iP6600D

von Anja Schmoll-Trautmann, David Busch und Lori Grunin am , 10:06 Uhr

Pro
  • Integrierte Duplex-Einheit
  • 3,5-Zoll-Display
  • umfangreiche Bedienmöglichkeiten am Drucker
  • ordentliche Fotoqualität
  • Direktdruck-Möglichkeit über Pictbridge, IrDA und Bluetooth (mit entsprechendem Adapter)
  • Mac- und Windows-kompatibel
Con
  • nur durchschnittliche Textdruckqualität
  • langsam
Hersteller: Canon Listenpreis: 199 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Die Vielseitigkeit im Stand-alone-Betrieb und die gute Druckqualität lassen den Canon Pixma iP6600D zwar für Besitzer von Digitalkameras attraktiv erscheinen, durch das eher langsames Arbeitstempo und die vergleichsweise nur mittelmäßige Textausgabe ist er für den privaten und den professionellen Büroeinsatz jedoch weniger interessant.

Ein großer 3,5-Zoll-Bildschirm, ein eingebauter Kartenleser, die gute Fotodruckqualität und der Duplexdruck machen den Canon Pixma iP6600D mit seiner Auflösung von 9600 mal 2400 dpi zur soliden Wahl für alle Digitalkamera-Besitzer, die Vielseitigkeit und Komfort schätzen.

Die Inbetriebnahme des Canon Pixma iP6600D geht in weniger als zehn Minuten vonstatten, wobei der Großteil der Zeit dafür verwendet werden muss, die Transportsicherungen zu entfernen und den Druckkopf sowie die sechs Tintenpatronen zu installieren.

Ein praktisches rotes Lämpchen beleuchtet jeden Tintenbehälter von unten, wenn er korrekt installiert ist, und blinkt, sobald die Tinte zur Neige geht. Danach müssen von der mitgelieferten CD die Druckertreiber und optional die Software für die Bildbearbeitung, das Erstellen von Fotoalben und das Drucken über das Internet installiert werden. Nach dem Anschluss des Stromkabels sowie des mitgelieferten USB 2.0-Kabels war der Drucker betriebsbereit.

Mit einem Gewicht von über sieben Kilo und Abmessungen von 20 x 43 x 31 Zentimetern macht sich dieser Drucker auf dem Schreibtisch vergleichsweise breit, wobei an der Vorderseite noch einmal 20 Zentimeter Platzbedarf für das 50 Blatt fassende Ausgabefach hinzukommen. Der nach oben ausklappbare Schacht für die automatische Papierzufuhr nimmt 150 Blatt auf, ebenso eine zweite Papierzuführung an der Unterseite des Druckers. Bei Bestückung mit 10×15- oder 13×18-Papier schließt das Papier bündig mit dem Drucker ab, wird A4-Papier eingesetzt, steht es elf Zentimeter hervor.

Das Bedienfeld an der Oberseite des Druckers ist mit einer Vielzahl von Tasten und Lämpchen versehen. Auf der linken Seite befindet sich der Ein-/Ausschalter sowie eine Status-LED, ein Schalter zum Wechseln der Papierzufuhr zwischen der automatischen Zufuhr und der Kassette, ein Save-Button, der Bilder von einer Speicherkarte auf den Computer überträgt, eine Easy-Photoprint-Taste, um alle Bilder auf der Speicherkarte anzeigen zu lassen sowie eine Anzeige für Fehlermeldungen. Das LCD-Display lässt sich bequem in jede beliebige Richtung drehen, was auch notwendig ist, da die Anzeige stark blickwinkelabhängig ist. Davor befindet sich ein 4-Wege-Pad zur Cursorsteuerung mit einem OK-Knopf in der Mitte. Mit Hilfe dieses Pads wird in den Menüs navigiert, können Fotos ausgewählt, die Anzahl der Ausdrucke eingestellt werden, die Anzeige gescrollt oder weitere Druckeinstellungen vorgenommen werden. Neben dem Pad befinden sich eine Menü-Taste, eine Zurück-Taste, um zum vorherigen Bildschirm zurückzukehren, eine Such-Taste zum Sortieren von Fotos auf der Speicherkarte nach Datum sowie eine Taste für die Einstellungen, welche den Zugriff auf zwei Bildschirmseiten voller Druckoptionen bietet. Hier lässt sich das Druckformat einstellen oder rote Augen und Bildrauschen entfernen, außerdem gibt es Optimierungsfunktionen wie das Aufhellen von Gesichtern und Verbesserungen von Kontrast, Farbton oder Sättigung.

