Die Finanzen im Griff: Quicken Deluxe 2007

von Elsa Wenzel am , 11:48 Uhr

Pro
  • vereinfachte Benutzeroberfläche
  • Kontenaktualisierungen in einem Schritt
  • einen Kalender, der den täglichen Finanzstatus aufführt
  • Pop-Up-Ansichten mit Transaktionsdaten
  • lokale Datenverschlüsslung
Con
  • teilweise Probleme beim Importieren von Bankdaten
  • teurer telefonischer Kundendienst
Hersteller: Lexware Listenpreis: 70 Euro
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Quicken Deluxe 2007 von Lexware bietet eine komplett überholte Benutzeroberfläche sowie nützliche neue Ausstattungsmerkmale und Komfortfunktionen, denen andere Finanzsoftware-Produkte nichts entgegenzusetzen haben.

Quicken Deluxe 2007 von Lexware bietet eine komplett überholte Benutzeroberfläche sowie nützliche neue Ausstattungsmerkmale und Komfortfunktionen, denen andere Finanzsoftware-Produkte nichts entgegenzusetzen haben.

Lexware hat Quicken 2007 eine neue Oberfläche gegeben, von der sich leichter ablesen lässt, wohin das Geld fließt, ohne dass man sich durch das Programm klicken muss. In dieser Version wird auf das unübersichtliche Register verzichtet, das sich zuvor auf der Hauptseite befand. Zu sehen ist stattdessen ein Bildschirm mit drei großen Kästen für den Geldeingang, den Geldausgang und den verbleibenden Kontostand. Anstatt sich auf die Etatplanungsfunktionen von Quicken zu konzentrieren, deren Einrichtung Zeit in Anspruch nimmt, möchte Lexware dem Nutzer mit der Version 2007 zu jeder Zeit einen aktuellen Überblick über seine finanzielle Situation verschaffen. Außerdem bringen ein verbesserter Kalender und das Online-Backup zusätzlichen Komfort und Sicherheit.

Quicken 2007 läuft auf einem PC mit Windows 2000 mit SP4, Windows ME oder Windows XP mit SP2 mit mindestens 64 MByte Arbeitsspeicher (256 MByte empfohlen). Microsoft [1] Money 2007 läuft dagegen nur unter Windows XP. Getestet wurde Quicken Deluxe 2007, das 69,99 Euro kostet und auch Funktionen zur Beobachtung von Geldanlagen bietet. Eine Version, die noch etwas weiter geht ist das für knapp 100 Euro erhältliche Quicken Home & Business 2007, die zusätzlich Umsatzkosten verfolgt, individuell anpassbare Rechnungsfunktionen bietet und Fälligkeiten und Außenstände im Griff hat (um die Ein- und Ausgänge eines Kleinunternehmens mit mehreren Beschäftigten zu verwalten, sollte man jedoch Quick Books nehmen). Man kann sich auch Quicken 2007 für 50 Euro näher anschauen. Dort fehlt aber die elektronische Scheckerfassung, die Verfolgung von individueller Altersvorsorge sowie die Hilfe bei den Abschreibungsmöglichkeiten, die in der 20 Euro teureren Deluxe-Version enthalten sind.

Die Installation von Quicken Deluxe 2007 nimmt im Test auf einem Windows XP-Rechner etwa fünf Minuten in Anspruch. Anders als die subtilen Veränderungen, die Microsoft Money 2007 erfahren hat, sind die Neuerungen bei Quicken 2007 sofort nach Programmstart offensichtlich. Das neue, mit Registerkarten versehene Layout, das bei der Organisation von Daten hilft, ohne dass die Übersichtlichkeit darunter leidet, gefällt auf Anhieb. Man kann die Seite so einrichten, dass diejenigen Elemente dargestellt werden, die am häufigsten verwendet werden. Die Fenster für den Geldeingang, den Geldausgang und den Kontostand sind dabei hervorgehoben. Man kann darauf klicken, woraufhin sich jeweils ein kleines Pop-Up-Fenster öffnet, dass die aktuellen Ein- und Ausgänge zeigt.

Quicken Deluxe 2007
Die neue Gestaltung von Quicken Deluxe 2007 ist weit von der vorangegangener Versionen entfernt, man kann die Startseite jedoch so anpassen, dass sie der alten Gestaltung nahe kommt.

Der an der linken Seite befindliche Navigationsbalken von Quicken 2007 enthält Links zu Geschäftsinformationen, Cashflow, einem Anlagen-Center, Vermögens- und Verschuldungsdaten sowie eine Momentaufnahme des Nettovermögens. Die Links am unteren Fensterrand zeigen Rechnungen und Einzahlungen, Kreis- und Balkendiagramme zu den Ausgaben und einen neu gestalteten Kalender. Vom Kalender aus klickt man einfach auf eine der Rechnungen, um sich nähere Informationen darüber zu verschaffen oder sie zu begleichen. Es kann sehr motivierend (mitunter vielleicht auch deprimierend) sein, jeden Tag seine aktuelle Kreditkartenabrechnung in leuchtend roten Lettern zu sehen.

Lexware hat Quicken 2007 so gestaltet, dass die erste Einrichtung schneller vonstatten geht und man mehrere Konten mit einem Klick synchronisieren kann. Die Einrichtung ist im Nu fertig, wenn man bei seinen Geldinstituten bereits Online-Konten eingerichtet hat. Man teilt Quicken dann einfach die Login-Daten und die Passwörter mit. Mit Quicken 2007 kann man Daten von über 4.000 großen und kleinen Geldinstituten importieren – das sind über zehnmal mehr als bei Quicken 2006 – darunter Banken, Kreditgeber, Maklerfirmen und Pensionskassen. Der PIN-Tresor von Quicken schützt die Passwörter der angeschlossenen Konten, sodass sie von außerhalb des Programms nicht zugänglich sind.

