Navigations-PDA: Asus Mypal A636

von Brian Nadel am , 09:00 Uhr

Pro
  • gelungene Kombination von GPS und PDA
  • ausgezeichnete Akkulaufzeit
  • Kartenmaterial von Nordamerika
Con
  • dicker und schwerer als vergleichbare Geräte
  • kleines Display
  • nur 256 MByte SD-Speicherkarte
Hersteller: Asus Listenpreis: 529 Euro
ZDNet TESTURTEIL: BEFRIEDIGEND 5,8 von 10 Punkte
Fazit:

Der Asus Mypal A636 ist ein PDA mit eingebautem GPS-Empfänger, der Landkarten und Fahrtrouten dieselbe Priorität einräumt wie Terminen und E-Mail. Er bietet zwar akkurate Fahrtrouten und eine lange Akkulaufzeit, ist insgesamt aber etwas schwerfällig.

Der Asus Mypal A636 ist ein PDA mit eingebautem GPS-Empfänger, der Landkarten und Fahrtrouten dieselbe Priorität einräumt wie Terminen und E-Mail. Er bietet zwar akkurate Fahrtrouten und eine lange Akkulaufzeit, ist insgesamt aber etwas schwerfällig.

Asus hat es geschafft einen GPS-Empfänger und eine ausklappbare Antenne auf elegante Art und Weise in einem PDA unterzubringen. Mit seinem Mypal A636 hat der Hersteller genau das richtige Gerät für die ewig Verirrten entwickelt. Der A636 ist zwar schwerer und dicker als andere Navigations-PDAs, kann jedoch mit exzellenten Bedienelementen aufwarten, und mit seinen gut gemachten Karten kann man seine Position akkurat bestimmen und seine Fahrtrouten so vernünftig planen.

Die fast neun Stunden Akkulaufzeit sind ein weiterer großer Pluspunkt. Die Performance des A636 ist allerdings eher mäßig, und der 3,5-Zoll-Bildschirm ist nicht so gut wie der von reinen Navigationsgeräten. Wer also ein Gerät sucht, das einen in der richtigen Bahn hält, im Leben wie auf der Straße, für den ist der Asus Mypal A636 die richtige Wahl. Mit einem Preis von circa 500 Euro ist er zwar nicht ganz billig, aber auch nicht teurer als vergleichbare Geräte.

Design

Im Unterschied zur neuen Generation von Handhelds und portablen GPS-Geräten für das Auto ist der Asus Mypal A636 zuerst und vor allem ein PDA mit GPS-Empfänger und Antenne.

Das graue und dunkelsilberne Gehäuse ist schlicht und sieht aus wie ein Dutzend anderer PDAs auf dem Markt, hat aber eine ausklappbare Antenne auf seiner Unterseite. Ist sie ausgeklappt, kann das Gerät die Signale von 24 GPS-Satelliten empfangen, die ständig um die Erde kreisen, um akkurate Positionsangaben und Fahrtrichtungen zu liefern.

Mit einer Größe von 122 mal 73 Millimeter liegt der A636 gut in der Hand, ist aber mit seinen 19 Millimeter Höhe und einem Gewicht von 186 Gramm 2,5 Millimeter dicker und 28 Gramm schwerer als der vergleichbare Mio 168RS und um einiges größer und schwerer als der Garmin Nüvi 350. Die 1,75-Zoll-Rechteck-Antenne steht seitlich ab und ist um 90 Grad drehbar, um das bestmögliche Satellitensignal zu empfangen. Sie kann außerdem als notdürftiger Ständer verwendet werden.

Asus Mypal A636
Der Mypal A636 von Asus bietet eine drehbare GPS-Antenne für bestmöglichen Empfang.

Wie beim Garmin Nüvi 350 und dem Mio 168RS ist auch das 3,5-Zoll-Farbdisplay mit einer Auflösung von 240 x 320 Pixeln des A636 etwas zu klein für das Auto, man muss die Augen also etwas zusammenkneifen, um Details zu erkennen. Mit dem 5-Zoll-Display des Lowrance iWay 500c kann sich das Display des Asus natürlich nicht messen, aber den gesprochenen Fahranweisungen kann man problemlos folgen, und der Lautsprecher (unterhalb des Displays) ist überraschend laut und klar.

