Smartphone mit Tastatur: T-Mobile MDA Vario

von Ben Patterson am , 12:00 Uhr

Pro
  • ausschiebbare Tastatur
  • WLAN-, Bluetooth- und EDGE-Unterstützung
  • Mini-SD-Steckplatz
Con
  • mäßige Hintergrundbeleuchtung
  • durchschnittliche Kamera
  • Mini-SD-Karte nicht im Lieferumfang
Hersteller: T-Mobile Listenpreis: 599 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 6,8 von 10 Punkte
Fazit:

Die QWERTZ-Tastatur ist mangelhaft konzipiert und die Performance ist manchmal schleppend, doch WLAN und EDGE machen den T-Mobile MDA zu einem attraktiven, wenn auch letztlich mittelmäßigen Modell der T-Mobile Smartphone-Serie.

Mit diesem unauffällig aussehenden Telefon kann man sich problemlos bei verfügbaren Hotspots anmelden, Nachrichten verwalten, Office-Dokumente öffnen und bearbeiten sowie Musik abspielen.

Die Ausstattung mit integriertem WLAN, Bluetooth, einer ausschiebbaren QWERTZ-Tastatur, EDGE-Unterstützung und Windows Mobile 5 macht den unscheinbaren MDA, eine Neuauflage des HTC [1] Wizard unter der Marke T-Mobile, zu einer aktuellen Ergänzung für die etwas behäbig gewordene Handheld-Modellserie von T-Mobile.

Mit diesem unauffällig aussehenden Mobiltelefon kann man sich problemlos bei verfügbaren Hotspots anmelden, Nachrichten verwalten, Office-Dokumente öffnen und bearbeiten sowie Musik abspielen. Leider kann der MDA nicht mit neuen Tricks oder einer spektakulären Performance aufwarten. Mit seiner unzureichenden Tastatur und der marginalen Kamera wird er es nicht leicht haben, sich gegen Konkurrenten wie etwa den Palm Treo 700w durchzusetzen.

Design

Der rechteckige, silber-schwarze MDA sieht wie ein typischer PDA aus: Auf der Vorderseite dominiert ein Display mit einer Diagonalen von 2,9 Zoll, darunter befindet sich ein kleines T-Mobile-Logo und eine Gruppe von Navigationstasten. Mit seinen Abmessungen von 109 mal 58 mal 24 Millimetern wirkt der MDA ziegelförmig und passt nicht gut in Hosentaschen. Trotzdem ist er etwas kleiner und mit 174 Gramm auch leichter als der Palm Treo 700w. Das Telefon liegt beim Anruf komfortabel in der Hand und an der Wange – zumindest ist es nicht sperriger als der Treo oder der T-Mobile Sidekick II.

T-Mobile MDA Vario
Der T-Mobile MDA öffnet sich und präsentiert eine komplette QWERTZ-Tastatur. Schade, dass die Hintergrundbeleuchtung schwach ist.

Um Zugang zur Tastatur des T-Mobile MDA zu erhalten, schiebt man das Oberteil des Telefons nach rechts und legt die darunterliegende Tastatur frei. Die Gleitbewegung erfolgt etwas ruckartig, aber das Oberteil rastet mit einem satten Klicken ein und die Anzeige wechselt automatisch von Hoch- auf Querformat. Manchmal dauert dies etwas länger, abhängig von den Programmen, die gerade ausgeführt werden.

Die gut dimensionierten Tasten bieten mehr Bewegungsraum im Vergleich zu den engen Tastaturen des Treo 700w und des Treo 650. Leider sind die Tasten des MDA unangenehm glatt und schlüpfrig, und durch den unregelmäßigen blauen Hintergrund sind sie bei Dunkelheit schlecht zu erkennen. Dazu kommt, dass die Hintergrundbeleuchtung nur einige Sekunden lang eingeschaltet bleibt, nachdem man eine Taste betätigt hat. Diese Einstellung lässt sich auch im Setup-Menü nicht ändern. Ärgerlich ist, dass die Tastatur keine eigene Zeile mit Zifferntasten aufweist. Die Ziffern teilen sich die oberste Zeile mit Buchstabentasten, daher muss man die Funktionstaste drücken, bevor man eine Ziffer eingeben kann. Alternativ dazu können auch die Bildschirmwähltasten verwendet werden.

Positiv ist hingegen, dass das Display des T-Mobile MDA mit 65.000 Farben und einer Auflösung von 240 mal 320 Pixeln gestochen scharf ist und hervorragende Details mit satten Farben anzeigt. Es gibt im Test jedoch Schwierigkeiten, den TFT-Bildschirm in direktem Sonnenlicht zu sehen. Die wichtigsten Bedienelemente sind ein langer dünner Kippschalter für die beiden Softkeys, ein Vier-Wege-Wippschalter, links und rechts davon zwei Tasten für Sprechen und Auflegen und ein weiterer waagrechter Kippschalter über dem Display als Direktzugangstaste für den Posteingang und den Internet Explorer.