Beim Upgrade von Quicken 2006 auf 2007 wurden die Kontendaten nahtlos übernommen, und Quicken fordert dazu auf, online die aktuellsten Daten herunterzuladen. Leider konnte Quicken im Test kurz nach Mitternacht auf einem anderen Computer, der mit anderen Konten verbunden ist, keine Verbindung zu der inländischen Bank aufbauen, bei der das Girokonto der Redaktion liegt. Zunächst war die Befürchtung groß, das Ausgabeverhalten der Mitarbeiter nun wieder mit Microsoft Money überwachen zu müssen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Bank zum Zeitpunkt des Tests „routinemäßige Wartungsarbeiten“ durchführte. Am nächsten Tag funktionierte alles reibungslos.

Wie bei jeder Software, die Informationen aus Drittquellen bezieht, sind die Daten in Quicken nur so aktuell wie die der Geldinstitute, die je nach Bank Reaktionszeiten von mehreren Tagen haben können. Daher kann es sein, dass bereits bezahlte Rechnungen als überfällig in Rot dargestellt werden. Quicken bietet glücklicherweise die Möglichkeit, geplante Ausgaben von Hand aufzuführen und sie später als gezahlt zu markieren, wenn die Zahlung auch digital bestätigt ist.

Quicken Deluxe 2007
Der neue Kalender von Quicken 2007 erinnert an die täglichen Zahlungsverpflichtungen, gibt aber auch positives Feedback zu gut betreuten Geldanlagen.

In einem Kontenregister erscheint nach dem Klick auf einen der Links ein kleines Fenster mit aktuellen Transaktionen, die über diesen Anbieter durchgeführt wurden, ohne dass man dafür die aktuelle Seite verlassen müsste. Positiv fällt auf, dass man unter Quicken 2007 Zahlungsausgängen, die anstelle eines Anbieternamens einen unverständlichen Code (etwa eine Bankleitzahl) zeigen, den Namen des Anbieters und eine Kategorie zuordnen und diese in Quicken speichern kann, sodass diese Zuordnung danach automatisch vorgenommen wird.

Wie bei den Vorgängerversionen von Quicken stehen Dutzende von Diagrammen und Bilanzformaten zur Darstellung der eignen Ausgaben und Einnahmen bereit. Wie gehabt, kann Quicken auch zum Begleichen von Rechnungen über das Internet genutzt werden, ohne dass man die verschiedenen Websites der Banken und Anbieter ansteuern müsste.

Um unnötige Papieranhäufungen zu vermeiden, hat Intuit Quicken 2007 mit einer „virtuellen Aktenablage“ versehen. Man kann Quicken PDFs, JPGs und andere Dateien hinzufügen und so Ansichten von Quittungen, Rechnungen und Spesenquittungen innerhalb der Anwendung verwalten. Die Darstellungen können per Kopieren und Einfügen von der Website einer Bank oder einem anderen Ort direkt in Quicken übernommen werden, wo nun auch eine Scan-Unterstützung zur Verfügung steht. Die Bilddateien werden in einem verschlüsselten Ordner verwahrt, der außerhalb von Quicken nicht zugänglich ist.

Quicken Deluxe 2007
Im Kontenverzeichnis kann man unter Quicken 2007 ein kleines Pop-Up-Fenster öffnen, in dem die aktuellsten Transaktionen mit einem bestimmten Anbieter angezeigt werden.

Die Finanzplanungswerkzeuge von Quicken Deluxe 2007 helfen dabei, Geldanlagen im Griff und die Schulden im Zaum zu behalten, indem imaginäre Szenarien präsentiert werden, die komplett mit Balkendiagrammen den zukünftigen Geldfluss und den Nettowert vorhersagen. Dies ist hilfreich, wenn man sich gerade Gedanken um die Anpassung eines alle zwei Monate fälligen Altersvorsorgebeitrags macht. Andere „Was wäre wenn“-Ziele wären ein Hauskauf oder andere große Anschaffungen, außerdem die Studienfinanzierung oder Rücklagen für das Alter. Wie auch andere Finanzsoftwareprodukte, bietet Quicken leider keine Hilfe bei der Verwaltung von Studiendarlehen – was junge Nutzer häufig abschreckt.

Der technische Kundendienst für Quicken 2007 ist gründlich, aber kostspielig. Wie immer sind die durchsuchbare Wissensdatenbank und die Antworten auf häufig gestellte Fragen umfassend, weisen animierte Anleitungen auf die wichtigsten Funktionen hin, und wie immer kann man sich bei Problemen an andere engagierte Nutzer wenden. Eine gebührenpflichtige Telefon-Hotline steht Wochentags tagsüber zur Verfügung. Man kann dort Fragen zu Registrierung, Upgrades, Rechnungsbezahlung und Defekten klären.

Quicken 2007 ist sein Geld mehr als wert. Die vereinfachte und anpassbare Benutzeroberfläche und die neuen Funktionen machen ein Upgrade älterer Versionen ebenfalls sehr sinnvoll.

Hinweis der Redaktion: Die Funktionen zwischen der ursprünglich getesteten US-Version „Quicken 2007 Premier“ und der hier vorgestellten deutschen Version von „Quicken Deluxe 2007“ können geringfügig variieren.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Software
  • Kommunikation - keine

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/39146939/die-finanzen-im-griff-quicken-deluxe-2007/

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[1] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/