Gleich neben dem Lautsprecher befinden sich zwei runde Steuerpads. Die Tasten sind gut gekennzeichnet und auch mit nur einer Hand leicht zu bedienen. Darüber hinaus bringt der A636 wie andere PDAs einen dünnen Plastikstift für präzisere Eingaben mit. Zusätzlich zur Lautstärkeregelung besitzt das Gerät Tasten für den Zugriff auf Kalender, Sprachnotizen und Kontakte sowie eine, mit der man das Display zwischen Hoch- und Querformat umschaltet. Merkwürdigerweise verfügt das Gerät werksmäßig über keine Möglichkeit, das Navigationsprogramm direkt zu starten. Der Benutzer kann jedoch einen der Shortcut-Knöpfe entsprechend umprogrammieren. Die Scroll-up- und Scroll-down-Knöpfe auf der Gerätevorderseite sind zwar akzeptabel, aber ein Jogdial-Knopf an der Seite wäre hilfreich gewesen, um Webseiten oder das Kartenmaterial schnell durchzublättern. Neben einer Kopfhörerbuchse verfügt das Gerät außerdem über einen Erweiterungssteckplatz für SDIO/MMC-Karten und einen vertieft liegenden Reset-Knopf.

Asus Mypal A636
Der A636 hat gut gekennzeichnete und benutzerfreundliche Bedienelemente.

Asus legt eine Vinyl-Schutztasche, einen Wechselstromadapter und ein Autoladegerät, ein Synchronisationskabel, eine Sandisk-Secure-Digital-Karte mit 256 MByte, eine Autohalterung sowie einen Schwanenhalshalter mit einem Saugnapf zur Befestigung an der Windschutzscheibe bei. Die Halterung neigt jedoch dazu, sich mit der Zeit vom Schwanenhalshalter loszurütteln.

Im Innern des Mypal A636 von Asus befindet sich ein leistungsfähiger PDA mit Windows-Mobile-5-Software und Anwendungsprogrammen. Das Gerät wird mit den grundlegenden Tools für Organisation und Planung sowie mit der Destinator-5-Personal-Navigation-Anwendung und neun regionalen Kartensätzen geliefert, darunter Kartenmaterial von Hawaii, Kanada und Alaska.

Leider muss man drei CDs laden und dann die Karten auswählen, die auf der SD-Karte installiert werden sollen, mit der der Destinator arbeitet. Außerdem bietet die 256-MByte-Karte kaum ausreichend Platz, um die Daten für den gesamten Nordosten der USA zu fassen. Wenn man also lange Reisen unternehmen möchte, sollte man in eine 1-GByte-Karte investieren, denn ansonsten muss man alle anderthalbtausend Kilometer einen neuen Kartensatz laden.

Asus Mypal A636
Asus legt dem Paket eine 256-MB-SD-Karte bei. Dennoch sollte man sich eine größere Speicherkarte kaufen, um auch die Karten für längere Reisen speichern zu können.

Die Karten selbst sind präzise, und bieten jede Menge Details und Tausende vorprogrammierte und interessante Stellen. Außerdem erleichtert das Eingabehilfesystem vorausschauend das Hinzufügen von Zielpunkten.

Wer stets von einem Termin zum nächsten hastet, wird zu schätzen wissen, dass jeder Outlook-Kontakt innerhalb von Sekunden übertragen werden kann. Es dauert vielleicht etwas, bis man sich an die Oberfläche gewöhnt hat, aber für diejenigen, die weite Strecken zurücklegen müssen, stellt sie ein leistungsfähiges Werkzeug dar.

Das Display bietet eine Kompassnadel, Funktionen zum Heran- und Wegzoomen und Vogelperspektive. Sehr nützlich ist das anzeigbare Fähnchen, das den nächsten Abbiegepunkt markiert. Die Oberfläche zeigt zwar keine Geschwindigkeit oder Zeit an, sobald man aber die Signale von vier oder mehr Satelliten empfängt, zeigt das Display die aktuelle Höhe an, auf der man sich befindet.