An der linken Seite des MDA befinden sich ein kleiner Schieberegler für die Lautstärke und eine Direktzugangstaste für die Kommunikationssteuerung des Telefons mit Optionen wie WLAN, Bluetooth und Synchronisation. An der rechten Seite sind dedizierte Kamera- und Gesprächstasten sowie der Infrarot-Port des Telefons untergebracht. Am oberen Rand des Telefons befinden sich ein Mini SD-Steckplatz (leider ist keine Mini SD-Karte im Lieferumfang des MDA enthalten) und die Betriebstaste, am unteren Rand sind eine 2,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse und USB-Anschlüsse mit der Stromversorgung sowie die Verriegelung für die Rückwand und der einziehbare Stylus zu finden. Insgesamt hat der MDA gute Setup-Funktionen, doch eine eigene Freisprechtaste hätte nicht geschadet.

T-Mobile MDA Vario
Die Direktzugangstasten für Nachrichten und den Internet Explorer wurden an den oberen Rand des MDA versetzt.

Die Rückseite des T-Mobile MDA hat das Design eine Kamera, mit einer gerippten Oberfläche und einer ovalen Umrandung der Linse, einem LED-Blitz und einem kleinen Selbstporträtspiegel vorgesehen.

Wenn man das Telefon für Schnappschüsse seitlich hält, liegt die Kamerataste direkt neben dem rechten Zeigefinger. Ein nettes Detail ist ein dünnes schwarzes Band rechts neben der Kameralinse, welches vergleichbar einem Gummifuß, verhindert, dass der MDA auf einer glatten Tischplatte rutscht.

Wie auch der Palm Treo 700w läuft der MDA unter dem Betriebssystem Microsofts Windows Mobile 5, was sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt.

Gut ist, dass die Windows Mobile 5 Pocket PC Edition mit der Microsoft [2]-Mobile-Office-Suite gebündelt ist, zu der neben neuen und verbesserten Mobilversionen von Outlook, Word, Excel und Powerpoint auch überarbeitete mobile Versionen des Internet Explorers und des Windows Media Players gehören.

Es gibt eine Vielzahl von Messaging-Optionen: Man kann E-Mail von POP- und IMAP4-Konten abrufen und senden, über Pocket MSN auf Hotmail zugreifen und Text- oder auch Multimedianachrichten versenden. Noch besser ist, dass der MDA mit Microsofts Messaging und Security Feature Pack aktualisiert werden kann. Somit ist echte Push-E-Mail und Echtzeit-Synchronisierung von Kontakten, Terminen und E-Mail mit Exchange-Servern möglich.

Ein Nachteil ist, dass Windows Mobile im Gegensatz zu Palm OS einen unmäßigen Klick- und Tippaufwand erfordert. Wichtige Funktionen sind oft unter mehreren Menüebenen versteckt und die Menüoptionen sind so klein, dass man eine ruhige Hand benötigt, um sie mit dem Stylus anzuklicken. Das dürfte vor allem unterwegs einige Probleme mit sich bringen.

Die Wireless-Optionen des MDA von T-Mobile sind schwer zu überbieten. Zusätzlich zum IrDA-Port für das Beamen von Kontakten bekommt man Bluetooth (praktisch für drahtlose Headsets und zum Synchronisieren mit dem PC über Activesync) sowie integriertes WLAN (komplett mit einem Dienstprogramm zur Anmeldung beim Hotspot-Netzwerk von T-Mobile), mit Unterstützung für WEP- und WPA-Verschlüsselung. Leider funktioniert das Telefon nur mit 802.11b (nicht g)-Netzwerken.

Der MDA ist dank seiner Quad-Band-GSM-Funktionalität auch als Welttelefon tauglich und erzielt in Verbindungen mit T-Mobiles EDGE-Netzwerk einen theoretischen Datendurchsatz bis ungefähr 135 Kbps.

T-Mobile MDA Vario
Die 1,3-Megapixel-Kamera des MDA erzeugt Bilder von durchschnittlicher Qualität.

Mit Auflösungen von 160 mal 120 (Thumbnailgröße) bis 1280 mal 1024 (auch ein „skalierter“ 1600 mal 1280-Modus ist verfügbar) bietet die 1,3-Megapixel-Kamera des T-Mobile MDA einen LED-Blitz, einen 5- bis 10-Sekunden-Selbstauslöser, einen digitalen 8-fach-Zoom (bei der geringsten Auflösung), einen Schnellschussmodus und die Fähigkeit zum Speichern von Schnappschüssen als JPEG- oder BMP-Dateien. Man hat auch die Möglichkeit, einige albern aussehende Bilderrahmen zu den Bildern hinzuzufügen, die Helligkeits- und Atmosphäreneinstellung anzupassen und die Schnappschüsse mit einem Datums- und Uhrzeitstempel zu versehen.

