Viele Features: Epson Stylus Photo RX620

von Anja Schmoll-Trautmann und Dan Littman am , 16:38 Uhr

Pro
  • Vorrichtung zum Scannen von Filmen
  • Speicherkartenleser
  • gute Software
  • schneller Fotodruck
  • Farb-LCD
  • gutes Design
Con
  • langsam bei den meisten Funktionen
  • mittelmäßige Textausdrucke und Scans
  • keine Faxfunktion
Hersteller: Epson Listenpreis: 279 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Beim Stylus Photo RX620 wurde mehr Wert auf Funktionsumfang und Benutzerfreundlichkeit gelegt. Wer den Schwerpunkt auf Geschwindigkeit und Ausgabequalität legt, findet in dieser All-in-One-Geräteklasse sicherlich attraktivere Geräte als dieses Epson-Modell.

Beim RX620 wurde mehr Wert auf Funktionsumfang und Benutzerfreundlichkeit als auf Geschwindigkeit und Ausgabequalität gelegt, weshalb dieser Epson Stylus Photo weniger attraktiv als andere All-in-One-Geräte seiner Klasse ist.

Das schlichte, aber attraktive Design des Epson Stylus Photo RX620 überzeugt. Das Gerät besticht durch eine schimmernd dunkelgrau und silbern gehaltene Optik mit abgerundeten Kanten und beansprucht bei einer Höhe von ungefähr 30 cm eine Standfläche von 44 x 46 cm.

Es stehen weder Ablageflächen noch irgendwelche Klappen hervor, denn die Papierzufuhr erfolgt über einen 120 Blatt fassenden senkrechten Schlitz an der Rückseite. Ausgeworfen werden die Ausdrucke über eine Öffnung an der Unterseite des Geräts. Dieses Multifunktionsgerät kann zwar auch Dokumente im Format Legal drucken, allerdings hängen diese dann lose über den Papierschacht im Letter-Format hinaus.

An der Vorderseite des RX620 befinden sich ein Pictbridge-Anschluss für die Verbindung zu einer Digitalkamera sowie vier Steckplätze für Speicherkarten von Digitalkameras der Formate Compact Flash Typ I und II, Microdrive, Smart Media, Secure Digital, Multimedia Card, xD Picture, Memory Stick, Memory Stick Pro und Memory Stick Duo. In der Mitte des Bedienfeldes ist ein hell beleuchtetes 5 mal 3 Zentimeter großes Farb-LCD-Display zur Anzeige von Fotos von den Speicherkarten angeordnet. Da der RX620 nicht faxen kann, kommt das Bedienfeld auch ohne Zifferntasten aus.
Der Deckel von Scanner und Kopierer lässt sich an seinen Scharnieren nach oben verschieben oder sogar ganz abnehmen, so dass man auch dicke Bücher auf dem Vorlagenglas unterbringen kann.

Mit sanftem Druck kann man auch die weiße Blende auf der Innenseite des Deckels entfernen, wodurch eine Hinterleuchtung für Dias sowie eine Führungsschiene zum Vorschein kommen, in die vier gerahmte Dias oder ein Negativstreifen 35-Millimeter-Film mit sechs Bildern zum Scannen hineinpassen. Das Vorlagenglas ist groß genug zum Scannen oder Kopieren von Dokumenten im Format Letter oder A4, allerdings fehlt ein automatischer Dokumenteneinzug, so dass längere Dokumente nicht verarbeitet werden können.

Die Wartung des RX620 ist unproblematisch. Die obere Gehäusehälfte lässt sich aufklappen, so dass selbst Benutzer mit sehr großen Händen gut an die sechs Tintentanks im Innern herankommen. Man kann jede Farbe einzeln austauschen, ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Multifunktionsgeräten wie zum Beispiel dem HP Photosmart 7210, bei dem man gleich die gesamte Mehrfarbpatrone auswechseln muss, sobald eine Farbe aufgebraucht ist.