Aber damit noch nicht genug. Auf der rechten Seite gibt es eine Taste zum Beschneiden des angezeigten Bildes sowie zwei Zoom-Tasten, eine Druck-Taste und schließlich eine Stopp/Reset-Taste, falls man den Überblick verloren hat und ganz von vorne anfangen möchte.

Ganz an der rechten Kante der Vorderseite befinden sich der Infrarotsensor, ein Pictbridge-Anschluss sowie unter einer Abdeckung zwei Steckplätze für alle gängigen Speicherkartenformate von Digitalkameras sowie mithilfe entsprechender Adapter Smart Media, xD-Picture Card, Memory Stick Duo/Pro Duo und Mini SD.

Wie auch die anderen Vertreter der Pixma-Reihe bietet der iP6600D vielfältige Optionen für die Papierzufuhr, so dass man vorgedrucktes Briefpapier und Blankobögen einfach in separate Schächte einlegt oder Normalpapier in das eine Fach und Fotopapier in das andere. Wenn in beiden Fächern identisches Papier liegt, kann man den iP6600D anweisen, automatisch die Zufuhr zu wechseln, so dass man bis zu 300 Seiten drucken kann. Es passiert leicht, dass man versehentlich die falsche Zufuhr auswählt, daher sollte man auf die Paper Allocation-Funktion des Treibers zurückgreifen, um die Art des in der Kassette verwendeten Papiers anzugeben. Wenn man dann etwas vom Computer aus druckt, wechselt der Drucker automatisch zur automatischen Zufuhr, falls das Papier in der Kassette nicht das optimale für den aktuellen Druckjob ist.

Obwohl Textdruck nicht gerade zu den Stärken des Canon Pixma iP6600D zählt, kann sich die automatische Duplexfunktion speziell für die Privatanwender als nützlich erweisen, die beispielsweise Hausaufgaben oder Schulaufsätze beidseitig drucken wollen oder (mit speziellem zweiseitigen Fotopapier) Bildbögen, die fertig fürs Fotoalbum oder zum Abheften sind. Der Canon schiebt das Blatt vorne heraus und zieht es dann wieder ein um die Rückseite zu bedrucken. Bei den Testläufen kam es zu keinem Papierstau, aber für den Notfall verfügt der Drucker an der Rückseite über eine Klappe. Ist sie geöffnet, lassen sich Blätter die eventuell im Papierpfad feststecken, leichter entfernen. Der Druckertreiber macht es einfach, auf jeder Seite entsprechenden Platz zum Abheften zu lassen.

Die meisten Aufgaben beim Ausdrucken von Digitalfotos kann man direkt am Drucker erledigen, einschließlich der Festlegung des Layouts und der Farbbalance. Wenn man Bilder vom Computer aus druckt, bietet der Treiber mit seinen fünf Registerkarten dieselben Funktionen und sogar noch einige mehr.

Canon verwendet denselben Treiber für die meisten Pixma-Modelle. Die erste Registerkarte bietet Auswahllisten für die Papiersorte und die Zufuhr sowie Einstellungen, wie die automatische Papierzufuhr und -Kassette umgangen werden kann. So lässt sich für umfangreichere Druckjobs auch eine kontinuierliche automatische Zufuhr einstellen, so dass automatisch von der einen Zufuhr auf die andere umgeschaltet wird. Bei der Druckqualität kann zwischen Hoch, Standard und Entwurf gewählt werden und es gibt eine individuelle Einstellmöglichkeit zwischen Dithered, Diffusion und Auto Halftoning zu wählen und die Druckqualität per Schieberegler von schnell/grobauflösend bis langsam/hochauflösend einzustellen.

Obwohl der Treiber des iP6600D die Farbbalance automatisch anpassen kann, gibt es auch Schiebregler für die Intensität von Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz sowie die Möglichkeit zur Farbangleichung, um den Farbraum auf sRGB oder Windows Image Color Management (ICM) einzustellen. Mit einem einzigen Klick lassen sich auch Graustufenbilder drucken und ein schlichter, aber effizienter Assistent (Print Advisor) hilft bei der Auswahl des geeigneten Papiers, indem eine Reihe von Fragen über das zu druckende Dokument beantwortet werden und der Assistent im Anschluss eine entsprechende Papiersorte empfiehlt.