Darüber hinaus verfügt der MDA über einen Videorekorder, der Videoclips als MPEG-4- oder Motion-JPEG-AVI-Dateien mit Auflösungen von 128 mal 96 bis 176 mal 144 Pixeln speichern kann. Die mittelmäßige Bildqualität des MDA ist allerdings nicht sehr beeindruckend.

Mit dem Windows Media Player 10 Mobile, der standardmäßig zu Windows Mobile 5 gehört, kann man Musik oder Videos abspielen. Der Player kann DRM-geschützte oder -entsperrte MP3- und WMA-Musikdateien abspielen und eine Reihe von MPEG- und AVI-Videodateien wiedergeben, Ogg Vorbis oder AAC werden jedoch nicht unterstützt.

Zur gestylten Schnittstelle gehören abgeschrägte Bedienelemente für Wiedergabe/Pause/Springen zur nächsten Datei und Albumcover. Das Synchronisieren von Songs über den Windows Media Player ist kinderleicht. Man kann Musik hören, während man mit anderen Anwendungen arbeitet. Der MDA unterbricht die Musik bei eingehenden Telefonanrufen. Leider bietet T-Mobile keinen Online-Musikshop nach dem Muster des Sprint Music Store oder Verizon V Cast an, auch hat der Player keinen Equalizer zur Soundabstimmung.

T-Mobile MDA Vario
Genug gearbeitet? Dann kann man eine Mini SD-Karte mit Songs und Videos laden und sich vom MDA unterhalten lassen.

Neben der Mobile Office-Suite sind im T-Mobile MDA weitere Anwendungen vorinstalliert: Clearvue PDF zum Anzeigen von PDF-Dateien, ein ZIP-Dienstprogramm, ein Sofortnachrichtenprogramm zur Anmeldung bei AOL Instant Messenger-, ICQ- oder Yahoo IM-Konten, ein Rechner, Notizblock- und Task-Anwendungen sowie zwei Spiele – Bubble Breaker und Solitaire.

Das Quad-Band-Gerät (GSM 850/900/1800/1900, EDGE) von T-Mobile wurde in New York City getestet. Die Testanrufer berichten über gute Gesprächsqualität ohne feststellbares Echo oder Tunneleffekte, und man kann sie laut und deutlich hören. Wie erwartet klingt die Freisprecheinrichtung des MDA blechern, aber trotzdem einigermaßen deutlich. Der MDA wurde erfolgreich mit dem Mobile-Traveller-Bluetooth-Headset von Logitech verwendet. Es gibt zwar gewisse Einbußen bei der Tonqualität, aber dies hat mehr mit dem Headset als mit dem Telefon zu tun.

Insgesamt ist die Gesamtleistung des T-Mobile MDA zufrieden stellend, wenn man bedenkt, dass das Gerät einen durchschnittlichen 195-MHz-TI-OMAP-850-Prozessor mit 64 MByte RAM und 128 MByte Onboard-Flash-Speicher hat. Der Start von Anwendungen dauert etwa eine Sekunde, ebenso wie das Umschalten der Anzeige von Hoch- auf Querformat, außer, wenn viele Anwendungen geöffnet sind. Da beim Fotografieren im Test häufig der Speicher ausgeht (speziell bei höchster Auflösung von 1280 mal 1024), ist man gezwungen, im Einstellungsmenü andere ausgeführte Anwendungen zu beenden.

Der MDA hat keine Probleme, sich mit einem öffentlichen T-Mobile-Hotspot und zu Hause mit dem 802.11b-Netzwerk mit WPA-Verschlüsselung zu verbinden. Das Websurfing über die GPRS/EDGE-Verbindung des Telefons ist in Ordnung, wenn auch nicht aufregend.

Die Bildqualität der Kamera ist durchschnittlich. Die Test-Schnappschüsse haben zwar reichhaltige Farben, wirken aber im Vergleich zu Bildern ähnlicher getesteter 1,3-Megapixel-Kameratelefone merklich düster. Videoclips sind besonders dunkel und verwackelt, sogar noch mehr als die anderer Kamera-Videorecorder.

Den Angaben zufolge hat der MDA 5,5 Stunden Sprechzeit und 5 Tage Standby-Modus, aber es zeigt sich, dass das Telefon viel länger durchhält, als es in der Werbung angegeben ist. Während der MDA keine Probleme damit hat, die Standbyzeit zu erreichen, sind die erstaunlichen 12,5 Stunden Sprechzeit schlichtweg überwältigend. Dieses Telefon ist so gebaut, dass man langfristig mit ihm rechnen kann.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/

[2] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/