14-Zoll-Widescreen-Notebook: LG T1 Express Dual

von Florian Kalenda am , 11:42 Uhr

Pro
  • hervorragender Kompromiss aus Bildschirmgröße und Gewicht
  • schnell und mit langer Akkulaufzeit
  • sehr gute Ausstattung
  • hochauflösender Bildschirm
Con
  • kein Wechselschacht für Laufwerke
  • kein DVI
  • kein Docking-Anschluss
  • Klavierlack muss oft abgewischt werden
Hersteller: LG Listenpreis: 1449 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Mit dem T1 zeigt LG Electronics einen sehr guten Kompromiss aus Gewicht und großem Bildschirm. Dies gelingt durch das 14,1-Zoll-Widescreen-Format. Ausstattung und Leistung sind für den Preis ebenfalls gut.

LG versucht mit dem Widescreen-Format mit 14,1 Zoll Bildschirmdiagonale einen Kompromiss aus Portabilität und guter Darstellung zu finden: so breit wie ein 15-Zoll-Notebook, aber weniger tief und dadurch leichter. Bei einem Gewicht von knapp über zwei Kilo kann man das Experiment als gelungen bezeichnen.

LG [1] ist erst ein, zwei Jahre als Notebook [2]-Hersteller im Markt präsent. Aber spätestens seit der Einführung von Intels Centrino-Duo-Plattform kennen Notebook-Interessenten die Marke: Mit dem L1 [3] wurde gleich zum Start ein sowohl leistungsstarkes als auch erschwingliches Modell abgeliefert. LG setzt inzwischen weiter auf Core-Duo-Chips. Auch das neue T1 Express Dual ist damit ausgestattet.

Daneben hat LG im T1 aber auch eine neue Bildschirmgröße ausprobiert – und, weil der Bildschirm ja die Größe des Notebooks maßgeblich definiert, ein neues Gehäuseformat. Das T1 kommt mit einem 14,1-Zoll-Widescreen, der die Breite eines 15-Zoll-Bildschirms im 4:3-Standardformat bietet, aber weniger Tiefe erfordert. So kann man weiter mit breiten Excel-Tabellen arbeiten oder mit zwei Anwendungen nebeneinander, ohne deshalb gleich ein Drei-Kilo-Notebook transportieren zu müssen.

Design

Das LG T1 wiegt 2,05 Kilo – mit Netzteil 2,45 Kilo. Damit ist es ein guter Reisebegleiter. Gleichzeitig schafft der angesprochene Bildschirm eine Auflösung von 1440 mal 900 Pixeln. 1440 Pixel horizontal sind tatsächlich eine sehr angenehme Auflösung für viele Produktivitätsanwendungen. Wer viel im Flugzeug oder im Hotelzimmer arbeitet, sollte diese Kombination unbedingt einmal ausprobieren – der Kompromiss kann überzeugen.

Das Gehäuse ist mit Klavierlack überzogen. Dieser wirkt glänzend und elegant, dabei auch durchaus kratzresisitent. Allerdings erfordert die spiegelglatte Oberfläche den häufigen Gebrauch eines Putztuchs, damit man keine Fingerabdrücke oder sonstige Flecken darauf sieht.

Das T1 ist durchaus auf Gewichtsersparnis getrimmt. Das Gehäuse wird voll genutzt, und einige Komponenten leiden unter leichtem Platzmangel. Das Touchpad ist aufgrund der geringen Tiefe etwas klein ausgefallen – dafür hat man eine angenehm große, sauber angeordnete Tastatur mit leicht abgesetzten Cursor-Tasten. Nur die Funktionstasten-Reihe fällt etwas weniger hoch aus, und Sondertasten sind bis auf vier Audioregler (etwa für die Lautstärke und Surround-Sound) nicht vorhanden.

Das optische Laufwerk ist fest ins Gehäuse eingebaut, ein Wechsel für den Endanwender nicht möglich. Die Flexibilität einer Hot-Swap-Bay, in die man auch einen zweiten Akku oder eine zweite Festplatte stecken könnte, bekommt man nicht geboten. Auch für die Anschlüsse hat LG wenig Platz, zumal der Akku den größten Teil der Rückseite einnimmt. Man muss sich mit drei USBs, einem Mini-Firewire-Anschluss, einen TV-Out und einem VGA-Port begnügen. Dazu gibt es natürlich Stecker für Modem und Netzwerk, aber keinen DVI, keinen Infrarot-Port, eine serielle oder PS/2-Schnittstelle ohnehin nicht. Statt einem PC-Card-Slot findet sich ein schmaler Express-Card-Slot, für den es weit weniger Zubehör gibt, plus einen Kartenleser für XD-, SD- und Memory-Stick-Karten.

Auch der Anschluss einer Docking-Station oder eines Port-Replikators ist nicht vorgesehen. Man muss sich das T1 als Standalone-Notebook denken, das der Anwender überall als vollwertiges Arbeitsgerät verwendet. Übermäßiger Peripherie-Einsatz kommt mangels Portreplikator und auch mangels digitaler Monitor-Schnittstelle nicht in Frage. Wem der 14,1-Zoll-Widescreen nicht in allen Lebenslagen genügt, oder wer regelmäßig mit zahlreichen Peripheriegeräten arbeitet, der sollte sich nach einem anderen Notebook umsehen.