Man kann das Gerät so programmieren, dass es Autobahnen meidet. Leider fehlt ein Verkehrsfunkempfänger für aktuelle Informationen. Zurzeit bieten weder Asus noch Destinator aktualisierte Karten, die neue Straßen oder Baustellen berücksichtigen, Asus will jedoch im Frühjahr einen kostenfreien Update-Service starten. Alternativ kann man auch Microsofts Streets-&-Trips-Karten statt der mitgelieferten verwenden.

Asus Mypal A636
Der A636 ist mit der Destinator 5 Personal Navigation-Software ausgestattet und bringt neun regionale Kartensätze mit.

Der A636 basiert auf Intels 416-MHz-XScale-Prozessor und verfügt über 192 MByte Speicher, von denen 128 MByte eingebauter Flash-ROM und 64 MByte RAM sind. Rund 85 MByte stehen dem Benutzer zur Verfügung.

Die GPS-Navigation arbeitet mit einem SiRF-Star-III-Empfänger mit einem Chip und einer 75-Millimeter-Patch-Antenne. Mit Wi-Fi, Bluetooth und Infrarot findet der A636 immer Anschluss, allerdings können die IR-Fenster von der GPS-Antenne blockiert werden.

Der 1300-mAh-Akku hat zwar etwas mehr Kapazität als ein üblicher PDA-Akku, dafür bietet Asus keine Akkuerweiterung an. Da dieses Modell im Grunde ein Windows-Mobile-Computer ist, enthält der A636 die neuesten Mobile-Versionen von Word, Excel, Internet Explorer, Outlook, Windows Media Player sowie einen einfachen Powerpoint-Viewer.

Die Activesync-4-Software ist in wenigen Minuten eingerichtet und funktioniert ausgezeichnet, wenn es um das Übertragen von Daten, Karten und Musik geht. Der Status-Bildschirm von Asus zeigt über den PDA wichtige Infos an, dieser steht aber nicht zur Verfügung, während Anwendungen ausgeführt werden. Im Unterschied zu anderen PDAs legt Asus nicht viele Extra-Utilities bei.

Die Leistung des Asus Mypal A636 ist durchwachsen. Im Hinblick auf die Navigation beeindruckt, dass sich der A636 in etwa 20 Sekunden in einen Satelliten einloggen kann und sofort die Position mit einem großen Pfeil anzeigt. Ob man durch die Hochhaus-Canyons von Manhattan spaziert oder die amerikanische Ostküste rauf- und runterfährt – der Asus Mypal A636 zeigt immer zuverlässig Position und Richtung an. Die Routen sind meistens effizient, und das Gerät reagiert schnell auf verpasste Abzweigungen, indem es eine neue Strecke berechnet.

Einmal zeigte der Mypal allerdings in einem Kreisverkehr die verkehrte Richtung an. Frustrierend kann es sein, dass der Bildschirm gelegentlich ausfällt und eine Sekunde braucht, um die Karte neu aufzubauen.

Als PDA ist der Mypal 636 von Asus leistungsmäßig in der Mittelklasse angesiedelt und liefert bei täglichem Gebrauch eine Woche lang zuverlässige Dienste, wenn er auch dazu neigt, auszusetzen, wenn er an einen PC im Ruhezustand angeschlossen ist – zum Glück wachen beide gleichzeitig wieder auf.

Bei den Performance-Tests liegt die Punktzahl für die CPU des A636 zwischen denen des Ipaq rx1950 und des Ipaq hx2790 von HP. Aber seine SPB-Benchmark-Bewertung (239) liegt 20 Prozent unter der der beiden anderen Geräte.

Die 30 Meter Reichweite des Wi-Fi-Senders ist für den Betrieb im Büro oder in einem Hot-Spot akzeptabel, liegt aber 50 Prozent unterhalb der Reichweite seiner Mitbewerber. Auf der Haben-Seite stehen fast neun Stunden Akkulaufzeit, damit läuft er annähernd doppelt so lange wie der Mio 168RS und drei Stunden länger als der Garmin Nüvi 350.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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