Es gibt noch weitere Optionen zur Seiteneinrichtung: Größe und Ausrichtung, Anzahl der Kopien, Drucken mit und ohne Rand und die Möglichkeit, ein Wasserzeichen oder Hintergrundbild einzubinden. Auf der Registerkarte „Effekte“ lässt sich die Bilddarstellung optimieren, das Bildrauschen reduzieren, der Kontrast verstärken oder Effekte hinzufügen, darunter Sepia, Pink oder weitere Farben. All diese Einstellungen können als Profil gespeichert werden, um sie später wieder verwenden zu können.

Auf der Registerkarte „Wartung“ finden sich Buttons zum Reinigen und Überprüfen der Druckdüsen, für die Ausrichtung des Druckkopfes sowie weitere Aufgaben, einschließlich einer Funktion zum Reinigen der Unterseite des Papiereinzugs mithilfe eines gefalteten DIN A4-Blattes, ehe man mit dem Duplexdruck beginnt.

Wie die meisten anderen Modelle der Pixma-Reihe verwendet auch der iP6600D Canons Fine-Druckkopf (Full-Photolithography Inkjet Nozzle Engineering), der extrem kleine Tröpfchen von nur einem Picoliter für jede der Farbtinten (Cyan, Magenta, Gelb, Foto-Cyan und Foto-Magenta) sowie fünf Picoliter für Schwarz produziert. Canon behauptet, sein Chromalife 100-Tintensystem wäre 30 Jahre lang lichtbeständig, wenn man es zusammen mit dem Spezialfotopapier Canon Photo Paper Pro oder Photo Paper Plus Glossy verwendet und die Bilder hinter Glas rahmt, ohne Glas sollen es noch 10 Jahre sein. Und wenn die Ausdrucke in einer Kunststoffhülle versiegelt und in einem Album aufbewahrt werden, verspricht Canon sogar, dass sie auch in 100 Jahren noch betrachtet werden können.

Separate Tintenbehälter sind zwar sparsamer, aber für eine vollständige Neubestückung ist man schnell mit 85 Euro dabei. Die CLI-8-Tinten, die auch von einigen anderen Pixma-Modellen verwendet werden, kosten ca. 14 Euro für jeden Tintentank. Der Verkaufspreis für von Canon empfohlene Papiersorten reicht von zirka 13 Euro für 50 Blatt des 10×15-Hochglanz-Fotopapiers bis zu etwa 16 Euro für 10 Blatt für ein seidenmattes doppelseitiges Fotopapier für Duplexdruck.

Wie nicht anders zu erwarten war, liegt die Druckqualität dieses 6-Farb-Druckers zwischen den Ergebnissen des iP4200 mit vier Farben und dem Flaggschiff, dem Pixma iP8500 mit acht Farben (bei dem noch rote und grüne Tinte hinzukommt). Die Farbdarstellung gelang hervorragend: sehr natürlich und gesättigt. Höchstens die Rottöne fielen etwas zu kräftig aus, was für Fotos von Heißluftballons oder überreifen Tomaten zwar ganz wünschenswert ist, bei eher dezenteren Motiven aber unter Umständen doch stört. Bei Betrachtung mit einer 10fach vergrößernden Lupe waren allerdings auch die Picoliter-Tröpfchen leicht auszumachen und bei Diagonalen waren einige Treppeneffekte festzustellen.

Solche Treppeneffekte (Aliasing) bildetet allerdings beim Textdruck nicht das einzige Problem. Bei den meisten Buchstaben war die Tinte an den Rändern verlaufen, was zu einem verschwommenen Eindruck führte, selbst bei der Wahl eines sehr hochwertigen Papiers, um das Verlaufen zu verhindern. Wer gehobenen Wert auf seine Textausdrucke legt, sollte bei diesem Drucker nicht am Papier sparen. Dennoch wird man bei Textausdrucken nicht an die Schärfe von Laserdruckern herankommen.

Bei informellen Tests brauchte der iP6600D für 10×15-cm-Fotos ungefähr 45 Sekunden, für DIN A4-Ausdrucke etwas weniger als zwei Minuten, und Schwarzweißtext wurde mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 15 Sekunden pro Seite gedruckt.

Ein großer 3,5-Zoll-Bildschirm, ein eingebauter Kartenleser, die gute Fotodruckqualität und der Duplexdruck machen den Canon Pixma iP6600D mit seiner Auflösung von 9600 x 2400 dpi zur soliden Wahl für alle Digitalkamera-Besitzer, die Vielseitigkeit und Komfort schätzen. Der eher mäßige Textdruck und das Tempo von maximal vier Seiten pro Minute schränken die Attraktivität für Homeoffice-Anwender doch eher ein.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Drucker
  • Kommunikation - Kabel

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