Solider DVD-Camcorder: Sony Handycam DCR-DVD405

von Lori Grunin am , 11:00 Uhr

Pro
  • überdurchschnittliche Videoqualität
  • Aufnahmen in Dolby Digital 5.1 Surround
  • annehmbare Fotos
Con
  • kein Videolicht
  • gelegentlich sichtbare Kompressionsartefakte
  • Videoaufnahmen bei wenig Licht wirken grobkörnig
  • LCD für Touchscreen-Bedienung zu klein
Hersteller: Sony Listenpreis: 599 Euro
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,2 von 10 Punkte
Fazit:

Der Sony Handycam DCR-DVD405 ist zwar kein Musterbeispiel für modernste DVD-Camcorder-Technik, liefert aber dennoch gute Videos und Fotos und bietet eine kompakte und praktische Form.

Der Sony Handycam DCR-DVD405 ist ein solider DVD-Camcorder – jedenfalls für Leute, denen es nichts ausmacht, auf einem zu kleinen Display mit einer Touchscreen-Oberfläche zu arbeiten.

Unterschiedliche Sensoren und LCD-Größen machen einen Riesenunterschied zwischen dem Sony [1] DCR-DVD405 und dem höherwertigen Modell DCR-DVD505 aus, der weit über die Preisdifferenz von circa 350 Euro hinausgeht. Das Spitzenmodell DVD505 ist mit Sonys neuem 2-Megapixel-ClearVid CMOS-Sensor und einem großen 3,5-Zoll-LCD ausgestattet, wohingegen der DVD405 nur mit einem gewöhnlichen 3-Megapixel-Advanced HAD CCD und einem zu kleinen 2,7-Zoll-Display aufwarten kann.

Das macht sich in der deutlich schlechteren Bildqualität des DVD405 bemerkbar, die allerdings für einen DVD-Camcorder immer noch überdurchschnittlich hoch ist. Außerdem ist die ansonsten ganz annehmbare Benutzerschnittstelle dadurch nur schwer bedienbar. Tatsächlich sind die meisten Merkmale des DVD405 gegenüber dem Vorjahresmodell DVD403 unverändert geblieben, allerdings schneidet er in der Einstufung insgesamt etwas schlechter ab. Wenn man also nicht unbedingt auf Dolby-5.1-Surround-Aufnahmen gesteigerten Wert legt, ist man sicher mit dem ungefähr gleich teuren Panasonic VDR-D300 besser bedient.

Design

Obwohl er ansonsten im Design weitgehend dem DVD505 ähnelt, hat der 680 Gramm schwere DCR-DVD405 nur ein kleineres LCD zu bieten, wodurch er ein klein wenig kürzer ist. Der Camcorder liegt gut in der Hand und lässt sich leicht bedienen – zumindest solange man keine Einstellungen verändern will. Denn dazu muss man sich in ein Touchscreen basiertes Menüsystem vorwagen, oder besser gesagt, gleich in zwei Menüsysteme. Eines davon besteht in einem übersichtlichen Schaltflächenmenü, das andere in einem 3D-Drehrad, wobei man je nach Funktion zwischen den beiden Menüs hin- und herwechseln muss. Beide Menüs sind zwar durchdacht aufgebaut, aber es braucht viel Fingerspitzengefühl und Geduld um sie zu bedienen.

Von der manuellen Scharfstellung über den Touchscreen sollte man besser gleich die Finger lassen. Wer dagegen die Camcorder-Touchscreen-Oberfläche von Sony schon kennt und mag, der kann für sich im Stillen ein paar Dezimalstellen zum Testurteil des DVD405 hinzuzählen.

Auch die Funktionen sind ähnlich wie beim DVD505. Es können bis zu 20 Minuten Video höchster Qualitätsstufe auf 3 Zoll großen DVD+/-RW oder DVD-R aufgezeichnet werden. Ein Objektiv mit 10fach-Zoom, ein integriertes 5-Kanal-Mikro, ein Blitzschuh mit eigener Stromversorgung, ein Blitz, verschiedene Optionen für Nachtaufnahmen sowie der Easy-Modus zur vereinfachten Bedienung sind die Highlights der Ausstattung dieses Geräts.

Schade nur, dass der DVD405 weder Kopfhöreranschluss, Videolicht noch Analogbuchse hat und zusätzliche Mikrofone über den Blitzschuh angeschlossen werden müssen. Neben den grundlegenden halbmanuellen und voreingestellten Belichtungsoptionen gibt es einen vollautomatischen Easy-Modus zur Bedienung per Tastendruck und man kann problemlos zwischen den Formaten 16:9 und 4:3 umschalten. Auch die Bedienelemente für Aufnahme und Zoom auf dem LCD-Rand sind wie gewohnt praktisch.

Leistung

Da das gleiche Zeiss T-Objektiv mit 10fachen Zoom und der gleiche 3-Megapixel-CCD wie im Modell DVD403 vom Vorjahr zum Einsatz kommen, fallen die Leistung und Bildqualität des DVD405 ganz ähnlich aus. Der Zoom reagiert schnell und nahtlos, Autofokus und Belichtungsautomatik passen sich rasch an Veränderungen am Motiv und in der Umgebung an und das LCD ist trotz seiner kleinen Maße bei fast allen Lichtverhältnissen gut erkennbar. Auch die Bildstabilisierung funktioniert recht gut.

Bildqualität

Die Videoqualität ist meist sehr gut, von gelegentlichen Problemen einmal abgesehen. Die Belichtung ist gut eingestellt, allerdings neigt auch der DCR-DVD405 wie die anderen Modelle dieser Serie schnell zur Überbelichtung heller Bereiche. Die Farben und der Weißabgleich sind ausreichend präzise, was natürlich ein ganz wichtiger Vorteil ist.

Die Videowiedergabe ist jedoch gelegentlich ein wenig ruckelig – zwar nicht übermäßig, aber dennoch erkennbar. Hinzu kommt, dass die Mikrofone für den Surround-Sound zwar sehr empfindlich sind und gute Ergebnisse liefern, der fehlende Windfilter allerdings bei Außenaufnahmen mitunter ein starkes Rauschen verursacht. Letztlich können die Fotos des DVD405 nicht mit denen des DVD505 mithalten. Obwohl sie weniger Bildrauschen und Schleierbildung aufweisen, wirken die Farben doch weniger gesättigt und die Bilder sind übertrieben scharf. Alles in allem sind die Aufnahmen aber zufrieden stellend.

Der Sony Handycam DCR-DVD405 ist zwar kein Musterbeispiel für modernste DVD-Camcorder-Technik, liefert aber dennoch überdurchschnittlich gute Videos und Fotos und bietet eine kompakte und praktische Form. Allerdings sollte man unbedingt ausprobieren, ob man mit dem Touchscreen zurechtkommt, bevor man sich für dieses Produkt entscheidet.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/