Die Funktionen des Epson Stylus Photo RX620 sind darauf ausgerichtet, auch ohne Computer zu arbeiten. So kann man beispielsweise einfach eine Digitalfoto-Speicherkarte in das Gerät einstecken und die Bilder mithilfe des LCD-Displays zurechtschneiden, die Größe verändern und sogar Helligkeit und Kontrast justierten, ehe man sie ausdruckt. Man kann auch ein Dia in die Scanvorrichtung einlegen, es scannen und dann Kratzer entfernen oder verblichene Farben wieder auffrischen – alles ohne Computer. Das lässt sich alles ganz einfach bewerkstelligen, allerdings mangelte es den Testscans an Schärfe und Detailgenauigkeit. Über das LCD-Menü kann man sogar einen USB 2.0-kompatiblen CD-Brenner direkt an der Vorderseite des RX620 anschließen, um Fotos von der Speicherkarte auf eine CD zu brennen. In der LCD-Menüführung findet man sich gut zurecht.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist unter Umständen der fehlende Startbildschirm. Stattdessen wird immer das zuletzt verwendete Menü angezeigt, selbst nach erneutem Einschalten, was unerfahrene Benutzer anfangs etwas verwirren könnte. Positiv ist, dass man im Unterschied zu den meisten anderen Geräten dieser Klasse Fotokopien vergrößern oder verkleinern kann, indem man die entsprechende Prozentzahl eingibt oder die jeweilige Größe von Original und dem Zielformat.

Epson liefert auch ein umfangreiches Softwarepaket mit, um den RX620 vom Computer aus zu benutzen. Der Druckertreiber ist kompatibel mit allen Windows-Versionen ab Windows 98, außerdem mit Mac OS 9.1 und höher, und bietet einen Standard- und einen Fortgeschrittenenmodus. Im Standardmodus kann man nur allgemein die Art des Bildes auswählen, während man im Fortgeschrittenenmodus volle Kontrolle über Kontrast, Helligkeit, Sättigung sowie die Intensität einzelner Farben hat. Lediglich bei der Positionierung und Farbauswahl von Wasserzeichen ist die Auswahl eingeschränkt.

Das Softwarepaket des RX620 basiert auf dem Smart Panel von Epson, ein frei schwebendes Fenster mit Schaltflächen, über die man die zur jeweiligen Aufgabe gehörende Anwendung aufrufen kann: Epson Scan zur Durchführung von Scanaufträgen, Copy Center für Fotokopien und dazu eine Vollversion der Bildbearbeitungsanwendung Arcsoft Photo Impression 5.0. Andere Geräte wie der Dell 962 bieten dagegen meist nur Demoversionen zur Bildbearbeitung und zum Erstellen von Projekten mit vielen Bildern.

Im Unterschied beispielsweise zum HP Photosmart 2710 bietet der Epson keine Datenbank zur Dokumenten-Archivierung um den Überblick über seine Fotosammlung zu behalten. Auch eine OCR-Software zur Texterkennung sucht man vergebens, mit der man eingescannte Texte für ein Textverarbeitungsprogramm aufbereiten könnte. Das ist aber auch nicht weiter tragisch, da der RX620 mit seiner langsamen Scangeschwindigkeit und dem fehlenden automatischen Dokumenteneinzug ohnehin für textintensive Büroaufgaben eher ungeeignet ist. Der Dell Photo All-in-One 962 ist für solche professionellen Aufgaben besser ausgerüstet.

Tintentanks kosten rund 17,50 für Schwarz und auch für jede der fünf Farben. Nach Angaben von Epson kostet ein Ausdruck zirka drei Cent pro Seite bei reinem schwarzen Text und etwa 15 Cent für eine Seite mit einigen Grafiken, was im Vergleich zu ähnlichen Geräten eher teuer ist. Ein ganzseitiges Foto würde natürlich noch mehr Tinte verbrauchen und damit auch mehr kosten, aber wenn man auf hochwertige Fotos auf Hochglanzpapier ausdruckt, dürften die Papierkosten die Tintenkosten ohnehin bei Weitem übersteigen.

Man kann mit diesem Gerät von entsprechend ausgestatteten Smartphones, PDAs, Notebooks oder Kameras kabellos über Bluetooth drucken, wenn man sich für etwa 60 Euro einen Adapter anschafft, der mit dem Parallelanschluss des Druckers verbunden wird. Und wenn man das Gerät in ein Wi-Fi-Netz einbinden möchte, bietet Epson sogar für gut 200 Euro einen externen 802.11g-Server an – eine Option, die man nicht allzu häufig antrifft. Neben dem RX620 ist der für den professionellen Büroeinsatz gedachte Dell 962 eines der wenigen Multifunktionsgeräte, die solches Zubehör anbieten.

Speed

Der Epson Stylus Photo RX620 enttäuschte hinsichtlich der Druckgeschwindigkeit mit nur 2,1 Seiten pro Minute beim Textdruck, was weniger als der Hälfte der Durchschnittsgeschwindigkeit von aktuell getesteten Foto-Multifunktionsgeräten entspricht. Allerdings druckte der RX620 die hoch auflösenden Testfotos mit 0,41 Seiten pro Minute auf Hochglanzpapier ungefähr 30 Prozent schneller als die meisten Konkurrenten. Grauskalendokumente wurden mit 4,5 Seiten pro Minute und Farbdokumente mit 4,1 Seiten pro Minute gescannt, fast eine Seite langsamer als der Durchschnitt. Und bei Schwarzweißkopien sackte die Geschwindigkeit auf 1,5 Seiten pro Minute ab, was weit schlechter als die Leistung ähnlicher Geräte ist.