Das LG T1 bringt allerdings auch durchaus eine Ausstattung mit, mit der es als universelles Standalone-Arbeitsgerät taugt. So ist ein DVD-RAM-Laufwerk für sämtliche DVD-Formate verbaut, eine Toshiba-Festplatte mit 60 GByte Kapazität, ein WLAN-Modul für die drei Funknetz-Standards IEEE 802.11a/b/g sowie ein Gigabit-Ethernet-Chip. Die Festplatte gehört mit 4200 Umdrehungen pro Minute allerdings nicht zu den schnellsten.

Wie bei seinen anderen Core-Duo-Modellen verbaut LG auch hier wieder einen Fingerabdruckscanner. Diese Login-Methose gilt gegenüber einem guten Passwort (kein Lexikonwort, mit Buchstaben und Zahlen) zwar als unsicherer, aber sie ist einfacher – und man kann kein Passwort vergessen. Ideal ist diese Authentifizierung natürlich, wenn mehrere Nutzer das Notebook teilen, weil der Scan die Auswahl des Benutzerkopntos ebenso wie die Passworteingabe überflüssig macht.

Die getestete Konfiguration des T1 nennt sich T1-7DGBG und umfasst ein GByte an Speicher sowie einen Core-Duo-Prozessor T2400. Andere Konstellationen werden unter anderem mit Low-Voltage-Chips ausgeliefert, was zu etwas weniger Leistung als beim Testgerät, aber auch zu längerer Akkulaufzeit führen dürfte.

Der Intel-Chipsatz 945GM stellt eine integrierte Grafik bereit, die keinen eigenen Speicher verwaltet, sondern einen Teil des Hauptspeichers für ihre Zwecke nutzt – bis zu 128 MByte. Bei insgesamt 1024 MByte RAM kommt es dabei zu keinerlei Engpässen. Für CAD oder Spiele eignet sich diese GMA950 natürlich wenig, aber für Büroanwendungen und auch Dinge wie Bildbearbeitung genügt sie.

Das Notebook bringt Boxen und ein Mikrofon mit. Der Anschluss eines Kopfhörers oder externen Mikrofons ist ebenso vorgesehen wie 5.1-Surround-Sound über Klinkenstecker. Zur Verbindung mit einem Handy oder anderer Peripherie ist Bluetooth integriert.

LG spielt Windows XP Professional als Betriebssystem auf. Die Softwareausstattung umfasst etliche gute Utilities von LG, unter anderem ein Update-Programm, um seine Treiber und Utilities immer auf dem neuesten Stand zu halten. Außerdem ist über die Cyberlink DVD Solution das Brennen und komfortable Abspielen von DVDs möglich. Office-Software muss der Anwender allerdings selbst installieren.

Das Notebook arbeitet während aller Tests angenehm leise. Selbst wenn man das Ohr an den Belüftungsschacht an der linken Seite hält, ist kaum ein Geräusch zu vernehmen.

Die Applikationsbenchmarks ergeben gute bis sehr gute Werte: 23,2 Punkte im Business Winstone 2004 und 29,7 Punkte im Content Creation Winstone 2004 zeigen, dass das Notebook für Büro wie für Freizeit gut geeignet ist. Zum Vergleich: Das LG L1 [3] mit dem nächstkleineren Prozessor, dem T2300, hatte 20,7 beziehungsweise 28,0 Punkte geschafft.

Die Akkulaufzeit ist wegen der hohen Bildschirmauflösung nicht so enorm wie beim Einsteigermodell – exakt vier Stunden läuft das Notebook im Test Batterymark 4.01. Dabei ist wegen der Vergleichbarkeit allerdings das Stromspar-Tool von LG inaktiv – die CPU läuft im Desktop-Modus. Wer nicht ständig drahtlos arbeitet (denn auch Funkübertragung braucht viel Energie) dürfte noch bessere Laufzeiten bekommen.

Nebenbei sind auch die Testergebnisse für die Grafik ganz interessant. Im Spielebenchmark 3DMark 2001 SE erzielt das Notebook 6147 Punkte, im etwas neueren 3DMark 2003 sind es 1602 Punkte.

Fazit

Das T1 ist ein Notebook für Anwender, die ihr System überall hin mitnehmen wollen – und durchaus öfter unterwegs sind. Man sollte nicht zu viel Peripherie einsetzen wollen, denn das erfordert immer wieder die Mühen der Verkabelung, außer man hat bereits etwa einen Drucker mit Bluetooth-Unterstützung. Auch eine digitale Verbindung zum Monitor ist nicht vorgesehen – aber den Fernseher kann man über S-Video-Out ansteuern.

Die Aufrüstbarkeit hät sich in Grenzen: Beide Speicherslots sind bereits belegt, und statt PC-Cards kann man nur die noch wenig verbreiteten Express-Cards verwenden. Auch das Laufwerk zu wechseln ist unmöglich. Dafür bekommt man eine sehr ordentliche, zeitgemäße Ausstattung.

Besonders das Bildschirmkonzept überzeugt – der 14,1-Zoll-Widescreen bietet angenehme Breite, ohne dass das Notebook deswegen übergewichtig würde. Aber auch sonst liefert LG mit dem T1 wieder ein attraktives Notebook für einen guten Preis ab.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[2] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[3] L1: http://www.zdnet.de/mobile/notebooks/0,39023409,39141408,00.htm