(je länger der Balken, desto besser die Leistung)

Kopie   
Farbscan   
Graustufen-Scan   
Fotodruck   
Textdruck   

HP Photosmart 3310 [1]

2.17 
6.11 
6.22 
1.21 
5.26 

Canon Pixma MP760 [2]

3.93 
5.23 
5.25 
0.57 
6.45 

Epson Stylus Photo RX620 [3]

1.49 
3.08 
4.15 
0.41 
2.1 

Quality

Über die insgesamt langsame Performance des RX620 könnte man noch hinwegsehen, wenn er dies mit einer überragenden Bildqualität ausgleichen würde. Aber die Ausdrucke im Test dürften für Gelegenheitsnutzer zwar ausreichen, doch andere Geräte haben in dieser Hinsicht mehr zu bieten. Text wurde weniger dicht wiedergegeben als bei anderen Druckern und die Buchstaben wiesen bei allen Schriftgrößen ausgefranste, stufige Kanten auf, was wahrscheinlich auf eine schlechte Ausrichtung der Druckköpfe zurückzuführen sein dürfte. Beim Ausdruck farbiger Grafiken auf Tintenpapier produzierte der Drucker gleichmäßige Farbverläufe und wirklichkeitsgetreue Farbnuancen und Texturen, allerdings wirkten die Ausdrucke in den Farben insgesamt etwas verwaschen und verschwommen. Die hoch auflösenden Fotos auf Hochglanzpapier wiesen eine hohe Detailtreue auf, aber die Farben waren aufgrund des niedrigen Kontrasts nicht überzeugend. Auch die Testscans in Farbe und Grauskala wirkten verwaschen.


(je länger der Balken, desto besser die Leistung)

Graustufen-Scan   
Farbscan   
Fotodruck   
Grafikdruck auf Tintenstrahlpapier   
Grafikdruck auf Normalpapier   

Canon Pixma MP760 [2]

gut 
gut 
ausgezeichnet 
ausgezeichnet 
gut 
Epson Stylus Photo RX620 [3]

durchschnittlich 
durchschnittlich 
gut 
gut 
ausgezeichnet 
HP Photosmart 3310 [1]

gut 
gut 
gut 
durchschnittlich 
durchschnittlich 

Besonders im Elektronikbereich sind integrierte Geräte, die verschiedene Aufgaben erfüllen, sehr beliebt. Der Epson Stylus Photo RX620 verbindet in einem kompakten Gehäuse ein digitales Fotolabor mit einem Tintenstrahl-Multifunktionsgerät für den Hausgebrauch.

Man kann ihn separat zum Ausdruck von Digitalfotos direkt von Speicherkarten oder Pictbridge-Kameras oder zum Scannen und Fotokopieren benutzen. Man kann ihn aber auch an einen Computer anschließen um die mitgelieferte Software zu verwenden. Der RX620 enthält im Lieferumfang sogar eine Vorrichtung zum Einscannen von Dias und Negativen – eine Funktion, die bei Foto-Multifunktionsgeräten überraschend selten anzutreffen ist und möglicherweise das stärkste Argument für den Kauf dieses Gerätes darstellt. Angesichts dieses Funktionsumfangs wäre der Preis von 279 Euro durchaus angemessen, wären da nicht zwei Kritikpunkte: die niedrige Druckgeschwindigkeit und die eher schwache Druckqualität. Aufgrund dieser Einschränkungen ist der RX620 beispielsweise im Vergleich zum ähnlich teuren HP Photosmart 2710 oder dem sogar preiswerteren Brother MFC-420cn weniger zu empfehlen.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Drucker
  • Kommunikation - Kabel

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39143570/viele-features-epson-stylus-photo-rx620/

URLs in this post:

[1] HP Photosmart 3310: https://www.cnet.de/enterprise/peripherie/0,39024678,39143635,00.htm

[2] Canon Pixma MP760: https://www.cnet.de/enterprise/peripherie/0,39023474,39143588-1,00.htm

[3] Epson Stylus Photo RX620: https://www.cnet.de/Epson_Stylus_Photo_RX620/4505-3181_7-31273691.html?tag=pc